Frank Göhre Abwärts

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Inhaltsangabe zu „Abwärts“ von Frank Göhre

Zuerst ist es nur eine Panne. Eine Fahrstuhlkabine hängt zwischen zwei Stockwerken eines Hochhauses fest. Drei Männer und eine Frau hoffen auf schnelle Hilfe. Doch die kommt nicht. Stattdessen die Angst, und dann die Panik. Die Kabine droht,
in die Tiefe zu stürzen.

„Abwärts“ – ein Psychodrama über dem Abgrund und der Roman zu dem Kinohit mit Götz George, Renée Soutendijk, Wolfgang Kieling und Hannes Jaenicke.
Ergänzt wird das Buch mit einem Nachwort
von Frank Göhre über die Geschichte des Films
von der ersten Idee bis zum Kinostart und dann
seinem weltweiten Erfolg.

„Als einer der wenigen Beispiele seiner Art im deutschsprachigen Raum knüpft dieser Psycho-Thriller gekonnt an die Tradition amerikanischer Vorbilder an und bietet exzellentes Actionkino. Hervorragende Kameraarbeit, präzise Darstellerleistungen und eine gekonnt eingesetzte Montage sind die wichtigsten Komponenten der Dramaturgie einer allmählichen und immer intensiver werdenden Spannungssteigerung, die bis zum
Ende durchgehalten wird.“
RECLAMS Lexikon des deutschen Films

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  • Rezension zu "Abwärts" von Frank Göhre

    Abwärts

    Anne-Kuhlmeyer

    Der Film ist ein Klassiker, der Roman zum Film auch. In Gedenken an den früh verstorbenen Regisseur Carl Schenkel fügt der Autor die Entstehungsgeschichte von der Idee bis zur Premiere an, was ebenso spannend wie der Roman selbst ist. Die Geschichte kennt eigentlich jeder, der in den letzten Jahrzehnten schon gelebt hat. Vier Menschen - drei Männer, eine Frau - stecken am späten Abend im Fahrstuhl eines Bürohochhauses fest, vier sehr unterschiedliche Menschen. Panik, Wut, Resignation, Ignoranz wechseln zwischen den vieren, während sie Stunde um Stunde ausharren, auf Rettung warten, nach Lösungen suchen, sich kennenlernen und heftig aneinander geraten. Jörg und Marion sind Konkurrenten in ihrer Firma, hatten eine kurze Affäre miteinander. Gössmann, der angepasste und gedemütigte Buchhalter (Mobbing war 1984 noch kein Modewort), will endlich seinen Anteil vom Kuchen. Der junge Pit, der nach der Auffassung der Älteren der Null-Bock-Generation angehört, ist längst nicht so ambitionslos, wie er sich gibt. Sie alle sind Vertreter von sozialen Gruppen des bundesdeutschen Alltags der 1980er Jahre - satt, unersättlich, wertereduziert und mehr oder weniger desillusioniert, wie er sich in jener Zeit gestaltet. Man hat sich bequem eingerichtet im Kalten Krieg mit seinen Grenzen und Perspektivlosigkeiten. Und doch überschattet die Schuld Karrierepläne, Ordnungszwang und Reihenhausgemütlichkeit. Schuld, die im Roman vor allem die Männer zu tragen scheinen. Der ausgebrannte Jörg in seiner Ignoranz jeglicher Verantwortung gegenüber. Gössmann in seiner preußischen Obrigkeitshörigkeit. Der Pförtner, der formal und den Vorschriften folgend seinen Job absitzt, während vier Menschen im Fahrstuhl in Not geraten, weil die Seile zu reißen drohen. Unter anderen sozialen Bedingungen hatten solche Haltungen in eine Katastrophe gemündet. Aber davon wollte man auch Jahrzehnte später nicht viel wissen. Interessanterweise stellt sich den Frauenfiguren die Schuldfrage nicht. Zwar folgen sie ihren Interessen, die aber richten sich vor allem an bzw. gegen die Männer. Marion will (und bekommt) die Stellung von Jörg. Tina, eine Edelhure, will ihr Geld, und möglichst viel davon, von dem betrügerischen Chef Gössmanns. Eine Ahnung der Rollenkonflikte, die sich heute zuspitzen, zeichnet sich ab. So reduziert sich die Story in Ort und Personal gestaltet, so fokussiert wirft sie Schlaglichter auf eine Gesellschaft, die ihre Geschichte verleugnet und ihre Zukunft verhökert. Dem Autor gelingt dies, in einem atemlosen, rasanten Tempo zu erzählen. Hochspannung!

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    Anne-Kuhlmeyer

    03. April 2014 um 21:52
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