Frank Arnold

 3,7 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von (Geo)der Weltensammler, Management und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Frank Arnold

Frank Arnold, Regisseur, Schauspieler und Dramaturg, arbeitete u.a. mit Luc Bondy, George Tabori und Peter Stein zusammen. Seine Stimme hat er bereits vielen erfolgreichen Hörbüchern geliehen. 2014 wurde er als »Bester Interpret« mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Höhenrausch: Das kurze Leben zwischen den Kriegen (ISBN: 9783839819579)

Höhenrausch: Das kurze Leben zwischen den Kriegen

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Neu erschienen am 28.09.2022 als bei Argon Verlag.
Cover des Buches Der Mensch und die Macht. Über Erbauer und Zerstörer Europas im 20. Jahrhundert (ISBN: 9783742425300)

Der Mensch und die Macht. Über Erbauer und Zerstörer Europas im 20. Jahrhundert

Erscheint am 19.10.2022 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.
Cover des Buches Der Traumpalast (ISBN: 9783732419395)

Der Traumpalast

Erscheint am 26.10.2022 als Hörbuch bei Argon Digital.
Cover des Buches Die neue Weltunordnung (ISBN: 9783732456864)

Die neue Weltunordnung

Neu erschienen am 13.09.2022 als Hörbuch bei Argon Digital.

Alle Bücher von Frank Arnold

Cover des Buches Management (ISBN: 9783868817294)

Management

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Erschienen am 10.09.2018
Cover des Buches Der beste Rat, den ich je bekam (ISBN: 9783446447257)

Der beste Rat, den ich je bekam

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Erschienen am 14.03.2016
Cover des Buches Der beste Rat, den ich je bekam (ISBN: 9783446254985)

Der beste Rat, den ich je bekam

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Erschienen am 13.03.2017
Cover des Buches Kleine Management-Schule (ISBN: 9783446424258)

Kleine Management-Schule

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Erschienen am 02.07.2010
Cover des Buches Management-Essentials (ISBN: 9783446430525)

Management-Essentials

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Erschienen am 27.02.2012
Cover des Buches Der beste Rat (ISBN: 9783038765288)

Der beste Rat

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Erschienen am 28.10.2019
Cover des Buches Management - Von den Besten lernen (ISBN: 9783446430518)

Management - Von den Besten lernen

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Erschienen am 27.02.2012

Neue Rezensionen zu Frank Arnold

Cover des Buches Höhenrausch: Das kurze Leben zwischen den Kriegen (ISBN: 9783839819579)ViktoriaScarletts avatar

Rezension zu "Höhenrausch: Das kurze Leben zwischen den Kriegen" von Harald Jähner

Informatives Sachbuch
ViktoriaScarlettvor 3 Tagen

Dieses Hörbuch zeigt mit schonungsloser Genauigkeit, wie hart, schrecklich, aber auch befreiend und herausfordernd die Zeit zwischen den Kriegen war. Ich werde dir im Text schildern, wie ich dieses Wissen aufgenommen habe. 

Meine Meinung zur Geschichte:
Die Menschheitsgeschichte ist etwas, das uns alle betrifft. Sie beeinflusst die Gegenwart und zeigt uns wie sich die Welt verändert hat oder was niemals wieder geschehen darf. Die derzeitige, politische Situation beweist mir, dass viel zu viele Menschen vergessen haben, was unsere Vorfahren durchgemacht haben. Ich denke da z.B. an die Hyperinflation, die rechtsextreme Wende, die Diskriminierung von homosexuellen Menschen, den Freiheitskampf der Menschen und vieles mehr. 

Wusstest du, dass in den 1920er Jahren der Kampf für homosexuelle Menschen bereits am Stand von heute war? Oder wie sich die Frauen das Recht für eine bezahlte Arbeit erkämpft haben? Weiterhin, wie sich Tanz, Musik und Freiheit etablierten? Und es alsbald verurteilt wurde? Genauso wie der Fortschritt der Technik alles veränderte? Wie die Frau zum bösen Übel degradiert wurde, dass die „Sittlichkeit“ bedrohte? Oder, dass es in diesen 15 Jahren tausende Tote gab? Es war ein harter Kampf zwischen Anhängern der Monarchie und Befürwortern der Demokratie. Dann der Machtschwenk zur Diktatur, den viele zu verhindern versuchten und kläglich daran scheiterten. Wusstest du von den Ränkeschmieden zwischen den Parteien? Oder wie die Hyperinflation den Menschen die Ersparnisse nahm und alles entwertete? Million Reichsmark für ein Brot? Traurige Wahrheit. All das und noch vieles Mehr ebnete den Nationalsozialisten den Weg an die Macht. 

Harald Jähner erklärte und erzählte in diesem Hörbuch sehr genau, was in der Zwischenkriegszeit, der Weimarer Republik passierte. Er tat dies auf der Ebene des Volkes, sowie der Politik. Die Machtkämpfe und die Etablierung der Demokratie werden genauso geschildert, wie das Aufkommen des Rechtsextremen und die Machtergreifung Hitlers. Dazwischen passierte allerdings genauso viel, das unbedingt Gehör verdiente. Denn der Autor berichtete uns auch wie sich die Menschen fühlten, wie sich das Leid nach dem Krieg mit den horrenden Reparationsforderungen entwickelte. Ein Land, dass trotz Schulden erblühen konnte und in dem die Menschen sich nach Freiheit sehnten. Und dann die Hyperinflation als Folge in Gang gesetzt wurde. Die Jahre des Charleston-Tanzes, finden genauso einen Platz wie die des Jazz‘ und »Shimmy shake«. 

Überrascht hat mich, wie sehr das Wohnen und die Möbel in dieser Zeit eine Wandlung durchmachten. Jetzt verstand ich auch, warum viel zerstört oder fortgeschafft worden war. Manche wollte weg vom Protz der Monarchie, einfach und schlicht sollte es sein. Doch das ist nicht alles, denn Herr Jähner behandelt auch die Abschnitte in der Reichspräsident Ebert um das Land kämpfe, stets als schlecht abgestempelt wurde und nach seinem Tod plötzlich als heimlicher Held betitelt wurde. Dann kam Hindenburg und weitere politische Machtränke der Parteien setzten sich fort. Frauenemanzipation ist genauso ein Teil der 1920er Jahre, wie der Geschlechterzweifel zwischen Mann und Frau. Ich wusste auch nicht, dass auch nach dem Krieg hunderte Menschen durch Willkür, Attentate und Milizen starben. Wie du merkst, gibt es da noch viel, dass ich in meine Rezension gar nicht mit hineinnehmen kann.

Ich muss zugeben, dass es eine beträchtliche Menge an Informationen sind, die wir hier bekommen. Die 15 Jahre sind zum Teil tödlich und gewalttätig. Es ist deshalb in Summe gut, wenn du dir die Kapitel mit etwas Zeitabstand anhörst, damit du dir viel merken und das Erfahrene verarbeiten kannst. Lernen wirst du einiges und auch das heutige Leben in einem anderen Licht sehen. Denn du wirst feststellen, dass es erschreckende Parallelen zu den Geschehnissen der letzten Jahre und der Gegenwart gibt. 

Meine Meinung zum Sprecher:
Frank Arnold las den Text einem Sachbuch entsprechend, ruhig und gleichmäßig. Deshalb gab es logischerweise wenig Emotionen in seiner Stimme. Dennoch hat sie einen angenehmen Klang, dem ich gerne zuhörte. Mal konnte er meine Aufmerksamkeit mehr, mal weniger auf das Gehörte fokussieren.

Mein Fazit:
Harald Jähners Hörbuch über die Zwischenkriegszeit der beiden Weltkriege ist äußerst umfangreich. Er vermittelte uns zu vielen Ereignissen, Tatsachen, Entwicklungen und Wendepunkten der Geschichte viel Wissen. Der Autor schrieb über die düsteren und grausamen Seiten, aber auch über das Schöne und Positive. Mit dem breit gefächerten Themenkomplex gab er uns die Möglichkeit einen echten Einblick in diese turbulente Zeit zu nehmen und machte uns klar, wie es zu der Machtübernahme der Nationalsozialisten kommen konnte. Zeitgleich ging es um viel mehr, als man ahnen würde. Du wirst dein Wissen über die deutsche Geschichte und einer sehr prägenden Zeit mit diesem Hörbuch stark erweitern. Erschreckenderweise sind die Parallelen zur Gegenwart viel zu ähnlich. Ich hoffe sehr, dass sich die Geschichte nicht zu wiederholen beginnt.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen!

Das Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

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Cover des Buches Das München-Komplott (ISBN: 9783732458233)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Das München-Komplott" von Wolfgang Schorlau

Politkrimi der Extraklasse!
Gwhynwhyfarvor 10 Tagen

«Er war angekommen. Halbkreisförmig umschrieb eine riesige Cortenstahlplatte den Platz, an dem die graue Stele mit der Inschrift stand: ‹Zum Gedenken an die Opfer des Bombenanschlags vom 26.9.1980›. Rundherum – im Boden und in der Stahlplatte – waren splitterförmige Eisenteile eingelassen. Dengler wurde kalt bei dem Gedanken, dass sie von dem Anschlag selbst stammen könnten. Tödliche Waffen einer schrecklichen Explosion. Hätten nicht ein paar Blumen am Rand gelegen, das Mahnmal hätte einen tristen Eindruck auf ihn gemacht.»


Georg Dengler, ehemals Zielfahnder, arbeitet heute als Privatermittler. Das Bundeskriminalamt bittet ihn um Mithilfe: Er soll die Akten der damaligen Sonderkommission Theresienwiese über den Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 prüfen, schauen, ob etwas übersehen wurde, mit seinem Blick von heute, mit anderer Herangehensweise in dem Fall neue Ansatzpunkte finden. Dengler denkt, es sei ein leichter Auftrag, doch schon bald entdeckt er die ersten Widersprüche. Warum wurde in dem Abschlussbericht der Sonderkommission behauptet, es handele sich bei dem Attentäter um einen Einzelgänger, während mehrere Zeugen eine weitere Person gesehen haben? Dengler ermittelt und steht plötzlich selbst im Fadenkreuz mächtiger Interessen. Er wühlt im Dreck, wirbelt Staub auf, und plötzlich haben es mächtige Institutionen auf ihn abgesehen ...


«Wir brauchen Ihre Hilfe. Wir möchten mit Ihnen zusammenarbeiten. Wir möchten, dass Sie noch einmal den Fall des Attentats auf das Münchner Oktoberfest untersuchen.»


Gleichzeitig fühlt sich die parlamentarische Staatssekretärin Charlotte von Schmolke unter Druck. Die Wahlen stehen vor der Tür. Sie will ein eigenes Profil erstellen, um einen Ministerposten zu erlangen: Die NPD verbieten. Das war bereits in die Hose gegangen, da die halbe Partei von dem Verfassungsschutz besetzt war. Sie will wissen, inwieweit der Staat immer noch in die Partei involviert ist, ihn herausziehen, um endlich die rechte Partei verbieten zu können. Denglers Recherchen kommen ihr da zur Hilfe und es tun sich unvorstellbare Konstellationen auf; auch sie gerät unter Beschuss. 


Das Bombenattentat auf dem Münchener Oktoberfest im Jahre 1980, das schwerste Attentat der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte. Eine Tat, die damals einem Einzeltäter aus dem rechtsradikalen Milieu der Wehrsportgruppe Hoffmann zugeschrieben wurde, was bereits in jenen Tagen erheblich in Frage gestellt wurde. Wolfgang Schorlau hat akribisch die Akten studiert und ein fiktives Szenario dazu entworfen, in dem Geheimdienste verstrickt sind. So könnte es gewesen sein. Eine Verknüpfung von NPD und Verfassungsschutz, die über das hinausgeht, was vorstellbar sein sollte. Möglich; wahrscheinlich. Der Autor schafft es wie immer, ein historisches Ereignis, das nie völlig geklärt wurde, in dem der Verfassungsschutz mit hoher Wahrscheinlichkeit verwickelt war, so darzustellen, dass man sich vorstellen kann, dass es genau so gelaufen ist. Fiktion, die glaubhaft an der Wahrheit angelegt ist. Konkurrenzgezerre zwischen Verfassungsschutz und Innenministerium, ebenso zwischen BKA und Verfassungsschutz werden hier authentisch dargestellt. In diesem Fall können Akten der Birthler-Behörde, die die Stasi-Akten verwaltet, Licht in den Fall bringen. Denn hier lagern die Akten des DDR- Geheimdienstes, die manches Wissen offenbaren, das im Westen verschleiert wurde oder streng geheim in den tiefsten Kellern gelandet ist. 


«Wo Terror ist, sind die Geheimdienste nicht weit!»


Eine Mordserie an ehemaligen NATO-Generälen spielt hierin diesem Politkrimi eine Rolle. Männer, die zu viel wissen ... Hintergrund ist das sogenannte «Field Manual 30-31», welches Taktiken zur Aufstandsbekämpfung beschreibt, das die US-Regierung allerdings als Fälschung bezeichnet. Das Dokument erschien erstmals in den 1970-er Jahren in der Türkei, bevor es in anderen Ländern verbreitet wurde. Es wurde angeblich Ende der 1970-er Jahre verwendet, um die CIA in die Entführung und Ermordung des ehemaligen italienischen Premierministers Aldo Moro durch die Roten Brigaden zu verwickeln. Zuzutrauen ist es den Regierungen auf jeden Fall, ein solches Manual erstellt zu haben, es benutzt zu haben, dass es eben keine Fälschung ist. Es geht darum, durch Geheimdienste Terroranschläge auszuüben, die hinterher linken Gruppen angelastet werden sollten. Wenn man bedenkt, dass die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg ehemaligen Nazigrößen halfen, über die organisierten «Rattenwege» ins Ausland zu fliehen, teilweise von diesen militärisch beraten wurde, dann ist alles möglich. Als Feind sah man damals nicht die NSDAP, sondern jede Art von Kommunisten und Sozialisten; die Angst vor den Bolschewiken, die man auch im eigenen Land gern beseitigte, siehe z. B. Sacco und Vanzetti. Der Kalte Krieg, die ewige Angst vor den Kommunisten. Die Geheimdienste der USA haben auch genügend sozialistische Regierungen destabilisiert, Juntas unterstützt, so dass die Echtheit des «Field Manual 30-31» glaubhaft ist. Im Buch ist das Dokument am Ende in Fotokopie abgedruckt mit einer Erklärung seitens Wolfgang Schorlaus über seine historischen Belege. Ebenso bringt er die Frustration zum Ausdruck, die ihm beim Recherchieren am Ende zurücklässt.


Das Bombenattentat auf dem Münchener Oktoberfest im Jahre 1980, das nie glaubwürdig aufgeklärt wurde – wer steckt dahinter? Staatsorgane, die selbst in kriminellen Machenschaften verwickelt sind – die sie möglicherweise selbst angezettelt haben ... gut möglich, aber in diesem Fall nicht irgendeine Geschichte. Wolfgang Schorlau hat sich mal wieder ein historisches Ereignis vorgenommen, dem ein Geschmäckle anhängt. Akribische Recherche, Akteneinsicht – daraus resultierend eine fiktive Betrachtung – ein Roman, der so verdammt überzeugend herüberkommt, eine politische Parallelwelt, die wir uns nicht vorstellen wollen, die aber vorstellbar ist. Das alles als Spannungsliteratur verpackt, ein hochbrisanter Politthriller, der für Gänsehaut sorgt. Ein spannender Thriller, ein Politkrimi der Extraklasse! 



Wolfgang Schorlau lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. Neben den zehn Dengler-Krimis «Die blaue Liste», «Das dunkle Schweigen», «Fremde Wasser», «Brennende Kälte», «Das München-Komplott», «Die letzte Flucht», «Am zwölften Tag», «Die schützende Hand», «Der grosse Plan» und «Kreuzberg Blues» hat er die Romane «Sommer am Bosporus» und «Rebellen» veröffentlicht – und zusammen mit Claudio Caiolo die Venedig-Krimis um Commissario Morello. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis, 2012 und 2014 mit dem Stuttgarter Krimipreis sowie 2019 mit dem Stuttgarter Ebner-Stolz-Wirtschaftskrimipreis ausgezeichnet. 

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Cover des Buches Internat (ISBN: 9783987590191)esmerabelles avatar

Rezension zu "Internat" von Serhij Zhadan

Serhij Zhadan - Internat
esmerabellevor 3 Monaten

Pascha will seinen Neffen aus dessen Internat nach Hause holen. Zu unsicher ist die Situation geworden, der Junge soll Zuhause bei seiner Familie sein. Weit hat Pascha es nicht, das Internat liegt in der nächsten größeren Stadt, unweit seines Dorfes. Aber als er losfährt, merkt er schnell, dass sich das Kampfgeschehen verlagert hat, die Situation viel brenzliger ist, als er ahnte. Mitten durch die Front geht seine Reise und der Rückweg mit dem Jungen wird zu einer Odyssee, die mehrere Tage dauern und beide in Gefahr bringen wird.

Bevor ich mir „Internat“ angehört habe, war mir der Name Serhij Zhadan unbekannt. Dabei sind schon mehrere seiner Romane, von denen einige mit diversen Preisen ausgezeichnet wurden, ins Deutsche übersetzt worden. Aber er ist nicht nur als Autor bekannt, sondern auch für seinen politischen und humanitären Einsatz in der und für die Ukraine. Wohl in Verbindung dieser beiden Tatsachen erhielt er erst vor wenigen Tagen den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.

Zhadan, der selbst in Starobilk in Luhansk geboren und in Charkiw aufgewachsen ist, geht auffallend sparsam mit der Nennung von Orten, Namen und Nationalitäten um. So ist fast immer nur die Rede von „unsere“ und „die anderen“, wobei vage bleibt, wer jetzt wer ist und wer zu wem gehört. Oder auch nicht. Dadurch entsteht eine Unklarheit, die mich auf der einen Seite verwirrt hat und etwas verloren zurückließ, auf der anderen Seite wurde es aber gerade dadurch möglich, besser zu begreifen, welchem Chaos die Zivilisten in einem Krieg ausgeliefert sind. Wie nicht nur die ganze eigene Welt aus den Fugen gerät, sondern man nicht mal mehr weiß, mit wem man über was sprechen darf, was offenbaren, wem vertrauen. Sprache wird zu einer Methode der Verschleierung, zu einer potenziellen Gefahrenquelle, zum Ausdruck eines Abstandes. So antwortet auch Pascha auf die Frage, was er als Lehrer unterrichten würde, immer nur mit „die Sprache“. Obwohl allen klar ist, welche Sprache damit gemeint ist, wird sie nicht genannt.

Auf der Gefühlsebene hat mich der Roman ein wenig an einen düsteren Roadmovie erinnert. Für mich haben sich die verschiedenen Orte, an denen Pascha und sein Neffe stranden, irgendwann angefangen zu überlagern. Wenn ich jetzt zurückdenke, habe ich eher ein großes Durcheinander und nur wenige individuelle Szenen vor Augen. Vielleicht ist genau das etwas, was dieses Buch ausmacht, die Wirren des Krieges nicht nur zu erzählen, sondern spürbar zu machen, aber mich hat es ein wenig unbefriedigt zurückgelassen.

Viel zu selten erwähnt, aber in diesem Fall unumgänglich sind die beiden Übersetzer Juri Durkot und Sabine Stöhr, die gemeinsam das Romanwerk von Zhadan übersetzt haben und für ihre Leistungen gleich mehrere Preise erhielten, unter anderem für die Übertragung von „Internat“ ins Deutsche den Preis der Leipziger Buchmesse.

Die Hörbuchversion wird gelesen von Frank Arnold. Er hat mich mit seiner angenehmen Stimme und passenden Modulation auch durch die Passagen getragen, die für mich zu unüberschaubar und damit weniger interessant wurden.

Alles in allem fällt es mir schwer, eine Rezension zu verfassen, die meinen Gefühlen für dieses Hörbuch gerecht werden. Etwas Konkretes, greifbares hat sich bei mir nicht rauskristallisiert. „Internat“ ist für mich ein weiteres neues Puzzleteil des Rätsels „Ukraine“. Eins, von dem ich noch nicht weiß, wo es hingehört, aber immerhin ein neues.

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