Frank Friedrichs Erntedank in Vertikow

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Inhaltsangabe zu „Erntedank in Vertikow“ von Frank Friedrichs

Mecklenburgische Idylle. Ein Mord. Und ein Rollstuhlfahrer als einziger Zeuge. »Erntedank in Vertikow« ist Peer Wesendonks erster Fall. Nach einem Motorradunfall sitzt Peer Wesendonk im Rollstuhl, mit seinem Job als Organist in Vertikow ist es vorbei. Ohne Aufgabe fühlt er sich nutzlos. Dann wird er Zeuge, wie die alte Frau Kuhn totgefahren wird - mit voller Absicht, da ist er sich sicher. Niemand glaubt ihm, Frau und Freunde warnen, er könnte mit seiner Theorie Unfrieden im Dorf stiften. Aber für Peer steht fest: Er muss den Mörder finden. Ob er der Rolle als Detektiv gewachsen ist? »Erntedank in Vertikow« verbindet Mecklenburger Landidyll, tiefe Abgründe und viel Humor – ein Lieblingskrimi nicht nur für Fans des Nordens. »Spannend, packend und sympathisch! Da kriegt man Lust aufs Dorfleben!« Simona Turini, Autorin (www.simonaturini.de)

Unglaubliche Leidenschaft, Herzblut und Hingabe vereint sich hier zu einer herrlichen Mixtur aus Hommage und Persiflage auf das Dorfleben

— DaRoSo
DaRoSo

Humorvoller Cosy Crime aus Mecklenburg-Vorpommern mit einem ungewöhnlichen Detektiv

— AmaliaZeichnerin
AmaliaZeichnerin

Der Todesfall steht nur scheinbar im Mittelpunkt der Geschichte. Vielmehr nimmt Peer Wesendonk diesen Platz in der Mitte raumgreifend ein.

— IlonGerMon
IlonGerMon

Die Selbstironie steht dem rollstuhlfahrenden Ermittler recht gut. Von Bitterkeit und Selbstmitleid dürfte es aber gern etwas weniger sein.

— Claddy
Claddy

Toller Krimi mit interessanten Charakteren.

— samea
samea

Spannende Handlung, ein besonderer Ermittlungen und eine anfangs unübersichtliche Motivlage - schöner Krimi!

— mabuerele
mabuerele

Ein spannender Mecklenburg-Krimi...

— dreamlady66
dreamlady66

Tolle Protagonisten und eine spannende Geschichte bis zum Schluss.

— funny1
funny1

Voller Humor, witzigen Dialogen, hintersinnigem Sarkasmus und feiner Ironie. Dazu ein spannender Fall in einem Dorf, das überall sein könnte

— Ladybella911
Ladybella911

Traurig, witzig, spannend - so wie das Leben.

— Bibliomarie
Bibliomarie

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  • England damals, Mecklenburg heute – ist das so’n großer Unterschied?

    Erntedank in Vertikow
    DaRoSo

    DaRoSo

    05. September 2017 um 19:24

    Der Fairness halber sollte zuerst erwähnt werden, dass ich eigentlich keine Krimis lese – bzw. mich mit Krimis äußerst zickig anstelle. In einem wunderbaren Fantasy-Roman neue Welten erobern, durch ein verschachteltes Sci-Fy-Erlebis, das Heute in Frage stellen, durch eine blutrünstige Horror-Novelle die Wohnung verbarrikadieren oder nassgeschwitzt durch einen actiongeladenen Thriller getrieben werden: alles das (und noch so einiges mehr) mache ich gerne mit; aber ein Krimi…   » Was zur Hölle interessiert mich bitte Mecklenburg-Vorpommern und eine fiktive Stadt namens „Vertikow“?! « Also abgesehen von Peer Wesendonk, der nach seinem Motorradunfall an den Rollstuhl gefesselt ist… » Aber is‘ ja auch egal – wie gesagt: Krimis sind nicht so meins! « …und sich eigentlich bei der guten Frau Kuhn doch nur bedanken wollte, dass sie ihm heute Nachmittag wahrscheinlich das Leben gerettet hatte – und jetzt miterleben musste, wie sie kaltblütig überfahren wurde! » Nun ja, wie auch immer: Krimis eben – muss man halt mögen… « Naja… also, dass ihm jetzt keiner glaubt, obwohl er Augenzeuge war hat mich ja schon ein wenig aufgeregt. Und Frau Dr. Martensen, die ansässige Ärztin, verhält sich auch äußerst merkwürdig. Nur gut, dass Sascha, Peers Frau, ihn ein wenig auf dem Boden der Tatsachen hält – oder es zumindest versucht. » Vielleicht sind Krimis ja doch nicht ganz so… « …wie zum Beispiel jetzt auch noch Andrea in Peers Leben tritt, während er nicht nur mit seiner Behinderung zu kämpfen hat, sondern scheinbar als einziger merkt, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt! Die verborgenen Intrigen, die hinter den verzierten Vorhängen lauern, die Gerüchte und Geschichten, die hinter jeder Ecke darauf warten weiter getragen zu werden…   Eingangs erwähnte ich, dass ich eigentlich keine Krimis lese – Frank Friedrichs hat sich nun augenscheinlich genau diesem „eigentlich“ angenommen und meine kleine Welt ein wenig aus den Angeln gehoben: mit diesem Buch, werde ich zum überzeugten Krimi-Leser! Wie in einem wunderbaren Fantasy-Roman, lässt Frank Friedrichs den Leser Vertikow erobern, wie in einem verschachtelten Sci-Fy-Erlebnis, stellt man durch die Beziehungsgeflechte den angeglaubten Moment in Frage, wie in einer blutrünstigen Horror-Novelle, verbarrikadiert man sich, aufgrund seiner verschiedensten Rückschlüsse und Annahmen, in der Wohnung und wie in einem actiongeladenen Thriller, wird man quer durch Vertikow getrieben, um sich nassgeschwitzt auf dem Leseplatz wiederzufinden; und das alles mit einem Krimi!   Frank Friedrichs schenkt mit „Erntedank in Vertikow“ dem geneigten Leser ein Debüt, wie man es vielleicht nur aus dem DichtFest-Verlag erwarten darf: unglaublich viel Leidenschaft, Herzblut und Hingabe vereint sich hier zu einer herrlichen Mixtur aus Hommage und Persiflage auf das Dorfleben! Wer auch immer schon einmal das (durchaus fragliche) Vergnügen hatte, sich mit der verborgenen Komplexität einer anscheinenden Dorfidylle auseinandersetzen zu müssen, wird sich hier mit einem breiten Schmunzeln im Gesicht wieder finden! So forciert Friedrichs keine Klischees, sondern umgarnt förmlich die dörfliche Verschrobenheit, ohne dabei darüber richten zu wollen. Einfach herrlich!   Was nun Friedrichs aber wirklich ausmacht, ist die Charakterentwicklung: er versteht es mit wenigen Worten nicht nur Gesichter zu schenken, sondern vor allem Beziehungen aufzubauen – sei es zwischen den Protagonisten und dem Leser oder den Protagonisten untereinander! So schafft er binnen weniger Seiten bereits eine lebendige Welt, in diesem Fall eben Dorf, in welchem man sich selbst alsbald als Einwohner sieht. Gerade die Behinderung seiner Hauptfigur, Peer Wesendonk, verarbeitet er äußerst geschickt – er erschafft hier einen faszinierenden Antihelden, der gerne an Agatha Christie denken lässt. Friedrichs verliert sich dabei nicht in Tränenflüssen, wenn er auf die Behinderung seiner Hauptfigur eingeht, sondern weiß diesen anhaltenden Kampf mit einer beinahe erschütternden Natürlichkeit darzustellen – sei es die Depression, die still in seinem Schatten wohnt, sei es die Erwartungshaltung, die er an sich und seine Umwelt stellt oder die stellenweise Akzeptanz, die ihn aus dem Sardonismus in eine spitzbübische Ironie führt.   Bis zum Ende weiß Frank Friedrichs den Spannungsbogen gespannt, nie aber überspannt, zu halten – er füttert den Leser mit immer neuen Theorien, die dazu führen, dass man zum Schluss letztlich das ganze Dorf unter Verdacht hat. Das Ende ist durchaus überraschend, nicht jedoch ungebührend pompös. Es deckt auf, ohne zu verschrecken – hier zeigt sich, dass „Kunst“ von „Können“ abstammt: großes künstlerisches Können!   „Erntedank in Vertikow“ ist ein herrlich spannender, liebevoll humoristischer und unglaublich leidenschaftlicher Krimi, wie man ihn aus deutschen Landen nicht vermuten würde – Agatha Christie und Sir Arthur Conan Doyle tanzen gemeinsam über die mecklenburg-vorpommerischen Felder. Selten durfte ich das schrullige Dorfleben so herrlich persifliert erleben! Ich freue mich auf die nächsten Fälle von Peer Wesendonk!

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  • Cosy crime aus Mecklenburg-Vorpommern mit einem ungewöhnlichen Detektiv

    Erntedank in Vertikow
    AmaliaZeichnerin

    AmaliaZeichnerin

    09. July 2017 um 20:40

    Eigene Meinung Dieser Auftakt einer Krimireihe ist dem Autor in meinen Augen sehr gut gelungen. Peer Wesendonk beginnt eher unfreiwillig zu ermitteln und hat zu Beginn weder von Detektivarbeit noch von Krimis auch nur den Hauch einer Ahnung. Außerdem hadert er seit seiner unfallbedingten Querschnittslähmung mit seinem Schicksal, schwankt immer wieder zwischen Verzweiflung und Optimismus. Dies zieht letztendlich auch seine Ehe in Mitleidenschaft, so dass man sich fragt, ob sie trotz aller Schwierigkeiten bestehen kann, zumal es im Verlauf der Handlung auch noch einigen Grund zur Eifersucht gibt … Dass detektivische Untersuchungen auf dem Land per Rollstuhl alles andere als einfach sind, kann man sich gewiss gut vorstellen. Dennoch stellt sich der Protagonist diesen Herausforderungen und bewahrt sich trotz aller Schwierigkeiten seinen sarkastisch-trockenen Humor. Das ist eine der Stärken dieses Romans. Die Einwohner des fiktiven Dorfes Vertikow wirken sympathisch oder auch teilweise ganz wie nervige Nachbarn, in jedem Fall aber typisch norddeutsch, was sich auch am Dialekt zeigt, der hier und da auftaucht. Das Buch dürfte darüber hinaus auch für Fans klassischer Musik interessant sein, da Peers Kenntnisse von Musik an einigen Stellen sehr ausführlich geschildert werden. Auf der letzten Seite findet sich sogar eine Komposition von ihm, die zugleich einen schönen Gag bietet.

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  • Ein Krimi für Jedermann

    Erntedank in Vertikow
    Rabentochter

    Rabentochter

    07. June 2017 um 12:06

    Ich bin ja eigentlich nicht so die Krimi-Maus, aber Frank konnte mich auf der Buchmesser doch von seinem Buch überzeugen, sodass ich dem ganzen eine Chance gab und den Krimi mitnahm. Ich habe diese Entscheidung nicht bereut. Das Buch ist zugleich gemütlich und spannend. Die Figuren sind schön gestaltet, überzeugen und setzen sich zu einem Dorf zusammen, das es auch in der realen Welt geben könnte. Ich war mindestens ebenso detektivisch unterwegs wie der Protagonist Peer. Man rät kontinuierlich mit, versucht zu kombinieren, hat einen Verdächtigen, wird doch wieder unsicher und sucht neue Möglichkeiten. Alles in allem wirken Handlung und auch Figurenhintergründe fundiert und gut recherchiert. Mir sind zumindest keine Logiklücken aufgefallen. Einzig Peer hat mich stellenweise etwas in seinem Verhalten gestört. Ich fand ihn zu naiv und auch zu uneinsichtig, aber das mag auch an seiner Situation liegen, die noch neu für ihn ist. Ich wüsste nicht, wie ich mich verhalten würde, säße ich eines Tages im Rollstuhl. Der Krimi ist kein Thriller, dennoch sehr spannend bis zur letzten Seite und hat auch einen guten Show-down. Vom Lesegefühl her auf jeden Fall ein Ferienbuch, das man gut auf dem Balkon lesen kann (auch wenn das Buch selbst im Herbst spielt). Fazit: Ein absoluter „Wohlfühlkrimi“, bei dem die Spannung nicht zu kurz kommt.

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  • Leserunde zu "Erntedank in Vertikow" von Frank Friedrichs

    Erntedank in Vertikow
    SpreadandRead

    SpreadandRead

    Frank Friedrichs lädt euch zum gemeinsamen Rätseln und Ermitteln ein. Begleitet ihn in das idyllische Örtchen Vertikow, wo ein Mord die Idylle zutiefst erschüttert. Darum gehts: Mecklenburgische Idylle. Ein Mord. Und ein Rollstuhlfahrer als einziger Zeuge. »Erntedank in Vertikow« ist Peer Wesendonks erster Fall. Nach einem Motorradunfall sitzt Peer Wesendonk im Rollstuhl, mit seinem Job als Organist in Vertikow ist es vorbei. Ohne Aufgabe fühlt er sich nutzlos. Dann wird er Zeuge, wie die alte Frau Kuhn totgefahren wird - mit voller Absicht, da ist er sich sicher. Niemand glaubt ihm, Frau und Freunde warnen, er könnte mit seiner Theorie Unfrieden im Dorf stiften. Aber für Peer steht fest: Er muss den Mörder finden. Ob er der Rolle als Detektiv gewachsen ist? »Erntedank in Vertikow« verbindet Mecklenburger Landidyll, tiefe Abgründe und viel Humor – ein Lieblingskrimi nicht nur für Fans des Nordens. Leseprobe Seid ihr neugierig geworden und habt Zeit für einen regen Austausch in den nächsten Wochen? Dann bewerbt euch jetzt auf eines von fünf Taschenbüchern und werdet Teil unserer Ermittlungen. Um euch zu bewerben, lest einfach die Leseprobe und beantwortet einfach folgende Frage:Welchen ersten Eindruck habt ihr vom Schreibstil des Autors?Wir freuen uns auf eure Bewerbungen! Kleingedrucktes:Die Bewerbung verpflichtet euch automatisch zur zeitnahen Teilnahme an der Leserunde, welche das Bearbeiten der Leseabschnitte und eine Rezension umfasst. Erwiesene Nichtleser werden nicht berücksichtigt. Ebenfalls werden keine Profile berücksichtigt, die nicht min. 3 Rezensionen enthalten und/oder nicht öffentlich einsehbar sind.

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    • 249
  • Sprachwitz und Spannung trifft ein klein wenig Schrulligkeit ;)

    Erntedank in Vertikow
    LisaSonnenschein

    LisaSonnenschein

    15. May 2017 um 19:26

    "Tachschön!"Peer Wesendonk sitzt seit kurzem im Rollstuhl. Keine einfache Sache, wenn man mitten in Mecklenburg im dorfigsten Dorf aller Zeiten lebt und von Beruf Organist ist. Seiner Existenz und seiner Aufgabe beraubt, versinkt Peer in seinem umgekrempelten Alltag, der von Mitleid und Präsentkörben geprägt ist. Doch dann passiert etwas Ungewöhnliches in Vertikow und Peer beschließt, dem "Verkehrsunfall" seiner Nachbarin Frau Kuhn auf den Grund zu gehen...Klingt jetzt nach der klassischen "Zivilperson pfuscht den Behörden in ihre Ermittlungen, weil sie sich wichtig fühlt und am Ende war's der Gärtner"? Ist es aber nicht ;).Zwei Dinge weiß ich an Krimis (und ich bin echt keine wahnsinnig begeisterte Krimileserin) wirklich zu schätzen:1. Wenn die Umgebung stimmt und man sich direkt ins Umfeld des "Ermittlers" wünscht. Auch wenn das Dorf Vertikow erstmal so gar nicht hinwünschenswert klingt, schafft es der Autor, die Dorfgemeinschaft als so verbunden darzustellen, dass man unbedingt auch mitreden will. Und das, obwohl in jeder Konversation klassisch Nordlicht-mäßig nur gefühlte drei Worte fallen.2. Wenn der Ermittler Klasse hat. Peer ist nicht dieser überengagierte, grünschnablige Besserwisser - er hat einen Hang zur Grummeligkeit und sucht eben nach einer Aufgabe. Die Ermittlung ist für ihn nicht das Mittel, um im Rampenlicht zu stehen (auch wenn man das manchmal meinen könnte), sondern ein bisschen Selbstschutz. Ich konnte ihn so gut verstehen - in jeder Hinsicht.Dazu kommt, dass der Rollstuhl wirklich mal eine ganz andere Komponente mit in diesen Krimi bringt. Wie viele Detektive kennt ihr, die sich von drei Treppenstufen vor dem Eingang einer Kneipe von der Spurensuche abhalten lassen müssen?Obwohl die Handlung in sich abgeschlossen ist, der Fall also zu einem Ende kommt, entsteht hier eine Krimireihe. Ich bin wirklich gespannt, wie es der Autor plausibel erklären möchte, dass im beschaulichen Vertikow NOCH ein Kriminalfall zur Ermittlung frei ist. Hier im ersten Band nehme ich Peer seine Rolle auf jeden Fall absolut ab.Achja, eins noch - erwartet nicht, dass es in diesem Krimi nicht rasant zur Sache geht, nur weil der Protagonist eingeschränkt beweglich ist! Langweilig war "Erntedank in Vertikow" weiß Gott nicht und im Showdown habe ich ziemlich geschwitzt.Von mir bekommt das Buch eine Empfehlung - eingeflauscht auf dem Sofa mit Tee liest es sich meiner Meinung nach am besten. "Erntedank in Vertikow" zeichnet sich aus durch Sprachwitz, ein klein wenig Schrulligkeit, Spannung und eine kleine Lektion in Sachen Dorfleben für alle Eingeweihten und Zugezogenen ;). Ich freu' mich schon auf den nächsten Band mit Peer!

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  • Ein etwas anderer Krimi - viel Vergnügen

    Erntedank in Vertikow
    IlonGerMon

    IlonGerMon

    12. May 2017 um 12:22

    Kennengelernt habe ich diesen Autor und sein Buch im Rahmen einer regionalen Buchmesse. Für das Leseexemplar sage ich noch einmal DANKE und berichte mal von meinen Leseeindrücken. Wir begegnen: • einem zwar erfundenen Dorf im Mecklenburg, aber sicher gibt es ganz viele Dörfer, die hier als Vorbild dienen können,• einem ungewöhnlichen Ermittler, der in dieser Aufgabe vielleicht eine neue berufliche Herausforderung finden will, • und sehr unterschiedlichen Menschen mit vielen Macken und Eigenarten, die die menschliche Spezies abbildet. Und somit ist dieser Roman nur am Rande ein Krimi. Ja, es gibt einen Todesfall. Aber der steht nur scheinbar im Mittelpunkt der Geschichte. Vielmehr nimmt Peer Wesendonk diesen Platz in der Mitte ziemlich raumgreifend ein. In seinem ersten Leben, vor einem schweren Motorradunfall, war er Organist hier im Dorf und hatte seinen Beruf oder besser seine Berufung gefunden. Jetzt kehrt er im Rollstuhl zurück und muss sich und sein Leben neu organisieren. An seinen Arbeitsplatz an die Orgel kann er nicht zurück, seine Frau ist während der Woche in Berlin, er ist also allein und hat vor allem viel Langeweile. Zwar organisiert seine Frau  ihm so manche Hilfen, sieht aber nicht, dass diese im Alltag und in der Praxis nur bedingt funktionieren.  Die Unzufriedenheit wächst und Peer fühlt sich mehr und mehr unverstanden. Da kommt es ihm doch gerade recht, dass der vermeintliche Unfalltod der Nachbarin von manchem Dorfbewohner so gar nicht als Unfall gesehen wird. Hier handelt es sich wohl um Mord, meint man und Peer lässt sich von dieser Meinung anstecken. Zumal die Polizei offensichtlich keine Ermittlungen dieser Art anstellen will und den Vorgang als Unfall ad acta legen wird. Peer beginnt seine eigenen Ermittlungen und die Reaktionen im Dorf sind entweder für ihn oder gegen ihn und seine „dummen“ Fragen. Hat man ihn vielleicht schon als nächstes Opfer auserkoren? Oder entspringen all diese Überlegungen vielleicht nur seinem mit der neuen Situation überforderten Kopf. Aber die Anzeichen mehren sich, dass seine Überlegungen nicht von der Hand zu weisen sind und die unbequemen Fragen letztlich auch ihn selbst in Gefahr bringen. Wie schon gesagt, ist der Kriminalfall nicht das Spannendste an diesem Roman. Vielmehr ist dies die sehr genaue Beobachtung der involvierten Charaktere und eine vielleicht manchmal ein klein wenig überzeichnete Darstellung der Personen. Aber durch diese spitze Feder wird besonders fein herausgearbeitet, wie das Leben auf dem Dorf, hier in Vertikow, und sicher auch anderswo funktioniert. Mindesten ebenso lesens- und erfahrenswert ist aber die Befindlichkeit des Menschen, der plötzlich sein ganzes Leben neu daraufhin ausrichten muss, dass er es alltäglich mit und in und aus einem Rollstuhl bewältigen muss. Wer Spannung und Humor und die norddeutsche Mentalität mag, ist hier bestens bedient. 

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  • Ein Ermittler mit Rollstuhl und Selbstmitleid

    Erntedank in Vertikow
    Claddy

    Claddy

    29. April 2017 um 21:01

    Eines Abends wird in dem kleinen mecklenburgischen Ort Vertikow eine alte Frau von einem Pick-up erfasst und getötet. Der einzige Zeuge ist der Organist Peer Wesendonk, der seit kurzem wegen eines Unfalls an den Rollstuhl gefesselt ist. Er kann nicht glauben, dass es sich um einen Unfall handelt, und fängt an nachzuforschen. In dem ersten Band dieser Krimireihe stellt uns Frank Friedrichs einen Ermittler vor, der gerade erst beginnt, sein Handwerk zu erlernen. Die Möglichkeit, einen Täter zu überführen, sieht er als Chance, wieder eine sinnvolle Aufgabe zu erfüllen und sein zerstörtes Selbstwertgefühl ins Lot zu bringen. Dem zwischen Selbstironie und Bitterkeit pendelnden „Krüppel“ macht seine Situation sehr zu schaffen. So nimmt er mit seinem Handicap breiten Raum ein, sorgt trotz, teilweise sogar wegen seiner schwierigen Lage für skurril witzige Situationen, aber ebenso für rührselige und verzweifelt zornige Momente. Dabei gerät die Darstellung der Empfindungen oft grob, nicht immer nachvollziehbar, von der Bandbreite möglicher Emotionen werden allzu häufig die Extreme bemüht. Und von denen besonders das Selbstmitleid. Wie auch bei seinen Gefühlen, greift der Held bei der Ausübung seiner detektivischen Tätigkeiten gern auf Entweder - Oder zurück. Schon kleine Anlässe erschüttern allzu schnell seine Gedankenkonstrukte und lassen ständig neue Verdächtigungen und Vertraulichkeiten entstehen. Der Leser, der sich einen analytisch erarbeiteten Weg zur Lösung des Falls wünscht, wird nicht ganz auf seine Kosten kommen, obgleich er an den laufenden Ereignissen und Erkenntnissen unmittelbar beteiligt ist.  Die mecklenburgische Umgebung stellt einen behaglich ländlichen Rahmen dar, die Dorfbevölkerung wirkt zunächst sehr vertraut miteinander. Doch offenbaren sich bald Risse, und es zeigt sich, dass in der Vergangenheit die Ursache für tiefen Hass zwischen den Bewohnern zu finden ist. Auch deren Verhalten schlägt manchmal etwas unvermittelt zu der einen oder anderen Seite aus, was sich auch in den Dialogen zeigt, die zwar oft witzig, aber von einer gewissen Sprunghaftigkeit sind. Obgleich es durchaus spannende Augenblicke gibt, gilt das Hauptaugenmerk ganz klar Ambiente und Humor. Daher ist der Krimi am besten für Leser geeignet, die genau das zu würdigen wissen.

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  • Nur ein Unfall?

    Erntedank in Vertikow
    mabuerele

    mabuerele

    17. March 2017 um 21:29

    „...Wenn wir jung sind, denken wir gern, wir bräuchten niemanden, wir könnten unser Leben allein gestalten...Wir sind alle von anderen abhängig, Teil des großen Ganzen...“ Vetikow ist ein kleiner Ort in Mecklenburg. Dort hat Peer einige Jahre als Organist gearbeitet. Nun wird er nie wieder Orgel spielen können. Nach einem Motorradunfall sitzt er im Rollstuhl. In seinen neuem Leben ist er noch nicht angekommen. Ihm fehlt eine Aufgabe.Während er unterwegs ist, beobachtet er, wie Frau Kuhn von einem Pick-up überfahren wird. Die Polizei geht von einem Unfall aus. Der Fahrer hat die alte Dame im Dunkeln nicht gesehen. Doch Peers Beobachtungen sprechen eine andere Sprache. Er glaubt an Mord. Der Autor hat einen spannenden Krimi geschrieben. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Das lag nicht nur an dem außergewöhnlichen Protagonist, sondern auch an dem gut beschriebenen örtlichen Gegebenheiten und dem angenehmen Schriftstil. Peer versucht, den Unfall selbst aufzuklären. Einerseits hat er damit wieder eine Aufgabe, andererseits hat seine Frau Angst, dass er sich in Gefahr begibt. Hinzu kommt, dass beide das Zusammenleben unter den neuen Bedingungen erst lernen müssen. Auch die Dorfgemeinschaft steht seinen Vorhaben gespalten gegenüber. Während einige ihn ermuntern, warnen andere ihn, die Finger davon zu lassen. Mancher redet sogar heute so, und morgen anders.Da Peer einst aus dem Westen gekommen ist, hat er sowieso mit Vorurteilen zu kämpfen. Der Schriftstil des Buches lässt sich gut lesen. Peers Unfall liegt erst kurze Zeit zurück. Der Autor versteht es ausgezeichnet, die Befindlichkeiten seinen Protagonisten wiederzugeben. Er kann noch nicht damit leben, auf Hilfe angewiesen zu sein und stößt deshalb seine Mitmenschen gern vor den Kopf. Vieles, was bisher selbstverständlich war, funktioniert nicht mehr. An einigen Stellen macht der Autor klar, was es bedeutet, auf Barrierefreiheit angewiesen zu sein. Ich empfand es als wohltuend, dass sich nicht nur Geschäftsleute bemüht haben, Hindernisse abzubauen. Eine große Hilfe ist ihm Peggy, die Pfarrfrau. Sie unterstützt seine Ermittlungen und sie redet Klartext mit ihm. Dazu gehört, dass sie ihm aufzeigt, dass er die Schuld am Unfall niemand anders geben kann, denn all das, was zuvor geschehen ist, waren seine persönlichen Entscheidungen. Gleichzeitig aber macht sie ihm Mut, sein neues Leben anzunehmen und seine Fähigkeiten auszutesten. Obiges Zitat stammt von ihr. In dem Zusammenhang belegt sie an Beispielen, dass jeder Mensch mehr oder weniger auf Hilfe angewiesen ist. Diese Dialoge gehören für mich zu den sprachlichen und inhaltlichen Höhepunkten des Buches. Als Fahrer des Pick-up gibt es bald eine Reihe an Verdächtigen. Doch wer hatte etwas gegen die alte Frau? Die Motivlage ändert sich, als Akten aus Frau Kuhns Vergangenheit auftauchen. Plötzlich ergeben sich völlig neue Motive. Schwierig werden Peers Ermittlungen nicht nur durch seine Behinderung. Hinzu kommt, dass sich manch einer so benimmt, als hätte er auch eine Leiche im Keller. Das erhöht gekonnt den Spannungsbogen. Das Cover mit dem Blutfleck auf der Straße passt zum Inhalt. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Geschickt wurden Gegenwart und Vergangenheit zu einer fesselnden Handlung verknüpft. Gleichzeitig durfte ich miterleben, wie Peer trotz emotionalen auf und Ab seinen neuen Platz in der Gemeinschaft und wieder Lebensmut gefunden hat.

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    • 5
  • Ein spannender Mecklenburg-Krimi...

    Erntedank in Vertikow
    dreamlady66

    dreamlady66

    14. March 2017 um 21:05

    Erntedank in Vertikow - ein Dorfkrimi von Frank Friedrichsmit 300 Seiten aus dem DichtFest-VerlagDas Cover zeigt eine typische, ländliche Herbstlandschaft in Mecklenburg, hat mir gut gefallenFlüssiger Schreibstil, ebenso eine gut lesbare Schrift sowie kurze KapitelZum Inhalt:Peer Wesendonk, ein junger Mann, hatte einen schweren Motorradunfall. Er kam querschnittsgelähmt aus der Reha nach Hause und ist verzweifelt, da ihm die täglichen Dinge schwer fallen. Er sieht für sich keine Zukunft.Eines Tages passiert vor seinen Augen ein Autounfall mit Fahrerflucht, bei dem seine Nachbarin, Frau Kuhn, überfahren wird.Die Polizei geht von einem Unfall aus, aber Peer behauptet, dass der Pick-up-Fahrer mit aller Geschwindigkeit und ohne zu bremsen die Frau überfuhr, es war ein absichtlicher Mord!Peer sieht jetzt seine Aufgabe und begibt sich an die akribische Detektivarbeit. Er bekommt Unterstützung von der Pfarrersfrau Peggy und dem Altbürgermeister, auch Kommissarin Andrea Templin ist ebenfalls behilflich. Peer erfährt viel Interessantes, aber auch Trauriges aus DDR-Zeiten. Es gibt aber auch Dorfbewohner, die die Vergangenheit lieber ruhen lassen möchten und warnen Peer...Fazit:Ein sehr spannender und lesenswerter Regionalkrimi, definitiv.Es tauchen immer wieder unvorhersehbare Ereignisse in Bezug auf den Täter auf und erst ziemlich zum Schluss erfolgt dann die überraschende Lösung, top!

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    • 2
  • War es Mord?

    Erntedank in Vertikow
    funny1

    funny1

    13. March 2017 um 21:14

    Um was geht es: Peer Wesendonk sitzt nach einem Motorradunfall im Rollstuhl, er kann nicht mehr Orgel spielen und auch so in einem Dorf fühlt er sich nutzlos. Erst rettet ihn Frau Kuhn das Leben und dann wird er Zeuge wie die alte Frau Todgefahren wird und er ist sich ganz sicher das es Absicht war. Doch niemand glaubt ihn und auch die Polizei sieht es als Unfall selbst seine Frau und Freunde warnen ihn er stifte mit seiner Behauptung nur Unruhe im Dorf. Doch für ihn steht fest es war Mord und so ermittelt er auf eigene Faust und bringt nicht nur sich in Gefahr. Wird im es gelingen den Mörder zu finden? Meine Meinung: Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, die Seiten fliegen nur so dahin. Man kann sich sehr gut in Peer seine Lage versetzen und fühlt und leidet mit ihm mit. Die anderen Protagonisten sind auch sehr gut beschrieben und man kann sich die einzelnen Charaktere sehr gut vorstellen. Man rätselt bis zum Schluss mit wer denn der Mörder sein könnte und stellt so seine Theorien auf doch die lösen sich bald in Luft auf, da es immer wieder unerwartete Wendungen gibt und einen das ein oder andere mal in die Irre führt. Ich hatte tolle Lesestunden und wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Dieses Buch besticht nicht nur mit Spannung sondern auch mit viel Humor. Ich bin schon auf den zweiten Fall von Peer gespannt. Ich kann nicht anders als diesen tollen Buch 5 Sterne zu geben, denn es hat mich von der ersten Seite an total gefesselt und in seinen Bann gezogen. Fazit: Dieser Krimi ist packend, spannend und hat viel Humor. Für jeden Krimi Fan geeignet der nicht so auf Blutige Krimis steht. Ich kann ihn nur Weiterempfehlen.

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    • 2
  • Dorfidylle mit Mord

    Erntedank in Vertikow
    Ladybella911

    Ladybella911

    13. March 2017 um 20:06

    Es ist nicht leicht für Peer Wesendonk nach seinem Motorradunfall, der ihn querschnittsgelähmt zurücklässt, sich wieder ins Leben zurückzukämpfen.  Er hadert mit sich und seinem Schicksal. Als seine Nachbarin, die ihm nach einem Brand das Leben gerettet hat, durch mysteriöse Umstände ums Leben kommt, wacht er auf und will unbedingt ergründen, was es mit diesem sogenannten Unfall, von dem alle Dorfbewohner ausgehen, auf sich hat. Er selbst ist nämlich davon überzeugt: es war Mord. Aber keiner will ihm glauben. Dennoch ermutigen ihn einige der Dorfbewohner, diesbezüglich zu ermitteln und Peer beginnt, Klarheit in seine eigenen Vermutungen zu bringen. Sascha, seine liebenswerte Ehefrau ist allerdings nicht sehr erbaut davon, sie macht sich Sorgen. Und zu Recht, denn von mehreren Seiten, auch seitens der Polizei, erhält er eindeutige Warnungen, die Finger davon zu lassen. Unterstützt von Peggy, einer taffen Pfarrersfrau, setzt er seine nicht sehr professionellen Ermittlungen in die Tat um und findet einiges heraus, was ihn des öfteren in prekäre Situationen bringt, bis hin zu reeller Lebensgefahr. Dem Autor Frank Friedrichs gelingt es hervorragend, durch seinen lebendigen Sprachstil und seinen feinen hintergründigen, mit Ironie und Sarkasmus gewürzten Humor, dem Leser das Dorfleben und seine Bewohner nahe zu bringen. Seine Protagonisten sind spannend und bildhaft gestaltet und das Kopfkino kommt auf Touren. Mir hat dieser Krimi sehr gut gefallen, es bleibt spannend bis kurz vor dem Ende und Peer hat aufgrund seiner erfolgreichen Ermittlungen schon den nächsten Fall in Sicht. Die Geschichte zeigt auf, dass man sich mit den veränderten Lebensumständen auseinandersetzen, Hilfe annehmen sollte, wo sie geboten wird, und nicht in Selbstmitleid stagnieren sollte. Und der Kriminallfall ist sozusagen das Tüpfelchen auf dem „i“ Gerne spreche ich hier eine Leseempfehlung aus.

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    • 3
  • Die Vergangenheit rächt sich

    Erntedank in Vertikow
    dartmaus

    dartmaus

    13. March 2017 um 13:48

    Das Cover des Buches ist absolut passend zum Handlungsort und zum Bundesland Mecklenburg Vorpommern. Es gefällt mir wahnsinnig gut. Inhalt: Peer Wesendonk, der nach einem Motorrad Unfall querschnittsgelähmt ist, wird Zeuge wie seine Nachbarin überfahren wird. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch Peer behauptet es wäre Mord gewesen. Als er auch noch vom alten Hermann die Bestätigung seines Verdachts bekommt, startet er mit der Pfarrersfrau Peggy seine Ermittlungen und stößt auf eine Verstrickung aus Rache, Missbrauch und Verdunklungsaktionen. Meine Meinung: Ein durch und durch gelungenes Buch, indem es dem Autor gelungen ist, die Dorfwelt in Meck Pom sehr realistisch darzustellen. Hier hilft jeder noch jedem, sofern dieser es zulässt. Auch Peers Krankheit wird sehr detailliert und real dargestellt. Auch die Psychische Verfassung nach so einem schweren Einschnitt ins Leben ist sehr realistisch erläutert. Trotz aller Eindrücke in Peers Privatleben und seine Krankheit, kommt der eigentliche Fall nicht zu kurz. Die Menschen in Vertikow sind alle auf ihre Art sympathisch, doch alle haben noch so ihre Geheimnisse aus DDR Zeiten. Die Spannung wurde von der ersten bis ziemlich zur letzten Seite extrem hoch gehalten, denn immer wieder tauchen andere Verdächtige auf, die alle einen Grund gehabt hätten, die alte Frau Kuhn zu töten. Mein Fazit: Gelungener Krimi, wo ich nur darauf hoffen kann, das es weitere Fälle für Peer und Peggy geben wird.

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    • 2
  • Dorfkrimi

    Erntedank in Vertikow
    Bibliomarie

    Bibliomarie

    13. March 2017 um 13:45

    Seit seinem Motorradunfall sitzt Peer im Rollstuhl. Die Situation überfordert ihn, er fühlt sich hilf- und mutlos. Selbst für kleine Alltagsdinge braucht er Hilfe. Im mecklenburgischen Dörfchen Vertikow, wo er bis zu seinem Unfall Organist war, hatte er auch nicht allzu engen Kontakt mit den Nachbarn. Orgelspielen fällt weg, wie soll er denn auf die Empore kommen?Da beobachtet er einen Unfall, die Nachbarin Gertrud Kuhn wurde von einem Pick up angefahren, der Fahrer flüchtet mit hoher Geschwindigkeit. Peer Wesendonk ist sich sicher, das war Absicht, das war Mord! Allerdings sieht die Polizei das anders, seine Beobachtungen schiebt man auf sein Unfalltrauma, zudem geht das Gerücht im Dorf um, Getrud Kuhn wäre dem Alkohol nicht abgeneigt gewesen. Also beginnt Peer auf eigene Faust zu ermitteln, sogar die Pastorenfrau Peggy und der Altbürgermeister unterstützen ihn dabei, vielleicht hoffen sie, dass er mit dieser „Beschäftigungstherapie“ seinen Lebensmut wiederfindet. Kommissar Andrea Templin ist ebenfalls nicht ganz dagegen und dazu kommt, dass es zwischen den beiden recht heftig knistert.Ein Dorf, ruhig, abgelegen und eigentlich ein Idyll, aber hinter den Fassaden brodelt es recht heftig. Alte Animositäten, die bin in die Wendezeit zurückreichen, lauern unter der Oberfläche. Für den Wessi Peer ist das nicht immer leicht zu durchschauen. Das Stimmungsbild des Dorfes hat mir ausnehmend gut gefallen, die Atmosphäre ist realistisch geschildert, die Menschen so vielschichtig wie im normalen Leben. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß und Gut und Böse. Die Vergangenheit bestimmt noch häufig das Handeln der Nachbarn. Der Krimi kommt eher leise daher, es ist durchaus spannend, was Peer im Lauf seiner Detektivspielerei erfährt, viel wichtiger ist aber, wie sich die Menschen und er selbst mit dem Wissen arrangieren. Besonders gut gefallen hat mir die Beschreibung Peers. Wie ein Mann mit der plötzlichen Hilflosigkeit umgeht, wie er sich zuerst auflehnt, dann fast resigniert und nach vielen Rückschlägen seinen Platz findet , war mir genauso spannend dargestellt, wie die Mördersuche.„Erntedank in Vertikow“ ist ein Regionalkrimi im besten Sinn. Ein Psychogramm eines Dorfes und seiner Bewohner, das in eine spannende und immer mit leisem Humor und Ironie unterlegte Geschichte gebettet ist.

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    • 2
  • Wenn ein Pickup zur Mordwaffe wird...

    Erntedank in Vertikow
    bettinahertz

    bettinahertz

    11. March 2017 um 15:42

    Erntedank in Vertikow Autor: Frank Friedrichs Peer Wesendonk kehrt grad von seiner Reha zurück und muss sich mit seiner Frau Sascha gemeinsam dran gewöhnen, dass alles anders ist. Er ist nach einem Unfall querschnittsgelähmt und versucht seinen Alltag zu bewältigen. Das heißt, zu allererst zu akzeptieren, dass er auf fremde Hilfe angewiesen ist und das ist er im beschaulichen Vertikow im Ländle von Meckpomm, wo eine kleine Steigung der Dorfstraße für den Rollstuhl schon eine Herausforderung ist. Er braucht eine Aufgabe, sagten sie in der Kurklinik und die kriegt er so schnell, dass er kaum Luft holen kann. Frau Kuhn, eine alte Dame aus der Nachbarschaft von Peer wird mitten im Ort überfahren und Peer ist Zeuge und glaubt nicht an einen Unfall. Er fängt mehr oder weniger alleine an zu ermitteln und plötzlich haben so einige tatsächlich ein Mordmotiv für Gertrud Kuhn. Dieser Krimi hat mir wahnsinnig gut gefallen. Der Einstieg fiel mir total leicht. Die Geschichte ist aus Sicht von Peer geschrieben, der mit einer großen Portion Galgenhumor sein neues Leben in Vertikow beschreibt und manchmal wie der Elefant im Porzellanladen tappt Alle Charaktere im Buch, sowohl die Haupt-, als auch Nebencharaktere sind super authentisch dargestellt, dass ich ein Dauergrinsen beim Lesen im Gesicht hatte. Im Zuge seiner Ermittlungen stößt Peer dann auf ein ziemlich dunkles Kapitel DDR Geschichte und seine Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Fazit: Spannend durch immer wieder unvorhersehbare Wendungen bis zum Schluss, humorvoll, ohne den ernsten Hintergrund zu schmälern. Wer Vertikow und seine Bewohner kennenlernen möchte, wird mit diesem Krimi auf keinen Fall enttäuscht. Klare Kaufempfehlung und 5 Sterne.

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  • Racheengel

    Erntedank in Vertikow
    Tulpe29

    Tulpe29

    09. March 2017 um 14:35

    Dieser fesselnde Krimi mit viel hintergründigem Humor, witzigen Dialogen und einer spannenden Geschichte beschert viele unterhaltsame Lesestunden. Ein Thema, um das es hier geht,  ist allerdings  schwere Kost, nämlich die  oft schweren Mißhandlungen in DDR-Kinderheimen und ihre dramatischenn Folgen. Es stellt sich manchmal die Frage, wer Opfer und wer Täter ist. Ein sehr lesenswertes Buch mit Witz und Tiefgang, ernsten und skurrilen Situationen,  wie auch das Leben.

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