Francois-René Chateaubriand

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Kindheit in der Bretagne

Kindheit in der Bretagne

 (2)
Erschienen am 20.02.2018

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Rezension zu "Kindheit in der Bretagne" von Francois-René Chateaubriand

Tiefe Einblicke in Prägung und Werdegang
michael_lehmann-papevor 2 Monaten

Tiefe Einblicke in Prägung und Werdegang

Frei, überaus frei, wenn auch im klaren, familiären Rahmen und der damals ebenso klar geprägten Gesellschaft wuchs Chateaubriand in St. Malo und auf Schloss Combourg auf.

Eine Kindheit und Jugend, die Chateaubriand in seinen Erinnerungen minutiös aufzeichnet und dabei jene schriftstellerischen Stärken in Vollendung zeigt, die ihn zu Lebzeiten bereits bekannt und geachtet (wenn auch nicht immer politisch) gemacht hatten.

Intensive Beschreibungen von Landschaften, Atmosphären, Wind und Wetter, Meer und Menschen, dabei immer den Blick auf einzelne Ereignisse, die nicht allein für sich stehen, sondern anhand derer Chateaubriand „hochrechnet“ zur Welt, zur „Summe dessen, was da ist“, die sich eben in jenem Einzelnen widerspiegelt und ihren konkreten Ausdruck findet.

Das Elternhaus, die Geschwister, das Spielen auf den Mauern St. Malos, die Gefahren aufgrund der starken Wechsel von Ebbe und Flut in jener Gegend der Bretagne, all das in Relation zu seinem eigenen Erleben, das auch ja nur als ein Teil eines großen Ganzen von Chateaubriand begriffen wird.

Zur Marine oder Priester werden, das waren die Pläne der Mutter, dahingehend erfolgte die Erziehung des Jungen. Zweigeleisig somit und der Weg des Heranwachsenden führte in ein Kolleg zur Heranbildung jener Kenntnisse, die damals für einen möglichen Priester vorausgesetzt wurden.

„Man kam überein, dass ich das Kolleg in Dol besuchen sollte, weil dies auf der Strecke zwischen St.-Malo und Combourg lag“.

Und doch ist es nicht nur die schulische Ausbildung, nicht nur der Rahmen des Elternhauses, was Chateaubriand prägte, sondern ebenso die Landschaft, die Atmosphäre, der Stolz der Bretagne. Ein starker Halt, einerseits und eine Offenheit für Neues, für die Welt, die Ferne, die sich dort im Leben der Menschen verbinden.

„Ich habe die Meere der Alten und der Neuen Welt überquert und meinen Fuß auf alle vier Weltteile gesetzt……ich habe mich…zwischen zwei Welten wiedergefunden….und mich ungern vom alten Ufer, wo ich geboren bin, entfernt, bin jedoch voller Hoffnung zum unbekannten Ufer geschwommen, wo die neuen Generationen ihren Anker lichten“. Und dies ganz faktisch im Blick auf die vielen Reisen des Schriftstellers, aber auch im übertragenen Sinne im Blick auf die innere Offenheit, aber auch die „klare Kante“ des Denkers, Politikers Chateaubriand.

Alles Momente, die in den breiten und „leuchtenden“ Landschaftsschilderungen dieser Lebenserinnerungen ebenso mitklingen, wie die klare Haltung der Menschen seiner Heimat den Schriftsteller und Reisenden prägten.

Das sich „jeder echte Bretone“ vom Hof fernhielt, das hat Chateaubriand zwar nicht konsequent durchgehalten, kennzeichnet als eines seiner Zitate aber eben gut seine innere Haltung der persönlichen Freiheit.

Was eine ganz eigene Mischung aus „Romantik“ und „Nüchternheit“ mit sich bringt.
Einerseits der klare Blick auf die Umstände der Zeit, auf die Welt, auf den Gedanken des „Kennenlernens von allem und der Aufklärung über das Gesehen“, andererseits der Stil der Romantik, das breite Vertiefen in Landschaft und Natur, in Licht und Sturm, die Reflexion der eigenen Prägung eben auch durch Landschaft und Wetter.

Sprachlich bildreich und überbordend, inhaltlich konzentriert und genau auf den Punkt, es lohnt sich auch 250 Jahre nach Chateaubriands Geburt, sich in seine Betrachtung der Welt und jene Kräfte zu vertiefen, die nach Chateaubriands Verständnis letztlich jeden Menschen prägen.

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