Franco Supino

 4,4 Sterne bei 56 Bewertungen
Autor von Spurlos in Neapel, Mino und die Kinderräuber und weiteren Büchern.
Autorenbild von Franco Supino (©Privat)

Lebenslauf

1965 in Solothurn geboren, wuchs als Kind italienischer Eltern zweisprachig auf. Er studierte in Zürich und Florenz Germanistik und Romanistik, schloss das Studium mit einer Arbeit über Günter Eich ab. Supino lebt in Solothurn. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er ist Dozent an der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz.

Botschaft an meine Leser

Das Schreiben ist Franco Supinos Berufung, seit seiner Jugend schreibt er Texte und Prosa. In seinen Romanen und Kinder- und Jugendbüchern sind es vor allem die Themen Migration und Heimat, das Scheitern als Mensch und als Künstler sowie die Wechselwirkung von Geld und Geist, die ihn inspirieren und die er durch den Blick seiner Figuren für seine Leser erlebbar machen möchte.

Alle Bücher von Franco Supino

Cover des Buches Spurlos in Neapel (ISBN: 9783858699589)

Spurlos in Neapel

(21)
Erschienen am 12.10.2022
Cover des Buches Mino und die Kinderräuber (ISBN: 9783855463503)

Mino und die Kinderräuber

(16)
Erschienen am 01.09.2019
Cover des Buches Mehr.Mehr.Mehr. (ISBN: 9783906876269)

Mehr.Mehr.Mehr.

(11)
Erschienen am 13.09.2021
Cover des Buches Wasserstadt (ISBN: 9783906183114)

Wasserstadt

(3)
Erschienen am 18.08.2013
Cover des Buches Musica Leggera (ISBN: 9783858691262)

Musica Leggera

(3)
Erschienen am 27.12.2011
Cover des Buches Annette sagt (ISBN: 9783039730988)

Annette sagt

(0)
Erscheint am 01.10.2026
Cover des Buches Geheimnis im Klostergarten (ISBN: 9783855463909)

Geheimnis im Klostergarten

(0)
Erschienen am 01.02.2023
Cover des Buches Hau ab, Bruderherz! (ISBN: 9783906876054)

Hau ab, Bruderherz!

(0)
Erschienen am 21.09.2017

Neue Rezensionen zu Franco Supino

Cover des Buches Mehr.Mehr.Mehr. (ISBN: 9783906876269)
L

Rezension zu "Mehr.Mehr.Mehr." von Franco Supino

Lorenza1975
Geballte Ladung an Gedanken und Emotionen

«In einem Tagebuch kotzt man sich aus, und ich, ich bin zum Kotzen.» Was machst du, wenn dein Geheimnis zu platzen droht und dir jemand ein Ultimatum stellt? Das Buch gibt in Form von Tagebucheinträgen einen schonungslosen Blick frei auf das Unsichtbare, den inneren Kampf einer an Bulimie erkrankten Person. Dabei wird nichts beschönigt und Ekel, Scham und Verzweiflung springen einem ins Gesicht.

Die Tagebucheinträge sind sehr authentisch geschrieben und lassen einen nicht unberührt.

Das Buch richtet sich an Alle, die bereit sind, auch in seelische Abgründe einzutauchen und dabei die Augen nicht zu verschliessen.

Cover des Buches Spurlos in Neapel (ISBN: 9783858699589)
LuiseLottes avatar

Rezension zu "Spurlos in Neapel" von Franco Supino

LuiseLotte
"Eine erbärmlich pittoreske Stadt"

Neapel ist der Hauptschauplatz dieses eigenartigen Romans, der nicht linear erzählt wird, sondern vielmehr in Fragmenten. Rückblicke wechseln sich ab mit einer Spurensuche, die zunächst vorsichtig, tastend beginnt, um schließlich zu einer Besessenheit zu werden. Ob sie zum Erfolg führt, muss jeder Leser für sich entscheiden.

Franco Supino lässt seinen Erzähler, der, wenn man eines der beiden dem Roman vorangestellten Zitate richtig interpretiert, dass es nämlich 'kein anderes als das autobiographische Erzählen' gibt, er im Grunde selber ist – worüber allerdings der Autor allein Aufschluss geben kann -, mit Erinnerungen an die Besuche seiner Kindheit im Dorf seiner Eltern nahe Neapel beginnen und wechselt dann in die Gegenwart.

Wieder ist der namenlose Erzähler in Italien, vorgeblich zunächst, um sich dort einen Maßanzug bei einem der Schneider anfertigen zu lassen, für die die Großstadt am Golf von Neapel, über die, ebenfalls als Zitat der Geschichte vorangestellt, der Schriftsteller James Baldwin einst schrieb, dass er 'nichts von eurer Stadt verstanden' hätte, berühmt ist. Und je weiter ich mich mit der Lektüre vorantastete, umso klarer wurde mir, was der Amerikaner meinte! Sie ist nicht zu verstehen, diese 'erbärmlich pittoreske Stadt', erscheint wie ein schmutziger Moloch, in dem das Verbrechen fröhliche Urständ feiert – eine Seite, die von Touristen freilich geflissentlich übersehen wird, für die es bei 'pittoresk' ohne das dazugehörige Attribut bleibt. Das vielbeschworene Flair kann man wohl nur mit reichlich Limoncello abgefüllt fühlen, das Pittoreske nur durch die rosarote Brille sehen!

Der Erzähler lässt den Leser vorwiegend die dunkle, die verwahrloste Seite Neapels sehen – was Wunder, denn schließlich hat er sich vorgenommen, einen gewissen Antonio Esposito, alias O'Nirone aufzuspüren, seines Zeichens farbiger Spross des Camorra-Clan Esposito, von dem man bis zum Ende nicht erfährt, ob er – zwar fiktiv, aber realen Vorbildern nachempfunden - weiterhin sein Unwesen treibt und mit seinen Krakenarmen noch immer in allen nur denkbaren und gewinnbringenden verbrecherischen Geschäften steckt. Viel, aber wiederum über die gesamte Erzählung verstreut, lernt man über einzelne Vertreter der Familie, über ihre Machenschaften und die offensichtliche Unfähigkeit des Staates, sie zu unterbinden. Und immer wieder taucht O'Nirone auf, als Kind, als Heranwachsender, der, obwohl es dem Erzähler gefällt, ihn mit der Physiognomie des 'edlen Wilden' Freitag aus 'Robinson Crusoe' auszustatten, für mich ein Mensch ohne Gesicht und dazu noch mit einem verschwommenen Profil geblieben ist.

Der zunehmende Drang des Erzählers, den letzten Abkömmling der Espositos aufzuspüren, dessen Herkunft unklar bleibt, obschon es gewisse Hinweise darauf gibt, die aber unbestätigt bleiben, verwundert, findet aber keine Erklärung – es sei denn man stolpert bei genauem Lesen über einen Satz, den der Journalist Donato, einer unter mehreren, von denen der Erzähler Auskunft über die Espositos, vor allem natürlich über O'Nirone, erhofft, warnend an den rast- und ruhelosen Erzähler richtet, dass es 'kein harmloses Spiel' ist, 'seine Biographie in einem fremden Leben zu suchen'. Der Erzähler auf der Suche nach sich selbst? Auch darauf gibt es Hinweise, wenn er den Leser teilhaben lässt an seinen Erinnerungen an eine Zeit, als er mit allen – unfairen und egoistischen – Mitteln den Umzug der Familie aus der Schweiz, in der er aufgewachsen ist, in das in seinen Augen elende, erbärmliche und ihm fremde Heimatdorf der Eltern verhindern wollte, was ihm auch gelang! Ihm und einem folgenschweren Erdbeben, das das Haus, das sich die Arbeitsmigranteneltern  in der Heimat gebaut hatten, unbewohnbar machte... Zurück blieben – Schuldgefühle? Die die Identitätsfindung erschwerten oder gar unmöglich machten? Man weiß es nicht!

Und welche Parallelen der Erzähler ausgerechnet zu einem nicht auffindbaren Camorra-Spross sah, entzieht sich meinem Verstehen, allzumal letzterer selbst keine erkennbaren Identitätsprobleme hatte; er war nach den Regeln und Riten der Camorra erzogen worden, die er fraglos annahm. Und von denen er auch nie Ambitionen hatte, sich loszusagen. Meine Lesart ist, dass Antonio Esposito sich über seine Identität vollkommen im Klaren ist, egal, wo seine Wiege stand!

Auf den Punkt bringt meine ambivalenten Gefühle in Bezug auf diesen Roman ein oft zitierter Satz von Bertolt Brecht, den man auch gerne mit dem streitbaren und polemischen Kritikerpapst Marcel Reich-Ranicki in Verbindung bringt, beendete dieser doch jede Sendung seines 'Literarischen Quartetts' damit – und ich meine Ausführungen: 'Wir stehen selbst enttäuscht und sehen betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen'

Cover des Buches Spurlos in Neapel (ISBN: 9783858699589)
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Rezension zu "Spurlos in Neapel" von Franco Supino

Chain
Identitätssuche in Neapel

Der Autor, Franco Supino, rückt den Begriff „Heimat“ wieder in den Vordergrund. Was verbindet man mit Heimat - sind es Erinnerungen an die alte Zeit, Gerüche, Eindrücke. Im Roman „Spurlos in Neapel“ taucht man als Leser:in in die Welt Neapels ein und verspürt zugleich den Drang, nach Italien zu reisen. Der Protagonist reist nach Neapel, um seinen Familienstammbaum zu erforschen und ist auf der Suche nach seiner eigenen Identität.


Besonders gut gefällt mir die Zweisprachigkeit - der Switch zwischen der deutschen und italienischen Sprache - dies macht die Geschichte noch authentischer und näher. Eine spannende erste Reise in die Welt der süditalienischen Stadt Neapel. Jede Seite, und das gefällt mir sehr gut, ist sehr detailreich beschrieben. 


Schmökert man in den ersten Seiten - so taucht man in eine italienisch-mafiöse und zugleich sehnsüchtige Welt ein.


Rezension auf Amazon und Thalia.at

Gespräche aus der Community

Wer möchte mit auf eine aussergewöhnliche Reise nach Neapel? Franco Supino schaut in seinem Roman "Spurlos in Neapel" auf die ebenso schöne wie abschreckende Stadt. Sein Protagonist macht sich auf die Suche nach Antonio Esposito: Dieses gestohlene Migrantenkind aus Westafrika wurde in einen Camorra-Clan aufgenommen, machte eine kriminelle Karriere und verschwand dann spurlos.


118 BeiträgeVerlosung beendet
H
Letzter Beitrag von  HaLu

Danke!

In der kurzen Erzählung "Mehr.Mehr.Mehr" wird ein namenloses Ich vor ein Ultimatum gestellt. In Tagebuchform erfahren wir seine Geschichte, die es selber bisher nicht wahrhaben wollte, und seine tiefe Not: Radikal, schonungslos und schmerzhaft ehrlich.

Ein Buch für Jugendliche und Erwachsene über ein Thema, das wir alle kennen: Essen, und über einen Menschen, der unsichtbar bleiben will.

94 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  AnjaKoenig

Was gibt es Schöneres als Geschichten? Und was gibt es Besseres als Nonnas Gnocchi? In Franco Supinos Kinderroman geht es um die Beziehung von Grosseltern und Enkeln. Kann man sich über Generationen hinweg nahe sein, auch wenn man in  einer ganz anderen Zeit lebte? Kann man sich sogar, wie in diesem Buch, begegnen und nahe sein - über den Tod hinaus?

169 BeiträgeVerlosung beendet
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Letzter Beitrag von  SternchenBlau

So, hier kommt nun endlich auch unsere Rezi. Es hat bei mir etwas länger gedauert, aber ich musste das Buch erstmal etwas sacken lassen. Vermutlich fallen mir in ein, zwei, drei Tagen noch Tippfehler auf. Danach werde ich auf anderen Portalen einstellen:

https://www.lovelybooks.de/autor/Franco-Supino/Mino-und-die-Kinderräuber-2038062787-w/rezension/2328995054/

Danke, dass wir mitlesen durften. Es ist ein tolles Buch, dass uns viele Denkanstöße gegeben hat.

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