Frank Göhre Geile Meile: Sammelband

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Inhaltsangabe zu „Geile Meile: Sammelband“ von Frank Göhre

Göhre schreibt wie Hitchcock filmt. Die ewige Gier nach Macht, Geld und Sex - das ist es, was die kleinen und die großen Kriminellen auf St. Pauli antreibt. Hauptkommissar Jörg Fedder wird in seinen Fällen tief in die Hamburger Unterwelt verstrickt. Recht und Gerechtigkeit sucht er hier vergebens …Mit messerscharfer Beobachtungsgabe, einzigartiger Erzählkunst und einem atemberaubenden Tempo entführt Frank Göhre hinter die Kulissen des Rotlichtmilieus. Es bleibt die Erkenntnis, dass Gut und Böse auf dem Kiez dicht beieinanderliegen. Der Sammelband "Geile Meile" umfasst die Romane:"Zappas letzter Hit" und "St. Pauli Nacht", die zwei Erzählungen: "Rentner in Rot" und "Der letzte Freier"sowie "Es war einmal St. Pauli".Für alle mehr oder weniger freiwillig Beteiligten ist nach dieser Nacht alles anders.Grandios verfilmt von Sönke Wortmann u. a. mit Benno Fürmann, Armin Rohde und Heiner Lauterbach. Frank Göhre wurde für sein Drehbuch mit dem Deutschen Drehbuchpreis ausgezeichnet.
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    Geile Meile: Sammelband
    MacBaylie

    MacBaylie

    25. November 2013 um 13:34

    Inhalt: Zappas letzter Hit St.Pauli Nacht Rentner in Rot Der letzte Freier  Kurzbeschreibung: Zappas letzter Hit: St. Pauli Killer „Zappa“ alias Karl Weber sitzt hinter Gittern. Seine Frau kommt zu Besuch und schmuggelt eine Pistole in die Zelle. Kurz darauf sind beide tot. Zappa hat erst seine Frau, anschließend sich selbst erschossen. Aber das ist schon über 10 Jahre her. Dennoch beschäftigt der Fall immer noch einige Gemüter. Ganz besonders Zappas Tochter. Sie ist auf der Suche nach einer Erklärung, denn sie ist der Auffassung, dass da Verrat im Spiel war. Meine Meinung: Ich muss gestehen, dass ich zu Anfang meine Probleme mit dem Schreibstil hatte. Irgendwie erinnerte mich das teilweise an ein Drehbuch vom Tatort - und vom Tatort bin ich nicht wirklich ein Fan - dann gab es Passagen, die wie Tagebucheinträge wirkten, Aufzählungen und Zusammenfassungen.  Mit der Zeit hat sich das etwas gegeben und ich konnte mich besser auf die Geschichte einlassen.  Frank Göhre beginnt eigentlich recht ruhig. Der Ermittler Jörg Fedder und seine ehemaligen Kollegen Jan Broszinski und Pit Gottschalk bekommen ihren Auftritt und man erfährt, was sie inzwischen so machen. Der eine malt, der andere betreibt ein Nobelrestaurant. Stück für Stück setzt sich ein ziemlich komplexes Puzzle zusammen. Aus völlig verschiedenen Gründen finden die drei wieder zusammen und werden geschickt in diesen 10 Jahre alten Fall von „Zappa“ verzwirbelt. Wie am Ende alles zusammen passt hat mich wirklich beeindruckt, aber wirklich umgehauen hat mich die Story nicht. Mir war das alles ein bisschen zu nüchtern berichtet, aber das ist natürlich Geschmacksache. Auch bei der zweiten Geschichte: „St. Pauli Nacht“ findet sich dieser nüchterne Schreibstil wieder. Völlig verschiedenen Personen, mit völlig verschiedenen Erwartungen an das Leben, geschehen Dinge, die anders verlaufen wären, wären eben diese Leute nicht zufällig dort, wo sie letztendlich waren.  Einer von ihnen zum Beispiel ist Johnny. Frisch aus dem Knast entlassen erhält er eine Drohung, dass er den heutigen Tag nicht überleben wird. Tja, und das wird er dann auch nicht. Sein Tod hat allerdings eine vollkommen andere Ursache als ursprünglich geplant war. Auch hier werden mehrere Schicksale geschickt miteinander verzwirbelt und am Ende weiß man, dass es immer darauf ankommt, wann man sich wo befindet. Wobei mir der Spruch „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ besser gefällt, als der mit dem Wörtchen „falschen“ „Der Rentner in Rot“ ist vom Aufbau ähnlich. Eine Verkettung von unglücklichen Zufällen lässt den braven Rentner Brinkmann zum Schläger mutieren. Ich bin ehrlich gesagt etwas hin und her gerissen. Einerseits gefällt mir diese Art des Schreibens, andererseits stört es mich aber spätestens nach der dritten Geschichte. Vielleicht war ich für Krimis auch nicht in der richtigen Stimmung, oder ich hätte nicht alle Geschichten direkt hintereinander lesen sollen. Fazit: Von der Machart gibt es da sicherlich nichts auszusetzen, alles passte schlussendlich wunderbar zusammen und auch der Hamburger Jargon hat mir sehr gut gefallen, aber meins ist es trotzdem nicht unbedingt. Jedenfalls nicht in dieser geballten Form. Für Krimifans aber dennoch sehr empfehlenswert.

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  • Leben im Kiez - Gewalt und Liebe so dicht nebeneinander!

    Geile Meile: Sammelband
    Cybermaus71

    Cybermaus71

    07. October 2013 um 09:22

    Frank Göhre´s: Geile Meile Frank Göhre schreibt in seinem Buch „Geile Meile“ der 2 Romane beinhaltet: „Zappas letzter Hit“ und „St. Pauli Nacht“ und die Erzählungen: "Rentner in Rot" und "Der letzte Freier" sowie "Es war einmal St. Pauli". Es handelt vom Kiez, dem derben Umgangston, den brutalen Machenschaften. Der Hauptkommissar Jörg Feder wird bei seinen Fällen tief hinab in den Sumpf der Hamburger Unterwelt geführt. Hier gibt es weder Gerechtigkeit noch Rechte. Sexskandale, Auftragsmorde, Verstrickungen bis in die höchsten politischen Positionen sind an der Tagesordnung. Wir erfahren was passiert wenn man versucht die Hells Angels für seine Zwecke zu missbrauchen und wie die Menschen in diesem ganzen Umfeld mit der sich gerade im Umbruch befindlichen Lage abfinden. Oder tun sie das nicht? Meine Meinung: Frank Göhre schreibt in einem extrem flotten Tempo über das Leben auf dem Kiez. Man muss schon ganz genau aufpassen um der Geschwindigkeit standzuhalten. Seine Sprache ist typischer Kiez-Slang und passt sehr gut in das Buch. Die Story gefällt mir recht gut, auch wenn ich mit dem schnellen Tempo des Schreibers so meine Probleme habe. Manche Absätze lese ich zweimal um den Sinn dahinter zu verstehen. Die Geschichten sind alle insgesamt sehr schön flüssig geschrieben, es gibt keine extremen Ausschmückungen. Frank Göhre kommt immer gleich zur Sache, die Spannung in den Geschichten wird dauerhaft gehalten. Es erfolgt kein langweiliger Einbruch für den Lesen. Er beschreibt sehr schön die krassen Gegensätze die sich auf dem Kiez bieten, es gibt schöne Augenblicke aber auch das extreme Gegenteil in denen es um Gewalt, Verbrechen, Morde, Sex und Bandenkriege geht. Kein Thema bleibt unangetastet und die Geschichten sind inhaltlich immer unterschiedlich, keine Geschichte gleicht der anderen. Mein Fazit: Für Leser die Freude an dem schnellen Tempo des Schreibers haben und natürlich Interesse an Krimis ist das Buch ganz hervorragend! Spannung bis zum Schluss ist Garantiert!

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  • Geschichten vom Kiez

    Geile Meile: Sammelband
    Eka

    Eka

    08. September 2013 um 13:41

    Frank Göhre beginnt seinen Sammelband mit "Zappas letzter Hit". Dieser erschießt sich und seine Frau in seiner Zelle. Beide sind nun tot und hinterlassen eine Tochter, die sich um einen Verräter in den Reihen der organisierten Kriminalität, in der Zappa als Auftragskiller tätig war, kümmern soll. Sie schafft es, bei dem ehemaligen Ermittler im Fall Zappa, der jetzt als Rentner ein Nobelrestaurant betreibt, zu arbeiten und hat auch keine Skrupel, seine Geliebte zu werden, um ihn auszuhorchen, obwohl sie seine Tochter sein könnte. Aber sie will unbedingt alles über den Tod ihrer Eltern erfahren und das ist eine ganze Menge. Schließlich erkennt sie, dass außer dem Partykönig Dennis unter anderen auch ein Innensenator nicht so ganz sauber ist. Frank Göhre nimmt bei seiner Schreibweise kein Blatt vor den Mund, schreibt deftig und heftig in einer offenen Schreibweise, die oft nicht ganz jugendfrei ist. Der Anfang war für mich etwas verwirrend und man muss sich schon sehr konzentrieren, um bei dem schnellen Hin und Her die Übersicht zu behalten. Die zweite Geschichte "St. Pauli Nacht" schildert eine Nacht auf dem Kiez mit den unterschiedlichsten Leuten, die aufeinander treffen. Jonny, gerade aus dem Knast entlassen, bekommt einen Anruf:"Verabschiede dich von der Kleinen. Für immer. Du springst in die Kiste. Heute noch". Und es passiert tatsächlich, aber auf ganz andere Art und Weise, wie Jonny es vermutet hatte. Die dazugehörenden Szenen aus dem Rotlicht-Milieu schildert der Autor natürlich wieder auf seine bekannte Art. In der Erzählung "Rentner in Rot" wird der brave Bürger Brinkmann plötzlich zu einem rachsüchtigen Mann, als seine Frau ermordet wird. Und in "Der letzte Freier" stirbt die Prostituierte Tanja. Auch in der letzten Erzählung "Es war einmal St. Pauli" dreht sich wie in allen vorher alles um den Kiez. Es geht um Menschen mit ihren Schicksalen, um Menschen, die hier leben und plötzlich sterben, manchmal, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Wie bereits schon oben erwähnt, verwendet Frank Göhre in allen Geschichten eine temporeiche Sprache, die aber sehr gut zum Milieu paßt. Konzentriertes Lesen ist allerdings erforderlich, um ihm zu folgen. Man kann sich aber durchaus in die Figuren und deren Schicksale hineinversetzen, da er die Charaktere sehr gut beschrieben hat. Wer so etwas mag, ist hier bestens bedient und sollte das Buch lesen. Ds Buch ist erschienen im Pendragon Verlag, Bielefeld.  

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