Frank Deppe 1968: Zeiten des Übergangs

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Inhaltsangabe zu „1968: Zeiten des Übergangs“ von Frank Deppe

Mitte der 1960er Jahre erodiert die Nachkriegsordnung des Kalten Krieges und des »Golden Age«. Antiimperialistische Bewegungen in der »Dritten Welt« feiern Erfolge, Che Guevara wird zur Kultfigur. Die Bewegungen der Jugend artikulieren nicht nur die Notwendigkeit von Bildungsreformen, sondern revoltieren zugleich gegen autoritäre Herrschaftsverhältnisse in der Gesellschaft und gegen patriarchale Herrschaftsverhältnisse zwischen den Geschlechtern. Die »Revolte« manifestiert sich auch als Enthemmung in der Kunst (vor allem in der populären Musik), im Genuss von Drogen und in sexueller »Befreiung«.

1968 steht zudem für die Niederschlagung der letzten Chance einer Demokratisierung des »real existierenden Sozialismus«. Und 1968 steht im Schnittpunkt eines längerfristigen kulturrevolutionären Prozesses, der die Werteordnungen in den entwickelten Gesellschaften des Westens veränderte.

Das Jahr war zugleich Auftakt einer kurzen Periode, in der die »Revolte« der Intellektuellen mit einem Aufschwung des Klassenkampfes in Westeuropa und einer politischen Linksverschiebung einherging. So entstand Anfang der 1970er Jahre eine Konstellation, in der Perspektiven einer sozialistischen Transformation möglich schienen. Die neoliberale Gegenrevolution, die in den 1980er Jahren siegte, war in erster Linie darauf ausgerichtet, dieses kurzfristig »offene Fenster der geschichtlichen Möglichkeit« wieder zu schließen.

Frank Deppe fragt auch nach der aktuellen Rezep­tion: Was ist aus den Helden der »Revolution« geworden? Wie wurde 1968 von den Liberalen in die Erfolgsgeschichte der europäischen Führungsmacht Deutschland integriert? Und er geht auf das ungebrochene Bedürfnis rechtsradikal-nationalkonservativer und christlich-fundamentalistischer Kräfte nach einer »Revanche für 68« ein.

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