Francis Durbridge The World of Tim Frazer (Arcturus Crime Classics)

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Inhaltsangabe zu „The World of Tim Frazer (Arcturus Crime Classics)“ von Francis Durbridge

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    The World of Tim Frazer (Arcturus Crime Classics)
    TheRavenking

    TheRavenking

    13. September 2014 um 21:48

    Francis Durbridge ist ein Autor, der zu seiner Zeit äußerst erfolgreich war, aber mittlerweile ein wenig belächelt wird. Ähnlich wie Edgar Wallace feierte auch Durbridge in Deutschland große Erfolge durch die Verfilmungen seiner Werke. Neben seiner bekannten Paul-Temple-Reihe schrieb er in den Sechzigern eine Trilogie um Tim Frazer, der für den britischen Geheimdienst arbeitet. Zum Inhalt: Seit dem Tod seiner Angehörigen führt Tim Frazer das Familienunternehmen. Sein ehemaliger Studienkollege Harry Denston ist mit eingestiegen und hat ihm anfangs durch seine Kontakte zu einigen lukrativen Aufträgen verholfen. Doch mit der Zeit kommt es immer häufiger zu Konflikten. Harry ist zwar ein netter, lebenslustiger Typ, doch mit dem Geld kann der Gute, nicht besonders umgehen, und seine ständige Schuldenmacherei führt dazu, dass die Firma immer weiter in die roten Zahlen rutscht. Als schließlich sogar der Konkurs droht, wird es Tim Frazer zu bunt, er möchte seinen Freund endlich zur Rede stellen. Doch dieser scheint verschwunden, bis er eine Nachricht schickt, in der er Frazer zum Treffen in ein abgelegenes Fischerdorf einlädt, und verspricht, dass sich all ihre Probleme schlagartig lösen werden. Doch als Frazer den Ort erreicht, fehlt von Harry Denston jede Spur. Dafür halten sich im örtlichen Gasthaus die Überlebenden der Havarie eines russischen Schiffes auf. Sicher kein Zufall, wie unser Protagonist bald herausfinden muss, der in eine internationale Spionageaffäre verwickelt wird, in der einzelne Menschenleben bald nicht mehr viel zählen. Bei seinen Bemühungen Licht ins Dunkel zu bringen wird Frazer vom britischen Geheimdienst angeheuert, denn offensichtlich steckt auch Harry Denston tief in der Sache drin und muss um jeden Preis gefunden werden. Spionageromane lassen sich in der Regel in zwei Kategorien einteilen. Da gibt es die realistischen á la Le Carré oder Olen Steinhauer, die durch detaillierte Milieuschilderung, einem hohen Maß an Realismus und oftmals durch eine politische Agenda auffallen und die anderen, wie James Bond, welche sich dem unterhaltsamen Eskapismus verschrieben haben. Natürlich gibt es innerhalb dieser Gruppen Abstufungen, und auch wenn man Francis Durbridges Romane keinesfalls als komplette Märchen bezeichnen könnte, ist der Realitätsgehalt seiner Werke doch verschwindend gering. Wie sich der Normalmensch Frazer im Laufe der Handlung zum hartgesottenen Geheimagenten wandelt, das ist schon mehr als unglaubwürdig. Dass er als Zivilist von seinem Vorgesetzten sogar noch die „Lizenz zum Töten“ verliehen bekommt setzt dem ganzen Treiben noch die Krone auf. Andererseits ist es gerade diese altmodische Naivität und Einfachheit, die das Werk für den heutigen Leser anziehend macht. Während allerdings Autoren wie Agatha Christie es geschafft haben eine eigene Welt zu kreieren, in die man als Leser eintauchen und sich von der dichten Stimmung verzaubern lassen kann, ist es Francis Durbridge unglücklicherweise niemals gelungen diese Art von Magie zu erzeugen, weshalb seine Werke relativ schnell in der Versenkung verschwunden sind. Als Kind hätte ich diese Geschichte vermutlich sehr genossen, doch auch so war der Roman unterhaltsam, wenn auch das Leseerlebnis durch ein schwaches Ende getrübt wurde. Denn ähnlich wie der bereits erwähnte Edgar Wallace versteht es auch Durbridge sehr gekonnt anfangs Spannung aufzubauen, nur um seine Geschichte im letzten Drittel eher unspektakulär auslaufen zu lassen. Als leichte Lektüre eignet sich der Roman dennoch hervorragend.

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