Franck Bohbot Light on New York City

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Inhaltsangabe zu „Light on New York City“ von Franck Bohbot

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    Light on New York City
    R_Manthey

    R_Manthey

    14. September 2016 um 11:43

    Als ich dieses Buch das erste Mal durchblätterte, fragte ich mich, was mir dieser Band nun eigentlich sagen will. Franck Bohbot wanderte wochenlang nachts durch New York und fotografierte menschenleere Läden, Eingänge von Theatern und Kinos, die Vorderfront einer Videothek, einen Friseursalon und immer wieder Bars und Kneipen. Dann las ich die Erklärungen von Elizabeth Breiner in diesem Buch. Nur auf einer Seite wurde mir dann in bildlich unglaublich ausschweifenden Formulierungen der künstlerische, emotionale und fotografische Werte der später folgenden Bilder erläutert. Die wirklich große Kunst in diesem Buch ist diese eine Seite. Wo Frau Breiner ihre gedrechselten Sätze und ihr offenbar tiefliegendes künstlerisches Verständnis hergeholt hat, ist mir schlicht ein Rätsel. "Auch wenn gelegentlich schemenhafte menschliche Figuren auf den Bildern vorkommen, so ist es doch die Stadt selbst, in all ihrer einladenden, abstoßenden, berauschenden Luminosität, die hier wahrhaft lebendig porträtiert wird.", schreibt sie in einem noch relativ harmlosen und verständlichen Satz, um dann fortzufahren: "Auch ist es selbstverständlich die ungebrochene elektrische Nacht, der sich die Gewohnheiten ihrer Bewohner anverwandeln." Eine meiner anverwandelten Gewohnheiten ist leider die nüchterne Betrachtung. Bohbots Bilder sind meistens keine große fotografische Kunst, was nicht heißen soll, dass sie jeder so hinkriegt. Man muss schon einen Blick für die Stimmungen haben, die die späteren Fotografien transportieren sollen. Auch wenn die einzelnen Bilder nicht unbedingt ein Staunen provozieren, so tragen sie zusammen doch dazu bei, dass man sich wieder an eigene Spaziergänge durch schlafende Städte erinnert. Und natürlich lebt Bohbot vom Mythos New York, dieser angeblich niemals schlafenden Stadt, obwohl man vom bekannten New York kaum etwas sieht. In anderen amerikanischen Großstädten hätte Bohbot mit Sicherheit ähnliche Bilder aufnehmen können. Doch wen hätte das interessiert? Nächtliche Städte geben den Blick auf sich selbst frei, weil die wuseligen Menschen nicht mehr stören. Man hat Straßen und Gebäude scheinbar fast für sich alleine und kann sich auf sie konzentrieren, Auslagen in den Geschäften anschauen, einsame Menschen beobachten  und dabei eigenen Gedanken nachgehen. Vielleicht macht das Spaziergänge in dieser  Zeit so interessant. Und davon lebt dieser Band. 

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