Philipp Otto Runge wurde nur 33 Jahre alt. Dementsprechend ist sein Werk nicht sonderlich umfangreich. Darüber hinaus wurde ein Teil seines Lebenswerkes 1931 beim Großbrand des Münchner Glaspalastes zerstört. Doch nach einer Phase, in dem er fast gänzlich vergessen war, gilt er heute als bedeutender Vertreter der norddeutschen Romantik.
Ca. ein Drittel des Buches widmet sich seinen biografischen Stationen und damit einhergehend künstlerischen Werdegang. Der größere Teil geht eingehender auf sein Werk und dessen Interpretation ein. Näher Betrachtung finden seine Gemälde, und hier v.a. die Portrait- und Kinderdarstellungen sowie die Umsetzung von religiösen Themen; seine Arabesken (Der Kosmos der Zeit); seine Farbenlehre (Die Farbenkugel – das erste dreidimensionale Farbsystem) und seine Zeichnungen heidnischer Sagen und christlicher Legenden.
Goethe, ein Zeitgenossen, war ein Bewunderer der Kunst Runges. Sie haben sich auch persönlich kennen gelernt und waren durch einen regen Briefwechsel verbunden. Doch zu seiner Zeit stieß Runge durchaus auch auf Unverständnis und Ablehnung.
Für mich interessant war die Blumensymbolik in Runges Gemälden und Zeichnungen. Seine Bilder sind insgesamt als detailverliebt zu bezeichnen. Je länger man schaut, je mehr Einzelheiten fallen einem auf. Spannend für mich auch, wie sehr mich vor allem auch die Zeichnungen an Elemente des Jugendstils erinnert haben, der doch fast ein ganzes Jahrhundert später erst zur Blüte kam.
2010 jährte sich Runges Todestag zum 200. mal. Mich hat das Büchlein angeregt, mich nochmals eingehender mit dem Werk Runges zu beschäftigen und im Internet zu recherchieren.




