„Von der Lust und Last des selbstbestimmten Lebens“ handelt dieses außergewöhnliche Buch des Medienwissenschaftler und Risikoanalysten Frank Böcklemann.
Der moderne Mensch ist heute täglich vor eine Unzahl von folgenschweren Entscheidungen gestellt, die ihn oft überfordern. Viele suchen ihr Heil in der Lektüre der immer mehr um sich greifenden Ratgeber, was aber die Verwirrung nur noch steigert, denn zu jeder Alltagsfrage und -entscheidung gibt es mindestens immer zwei und dann auch noch gegensätzliche Meinungen.
Die zu treffenden Entscheidungen übersteigen in der Regel den Horizont eines einzelnen Menschen. War es etwa früher ganz klar und gesellschaftlicher Konsens, dass man heiratet und Kinder bekommt, ist dies heute eine folgenreiche Entscheidung, die jeder einzelne zu treffen hat. Auch in den meisten anderen Alltagssituation ist man gezwungen, sich bei mangelndem Kenntnisstand über die Risiken und die Nebenwirklungen zu entscheiden. Die Verantwortung für das eigene Leben ist zu einer großen Last für den einzelnen geworden.
Entsprechend hat sich ein Heer von Beratern etabliert, die denjenigen, der Rat sucht, letztlich aber doch wieder allein stehen lassen. Denn sie liefern nicht den Überblick, ja, im Gegenteil, sie schaffen sich ihre Kundschaft selbst, indem sie Fragen und Probleme generieren, die der einzelnen bislang sich gar nicht gestellt bzw. die er selbst gelöst hatte. Vor lauter Bemühen, das richtige Leben zu führen, kommen die meisten gar nicht zum Leben.
In 120 alphabetisch geordneten Stichwörtern geht Frank Böckelmann auf die wichtigsten Risiken des Alltags ein. Dabei geht es ihm nicht um die Frage, welche optimale Entscheidung ich für ein Spezialproblem treffe, sondern es geht immer und allein darum: was ist die optimale Entscheidung für m e i n L e b e n. Das kann durchaus auch einmal bedeuten, keine Entscheidung zu treffen oder einfach seinem Gefühl nachzugeben und auf es zu hören.
Ein großes Plädoyer für ein Leben mit lustbetontem Risiko. Denn nur, wer auch das Unvorhersehbare erwartet, wird von ihm nicht überrollt.









