Frank Gerbert Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin

(11)

Lovelybooks Bewertung

  • 10 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 0 Leser
  • 11 Rezensionen
(2)
(7)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin“ von Frank Gerbert

Als Italien 1915 Österreich-Ungarn den Krieg erklärt, will auch die 16-jährige Viktoria Savs kämpfen. Sie wäre von Kind an wohl lieber ein Junge gewesen. Mit einer Sondergenehmigung wird sie Offiziersdiener an der Drei-Zinnen-Front. Im Mai 1917 reißt ihr ein Felsblock den rechten Fuß ab, von der k.u.k.-Propaganda wird sie zum „Heldenmädchen“ stilisiert – und nach Kriegsende vergessen. Sie gerät in den Dunstkreis der Nazis – weil man ihr nicht einmal die angeblich kaputte Prothese ersetzt, schenkt ihr 1934 der „Führer“ eine neue. 1938 wird sie NSDAP-Mitglied und Angestellte der Wehrmacht. Endlich darf sie wieder mit Männern Kriegsdienst leisten! Anfang 1942 geht sie ins besetzte Belgrad und tritt den härtesten Männern von allen an die Seite – den Herrenmenschen der SS … Sensationelles Bildmaterial ergänzt diese Lebensgeschichte, die auf schaurige Weise zeigt, wie aus Mut und Patriotismus Hass und Fanatismus werden können.

Gewohnter Stil, interessante Frau, zu Ende etwas enttäuscht

— histeriker

Eine gut recherchierte "Biographie" über eine interessante, aber auch fragwürdige Frau.

— Magena

Eine grandiose Analyse über eine Frau im Krieg und deren Taten.

— Yoyomaus

Sehr guter Bericht über eine Frau, die gespalten zu sein scheint.

— camilla1303

Die ungewöhnlliche Biographie der Viktoria Savs, die als junges Mädchen in der k. und k. Armee diente

— Bellis-Perennis

Eine eigenwillige Persönlichkeit, die für die damalige Zeit ein ungewöhnliches Leben geführt hat. Die Darstellung dessen ist sehr gelungen!

— Sick

Akribisch recherchierter Bericht über eine hochinteressante Frau. Viele Infos und viel Stoff zum Nachdenken.

— Igelmanu66

Stöbern in Sachbuch

Für immer zuckerfrei

Ein interessanter Einblick in die zuckerarme Ernährung.

Katzenauge

Nur wenn du allein kommst

Eine mutige Frau lässt uns einen Blick hinter die Kulissen werfen und wirft zeitgemäßige Fragen auf.

leucoryx

Das Sizilien-Kochbuch

Dolce Vita auf Sizilianisch! Schauspieler Andreas Hoppe, seit über 20 Jahren als Mario Kopper im „Tatort“ Ludwigshafen zu sehen, hat eines

Mrslaw

Sex Story

Ein wirklich pfiffig gemachtes "Geschichtsbuch" im Comicstil - lehrreich und informativ!

chaosbaerchen

Das Problem mit den Frauen

Ein ganz herrliches kleines Buch!

Alina97

Hygge

Ein tolles Buch zum verschenken

Amber144

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ich habe mehr erwartet...

    Die Rote Wand

    Sommerregen

    An einem klaren Aprilmorgen in Meran beschließt ein Mädchen ihrem Vater in den Krieg zu folgen. Schon einmal hat sie im vergangenen Sommer auf ihn warten müssen, bangte um seine Rückkehr als er nach Galazien einberufen wurde. Als er wiederkam war er nicht mehr derselbe: Sämtliches Leben schien aus ihm gewichen, in seinen Augen lag etwas Düsteres und dennoch antwortete er auf die Fragen seiner Tochter nur mit Lob für echte Kameraden, ohne die man draußen nicht zu überlegen vermochte.Als dann also der Beginn des Ersten Weltkrieges droht und das Mädchen erneut alleine gelassen wird, beschließt es, sich als Junge zu verkleiden. Das lange blonde Haar kurz geschnitten und die Kleidung des Vaters angezogen, macht es sich auf den Weg.Die 15jährige macht sich zwei Jahre älter, gibt sich den Namen Richard und erklärt, sie müsse in den Krieg ziehen um ihren Vater zu suchen. Kurz nachdem sie dies ausgesprochen hat, fürchtet sie eine falsche Begründung abgegeben zu haben - wären Volk, Vaterland, Kaiser und Gott nicht eine bessere Antwort gewesen? Tatsächlich ist man aber so verzweifelt auf der Suche nach Kämpfern, dass sie genommen wird. Der Schwindel ist noch nicht aufgeflogen.Immer wieder versucht sie, beispielsweise von einem Arzt, zu erfahren, wo ihr Vater stationiert ist. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand an einen Mann erinnert und ihr weiterhelfen kann, geschwindend gering, was ihr Tag für Tag immer schmerzhafter bewusst wird. "Zum Sterben ist man ja nie zu jung." (S.33) heißt es zwar von Seiten des Arztes,"Und wenn dann einst, so leid mir's tut,Mein Lebenslicht verlischt,Freu ich mich, dass der Himmel auchSchön wie die Heimat ist." (S.35f.) tönt es jedoch von den Soldaten.Und so marschiert die ausgemergelte, graue Karwane mit austauschbaren Kämpfern, begleitet vom Ruf "Für Gott, Kaiser und Vaterland" zur Roten Wand. Erbitterte Kämpfe auf Felsvorsprüngen oder Gipfeln mit den unterschiedlichsten Waffen prägen den Stellungskrieg. An der Seite eines echten Kameraden namens Max hält das Mädchen Erstaunliches aus, wird kräftiger, abgehärteter und willensstärker, als sie es von sich erwartet hätte. Denn das Ziel, ihrem Vater zu begegnen und ihn zu beschützen, hegt sie noch immer.Doch auch das Mädchen Richard muss miterleben, wie immer mehr Soldaten fallen, Granaten explodieren und den Männern die Körper zerfetzen. Dabei ist es für sie von großer Bedeutung, dass die große Lüge über ihre wahre Identität niemals auffliegt.Eine Sekunde der Unachtsamkeit und man ist verloren, so lernt sie; schließlich lauert der Feind überall und vermag von allen Seiten anzugreifen...Das Mädchen durchlebt Höhen wie Tiefen, erfährt Langeweile bei gleichzeitiger Anspannung, lernt das Fürchten und das Töten. Aber es sind schon ganz andere im Kampf gefallen...Im Buchdeckel und über die erste Seite erstreckt sich eine Übersichts-Karte der Rotwand, damit der Leser immerhin einen groben Überblick zum Handlungsort er- und behalten kann. Denn da das Mädchen mit verschiedenen Truppen stetig weiterzieht, ändert sich der Schauplatz Mal um Mal.Das Buch beginnt mit einem Prolog, der einen direkt in eine Kampfszene katapultiert. Schon dort gibt es erste Verluste und die sehr bildhafte Sprache bewirkt, dass man aufmerksam jede Bewegung der Figuren verfolgt. "Er will noch etwas sagen, einen letzten Befehl oder vielleicht eine Verwünschung hauchen. Doch dann verlischt er, wie ein Zündholz, das in den Schnee geworfen wurde." (S. 10) Dann springt die Erzählung und man steht ganz am Anfang bei dem Entschluss des Mädchens in den Krieg zu ziehen. Den Namen der Protagonistin erfährt man im Verlaufe des gesamten Buches nicht, was den Leser permanent auf Distanz hält. Ich vermochte keine wirkliche Bindung zu ihr aufzubauen, da sie mir immer fern und nicht ganz verständlich war.Das mag auch daran liegen, dass man kaum etwas über ihre Gedanken und Empfindungen liest. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass diese, gerade bei der Thematik des Buches, durchaus behandelt würden, da in einer solchen Erzählung nicht nur die einzelnen Gefechte von Belang sind. Aber nur selten blitzt bei "dem Mädchen" eine dem Leser bemerkbare Gefühlsregung auf...Leider wandelt sich mit dem ersten Kapitel der Schreibstil allmählich, da von der ausgeschmückten Erzählweise immer weniger übrig bleibt. Am Anfang wird dies noch durch das Zitieren einiger Lieder ausgeglichen, diese fallen aber nach und nach weg, sodass eher als Ausnahme mal eine Strophe angeführt wird. Auch werden die Sätze immer simpler, weswegen das Buch auf rein sprachlicher Ebene bestens auch für junge Leser geeignet wäre.Das Buch erscheint mehr wie ein Bericht als wie ein Roman, was meines Erachtens sehr schade ist. In einem Interview gab der Autor an, weswegen die Geschichte für ihn so faszinierend war: "Zunächst einmal den Versteckspielaspekt, also eine Spannungsebene, die weder Alpen-Krimi noch Stahlgewitter-Romantik braucht. Das Mädchen muss ja in einer reinen Männerwelt überleben. Für diese Mimikry beobachtet sie die Männer genau und ahmt Verhaltensweisen nach. Nichts studiert man so aufmerksam wie ein Objekt, das man kopieren möchte. Dazu kam die Front an sich, die mit keinem anderen Kriegsschauplatz vergleichbar war."Ehrlich gesagt hätte ich mir sehr gewünscht, dieser psychologische Aspekt wäre wirklich mehr herausgearbeitet worden. Allerdings wird hier höchstens an der Oberfläche gekratzt, weswegen die Protagonistin auch nicht wirklich lebendig wirkt. Besser konnte ich mit den Nebenfiguren fühlen, wobei auch diese eher blass gezeichnet wurden.Auf mich wirkt es eher so, als hätte der Autor möglichst viele Informationen gesucht, die für ein Sachbuch jedoch nicht ausreichten, um diese dann aneinander zu fügen und gelegentlich durch eine erdachte Sequenz zusammen zu basteln. Betrachtet man die faktenreichen Beschreibungen, so merkt man durchaus, dass sich David Pfeifer mit der Thematik auseinandergestezt hat.Was mich am meisten beeindruckt ist, dass dieses Werk auf einer wahren Begebenheit beruht. Das namenlose Mädchen, welches wegen ihres Vaters an die Front geht, hieß in Wirklichkeit Viktoria Savs. Nach Kriegsende wurde sie wohl von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken "benutzt".Führt man sich beim Lesen vor Augen, was sie und all die anderen Soldaten durchleben mussten, ist dies erschütternd.Somit wird hier zwar ein bewegendes Schicksal behandelt, dieses aber nicht als solches vermittelt. Die Erzählung bleibt meines Erachtens weit hinter ihren Möglichkeiten, da die wie ein Bericht anmutende Geschichte wenig bis gar keinen Raum für Gefühle lässt. Ausführlicher wird sich den Beschreibungen der Front und der mit ihr verbundenen Schwierigkeiten gewidmet, wobei die Passagen zu den Felsen in meinen Augen zu genau waren. Wer sich mit dem Gebirge auskennt, mag sich bei diesen Ausführungen vielleicht ein Bild vom Ort des Geschehens machen können, mir war dies jedoch so gut wie unmöglich. Wer etwas über den Krieg in den Dolomiten erfahren möchte, kann mit dieser Lektüre vielleicht einen Einstieg finden. Auf mich wirkt das Buch leider nicht ganz rund, für Dolomiten-Interessierte hält es wohlmöglich mehr Spannung bereit.2,5 Sterne

    Mehr
    • 7
  • Leserunde zu "Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin" von Frank Gerbert

    Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Worum geht's? Als Italien 1915 Österreich-Ungarn den Krieg erklärt, will auch die 16-jährige Viktoria Savs kämpfen. Sie wäre von Kind an wohl lieber ein Junge gewesen. Mit einer Sondergenehmigung wird sie Offiziersdiener an der Drei-Zinnen-Front. Im Mai 1917 reißt ihr ein Felsblock den rechten Fuß ab, von der k.u.k.-Propaganda wird sie zum „Heldenmädchen“ stilisiert – und nach Kriegsende vergessen. Sie gerät in den Dunstkreis der Nazis – weil man ihr nicht einmal die angeblich kaputte Prothese ersetzt, schenkt ihr 1934 der „Führer“ eine neue. 1933 wird sie Mitglied der österreichischen NSDAP und 1938 Angestellte der Wehrmacht.. Endlich darf sie wieder mit Männern Kriegsdienst leisten! Anfang 1942 geht sie ins besetzte Belgrad und tritt den härtesten Männern von allen an die Seite – den Herrenmenschen der SS … Sensationelles Bildmaterial ergänzt diese Lebensgeschichte, die auf schaurige Weise zeigt, wie aus Mut und Patriotismus Hass und Fanatismus werden können. Frank Gerbert geboren 1955, Geograf, Germanist, Buchautor und Journalist, veröffentlichte u.a. in „Zeit“, „Spiegel“ und „Focus“. 2013 gab er bei K&S das von Rezensenten hochgelobte Weltreisetagebuch von Erzherzog Franz Ferdinand heraus, 2014 erschien „Endstation Sarajevo“. >> Informationen zum Buch Bewerbung zur Leserunde:  Wenn ihr mehr wissen wollt, dann bewerbt euch bis einschließlich 10. September 2015 für eines von 10 Leseexemplaren. Sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet.  Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme!  > Besucht unsere Webseite! www.kremayr-scheriau.at > Folgt uns auf Facebook und Twitter und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

    Mehr
    • 151
  • Rezension: "Die Kriege der Viktoria Savs" (F. Gerbert)

    Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin

    Anchesenamun

    28. November 2015 um 13:49

    Ich habe ja schon viele Bücher über den Zweiten Weltkrieg und die Nazizeit gelesen, aber über den Ersten Weltkrieg weiß ich ehrlich gesagt nicht sonderlich viel. Dass es damals auch so genannte "Heldenmädchen" gab, also Frauen, die als große Ausnahmen im Militärdienst dienten, obwohl dies nicht vorgesehen war, fand ich sehr spannend. Deshalb wollte ich die Geschichte von Viktoria Savs unbedingt lesen. Es gibt zahlreiche (historische) Zeitungsberichte über diese Frau, die damals zur Heldin hochstilisiert wurde, letztendlich aber eine umstrittene Figur auch unter Militärangehörigen blieb. Sowohl im Ersten als auch Zweiten Weltkrieg war sie aktiv und wurde dort für Propagandazwecke "missbraucht" - oder auch nicht, denn so wie es aussieht, hat die kampfbegeisterte Viktoria selbst all die Heldengeschichten um ihre Person nur zu gerne in Umlauf gebracht bzw. bestätigt. Nun ist also der Journalist Frank Gerbert auf Viktoria Savs Spuren gewandelt. Gleich im Vorwort kam für mich das überraschende Eingeständnis, dass Gerbert lediglich den Versuch vornehmen kann, ein Bild von Viktoria Savs zu zeichnen. Ich hatte eigentlich vermutet, dass er mehr gesicherte Informationen über diese Frau zu bieten hätte und hier mit einer fundierten Biographie aufwartet. Dem ist jedoch nicht so, und so sind die meisten Geschichten rund um die Savs mit Vorsicht zu genießen, in einigen Teilen gibt es auch widersprüchliche Überlieferungen. Es muss also meist bei Mutmaßungen bleiben, was ich sehr schade fand. Immerhin ist der Autor aber diesbezüglich ehrlich, so dass man gleich zu Beginn weiß, worauf man sich beim Lesen einlässt. Gerber rekonstruiert also anhand von Zeitungsberichten, erhaltenen Dokumenten, bereits vorhandenen Recherchearbeiten und Gesprächen mit Zeitzeugen Viktoria Savs Leben und ihren Charakter. Viele Überlieferungen bleiben hierbei umstritten und gehören in den Augen des Journalisten eher in das Reich der Mythen. So ist es zum Beispiel fraglich, ob Viktoria Savs wirklich als Soldatin an der Front gekämpft hat oder lediglich niedrige Aufgaben übernahm, für die durchaus auch Frauen eingesetzt werden konnten. So gibt es gar einen Leserbrief von anderen Soldaten, denen die Heroisierung ihrer "Kameradin" in den Zeitungen so sauer aufstößt, dass sie behaupten, ihr wurde der Fuß völlig unprätentiös bei einer Sprengung von Felsgestein abgerissen, als die Dame gerade auf dem Lokus weilte... Die Frau, die der Leser kennenlernt, ist doch eher unsympathischer Natur. Viktoria war ein "Tomboy", verhielt sich Zeit ihres Lebens wie ein Mann, hatte vermutlich auch eine lesbische Beziehung mit einer jüngeren Frau, die sie offiziell nach dem Zweiten Weltkrieg adoptierte. Ihre Halbschwester, mit der sie jedoch kaum etwas zu tun hat, beschreibt Viktoria als herrisch, egozentrisch und wenig liebenswert. Dem Vater folgt sie begeistert in den Krieg, sie möchte unbedingt gegen die Italiener kämpfen. Auch nach dem Unfall, bei dem Viktoria einen Fuß verlor, wollte sie sofort wieder zurück an die Front. Später dann ließ sie sich nur allzu gern von den Nationalsozialisten einspannen und arbeitete u. a. als Spionin gegen ihre eigene Heimat. Ein Bild zeigt sie mit hohen Funktionären der gefürchteten Waffen-SS. Spätestens hier werden wohl alle Sympathien für sie verpuffen. So bezeichnet Gerber sie denn auch im seinem Schlusswort als "ebenso faszinierendes wie abstoßendes politisch-psychologisches Unikum". Die ersten Kapitel fand ich noch etwas holprig, ich kam nicht so recht in den Schreibstil hinein. Das mag aber auch daran liegen, dass ich erstmal dem Buch gegenüber negativ eingestellt war, nachdem ich gelesen hatte, dass es lediglich auf Rekonstruktionen und Mutmaßungen basiert. Im Laufe des Buches fand ich jedoch immer mehr hinein, und dann ließ es sich auch flüssig und durchaus unterhaltsam lesen. Gerber hat keinen nüchtern-sachlichen Stil, sondern einen lockeren, ja mitunter humorigen Erzählstil, der das Buch recht kurzweilig gestaltete. Alles in allem wird dem Leser hier eine interessante, wenn auch nicht gerade sympathische Persönlichkeit vorgestellt, von der leider noch zu viele Fakten im Dunkeln liegen, so dass man sich zusammen mit dem Autor oft mit Spekulationen zufrieden geben muss.

    Mehr
  • Eine Frau in zwei Kriegen

    Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin

    histeriker

    18. October 2015 um 11:43

    Inhalt: Frank Herbert begibt sich auf Suche nach einer Heldin. Er erforscht die Geschichte von Viktoria Savs, die angeblich im Ersten Weltkrieg kämpfte und Heldin wurde. Bewertung: Ich habe schon ein Buch von Frank Herbert gelesen und sein Stil gefiel mir. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, dass ich eine Möglichkeit hatte dieses Buch zu lesen. Der Anfang war wie gewohnt, das Buch hat mich gefesselt, der Stil war wieder toll. Ich finde es Klasse, wie der Autor es schafft, seine Bemerkungen und Recherchen so flüssig zu integrieren. Das ist aus meiner Sicht eindeutig das Vorteil seiner Bücher. Die "Heldin" des Buches bleibt sehr wenig erschlossen, ich bin mit ihr gar nicht warm geworden, was aber nicht am Stil liegt. Ich denke, dass es sehr schwer ist, sich in sie reinzuversetzen und ich hatte nicht den Eindruck, dass es dem Autor besser ginge. Ich habe mich auf jeden Fall gefragt, wieso er sich gerade für sie entschied, es wurde mir nicht ganz klar. In diesem Zusammenhang hat mich auch das Buch am Ende enttäuscht. Die letzten Kapitel waren da für mich nur deswegen, weil sie noch nach 1945 lebte und man nicht in der Mitte aufhören wollte. Aber man hat nur wenig über sie zu erfahren und es war nicht wirklich interessant. Ich habe es nicht wirklich mit Lust gelesen. Andererseits wurde mir durch dieses Buch nochmal klar, wie schwer es ist, etwas über Geschichte zu erfahren. Über Viktoria Savs gibt es nicht viele Quellen, wenn sie da sind, sind sie nicht wirklich objektiv. So wird klar, dass man eigentlich die "Wahrheit" nicht erfahren kann. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass der Autor da sein Bestes gegeben hat. Und das macht das Buch für mich sehr wertvoll.

    Mehr
  • Über Viktoria Savs

    Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin

    Magena

    13. October 2015 um 21:00

    Viktoria Savs war einige der wenigen Frauen an der Front im ersten Weltkrieg. Was genau sie an der Front leistete versucht der Autor in diesem Buch zu beleuchten. Und auch ihren weiteren Lebensweg untersucht der Autor akribisch. Frank Gerbert versucht das Leben der Viktoria Savs trotz weniger Quellen zu skizzieren und ihre Beweggründe zu ergründen. Er schafft es die Leser auf seine intensive und umfangreiche Recherchereise mitzunehmen. Hierbei skizziert er nicht nur mit der dünnen Faktenlage das Leben der Savs, sondern zeigt auch, dass viele Quellen kritisch zu betrachten sind, da sie oftmal zu Zwecken der Propaganda geschrieben wurden. Es wird deutlich, dass die Wahrheit oft verdreht wird und vieles nur gemutmaßt werden kann. Ein sehr informatives Buch mit vielen Hintergrundformationen zum ersten Weltkrieg, der NS-Zeit, dem  zweitem Weltkrieg und schließlich der Besatzerzeit. Bleibt der Autor zunächst sachlich, so wird er spätestens bei den Berichten über den Jahren in der NS-Zeit persönlich und flappsig. Ein Fauxpas der in Anbetracht der Taten der Nationalsozialisten verständlich ist, jedoch das sonst so kritische und gut recherchierte Buch leider abwertet. Dennoch ist das Buch sehr lesenswert!

    Mehr
  • Für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde

    Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin

    Igelmanu66

    »Für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde. Viktoria Savs stand seit dem 1. Dez. 1916 als Ordonnanz des KA. Kommandos „Zinnen“ in Verwendung und hat ihren Dienst stets mit grösstem Eifer und Arbeitsfreude versehen. Sie meldete sich immer wieder freiwillig zum Postendienst, zu Patrouillengängen und wollte auch an der Erstürmung des Sextensteins aktiv teilnehmen. Obgleich ihren Bitten mit Rücksicht auf ihre Zuteilung als Arbeiterin nicht entsprochen wurde, hatte sie bei Artilleriebeschießungen des Zinnenplateaus und bei Frontbegehungen im Infanterie-Feuer oft Gelegenheit, ihren für ein Weib ganz ungewöhnlichen Mut zu beweisen. Bei der Sextenstein-Aktion am 21./22. April 1917 hat sie ohne Befehl die italienischen Gefangenen im schweren Artilleriefeuer eskortiert. Ihr frisches Wesen, ihr ideal-patriotischer Geist, ihr steter Diensteifer und ihre bewundernswerte Unerschrockenheit bot für die Mannschaft immer ein gutes und sichtlich eindrucksvolles Beispiel. Als ihr am 27. Mai 1917 durch einen Felssturz der rechte Fuss abgerissen wurde, gab sie durch ihr stummes Ertragen der heftigen Schmerzen und durch ihre naive Klage „nun kann ich nicht mehr an die Bergfront gehen“ einen Beweis ihrer Seelenstärke, der auf die ganze Mannschaft erschütternd und erhebend wirkte.« Das einleitende Zitat stammt aus dem Belohnungsantrag zur Verleihung der Silbernen Tapferkeitsmedaille an Viktoria Savs. Im Laufe ihres Lebens kamen noch diverse weitere Auszeichnungen hinzu, mit denen sie sich stolz und gerne zeigte. Wer war diese Frau, die im 1. Weltkrieg unbedingt für ihr Land kämpfen wollte? Zu einer Zeit, in der der Aufgabenbereich einer Frau sich gemeinhin auf typisch „weibliche“ Tätigkeiten zu beschränken hatte? Wer war diese Frau, die im Jahr 1938 dann nicht nur der NSDAP beitrat, sondern auch in den Dienst der Wehrmacht trat? Der Autor Frank Gerbert hat mit der Sammlung von Fakten, Berichten, Fotos und Zeugenaussagen rund um das Leben der Viktoria Savs eine regelrechte Detektivarbeit betrieben. Das Ergebnis lässt sich sehen! Chronologisch arbeitet er sich vor, präsentiert für beinahe jeden Zeitraum in Viktorias Leben belegbare Fakten, die er mit Berichten aus unterschiedlichen Quellen ergänzt. Recht häufig ergeben sich dabei widersprüchliche Angaben, die verdeutlichen, dass die Frage nach der Wahrheit hier keine einfache ist. Die Akribie, mit der der Autor sich um Vollständigkeit bemüht, hat mich wirklich beeindruckt! Die Ergebnisse sind nicht nur hochinteressant zu lesen, sondern reizen zum Nachdenken über Viktorias Antrieb, ihre Einstellung, ihre Motivation. Manche Fragen lassen sich auch nach Auswertung aller Indizien nicht abschließend beantworten, man kann sich nur, genau wie der Autor es auch tut, eine Meinung bilden. War sie ein Transgender? Gefangen im „falschen“ Körper? Versuchte sie vielleicht nur, ihrem eigenen Gefühl entsprechend zu leben – und später, in der Nazizeit zu überleben? Wollte sie womöglich für die Gleichberechtigung der Frau eintreten? Oder war sie eine überzeugte Anhängerin des NS-Regimes? War sie nicht nur eine Mitläuferin sondern eine aktive Nationalsozialistin? »Dieses Buch ist ein Versuch, trotz schwieriger Quellenlage das Bild einer ungewöhnlichen Frau zu zeichnen, eines ebenso faszinierenden wie abstoßenden politisch-psychologischen Unikums.« Eine Erkenntnis drängt sich auf: Viktoria wurde – ganz nach Bedarf – für politische Zwecke eingesetzt. War sie sich dessen bewusst? Fühlte sie sich vielleicht ausgenutzt oder störte es sie nicht? Genoss sie es, immer wieder in Zeitungsberichten aufzutauchen? Gefiel sie sich besser auf Fotos, die sie in Uniform zeigten oder auf den späteren Aufnahmen in gefälligerer – weiblicher – Kleidung? Rund um Viktorias Schicksal herum gibt der Autor jeweils einen Abriss der geschichtlichen und politischen Situation. Ich habe dabei das ein oder andere erfahren, von dem ich zuvor noch nicht gehört hatte. Mein Punktabzug resultiert daraus, dass ich es passender empfunden hätte, wenn der Autor seine persönliche Wertung auf das Schlusskapitel beschränkt hätte. Ein Satz wie beispielsweise »Genug jetzt des braunen Schleims!« ist zwar für mein Empfinden eine absolut zutreffende Beschreibung eines – in dem Fall – zitierten Artikels aus einem Naziblatt, unterbricht aber unangenehm den ansonsten gründlichen Bericht. Fazit: Akribisch recherchierter Bericht über eine hochinteressante Frau. Viele Infos und viel Stoff zum Nachdenken.

    Mehr
    • 12
  • Die Legende von Viktor und Viktoria

    Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin

    Sick

    Victoria Savs wird 1899 in Bad Reichenhall als erste Tochter des Schuhmachermeisters Peter Savs geboren. Schon sechs Jahre später erklärt der Vater, dass er nicht mehr mit seiner Frau zusammenleben will und dass er die beiden ältesten Töchter bei sich behält, die jüngste aber noch zu jung ist. Die kleine Familie zieht nach Südtirol und als 1914 der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo ermordet wird, würde die junge Viktoria, die sich lieber mit k schreibt, am liebsten mit ihrem Vater zusammen in den Krieg ziehen. Damals ist sie erst fünfzehn Jahre alt und wird abgewiesen, aber als ein Jahr später die Italiener in den Krieg mit einsteigen, darf sie als Ordonnanz bei einem Offizier arbeiten. Fortan trägt sie Uniform und die Haare so kurz, dass man auf den ersten Blick meinen könnte, sie wäre ein junger Mann. Und so beginnt Viktorias Leben erst richtig, gefolgt von Verwundung, Auszeichnungen, Presseberichte über sie, Arbeitslosigkeit und Armut, sowie von einem bescheidenen Ansehen bei den Nationalsozialisten...   Der Autor Frank Gerbert hat sich mit diesem ungewöhnlichen Leben beschäftigt. Mithilfe von einigen Kollegen, die dieses Thema ebenfalls zuvor bearbeitet hatten, von diversen Archiven und einigen Zeitzeugen, versucht er ein möglichst vollständiges Bild von Viktoria Savs zu erstellen. Da es allerdings viele Jahre gibt, in denen praktisch nichts über sie zu finden ist, gelingt dies nur für bestimmte Abschnitte ihres Lebens. Bereits der Einstieg ins Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Autor beschreibt seine Erinnerungen an Südtirol, das er als Junge mit seinem Vater zweimal besucht hat. Damals, etwa fünfzig Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, gab es immer noch viele Spuren der damaligen Zerstörung. Der Vater Eugen Gerbert hat sich selbst intensiv mit dem Dolomitenkrieg beschäftigt und hat so unter anderem das Interesse bei seinem Sohn geweckt. Viel geschrieben wurde über das "Heldenmädchen von den Drei Zinnen", das ganz alleine mindestens zwanzig Männer gefangen genommen haben soll. Frank Gerbert versucht anhand von Quellen und Recherchen herauszufinden, was der Wahrheit am ehesten entsprochen haben könnte, widerlegt zum großen Teil auch Aussagen und hat diesbezüglich wirklich sehr gründlich gearbeitet. Dabei blieb er zumeist objektiv, nur manchmal fließen persönliche Ansichten in den Text mit ein, besonders im Zusammenhang mit Viktorias Sympathie für die Nationalsozialisten. Heute eher unbekannte Begriffe und Abkürzungen werden zudem gut erklärt und die Umgebung, die Viktoria während des Dolomitenkrieges umgibt, sehr schön beschrieben. Außerdem versucht der Autor, auch hinter die kriegsverklärende Fassade zu schauen und beschäftigt sich mit Viktorias Familie und unter anderem auch ihrer möglichen sexuellen Orientierung. Dies alles geschieht sehr sorgfältig und in einem angenehmen Schreibstil. Aufgelockert wird der Text durch einige Fotos, die ebenfalls näher erläutert und interpretiert werden, auch wenn nicht alle beschriftet waren. Die Danksagung verweist auf Frank Gerberts Recherchehilfen, ein ausführliches Quellenverzeichnis rundet das Buch ab.   Viktoria Savs war eine eigenwillige Persönlichkeit, die für die damalige Zeit ein ungewöhnliches Leben geführt hat. Ich fand die Darstellung dieses Lebens sehr gelungen und empfehle sie gerne weiter.

    Mehr
    • 5
  • Kämpferin in zwei Kriegen

    Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin

    irismaria

    03. October 2015 um 09:55

    Das Cover von "Die Kriege der Viktoria Savs" von Frank Gerbert zeigt eine androgyne Frau in Uniform. Der Untertitel "Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin" erläutert, worum es in dem Buch geht: um die Österreicherin Viktoria Savs, die an der Seite ihres Vaters im ersten Weltkrieg kämpft, verwundet wird, sich später den Nationalsozialisten zuwendet und auch im zweiten Weltkrieg aktiv wird. Ausgehend von eigenen Kindheitserinnerungen an Südtirol berichtet der Autor, wie er von Viktoria gehört und ihr Leben anhand verschiedener Quellen rekonstruiert hat. Dabei wird deutlich, dass viele Quellen stark ideologisch geprägt sind und Viktoria einmal als Heldenmädchen verehrt wird, ein anderes Mal ihre Taten geleugnet werden. Einige Fotos ergänzen den Text und auch bei einigen von ihnen bleiben Rätsel offen. Auch wenn das Buch kein Roman ist, ist es doch gut lesbar geschrieben. Über Viktorias Leben hinaus erfährt man viel über Südtirol im 20. Jahrhundert, von der Monarchie über den Krieg mit Italien und die Zeit danach, den Anschluss an Deutschland etc. Ich kann "Die Kriege der Viktoria Savs" allen geschichtsinteressierten Lesern als Biografie einer Frau empfehlen, die in einer männerdominierten Welt ihren Traum, Soldatin zu sein, gelebt hat. 

    Mehr
  • Werk und Wirklichkeit - Der Mythos Viktoria Savs

    Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin

    Aspasia

    02. October 2015 um 16:24

    In der Biographie Die Kriege der Viktoria Savs - Von der Frontsoldatin zu Hitlers Gehilfin versucht der Autor Frank Gerbert das Leben der, als das Mädchen von den drei Zinnen bekannten Österreicherin, Viktoria Savs, nachzuzeichnen. Trotz magerer Quellenlage gelingt es ihm, dass Interesse des Lesers an dieser zur Amazone des ersten Weltkrieg stilisierten Ikone zu wecken. Wobei man daran zweifeln darf, ob es dabei um ein rein historisches Interesse an der besonderen Rolle der Frau in der Militärgeschichte, beispielhaft verkörpert von Viktoria Savs, geht. Vielmehr scheint es eher unsere niederen voyeuristischen Impulse zu bedienen. Diese Frau, deren äußerliche Selbstdarstellung weder den Erwartungen ihrer Zeitgenossen, noch, trotz aller geforderten Toleranz, unserem Bild einer Frau entspricht. Frank Gerbert ist ein Journalist, Jahrgang 1955, der für Magazine wie „Spiegel", „Zeit" und „Focus" geschrieben hat und heute als freier Autor arbeitet. Er ist Herausgeber des Franz-Ferdinand-Tagebuchs „Die Eingeborenen machten keinen besonders günstigen Eindruck" und hat als Autor von „ Endstation Sarajevo" und "Die letzten sieben Tage des Thronfolgers Franz Ferdinand" seine Interesse an der k. u. k Thematik rund um den ersten Weltkrieg bewiesen. Er ist ein begeisterter Wanderer, der bereits fünf Alpenüberquerungen absolviert hat, unterhält einen Wanderer-Blog und hat bereits ein Buch "Wandern" über diese Leidenschaft veröffentlicht. So ist es fast logisch, dass er über das Schicksal der Südtirolerin, Teilnehmerin am Dolomitenkrieg, Viktoria Maria Savs "gestolpert" ist. Die Titelheldin ist als erstes von drei Mädchen des, aus dem heutigen Slowenien stammenden, Schuhmachermeister Peter Savs und seiner Ehefrau Maria Pauli 1899 in Bad Reichenau geboren. Die Familie ließ sich 1903 in Arco ( Arch), ein bei wandernden Touristen beliebter Ort, am Gardasee in Südtirol nieder, zog 1914 nach Obermais bei Meran, beides damals ein Teil von Östereich-Ungarn. 1904 beantragte der Vater die Trennung, eine Scheidung war nicht möglich, von seiner Frau, die mit der jüngsten Tochter, Irma, die Familie verlies. Als Italien im Mai 1915 Österreich-Ungarn den Krieg erklärt, meldet sich Viktoria, kurzhaarig und in Männerkleidung, als freiwillige Arbeiterin eines Genietrupps, ein Bautrupp. Ab Dezember 1916 wird sie auf ihre Bitte hin in die Einheit ihres Vaters, einem kämpfenden Bataillon an der Drei-Zinnen-Front in den Dolomiten, versetzt, wo sie Hilfs- und Ordonnanzdienste, ohne militärischen Rang, auszuführen hat. Im Mai 17 reißt ihr ein Felsblock den rechten Fuß ab, so dass sie vom weiteren aktiven Kriegsdienst ausgeschlossen ist. Sie wird mit verschiedenen Orden dekoriert. Photos von ihr, bewaffnet und in Uniform, werden als Beispiel für Mut und Kampfgeist zu Propagandazwecken in verschiedenen, der Zensur unterstehenden, deutschen und österreichischen Zeitungen abgedruckt. Von 1917-21 ist sie, weiterhin Uniform tragend, in einem Invalidenhospital in Wien gemeldet, in dem sie als Kriegsversehrte neben medizinischer Hilfe auch eine Ausbildung als Schuhmacherin erhält. Danach lebt sie in bescheidenen finanziellen Verhältnissen, eine Invalidenrente wird ihr vom Österreichischen Staat lange verweigert. Sie, die 1933 schon in den österreichischen Ableger der NSDAP eintritt, lässt sich für die Agitation gegen die Österreichische Regierung benutzen. 1934 wird ihr, dem einstigen k. u. k. "Heldenmädchen" und der nun von den Österreichern schmählich im Stich Gelassenen, vom "Führer" eine Prothese geschenkt. Nach dem Einmarsch der Nazis wird sie 1938 Angestellte der Wehrmacht in Salzburg. 1942 hält sie sich im besetzten Belgrad auf, wo sie mit führenden SS Männern, die auch damals bekanntermaßen für die Ermordung von 7500 serbisch-jüdischen Frauen und Kindern verantwortlich waren, für einen geselligen Herrenabend zusammentrifft. Von dort reist sie schon nach 5 Monaten im Juli 1942 mit der 21 Jahre jüngeren Charlotte Drachau, einer Belgrader Kollegin aus der Nähe von Magdeburg, zurück nach Salzburg. Sie leben die nächsten zehn Jahre, beide als Untermieter, unter der selben Adresse. Nach dem Krieg, unter amerikanischen Besatzung, entgeht Charlotte der Ausweisung nach Deutschland, dadurch, dass Viktoria sie adoptiert. Viktoria wird nach einer Überprüfung im Rahmen der Entnazifizierung als minderbelastet eingestuft, sie äußert sich bis zu ihrem Tod 1979 nie selbstkritisch. Mit journalistischen Fingerübungen, dem Bericht über den eigenen Wanderstop zur touristischen Photosession an den Drei Zinnen, einer Berglandschaft in den Alpen, durch die vor 100 Jahren die Grenze zwischen Österreich und Italien verlief, einem Bergurlaub mit dem Vater in den 60ern und den persönlichen, keineswegs ungewöhnlichen Kriegserfahrungen, der eigenen deutsch-französischen Familie, gelingt es Gerbert die Aufmerksamkeit des Lesers zu gewinnen. Mir stellt sich nur die Frage für was? Was ist das eigentliche Ziel des Buches? Viktorias Leben nachzuzeichnen in Form biographischer Daten? Herauszufinden was während ihrer Militärzeit wirklich passiert ist? Wie heldenhaft das Heldenmädchen wirklich war? Die Propagandainstrumente der Machthaber während des ersten und zweiten Weltkrieges aufzudecken? Zu zeigen wie viel Nazi in ihr steckte? Gerbert gibt dazu nur folgendes an: "Nun jedoch das Leben einer Frau zu erforschen, die "wie ein Mann" an der Front gekämpft und gelitten hat, erschien mir als ungewöhnlich und daher hochinteressante Variante des säkularen Trauerspiels." Ohne leitende Fragestellung, aber mit der Neugier eines Bluthundes, dreht er jedes Blatt Papier um und klickt jeden Link an, trägt er emsig sein Material zusammen. Ärgerlich, dass die zitierten Quellen nicht ohne weiteres den Literaturangaben im Anhang zugeordnet werden können. Gerbert breitet seine Beweisstücke, meist amtliche Dokumente wie z.B. Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Melderegisterauszüge, Arbeitsnachweise, Parteiausweise, Adoptionsurkunden, unter Zensur entstandene und für Propagandazwecke geschriebene Artikel, mit oder ohne Bildmaterial, und sehr wenige persönliche Photos, einige mit, die meisten aber ohne Beschriftung, aus dem persönlichen Nachlass der Viktoria Savs, dann im Fließtext vor dem Leser aus. Zeitzeugeninterviews gibt es so gut wie keine, von einer um Jahre jüngere Stiefschwester abgesehen, die sich an 2-3 Begegnungen in ihrer Kindheit vage erinnert und sonst nur Hörensagen ihrer Eltern beisteuern kann. Persönliche Briefe, Tagebuchaufzeichnungen oder dergleichen gibt es leider nicht. Gerbert selbst weist wiederholt daraufhin, dass die Quellenlage mehr als dürftig ist, sich auch gerne widerspricht, und oft einfach sehr viel Interpretationsspielraum lässt. Der Autor ist klug genug diesen auch immer wieder im Text zu betonen, auch wenn seine Deutung der Dokumente nicht zu überlesen ist. So weit, so interessant. Doch Gerbert versucht sich auch an der Motivsuche und die dafür bemühten Quellen, sind, das gibt er selbst zu eher dubios. Die Fokussierung auf das auffallende Äußere finde ich unseriös. Viktorias uneindeutige Geschlechtsidentität und ihre, uns nicht bekannte, sexuelle Orientierung sind natürlich Teile ihrer Persönlichkeit, haben sie auch zu dem Menschen gemacht, der sie war, nur welchen und wie viel Anteil es an ihrer konstruierten Heldenmädchen Biographie hatte, ist völlig spekulativ und nährt damit nur einen neuen Mythos der Viktoria Savs.

    Mehr
  • Wer war diese Frau, die in zwei Weltkriegen eine undurchsichtige Rolle spielte?

    Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin

    Bellis-Perennis

    Frank Gerbert, Geograf, Buchautor, Germanist und Journalist betritt mit seinem Buch über Viktoria Savs – um im militärischen Jargon zu bleiben – schwieriges Terrain. Viktoria, 1899 in Bad Reichenhall geboren, ist älteste Tochter des Peter Savs. Der heiß ersehnte Sohn bleibt dem Vater zeitlebens versagt. Die Eltern trennen sich 1904 und Peter Savs zieht an den Gardasee, damals Teil der Donaumonarchie. Es gibt zwar bald eine neue Frau in der Familie, aber sie wird eher als „Wirtschafterin“ denn als Mutter oder Ehefrau geschildert. War das einer der Gründe, warum sich Viktoria als Mann ausgab? Oder steckte sie vielmehr im falschen Körper? Folgen wir den Tatsachen: 1915 tritt sie in Männerkleidung ihren Dienst als Maultierführerin in das Standschützenbataillon Meran der k. und k. Monarchie an. Ob es ihr wirklich gelungen ist, ihr Geschlecht zu verbergen? Möglicherweise zu Beginn. Doch das soldatische Zusammenleben auf engstem Raum, mitten an der Front lässt wenig Privatsphäre. Der Autor hat hier berechtigte Zweifel. Zu dem Zeitpunkt als sie sich den Fotografen in den Dolomiten stellt, ist Österreich-Ungarn bereits militärisch angeschlagen, die (Zivil)Bevölkerung hungert und die anfängliche Kriegsbegeisterung ist der Ernüchterung gewichen. Das k. und k. Kriegsministerium muss daher auf außergewöhnliche Maßnahmen zurückgreifen, um die (Kampf)Moral zu stärken. Was könnte da besser in das Konzept passen als eine junge Frau, die als Patriotin ihre Heimat mit der Waffe verteidigt? Eben! Der Autor begibt sich auf Spurensuche. Leider sind echte, authentische Quellen sowie Zeitzeugen rar. Eine besondere Schwierigkeit stellt die „Heroisierung“ Viktorias durch die NS-Propaganda dar. Es ist nicht immer möglich zwischen „Wahrheit“, „Halbwahrheit“ und „Unwahrheit“ zu unterscheiden. Die Rolle der NS-Propaganda wird gut recherchiert und durch verschiedene Zeitungsausschnitte belegt. Nicht nur Viktoria wird von den Nazis vereinnahmt. Sie teilt diese zweifelhafte Ehre mit einigen anderen Frauen und Männern. z. B. mit ihrer Zeitgenossin Stephanie Holleinstein, die sich als Stephan Hollenstein ausgegeben hat und bei den Vorarlberger Standschützen als Soldatin diente. Ihre Kameraden kennen ihr wahres Geschlecht. Sie wird, nachdem ihre Vorgesetzten davon Kenntnis erlangen, sofort nach Hause geschickt. Auch sie spielt später in der NS-Zeit eine unrühmliche Rolle. Sie wird – obwohl ihre expressionistischen Bilder eigentlich dem Regime widersprechen, als „Heldin“ hochstilisiert und als Kunstexpertin gehandelt. Selbst der Cheruskerfürst Arminius, der 9 n. Chr. Varus und seine Truppen im Teutoburger Wald besiegte, muss für die NS-Politik herhalten. Als „Hermann, der Cherusker“ wird er in die Annalen der Nazis eingehen. Auch Eleonore Prochaska (1785-1813) und Friederike Auguste Krüger (1789-1848), die während der Befreiungskriege gegen Napoleon in der kämpfenden Truppe ihren Mann gestellt hatten, ereilte dieses Schicksal. In einigen Artikel und Büchern wurden sie in den 1940er Jahren zu Heldinnen hochgejubelt. Hier sind die Fakten leichter zu recherchieren und zu überprüfen, weil Tagebücher und Aufzeichnungen erhalten sind. Die Schicksale der beiden weichen jedoch von dem Viktorias ab: Eleonore stirbt an einer Verwundung und Friederike Krüger heiratet und bekommt vier Kinder. Beide verleugnen ihre Weiblichkeit nicht. Der Umgang des (heutigen) Österreichischen Bundesheeres mit Viktorias Kriegseinsatz scheint ebenfalls ambivalent: Die Heeresunteroffiziersakademie (HUAk) des Österreichische Bundesheeres verlieh seinen Absolventen des Jahrganges 1999 das Lehrgangsabzeichen "Viktoria Savs". Ich finde das Buch trotz der mageren Quellenlage sehr informativ. Ein Sachbuch, das mit vielen Fotos und Zitaten die widersprüchliche Persönlichkeit der Viktoria Savs in widersprüchlicher Zeit beleuchtet. Es ist gut zu lesen. Der eine oder andere Leser wird eventuell Abkürzungen, Geschehnisse etc. woanders nachlesen müssen. Ein Glossar bzw. eine Zeittafel wäre eventuell hilfreich. Der Titel „Die Kriege der Viktoria Savs“ implizieren nicht nur die beiden Weltkriege sondern auch die persönliche Kriege der Viktoria: Kampf um Anerkennung, Kampf um das „Anderseindürfen“, der Kampf der sexuellen Orientierung. Ich kann mich der Meinung des Autors anschließen, dass Viktoria in zweifacher Hinsicht auch Opfer gewesen ist. Vorrangig Opfer ihres eigenen Ichs und später Opfer sowohl der k. und k. Kriegsführung als auch der NS-Propaganda. Nicht entschuldigen lässt sich ihre aktive Mittäterschaft. Sie scheint sich den rechten Machthabern regelrecht angedient zu haben. Dass sie später Reue gezeigt dafür hätte, ist nicht bekannt. Ich gebe dem Buch fünf Sterne und eine uneingeschränkte Weiterempfehlung.

    Mehr
    • 4
  • Eine grandiose Analyse über eine Frau im Krieg und deren Taten.

    Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin

    Yoyomaus

    29. September 2015 um 13:21

    Viktoria Savs ist nicht wie andere Mädel in ihrem Alter. Sie interessiert sich nicht für Mädchensachen, ist eher buschikos und liebt das Wandern durch ihre Heimat. Als der erste Weltkrieg ausbricht und Österreich Italien den Krieg erklärt, meldet sie sich sofort freiwillig zum Kriegsdienst. Etwas, was kaum eine Frau vor ihr getan hat. Zu Beginn wird ihrer Bitte nicht nachgegeben, doch sie schafft es irgendwie an die Front zu kommen und dort zuerst in einer Baubrigade mit zu helfen. Sie kämpft unter falscher Identität an der Seite vieler Männer und schließlich an der Seite ihres Vaters, bis sie im Kriegsgeschehen einen Fuß verliert und als Invalide das Schlachtfeld verlassen muss. Nach Kriegsende wird es sehr ruhig um Viktoria, sie lebt in ärmlichen Verhältnissen und kämpft immer wieder für ihre Rechte, bis sie schließlich als Mitglied der NSDAP wieder auftaucht und von den Nazis als Heldin neu interpretiert wird. Frank Gerbert analysiert die Heldin Viktoria Savs kritisch mit fundierten Fakten. Nicht nur, dass er das wieder gibt, was er aus ihrem Nachlass und Erzählungen erfahren konnte, er recherchiert auch genau wer sich in ihrem Umfeld befand und welche Rolle diejenige Person gespielt hat. So erfahren wir, dass Viktoria nicht überall als Heldin gefeiert worden ist, sich ihren Platz in der Welt erkämpfen musste oder gezielt für die Propaganda Adolf Hitlers eingesetzt wurde. Wir erfahren, welche Beweggründe sie hatte, in den Krieg zu ziehen, man bekommt weitreichende Eindrücke von der Front und der damaligen Zeit vermittelt. Zeitungsartikel und Briefe werden kritisch betrachtet, Möglichkeiten der Interpretation geboten und eigene Gedankengänge gefördert. Durch Bildmaterialien veranschaulicht der Autor den Charakter Viktoria Savs noch mehr, was ich persönlich ganz wunderbar finde, weil man sich die Zeit bzw. die Umstände noch besser vorstellen kann. Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert für jene, die gern Biografien lesen oder sich gern mit dem ersten oder zweiten Weltkrieg und dessen Geschehnisse beschäftigen. Empfehlenswert ist es aber auch für Studenten und Schüler, da es neue Seiten der medialen Kriegsführung beinhaltet. Anhand des Buches lässt sich erkennen, wie manipulativ in der Zeit Hitlers geschrieben und berichtet worden ist. Das Buch ist nicht nur als Biografie zu betrachten, sondern auch als Möglichkeit über verschiedene Dinge nachzudenken, sei es der Krieg, die Persönlichkeit eines Menschen oder der Holocaust. Das Buch regt dazu an noch weiter über den Tellerrand hinaus zu schauen und noch mehr in Erfahrung zu bringen. Wirklich sehr gut gelungen.

    Mehr
  • Die Kriege der Viktoria Savs

    Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin

    camilla1303

    29. September 2015 um 13:18

    Im Buch „Die Kriege der Viktoria Savs“ versucht der Autor, Frank Gerbert, das Leben der Protagonistin Victoria Savs, die ihren Namen lieber mit „K“ schreibt und womöglich im falschen Körper gefangen ist, zu rekonstruieren. Dies gelingt ihm, anhand von Zeitzeugengesprächen, Zeitungsausschnitten, sowie Bildern auch gut. Viktoria wächst in den Wirren des ersten Weltkrieges auf. Sie verliert früh ihre Mutter und hat nur noch den Vater und die Geschwister. In ihr Leben tritt zwar bald wieder eine neue Frau, diese wird aber eher als Wirtschafterin, als als Stiefmutter beschrieben. Als der Vater an die Front gerufen wird, möchte sie am liebsten mit ihm in den Krieg ziehen. Ihr Vorhaben scheitert zunächst an ihrem jungen Alter, aber schon ein Jahr später, findet sie sich in Uniform wieder und kann endlich für ihr Vaterland kämpfen. Wie lange ihren Kameraden verborgen bliebt, dass dieser Soldat eigentlich eine Frau ist, ist nicht bekannt. Beim Lesen des Buches, entsteht das Bild einer Frau, die gespalten zu sein scheint. Wer war diese Frau, die der NSDAP beitrat und sogar in den Dienst der Wehrmacht eintrat? Als Soldatin an der Front in einer Zeit in der Frauen dazu bestimmt waren hinter dem Herd zu stehen und Kinder zu bekommen. Doch was ist Wahrheit, Halbwahrheit oder Lüge, die Überlieferungen aus der Zeit des Nationalsozialismus sind zwar nicht rar, aber durch Propaganda gezeichnet. Was mir am Buch gut gefällt ist, dass das Sachbuch sich auf einer Graustufe befindet. Der Autor hinterfragt jede erhaltene Information und so entsteht ein Bild einer Frau, das weder Schwarz noch Weiß ist. Es könnte so gewesen sein, aber war es wirklich so? Dabei bleibt er meist objektiv, zumindest bis zu Viktorias Sympathie mit dem Nationalsozialismus, in diese Zeit fließen sehr viel persönlich Wertungen des Autors mit ein, was zwar auch meiner Meinung entspricht, aber nicht unbedingt ins Buch passt. Somit gibt es einen Punkt Abzug auf das ansonsten sehr gut geschriebene Buch, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Der Schreibstil von Frank Gerbert ist sehr flüssig und ich konnte das Buch, obwohl es eher sachlich ist, zügig lesen.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Kriege der Viktoria Savs"

    Die Kriege der Viktoria Savs: Von der Frontsoldatin 1917 zu Hitlers Gehilfin

    Zsadista

    24. September 2015 um 13:55

    Der Autor Frank Gerbert versucht in seinem Buch den Werdegang der Viktoria Savs zu rekonstruieren. Anhand von Bildern, Zeitungsausschnitten und Gesprächen mit Leuten die noch leben und Viktoria kannten, entsteht langsam ein Bild über eine Frau, die sehr gespalten erscheint. Viktoria wächst in den Wirren des ersten Weltkrieges auf. Sie verliert früh ihre Mutter und hat nur noch den Vater und die Geschwister. Als der Vater dann an die Front gerufen wird, setzt sie alles in Gang um ebenfalls an den Fronten zu kämpfen. Dies ist sehr ungewöhnlich, da Frauen im ausführenden Krieg nichts zu suchen haben. Der Autor versucht hier die Wahrheiten hinter den Hinterlassenschaften zu finden. Das Buch ist eigentlich sehr sachlich verfasst und hinterfragt jede Information, die über Viktoria an die Öffentlichkeit drang. Das Buch lässt sich sehr gut und flott lesen. Der Inhalt und die Gedankengänge von Herrn Gerbert sind sehr interessant. Der Schreibstil ist verständlich und lässt soweit keine Fragen offen. Am Ende des Buches muss ich jedoch einen Punkt anführen. Die Geschichte der Viktoria Savs im 2. Weltkrieg wurde nur erleuchtet unter dem Punkt, dass sie alles so wollte. Mir kamen jedoch auch der Punkt in den Sinn, dass man zu der Zeit, gar keine andere Möglichkeit hatte, als den Vorschriften zu folgen oder in einem Lager zu enden. Also kann ich, für mich persönlich, nicht so über die Taten der Viktoria im 2. Weltkrieg urteilen wie es der Autor tat. 

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks