Francis Mohr Februar

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Inhaltsangabe zu „Februar“ von Francis Mohr

Eine Großstadt im Osten Deutschlands. Provinz im Aufwind. Opernball. Aufmärsche rechter und linker Chaoten. Kontraste pur. Kommissar Kafka wird verdonnert, in einem Deeskalationsteam mitzumischen, und trifft so auf den Psychologen Fritz, der vor wenigen Jahren aus dem Westen in den Osten migriert ist und eine eigene Praxis betreibt. Der knurrige Kafka und der zaudernde Fritz wissen da noch nicht, dass sie mehrere gemeinsame Fälle an der Leine haben. Beide sind sich so ähnlich wie Tschechen und Polen und kommen doch aus einem Land – nur eben mit verschiedenen Biografien. Die Situation spitzt sich zu, als der Wagen eines Politikers in Flammen aufgeht. Der Februar nimmt so ganz unverhofft Fahrt auf …

Eine dystopisches Buch für Dresden-Interessierte

— EvyHeart
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    Februar
    EvyHeart

    EvyHeart

    11. August 2017 um 16:28

    "Februar" war anders, als ich dachte und gefiel mir durchgängig gut. Ich habe ein tiefes Gefühl der Verbundenheit gespürt, aber ich stellte auch fest: Die meisten Kritikpuntke, die die Rezensenten sehen, sehe ich auch. Der Reihe nach. "Februar" wird vom Verlag als Kriminalroman eingeordnet, der Kriminalfall selbst spielt aber eine Nebenrolle*. Beherrscht wird das Buch von der politisch-geladenen Atmosphäre in der Stadt. Der Handlungsort weist starke Parallelen zu Dresden auf, viele Ortsbeschreibungen passen zu Dresden. Die Stadt wird am 13./14. Februar "traditionell" zum Anlaufpunkt rechter Demonstranten, Gegendemonstranten und Demokratie-Freunden, weil Dresden an diesem Datum im Zweiten Weltkrieg bombardiert wurde und u.a. die Frauenkirche ausbrannte und in sich zusammenfiel. Francis Mohr geht nur einen kleinen Schritt weiter und das macht die Geschichte sehr nahbar: Was würde passieren, wenn sich linke und rechte Kräfte zusammenschließen und gegen die Polizei kämpfen?Die Hauptfiguren sind Kommissar Kafka, der in Mohrs Kurzgeschichten oft auftaucht, und der Psychologe Fritz Sölle. Sölle ist etwas neurotisch und hat Angst, dement zu werden. Er ist vor seiner Ex-Frau in den Osten "geflüchtet" und grübelt oft über dem Thema "Ost - West". Er ist ein genauer Beobachter und wirkt sehr mit sich beschäftigt. Mit Kafka teilt er u.a. die Vorliebe für Portwein. Kommissar Kafka ist kein grummliger Polizist, sondern ziemlich menschlich. Er ist manchmal mürrisch und belächelt seinen Chef Herrn Tanker, aber er ist von den Kollegen geachtet und hat ein gutes Verhältnis zu seiner Sekretärin. Im Gegensatz zu seiner Bekannten Gerlinde ist er ein Kopfmensch. Gerlinde ist nett und emotional, neigt aber im Überschwang zu gefährlichen Handlungen.Nebenfiguren (oder Hauptfiguren?) sind Patienen Fritz Sölles, die zufällig in das Verbrechen verwickelt sind. Interssant fand ich, dass es mir schwer fiel eine rechts- und eine links-extremistische Figur auseinander zu halten. Wahrscheinlich ist das die Botschaft: Es geht nicht um Argumente, es geht um die Gewalt, die ausgeübt wird.Leider sind die Passagen, in denen Fritz Sölle die Lebensgeschichten seiner Patienten aufnimmt, sehr langatmig. Für Menschen, die sich für Psychologie interessieren, sind sie gut, aber man verliert den Überblick, weil man Figuren kennenlernt, aber ihre Rolle erst in der zweiten Hälfte klar wird.Weniger interessant fand ich den Ost-West-Konflikt, der oft ausgebreitet wird. Für mich als Kurz-vor-der-Wende-Kind haben "Ost" und "West" eine geografische Bedeutung, aber ich sehe das nicht in Menschen. Menschen, die älter sind, haben das intensiv erlebt und können sich wiedererkennen.Stilistisch ist der Roman gut lesbar. Mohr schreibt an manchen Stellen derb, aber überwiegend entspannt und gut lesbar. Die Perspektive wechselt zwischen personal (Kafka) und Ich-Perspektive (Sölle). Besonders der Erzähler bei Kafka wird manchmal etwas distanziert. Das Ende der Geschichte war krass und beklemmend. Allerdings: Die Gewalt wird nicht detailreich erklärt, sodass auch Leer, die explizite Gewaltdarstellung nicht mögen, gut damit klarkommen, denke ich.Fazit: "Februar" reißt einige Themen an und für Leute interessant, die sich gern damit beschäftigen. Es ist kein klassischer Krimi, aber ein Buch, dass ich auf jeder Seite fesselnd fand. * Spoiler: Er wird nicht restlos aufgeklärt. Der Täter wird aufgedeckt, aber weder das genaue Motiv noch der genaue Ablauf werden erzählt.

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