Frank Baer Die Magermilchbande

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Inhaltsangabe zu „Die Magermilchbande“ von Frank Baer

April 1945: Angeführt von Maxe Milch, Spitzname »Magermilch«, irren nach Pilsen verschickte Berliner Schüler in den Wirren des Krieges heimwärts – zwischen geschlagenen Soldaten, Gefangenenkolonnen und Flüchtlingstrecks, querfeldein, durch Wälder und Felder, zu Fuß, in Güterwaggons, auf Lastern, mit Pferdefuhrwerken. Sie sehen die Toten am Wegesrand, begegnen amerikanischen Soldaten und Menschen, die sich in ihren Häusern und Höfen verschanzt haben. Als sie endlich zu Hause sind im zerstörten Berlin, findet dort keiner, was er sich während des langen Weges erträumt hat.

Spannend, dramatisch, bewegend. Richtig Gut!

— SophieNdm

Ein ergreifender Roman mit viel Tiefgang!

— Nepomurks

Absolut lesenswert ist Frank Baers 1979 erstveröffentlichte und 2017 neu erschienene Romandokumentation aus dem Nachkriegsdeutschland.

— Sigismund

Faszinierend von Anfang bis Ende, richtig toll geschrieben!

— Buchperlenblog

Ein Buch der Zeitgeschichte, das zum Nachdenken über Krieg und Frieden anregt und das man gelesen haben sollte.

— friederickesblog

Das Buch wird nicht der gesamten Zielgruppe gefallen, jedoch wird der geduldige Leser mit Einsicht belohnt!

— Baneful

Eine packende Erzählung einer kleinen Gruppe von Kindern, die sich durch die Wirren des Krieges auf eine gefährliche Heimreise begeben.

— 101844

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    Die Magermilchbande

    SophieNdm

    25. December 2017 um 21:13

    Inhalt:April 1945: Angeführt von Maxe Milch, Spitzname »Magermilch«, irren nach Pilsen verschickte Berliner Schüler in den Wirren des Krieges heimwärts – zwischen geschlagenen Soldaten, Gefangenenkolonnen und Flüchtlingstrecks, querfeldein, durch Wälder und Felder, zu Fuß, in Güterwaggons, auf Lastern, mit Pferdefuhrwerken. Sie sehen die Toten am Wegesrand, begegnen amerikanischen Soldaten und Menschen, die sich in ihren Häusern und Höfen verschanzt haben. Als sie endlich zu Hause sind im zerstörten Berlin, findet dort keiner, was er sich während des langen Weges erträumt hat.Meine Meinung:Der Einstieg in die Geschichte beginnt etwas apprupt. Man bekommt keine Einführung wer der Erzähler ist und in welcher Situation er sich befindet merkt man auch erst später.Die Tagebucheinträge aus Billies Sicht fand ich lustig aber anfangs auch etwas zusammenhangslos. Später klärt sich ihre Beziehung zu Maxe auf und die Einträge wechseln sich mit Maxes Erlebnissen ab.Als nächstes lernt man nun endlich besagten "Maxe Milch" kennen, von dem im Klappentext die Rede ist.Er war mir von Anfang an sympathisch, ein mutiger und loyaler und ehrlicher Junge, der sich nicht so leicht unterkriegen lässt.Der Schreibstil bzw. der Ausdruck der Tagebucheinträge hat gut zur Geschichte gepasst, war für mich aber anstrengend zu lesen.Ich musste mich sehr auf den Text konzentrieren und bin auch nicht so schnell voran gekommen.Hingegen der Teil, der von Maxe und seinen Freunden erzählt war wieder leicht zu lesen und gut verständlich.Die Story ist sehr spannend, ohne übertrieben oder gekünstelt zu wirken, man fiebert total mit Maxe und seinen Freunden mit.Ich fand die Geschichte sehr berührend und auch schockierend, da sie ja zum Teil auf wahren Begebenheiten beruht.Für mich kaum vorzustellen, was die Bevölkerung und vor allem die Kinder während und nach des zweiten Weltkrieges alles erleben mussten.Fazit:Ein spannender, emotionaler und schockierender Roman über das Ende des zweiten Weltkriegs und dessen Folgen für die Zivilisten.Absolute Empfelung, eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe!

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  • Eine ergreifende und spannende Reise, auf die man sich mit der "Magermilchbande" begibt..

    Die Magermilchbande

    Nepomurks

    31. July 2017 um 14:17

    Bereits 1979 erschien die erste Auflage des Romans „Die Magermilchbande“ von Frank Baer. Das Buch wurde nun im Penguin Verlag in korrigierter Fassung neu verlegt. Ein Roman über Krieg, Angst und Flucht. Aber auch über Freundschaft, Vertrauen und Sehnsucht.Man befindet sich zeitlich in den letzten Tagen des 2. Welt-Krieges. Nazi-Deutschland hat verloren – im Westen marschieren die Alliierten vor, im Osten die Russen. Auf der Flucht, oder vielmehr auf dem Weg „nach Hause“ befinden sich einige Kinder aus der Kinder-Landverschickung aus Pilsen, die allesamt zu ihren Familien im Deutschen Reich zurückkehren wollen. Kilometer um Kilometer begleitet man die Protagonisten dieses Romans auf ihrer Reise. Die abgeklärte und doch teils kindliche Sichtweise auf die Wirren des Kriegsendes, die Toten am Wegesrand oder die neuen Gefahren durch die Besatzung der Alliierten ist dabei unglaublich fesselnd und ergreifend. Mit ungeschönt direktem Blick und einem feinen Gespür für die zwischenmenschlichen und nachkriegsprägenden Zustände führt Baer durch den Roman und schafft eine ganz eigene, dichte Atmosphäre. Die Figuren rund um den Hauptprotagonisten und „Banden-Führer“ Maxe Milch wirken dabei durchweg authentisch und packend. Es entstehen beim Lesen immerzu Bilder und Landschaften vor dem inneren Auge und so wird man schnell Teil der Gruppe. Die Schilderungen, ob nun als kurze Tagebuch-Fragmente oder Fließtext waren für mich durchgängig flüssig lesbar und setzen die vergangenen Zeiten lebendig in Szene. Mich hat der Roman absolut gefesselt und ich war fasziniert von den Eindrücken, die Frank Baer hier aufleben lässt. Von einem subtilen Humor über unglaublich schockierende und tragische Verläufe oder Bilder - das Buch bietet eine große Bandbreite, immer vor dem Hintergrund der Flucht und Heimkehr der Kinder und den Trümmern des besiegten Nazi-Deutschland. Ich fand den Roman großartig und sehr eindrücklich. Man sollte sich definitiv mit „Magermilch“ und seinen „Komplizen“ auf die Reise begeben. Eine ganz klare Leseempfehlung, 5 Sterne.

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    • 6
  • Kinder allein im Nachkriegsdeutschland

    Die Magermilchbande

    Sigismund

    09. July 2017 um 14:58

    Auch heute noch LESENSWERT ist der 1979 erstmals veröffentlichte Roman "Die Magermilchbande" des heute 79-jährigen Autors und Journalisten Frank Baer. Das Buch ist gerade wieder im März 2017 neu im Penguin-Verlag als Taschenbuch erschien. Baer schildert anhand einer Vielzahl eigener Interviews mit Zeitzeugen das Schicksal einer Gruppe 14/15-jähriger Berliner Kindern, die von April bis Oktober 1945 - ohne jede Hilfe auf sich allein gestellt - den weiten Marsch aus Pilsen (Tschechei) über Bayern (amerikanische Besatzungszone) zurück nach Berlin (sowjetische Besatzungszone) wagen. Dem Autor gelingt es, die damalige Situation in Deutschland aus Sicht dieser Kinder, die ihr halbes Leben erst im Krieg verlebt haben und dann vom plötzlichen "Friedensausbruch" überrascht wurden, sachlich-nüchtern zu erzählen und wie selbstverständlich erscheinen zu lassen. Innerhalb weniger Monate werden diese Jugendlichen auf ihrem Marsch vom Kind zum Erwachsenen. Baer setzt in seinem Buch äußerst gekonnt einzelne Situationsbilder (individuelle Erlebnisse der befragten Zeitzeugen) als Splitter eines Mosaiks zu einem stimmigen Gesamtbild des Jahres 1945 in Deutschland zusammen. Dabei zeigt er keinen moralisierenden Zeigefinger, fordert kein Mitleid für diese Kriegsgeneration ein, sondern schildert alles mit einer naiven Selbstverständlichkeit, wie auch die Kinder diese Situation aufgenommen haben mögen: Es ist so, wie es ist! Das Buch, das noch im Jahr seiner Erstveröffentlichung (19799 als TV-Mehrteiler gezeigt wurde, ist auch heute noch unbedingt EMPFEHLENSWERT und lesenswert, um die damalige Lebensituation der (Ur)Großeltern besser verstehen zu können.

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  • Der weite Weg nach Hause im Sommer 1945

    Die Magermilchbande

    dermoerderistimmerdergaertner

    19. June 2017 um 14:50

    Eine große Gruppe Kinder, die zur Kinderlandverschickung in Pilsen in Tschechien sind, machen sich zusammen mit ihren Lehrern gegen Ende des zweiten Weltkriegs auf den langen Weg nach Berlin. Doch nach einiger Zeit bleiben drei Jungen zurück und verlieren den Anschluss an die Gruppe. Auf ihrem weiteren Weg treffen sie zwei Mädchen, die sich ihnen anschließen. Unterwegs begegnen sie Plünderern, Flüchtlingstrecks, Deserteuren, guten und schlechten Menschen. Sie sehen Tote am Wegrand, geraten in Minenfelder, verlieren Gepäck, sind oft dem Hungertod nahe, springen auf fahrende Züge und begehen vor Verzweiflung Diebstähle. Dadurch festigt sich aber auch der Zusammenhalt der kleinen Gruppe. Doch bis auf Tilli, die Jüngste, werden die Kinder durch die dramatischen Erlebnisse viel zu schnell erwachsen. „Die Magermilchbande“ ist bereits 1979 zum ersten Mal erschienen und wurde bereits verfilmt. Seit 2017 gibt es nun diese Ausgabe. Diese fünf Kinder sind rein fiktiv, aber ihre Erlebnisse beruhen auf Tatsachen. Der Autor Frank Baer hat mehrere hundert Interviews mit Schülerinnen und Schülern ausgewertet, die Ähnliches erlebt hatten. Der Roman beschränkt sich auf das Wesentliche, ohne große Ausschmückungen und ist sehr interessant und mitreißend zu lesen. Wieder einmal bin ich froh, diese schreckliche Zeit nicht miterlebt zu haben.Leider sind mir die Charaktere immer etwas fremd geblieben, obwohl ich mit ihnen mitgelitten habe.Fazit: Schon wegen seines Themas ein lesenswertes Buch. Ein Buch über die Schrecken des Krieges, aber auch über Zusammenhalt und Freundschaft, über Menschlichkeit und Hoffnung. Leider manchmal auch über enttäuschte Hoffnung.Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt.

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  • Eine lange Reise beginnt

    Die Magermilchbande

    Buchperlenblog

    "Er drehte Adolf auf den Bauch und setzte sich so, dass er seine Füße im Schoß hatte. Die Fersen waren offen. Das waren keine Blasen mehr, auch keine abgelaufenen Blasen, da war schon die Haut unter den Blasen weggescheuert bis aufs Fleisch. Da schaute das rohe Fleisch heraus." (S.97)InhaltWir begleiten eine Gruppe Kinder aus der KLV, der Kinderlandverschickung, gegen Ende des zweiten Weltkrieges. Eines Tages müssen sie aus ihrer Unterbringung in Tschechien fliehen, die Kriegsfront ist nah. Anfangs geht auch alles gut. Doch Adolfs Füße machen nicht lange mit, die Schuhe sind zu eng und reiben, kaum geeignet für einen kilometerweiten Marsch. Maxe und Peter bleiben bei ihm, wollen mit den Nachzüglern ihrer Schule wieder aufschließen. Doch die Nachzügler kommen nicht und so müssen sich die drei allein nach Deutschland, in ihre Heimat Berlin, durchschlagen. Unterwegs lesen sie außerdem noch Tillie und Bille auf. Zu fünft begeben sich die Kinder auf einen langen Weg, immer entlang am Rande des Hungertodes und des Wahnsinn des Krieges. RezensionDer Einstieg in das Buch fällt leicht, wir dürfen einige Aufzeichnungen aus Billes Tagesbuch lesen. Herzerfrischend geschrieben, die Schrecken des Krieges kindgleich wegwinkend, authentisch. Ich gebe zu, ich hatte anfangs ein wenig Ferienheimstimmung im Herzen, bin gedanklich immer wieder in ein Deja Vue des Doppelten Lottchens abgedriftet (des alten Filmes, keiner dieser Neumodischen). Doch das ändert sich schnell, denn die Lage spitzt sich zu. Die Kinder müssen weg, raus aus ihrem sicheren Lager, müssen zurück nach Deutschland gebracht werden und dabei fährt doch fast kein Zug mehr! Als sie sich Stück für Stück von ihren Habseligkeiten trennen müssen, wurde mir selbst ganz schwer ums Herz. Als Adolfs Füße nicht mehr weitergehen können und er zurückbleiben muss, litt ich mit ihm mit. Maxe und Peter bleiben bei ihm, wollen später den anderen hinterher, was sich als aussichtslos erweist. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie es in einer Zeit sein muss, in der man abgeschnitten von der Welt und mutterseelenallein unterwegs ist. Keine Post, kein Telefon, nichts, was dich mit deinen Liebsten daheim in Verbindung bringen kann. Niemand weiß, wo du dich befindest. Diese Unsicherheit, nicht zu wissen, wo die anderen sind, ob es ihnen gut geht, ob sie überhaupt noch leben. Mit Tillie und später auch Bille, deren Tagebuch wir in Abständen weiter verfolgen, kommt neues Leben in die Jungenbande. Doch egal, wo sie hinkommen, überall müssen sie sich durchschlagen, sind am Ende ihrer Kräfte, immer hungrig, nie Zuhause. Das Ende des Buches hat mich sehr traurig gestimmt. Mit der Zeit ist die Gruppe zerrissen, einige bleiben zurück, einer läuft weg. Das Schicksal von Maxe erfährt man nur noch aus einem letzten Absatz in Billes Tagebuch. Die Protagonisten sind bunt gemischt, alle haben sie Eigenschaften, die man lieben kann, alle sind menschlich, niemand ist das Vorzeigeobjekt, das Kind ohne Fehl und Tadel. Das machte sie mir auf unterschiedliche Art und Weise sehr sympathisch. Der Schreibstil ist wundervoll. Weder blumig noch bedeutungsschwanger oder mit erhobenem Finger werden die Schrecken der letzten Kriegstage erzählt. Die Tagebucheinschübe lockern das ganze zusätzlich auf und bringen eine sehr persönliche Note in die Geschichte.FazitEin großartiges Buch über eine lange Reise, von Freundschaft und Zusammenhalt, vom Erwachsenwerden müssen, von Schrecken und Gefahren der Kriegszeit und den immer begleitenden Gedanken an Zuhause. Jetzt schon ein Jahreshighlight bei mir!"Wenn sie einmal nicht geht, geht sie nie mehr. Die ist hin. Völlig ungefährlich." Er warf sie in die Höhe, fing sie wieder auf. Dann holte er weit aus und warf sie in hohem Bogen flußabwärts, dass sie fast bis zum Waldrand flog. Sie sahen, wie sie zwischen den Uferbüschen aufschlug, sahen, wie etwas durch die Zweige fetzte, sahen die Explosion, noch bevor sie den Knall hörten, und das jaulende Surren der Splitter." (S.267)

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    • 7

    Buchperlenblog

    23. May 2017 um 08:07
  • Lebendiger Geschichtsunterricht

    Die Magermilchbande

    friederickesblog

    10. May 2017 um 09:47

    Klappentext:   April 1945: Angeführt von Maxe Milch, Spitzname „Magermilch“, irren nach Pilsen verschickte Berliner Schüler in den Wirren des Krieges heimwärts – zwischen geschlagenen Soldaten, Gefangenenkolonnen und Flüchtlingstrecks, querfeldein, durch Wälder und Felder, zu Fuß, in Güterwaggons, auf Lastern, mit Pferdefuhrwerken. Sie sehen die Toten am Wegesrand, begegnen amerikanischen Soldaten und Menschen, die sich in ihren Häusern und Höfen verschanzt haben. Als sie endlich zu Hause sind im zerstörten Berlin, findet dort keiner, was er sich während des langen Weges erträumt hat.     Der Autor:   Frank Baer, Jahrgang 1938, wuchs in Würzburg auf, studierte in München Geschichte und Philosophie und arbeitete danach als fester freier Mitarbeiter für verschiedene Redaktionen des Bayrischen Fernsehens. "Die Magermilchbande" war sein erster Roman und wurde im Auftrag des Bayerischen Fernsehens verfilmt. Der Autor lebt mit seiner Familie in München.     Das Cover:   Das Cover zeigt ein Kind der Vierzigerjahre mit einer Zigarette im Mund, was zusammen mit dem Gesichtsausdruck des Jungen sehr schön das erzwungene Erwachsensein aufgrund der Geschehnisse des Krieges symbolisiert.     Die Geschichte:   Über die Kinderlandverschickung wurden während des Krieges ganze Schulklassen aufs Land verschickt, um sie vor den Bombardierungen der Großstadt in Sicherheit zu bringen. Diese Geschichte ist die von Max Milch, der von seinen Schulkameraden nur „Magermilch“ genannt wird. Er ist gerade mit seiner Klasse in der Nähe von Pilsen, als die feindlichen Truppen näher rücken und sie fliehen müssen. Der Zug, in dem sie sitzen, bleibt mit einem Schaden stehen, und so wird die Klasse getrennt. Max macht sich daraufhin mit vier Freunden auf den abenteuerlichen und sehr gefährlichen Weg zurück nach Berlin.     Meine Meinung:   Von der ersten Zeile an konnte ich spüren, dass der Autor das Buch sehr gut recherchiert hat. Dazu hatte er sich mit vielen Zeitzeugen unterhalten und konnte diese Gespräche in die Geschichte einfließen lassen, was ihr sehr zugutekommt. Die Charaktere spiegeln unglaublich gut wider, was der Krieg mit Kindern gemacht hat und wie das harte Leben die kleinen Menschen gezwungen hat, von jetzt auf gleich erwachsen zu werden. Die Situation, Kind zu sein, nicht zu verstehen, was gerade passiert, und dennoch wie ein Erwachsener agieren zu müssen, erzeugt Gänsehaut. Das Buch ist in einer sehr verständlichen Sprache geschrieben. Die Protagonisten ziehen den Leser tief in die Ereignisse der Geschichte hinein. Die Mundartdialoge fand ich zwar an der einen oder anderen Stelle etwas anstrengend, nichtsdestotrotz aber gut und sehr passend, weil die Mundart in meinen Augen vor allem in schwierigen Situationen die Stimmungen und Gefühle der Menschen und die Härte der Zeit deutlicher widerspiegelt als das Hochdeutsche. Insgesamt habe ich tiefes Mitgefühl für die Jungs entwickelt, mit ihnen gelitten und das Elend des Krieges mitgefühlt.   Ein Buch der Zeitgeschichte, das zum Nachdenken über Krieg und Frieden anregt und das man gelesen haben sollte. Deshalb von mir eine eindeutige Leseempfehlung.     Friedericke von „friederickes Bücherblog“  

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  • Der geduldige Leser wird mit Einsicht belohnt!

    Die Magermilchbande

    Baneful

    26. April 2017 um 12:07

    Meine Meinung: Der Leser merkt, dass sich der Autor Gedanken zu dem Buch gemacht hat. Ich habe bereits einige Kriegsbücher gelesen, allerdings habe ich selten ein so gut recherchiertes Buch zu diesem Thema gelesen. Frank Baer hat über hundert Interviews mit Zeitzeugen geführt und diese Interviews tragen definitiv zu den Charakteren bei, die wie echte Menschen wirken, die sich mit dem Krieg auseinandersetzen müssen. Gleichzeitig sind die Charaktere an einigen Stellen sehr schwierig, da sie oftmals umgangssprachlich sprechen und dies auch so dargestellt wird. Die Dialoge machen anfangs wenig Spaß, aber nach einer Weile gewöhnt man sich daran. Dennoch hätte es zum Lesespaß beigetragen, wenn das Buch Leser freundlicher geschrieben wäre. Der Autor zeigt de Gefühlswelt von Kindern, die nicht alles verstehen können, womit sie sich konfrontiert sehen und dennoch ihren Weg finden. Man kann nicht anders, als mit den Kindern mitzufiebern und ihnen das Beste zu wünschen. Meisterhaft vermittelt Frank Baer den Schmerz des Krieges, welcher sich durch so viele Ebenen durchzieht, wobei er dies sehr einfühlsam tut und eher das Gefühl des Schmerzes vermittelt. Positiv ist auch, dass er den Leser nicht mit einer Moralkeule erschlägt und ihn seine eigenen Schlüsse ziehen lässt. Bewertung: Ich weiß nicht genau, was ich von diesem Buch erwartet habe, aber das, was ich bekam, hat mir gefallen. Das Buch wird nicht der gesamten Zielgruppe gefallen, da es an einigen Stellen zäh zu lesen, jedoch wird der geduldige Leser mit Einsicht belohnt.

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  • Eine ganz andere Perspektive auf die Schecken des Krieges

    Die Magermilchbande

    101844

    24. March 2017 um 15:50

    Angeführt von Maxe Milch, machen sich Peter, Bille, Adolf und später auch Tilli auf den weiten Weg von Tschechien nach Berlin. Möglich ist das, weil der Krieg in Deutschland gerade verloren wird und es einfach zu viele Kinder gibt um die es sich nach deren Verschickung zu kümmern gilt. Die Erwachsenen sind überfordert mit dem Verlust ihrer Angehörigen, den "Amis", den Russen, dem Hunger, der damit einhergehenden Kriminalität, der Armut und allen Verwirrungen die in der Nachkriegszeit zu bewältigen sind.  Für Maxe und seine Altersgenossen beginnt dadurch ein Kampf um das das eigene Überleben und auch um das eigene Kindsein. Der Weg ist weit, es mangelt immerfort an Nahrung und Wärme. Dabei gilt es oft unerwartete Hindernisse zu überwinden und mit Enttäuschungen umzugehen. Für Tränen ist währenddessen genauso wenig Platz wie fürs Lachen. Das Buch gliedert sich in autobiografische Tagebucheinträge und dem Schreibstil des allwissenden Erzählers. Dabei gelingt es dem Autor Frank Baer, die Perspektive und Sprache der Kinder auszudrücken. Als erwachsener Leser, fiebert man unweigerlich mit und möchte am liebsten permanent schützend eingreifen. Schnell wird deutlich, was es zu dieser Zeit bedeutete ein Kind zu sein. Während der knapp 414 Seiten werden aus den Kindern kleine Erwachsene die auf sich alleine gestellt sind und großen Mut beweisen. Frank Baer verdeutlicht aber ebenso, die traumatischen Aspekte solcher Erlebnisse. So geht jedes Kind und auch jeder Erwachsene anders mit den grauenhaften Erfahrungen um, die im Krieg gemacht werden. Oft ist zwischen den Zeilen eine tiefe Trauer und großer Schmerz spürbar, ohne dass ein Wort darüber geschrieben wird. Das schafft beim Lesen eine Atmosphäre der Verbundenheit und des Mitfühlens. Bis zur letzten Seite ein mitreißendes Leseerlebnis von kindlicher Hoffnung und schonungsloser Realität.Dieses Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar von der Random House Verlagsgruppe zur Verfügung gestellt. Das Taschenbuch wurde 2017 im Penguin Verlag verlegt.

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  • Rezension zu "Die Magermilchbande" von Frank Baer

    Die Magermilchbande

    Lesemäusla

    09. October 2009 um 08:07

    Fünf Kinder in den Wirren des Kriegsendes sich selbst überlassen, ziehen west- wärts ... Die Kinder erleben Schreckliches doch auch Skurilles. Obwohl sie äußerlich ver- wahrlosen, festigt sich doch ihr Inneres immer mehr und Werteorientierung sowie Menschlichkeit innerhalb der Gruppe ist oberstes Gebot. Was diese Kinder erlebt haben ist unbeschreiblich und führt die Sinnlosigkeit des Krieges vor Augen. Wer dieses Buch liest wird sehr ergriffen sein.

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