Frank Goldammer Der Angstmann

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Inhaltsangabe zu „Der Angstmann“ von Frank Goldammer

Dresden, November 1944: Die Lage für die Bevölkerung spitzt sich zu. Flüchtlinge strömen zu Tausenden in die Stadt. Bombenalarm gehört zum Alltag. Da wird Kriminalinspektor Max Heller zu einer grausam zugerichteten Frauenleiche geholt. Schnell geht das Gerücht um: Das war der Angstmann, der nachts durch die Ruinen schleicht. Inmitten des Chaos des letzten Kriegswinters begibt sich Heller auf die Suche nach dem kaltblütigen Täter. Als die Stadt im Februar 1945 größtenteils zerstört wird, hält man auch den Mörder für tot. Doch der Angstmann kehrt zurück. Eine atemberaubende Krimi-Entdeckung – gelesen von Heikko Deutschmann. Ungekürzte Lesung mit Heikko Deutschmann 1 mp3-CD | ca. 9 h 50 min

Der großartige Sprecher bringt die bedrohliche Stimmung des Buches perfekt rüber. Dazu die sehr spannende Geschichte - ich mochte es sehr.

— miah
miah

Ein ungewöhnlicher Kriminalroman vor dem Hintergrund des Kriegsendes. Besonders geschichtlich interessant, aber auch menschlich.

— black_horse
black_horse

Beeindruckend, beängstigend, spannend, vor einer nachhaltig berührenden Kulisse

— Bücherwurm
Bücherwurm

Großartiger Krimi mit einem ganz besonderen Setting

— Buchina
Buchina

Historischer Krimi in der düster-bedrohlichen Atmosphäre Dresdens 1944-45 zwischen Nazis und Sowjetarmee

— StefanieFreigericht
StefanieFreigericht

Dieses Hörbuch bringt perfekt die damalige Atmosphäre des Misstrauens und der Angst herüber!

— Schugga
Schugga

Tolles Hörbuch! Sehr spannend, sehr emotional mit bewegendem geschichtlichem Hintergrund - dazu perfekt gelesen.

— Julitraum
Julitraum

Eine absolut spannende Story, sehr emotional und eindrücklich erzählt, inmitten der Schrecken des Krieges mit all seinen Folgen ... Super!

— angi_stumpf
angi_stumpf

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  • Morde im Krieg - Was gibt es da zu ermitteln?

    Der Angstmann
    black_horse

    black_horse

    13. May 2017 um 17:21

    Ende 1944 - der zweite Weltkrieg nähert sich seinem Höhepunkt und auch die Dresdner müssen immer wieder bei Bombenalarm in ihre Keller flüchten.Und mittendrin ist ein Mörder unterwegs, der junge Frauen übel zurichtet. Kriminalinspektor Heller glaubt nicht an das Märchen vom "Angstmann" und will den Mörder finden. Doch Ermittlungen sind schwierig in einem Umfeld in dem täglich Menschen dem Krieg zum Opfer fallen. Zumal sein Chef seine Arbeit auch noch boykottiert.Als der Krieg zuende geht, glauben alle, dass der Angstmann die Dresdner Bombennacht nicht überlebt hat. Doch dann gibt es ein weiteres Opfer ... Dem Autor Frank Goldammer ist ein ganz besonderer Kriminalroman gelungen, der vor der historischen Kulisse immer wieder die Frage aufwirft: Was spielt es für eine Rolle, einen Mörder zu suchen, wenn der Tod rundherum ganz viele Opfer holt? Auch der Teil, der in der russischen Besatzung spielt, ist geschichtlich sehr interessant.Heikko Deutschmann verleiht dem Buch mit seiner Stimme einen angemessenen Ton. Es bleibt bis zum Schluss spannend und ungewiss. Wirklich sehr gute Unterhaltung, bei der man auch noch ganz viel über die Hintergründe erfährt.

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  • weniger Krimi als historisches Zeugnis

    Der Angstmann
    Bücherwurm

    Bücherwurm

    02. January 2017 um 01:45

    "Der Angstmann" von Frank Goldhammer habe ich in der ungekürzten Hörbuch Ausgabe als MP3 vorliegen.Das Hörbuch ist sehr gut gelesen von Heikko Deutschmann. Es war überhaupt kein Problem stundenlang zuzuhören und dem Plot zu folgen. Was mich allerdings wirklich begeisterte ist weniger der Krimi, der um den Kriminalinspektor Max Heller gesponnen ist, sondern die Eindrücklich geschilderten Szenen der Bombardierung und Zerstörung Dresdens und der Besetzung durch die russischen Soldaten.Mir standen die Haare zu Berge, wenn ich mit den Protagonisten im Luftschutzbunker saß, mir wurde schlecht, wenn ich diese Schockszenen der herumirrenden Kinder und traumatisierten Leute mitanhörte.Also näher an der Geschichte kann ein Krimi während der damaligen Zeit nicht sein. Man hat so oft Filmmaterial über die Verschleppung der Juden gesehen, diese Bilder aus dem KZ, aber hier traf mich die damalige Situation von einer ganz anderen, völlig unerwarteten Seite.Max Heller ist Kriminalinspektor mit Leib und Seele. Er beschäftigt sich, immer wieder unterbrochen vom Fliegeralarm, mit Mordfällen, die einen Serientäter vermuten lassen. Schnell ist nach der ersten Frauenleiche ein Verdächtiger gefasst und vorab verurteilt. Aber es tauchen immer neue Leichen auf, die auf den gleichen Täter schließen lassen, aber nicht zum verurteilten Mann passen.Max Heller ermittelt in einem unsicheren Dresden, behindert durch Einsparungen, in Gefahr als Hitler-Verachter aufzufliegen und kommt dem Täter sehr nahe. Und just an diesem Abend treffen erstmals Bomben und Dresden liegt in Schutt und Asche. Heller ist sich sicher, dass der Mörder diesen Abend nicht überlebt haben kann ----- aber das Morden geht weiter.Mich hat das Buch sehr beeindruckt. Gewöhnlich höre ich Hörbücher nebenbei, aber bei diesem Buch habe ich irgendwann alle anderen Tätigkeiten eingestellt und saß nur noch lauschend vor dem Player.Auch wenn in der heutigen, aggressiven Jugend die damalige Stimmung nicht mehr ankommt, in meiner Generation löst ein solches Buch dicke Gänsehaut aus und die Gewissheit, dass solche und ähnliche Zeiten auf alle Fälle vermieden werden müssen.

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  • zähfließend und spannend zugleich

    Der Angstmann
    robberta

    robberta

    01. January 2017 um 20:46

    Der Angstmann   Frank Goldammer   Hörbuch Dresden, November 1944: Die Lage für die Bevölkerung spitzt sich zu. Flüchtlinge strömen zu Tausenden in die Stadt. Bombenalarm gehört zum Alltag. Da wird Kriminalinspektor Max Heller zu einer grausam zugerichteten Frauenleiche geholt. Schnell geht das Gerücht um: Das war der Angstmann, der nachts durch die Ruinen schleicht. Inmitten des Chaos des letzten Kriegswinters begibt sich Heller auf die Suche nach dem kaltblütigen Täter. Als die Stadt im Februar 1945 größtenteils zerstört wird, hält man auch den Mörder für tot. Doch der Angstmann kehrt zurück. Eine atemberaubende Krimi-Entdeckung – gelesen von Heikko Deutschmann. Ungekürzte Lesung mit Heikko Deutschmann 1 mp3-CD | ca. 9 h 50 min XXX Meine Meinung: 1944 werden Kriminalinspektor Max Heller auf seiner Mödersuche jede Menge Steine in den Weg gelegt. Während eines Bombenalarms hat er den Angstmann fast gestellt. Dresden wird zerstört und es gibt wichtigere Dinge als die Suche nach dem Mörder, doch dann gibt es wieder einen grausamen Mord und Heller arrangiert sich mit den Russen. Der Krimi-Plot an sich ist interessant und zieht sich zäh durch die Kriegs- und Besatzungsjahre.Falsche Fährten sorgen für Spannung. Das Buch hätte ich sicher nicht zu Ende gelesen, aber beim Hörbuch konnte ich mich entspannt neun Stunden zurücklehnen und während dessen stricken. Heikko Deutschmann versteht es etwas Spannung aufzubauen, die sonst in einer ziemlich langwierigen Ermittlung ausufern würde, somit kann ich drei Sterne vergeben.

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  • LovelyBooks Hörbuch-Challenge 2017

    Der Vorleser
    Ginevra

    Ginevra

    Ihr liebt das gesprochene Wort genauso wie das geschriebene? Und Hörbücher und Hörspiele gehören in euer Bücherregal genauso wie das gedruckte Buch? Dann seid ihr bei der LovelyBooks Hörbuch Challenge 2017 genau richtig.  Ziel der Challenge ist, das wir in diesem Jahr 15 Hörbücher/ Hörspiele hören und rezensieren. Ablauf:  1. Melde dich mit einem Sammelbeitrag zu Challenge an. Ich werde unter diesem Text eine Teilnehmerliste anlegen mit allen Teilnehmern und diese mit Eurem Sammelbeitrag verlinken. 2. Zwischen dem 01.01. und 31.12.2017 hörst zu 15 Hörbücher/Hörspiele mit einer Mindestlänge von 3 Stunden, egal aus welchem Genre oder wann erschienen. Neu: Bis zu drei Hörspiele dürfen auch kürzer als drei Stunden sein! (sonst ist es zu schwierig, welche zu finden). 3. Wenn du nun ein Hörbuch/Hörspiel gehört und auf LovelyBooks rezensiert hast, schreibe den Link zur Rezension hier in einem Kommentar. Es werden nur rezensierte Hörbücher und Hörspiele gezählt, deren Rezension auf LovelyBooks erschienen sind.  Drei Rezensionen dürfen durch Kurzmeinungen ersetzt werden! 4. Die Unterkategorien dienen dem Austausch untereinander - Du darfst natürlich frei wählen, was Du hören möchtest! 5. Trage den Link zu Deinen Rezensionen auch in Deinen Sammelbeitrag ein. 6. Unter allen TeilnehmerInnen, die die Vorgaben erfüllt haben, wird am Ende des Jahres eine kleine Überraschung verlost! Ihr könnt jederzeit einsteigen und mitmachen oder euch wieder abmelden. Denn die Challenge soll vor allen Dingen eins machen: Spaß! Habt Ihr noch Fragen? Dann meldet euch! Ansonsten freue ich mich auf viele Anmeldungen. Falls Eure Links nicht funktionieren sollten, bitte melden!! Teilnehmerliste: Aglaya ban-aislingeach black_horse BellastellaBuchgeborene   Buecherwurm Cathy28 capcola ChattysBuecherblog ChrischiD Cornelia_Ruoff CorniHolmes danielamariaursula Foerdebuch Gelegenheitsleseratte Ginevra Gruenente HeyyHandsome Joolte Kleine1984 Kuhni77 lenisvea leniks Lesebiene27 Letanna loveYouknowMe Luiline LunaLuo Meiky MelE Michicorn MissWatson76 MissStrawberry monidaMrslaw MsChili Nelebooks Nele75 OnlyHope1990 parden Pucki60 robberta sChiLdKroEte Schluesselblume Schnapsprinzessin Seelensplitter Smilla507 Steffi_LeyererTalathiel Thaliomee walli007 Wedma zazzles

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    • 543
  • Ein Krimi mit sehr spannenden Setting

    Der Angstmann
    Buchina

    Buchina

    28. November 2016 um 12:50

    Kriminalinspektor Max Heller wird mit einer verstümmelten Frauenleiche konfrontiert. Trotz des Krieges und des vielen Leides um ihn, will er seinen Job machen und den Mörder finden und bestrafen. Auch wenn sich viele fragen, ich am Anfang eingeschlossen, wieso die ganze Mühe, wenn es täglich so viele Tote gibt. Aber Max Heller liebt seinen Beruf und er ist gut darin. Aber er muss selbst aufpassen, denn in dieser Zeit geht es schnell, dass man als Landesverräter verurteilt wird. Von einem Tag auf den anderen steht die Welt auf dem Kopf und ein Feuersturm zerstört Dresden. Die Nazis sind nicht mehr an der Macht, die Russen kommen und Max Heller ist kein Polizist mehr. Aber dennoch der Frauenmörder lässt ihn nicht zur Ruhe kommen. Auf diesem Roman bin ich vor allem wegen des Settings aufmerksam geworden. Denn bis jetzt hatte ich noch keinen Krimi, der in den letzten Kriegsmonaten des 2. Weltkrieges in Dresden spielt. Und für mich war es auch das interessante an dem Roman. Auch die eigentliche Krimigeschichte ist spannend und nicht 0815. Aber immer wieder treten doch die Probleme des Krieges und des Kriegsendes in den Vordergrund. Weshalb ich den Krimi vor allem denjenigen empfehlen würde, die am historischen Hintergrund interessiert sind. Max Heller ist ein starköpfiger Ermittler, der seinen Prinzipien treu bleiben will in einer Zeit, wo dies tödlich sein kann. Er war mir sofort sympathisch, denn er hat sein Herz auf dem rechten Fleck. Seine Handlungen und Entscheidungen waren für mich logisch und nachvollziehbar. Seine Ängste und auch seine Liebe zu Frau, Kindern und Stadt wurden gut beschrieben ohne in den Kitsch abzurutschen. Besonders beeindruckend fand ich die Szenen bei dem Dresden in Flammen aufging, ich konnte die Hitze fast selbst spüren.  Der Spannungsbogen wird trotz, dass die eigentliche Krimigeschichte zeitweise in den Hintergrund tritt, immer gehalten. Das liegt zum einen an guten Schreibstil des Romans und der gut ausgearbeiteten Persönlichkeit des Protagonisten, durch dessen Augen ich die Umwälzungen dieser Zeit sehr gut wahrnahm. Dies wird sicherlich nicht mein letzter Krimi des Autors sein! Da ich das Hörbuch genießen durfte noch kurz dazu. Der Sprecher ist kein unbekannter: Heikko Deutschmann. Er hat schon einige Bücher gesprochen und man merkt er ist Profi. Sehr gut konnte er die spannungsgeladene und düstere Stimmung dieser Zeit einfangen, ohne das er seine Stimme übertrieben verstellt hat. Ein wirklich sehr guter Sprecher!

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  • Leserunde zu "Der Angstmann" von Frank Goldammer

    Der Angstmann
    DER AUDIO VERLAG

    DER AUDIO VERLAG

    Ein Krimi, wie er spannender kaum sein kann, und das gerade sehr passend zur kalten Jahreszeit - Willkommen zur Krimi-Hör-Runde mit dem Debüt von Frank Goldammer "Der Angstmann", ungekürzt gelesen von Heikko Deutschmann auf mp3-CD!Als im Kriegswinter 1944 in Dresden eine grausam zugerichtete Frauenleiche nach der anderen auftaucht, erkennt Kriminalinspektor Max Heller schnell, dass er es mit einem Serienmörder zu tun hat. Auch die Bevölkerung hat eine klare Meinung zu den schrecklichen Morden: Schuld ist der Angstmann, der nachts stöhnend und jaulend durch die Bombenruinen schleicht. Max Heller glaubt nicht an das Ammenmärchen und doch lässt ihm der Fall keine Ruhe. Trotz Gegenwind von Kollegen und stark eingeschränkten Ermittlungsmöglichkeiten versucht er hartnäckig, dem Täter auf die Schliche zu kommen und das Morden zu beenden. Nach dem Bombenhagel auf Dresden im Februar 1945, bei dem die Stadt größtenteils zerstört wird, halten alle den Mörder für tot. Doch der Angstmann kehrt zurück.Hier geht´s zur Hörprobe: Für die neue Hör-Runde verlosen wir unter allen Teilnehmern 8 Hörbücher als mp3-CD! Was Ihr dafür tun müsst? Antwortet einfach kreativ auf unsere Gewinnspielfrage: Welcher Krimi ist Euer absoluter Lieblingskrimi (egal ob als Buch oder Hörbuch), und warum findet Ihr ihn so toll? Was hat euch am meisten fasziniert? Habt Ihr vielleicht sogar einen Lieblingskrimiautoren :)? Schreibt hier Eure kreativen Beiträge zu unserer Gewinnspielfrage bis einschließlich Montag, 17. Oktober 2016 ein. Die glücklichen Gewinner werden dann am Dienstag, 18. Oktober 2016 von unserer DAV-Glücksfee gezogen und benachrichtigt. Die Gewinner sind gebeten, im Anschluss an die Hör- und Leserunde ihre Rezensionen hier bei lovelybooks und auch in weiteren Foren (eigenen Blogs, bei amazon etc.) zu verfassen und uns diese gern zu mailen. Vielen Dank! Liebe Grüße, Euer Team von DAV :)!

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    • 87
  • Empfehlenswerter historischer Krimi mit dem bedrückenden Hintergrund in Dresden 1944-45

    Der Angstmann
    StefanieFreigericht

    StefanieFreigericht

    19. November 2016 um 15:24

    Kriminalinspektor Max Heller ist ein Ermittler vom alten Schlag – routiniert, oft knurrig, wenig zu beeindrucken. Doch der Frauenmord, zu dem er gerufen wird, ist so grausam, dass er kaum an einen üblichen Täter glauben mag. Sein Vorgesetzter ist eher aus politischen Gründen im Amt und scheint eine einfache Lösung zu bevorzugen – aber das passt kaum mit der zweiten Frauenleiche zusammen, die für Heller zu viele Parallelen zum ersten Fall aufweist. Schon fängt die Bevölkerung an, in Furcht vor dem geheimnisvollen und furchtbaren „Angstmann“ zu leben, wilde Gerüchte machen die Runde. Wir sind in Dresden – und es tobt der Zweite Weltkrieg in seinen letzten Monaten. Was bedeutet da der Verlust eines weiteren Menschenlebens? Und wie einfach schiebt man etwas „den üblichen Verdächtigen“ unter, in jener Zeit sind das ein jüdischer Exmann oder Osteuropäer. Aber welche Bedeutung haben die seltsamen Geräusche, von denen berichtet wird? Und soll Heller hier von etwas abgelenkt werden, was nicht ins offizielle Bild passt? Auch die Wege, auf denen hier einige Fahrräder unterwegs sind, sorgen für Verwirrung. Und „einfach Max Heller“ zu sein, ist nicht immer leicht, wenn man sich mit seiner Meinung und seinem Handeln jederzeit zuerst vor den Nationalsozialisten in Acht nehmen muss und dann vor der Sowjetarmee. Frank Goldmanns „Der Angstmann“ ist nicht nur Krimi, sondern schildert auch in eindringlicher Weise die bedrückende Situation in Dresden kurz vor und kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges. „Jeden Abend verließ er diese Welt, um zurückzukehren in ein warmes Heim, mit einer warmen Mahlzeit. Tag für Tag mit einem schlimmeren Gefühl der Hoffnungslosigkeit, denn der Strom der Menschen riss nicht ab. Waren ein paar hundert abgefertigt und zu ihrem neuen Bestimmungsort losgeschickt, so kamen hunderte, tausende neue Flüchtlinge nach. Ihre Sprache wurde fremder und der Wille der Einheimischen, sie aufzunehmen, sie als Landsleute anzuerkennen, wurde schwächer und schwächer, denn sie waren Konkurrenten um die wenigen Lebensmittel, um den Wohnraum, um die Kleidung. Die Angst, selbst nicht genug zu bekommen, wurde dafür stärker…“ S. 50 Das bedeutet in diesem Falle nicht nur, die eine Verknappung und die eine Ideologie zu tauschen gegen eine andere – die für Dresden verheerenden Bombenangriffe kurz vor Kriegsende findet in der beschriebenen Zeit statt. Der Autor ist Dresdner und wie alle auch jüngeren Dresdner ist er in diesem Bewusstsein, mit den Erzählungen in den Familien, aber auch mit den bis ins Heute reichenden Spuren in der Stadt aufgewachsen (ja, das gilt auch für andere Städte wie z.B. Hamburg mit dessen Feuersturm; aber hier geht es eben um Dresden). Meiner Ansicht nach gelingt ihm damit, Ereignisse, die viele Jüngere sich kaum noch vorstellen können, mit aller Not, den vielen Flüchtlingen, der Angst, dem Hunger, dem gegenseitigen Misstrauen eindringlich, eingängig und bildhaft darzustellen, während zunehmend weniger Zeitzeugen noch am Leben sind, um zu berichten von Ereignissen, die heute anderen Menschen an anderen Orten widerfahren. Ich habe die Erzählung zuerst als Hörbuch genießen dürfen gelesen vom auch als Schauspieler arbeitenden Heikko Deutschmann, den ich wieder einmal als gute Wahl empfand. Bei Krimis als Hörbuch habe ich sonst häufig Probleme, da ich recht schnell lese und damit bei steigender Spannung häufig etwas ungeduldig werde – das war hier kein Problem: Die Handlung ist zwar oft spannend, aber weniger von der nervenzerfetzenden Art (eben ein Krimi, kein Thriller), und besticht vielmehr durch die allgemein düstere Atmosphäre der Taten und der Zeit. Das Vorlesen passt gut zu dieser Situation. Danach habe ich mir das „normale“ Buch noch besorgt, unter anderem, weil ich so die Strecken in Dresden besser nachverfolgen konnte - ohne "Abwertung" des Hörbuchs, für mich passen einfach die unterschiedlichen Medien zu unterschiedlichen Situationen.   Nachtrag: Der Vergleich mit dem 2012 veröffentlichten historischen Hamburg-Krimi „Der Trümmermörder“ von Cay Rademacher drängt sich auf, ich habe das Buch über den Hungerwinter '47 erst NACH dem und wegen des "Angstmann" gelesen: Goldammer lässt den Leser den Krieg spüren, den Hunger, das Misstrauen, die Bombennacht, die Besatzung. Der historische Dresden-Krimi hat hier vielleicht den Vorteil, zeitlich einen größeren Zeitraum abzubilden (der Hamburg-Krimi beschränkt sich auf drei Monate des Nachkriegsjahres 1947) – das ist es jedoch nicht. In Hamburg lese ich „..bis ihn draußen auf der Straße der Wind trifft wie eine eisige Faust.“ S. 274 oder „…trifft ihn der Wind wie ein Faustschlag.“ S. 99, das ist erstens eine Wiederholung über diese beiden Stellen hinaus und lässt mich zweitens den Wind nicht miterleben – Goldammer schafft das. Dafür ist bei Goldammer weniger nachvollziehbar, wie sich sein Max Heller in der NS-Zeit behaupten konnte, „seine Morde“ sind blutrünstiger. Ich kenne Dresden und Hamburg von sehr regelmäßigen Besuchen – beide Autoren nehmen in seltener Übereinkunft Abstand vom Dialekt selbst bei Nebenfiguren. Da s-tolpert niemand über den s-pitzen S-tein, da gibt es kein „nu nu freiiilisch“, das ist verständlich (nachvollziehbar UND im Wortsinn), aber irgendwie schade. Straßennamen zählen beide auf – während Rademacher Gebäude beschreibt, fühle ich mich bei Goldammer in den Beschreibungen von Straßenzügen eher vor Ort (dafür sind es dann teils wieder zu viele Straßennamen). Ich mag Stave irgendwie lieber – doch sehe ich insgesamt nur 4 Sterne für einen durchschnittlich guten Krimi (gegenüber 5 für den Angstmann, den ich verschlungen hatte). Dennoch will ich bei Stave dem zweiten Band eine Chance geben bzw. würde das bei Heller (es gibt noch keinen), weil mich einfach das Thema der Nachkriegszeit ausreichend interessiert. Wer eines der Bücher verschenken möchte: man merkt bei der Lektüre doch eindeutig (so man alt genug dafür ist), wo man aufgewachsen ist, als "Wessi" oder "Ossi", welche Erzählungen in der eigenen Familie weiter getragen wurden - selbst wenn man, wie ich, "dazwischen" steht. Und man merkt auch, wenn die Erinnerungen der eigenen Familie im ländlichen Raume angesiedelt waren, wo die Auswirkungen durch Selbstversorgung und "mehr Fläche pro Mensch" milder waren: hier sind Hamburg und Dresden dann doch erschreckend ähnlich. https://www.lovelybooks.de/autor/Cay-Rademacher/Der-Tr%C3%BCmmerm%C3%B6rder-Kriminalroman-733726452-w/rezension/1456030753/1456034643/

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    • 2
  • Jagd auf einen Serienmörder in einer Atmosphäre des Misstrauens

    Der Angstmann
    Schugga

    Schugga

    11. November 2016 um 21:14

    Dies ist eine Rezension zum ungekürzten Hörbuch des DAV, gelesen von Heikko Deutschmann. Dresden, Ende 1944: Flüchtlingsströme und Nahrungsmittelknappheit gehören zum Alltag der Bevölkerung, Bombenalarme sowie der politische Druck der Nationalsozialisten verbreiten eine Atmosphäre des Misstrauens und der Angst. Da wird eine grausam zugerichtete Frauenleiche gefunden. Kriminalinspektor Max Heller, wegen einer Kriegsverletzung aus dem 1. Weltkrieg vom Kriegsdienst verschont, wird der Fall übertragen. Für Hellers Vorgesetzten, einem überzeugten Nationalsozialisten, ist der Mörder in der Person des jüdischen Exmannes der Toten schnell ausfindig gemacht. Doch Hellers Zweifel stoßen auf taube Ohren - und als die nächste, schrecklich verstümmelte Frauenleiche gefunden wird, verstärkt sich ein Gerücht in der Bevölkerung: Der Angstmann geht um! Schleicht heulend wie ein Tier durch das Chaos des Kriegswinters und sucht sich seine Opfer. Ein jeder will ihn gehört haben, doch niemand hat ihn gesehen. Als im Februar 1945 ein Bombardement Dresden großflächig zerstört, glaubt man den Angstmann für tot. Doch schon bald geht das Morden weiter, und Heller versucht trotz russischer Besatzung, den Serienmörder zur Strecke zu bringen. Schon die Aufmachung des Hörbuches ist gelungen: Beim Aufklappen blickt man auf die Dresdner Hofkirche. Das Hörbuch ist im praktischen mp3-Format, so dass zwischendurch keine CD gewechselt werden muss. Inhaltlich ist es dem Autoren Frank Goldammer gelungen, eine bedrückende Atmosphäre des Misstrauens aufzubauen, welche der Story zusätzlichen Schrecken verleiht. Vor allem der verstörende Moment des Bombenangriffs auf die Stadt und das anschließende Herumirren zwischen Trümmern und Verletzten war so ergreifend, dass ich eine Hörpause benötigte, um diese Flut an Bildern, welche mich überrollte, verarbeiten zu können. Die Personen wirken, passend zur damaligen Zeit, in ihrem Handeln sehr authentisch. Die Hauptfigur Max Heller ist kein typischer Held sondern ein Mann, welcher in der Zeit des Massenmords einen einzelnen Serienmörder zur Strecke bringen will, ohne den Nazis oder den anschließenden Besatzern dabei auf die Füße zu treten. Die Auflösung des Falles hat mir sehr gefallen und zeugte von einer angenehmen Komplexität. Heikko Deutschmann schafft mit seiner Lesung schnell die dem Roman zugrunde liegende Atmosphäre. Geschwindigkeit und Betonung sorgen für ein angenehmes Hörerlebnis, die Dialoge wirken wie gesprochen und nicht wie abgelesen. Einzig bei den Frauendialogen hat es für meinen Geschmack ein wenig mit der Authenzität gehapert. Ebenso hat mich gestört, dass Herr Deutschmann den Russen einen entsprechenden Dialekt verpasst hat, diesen aber zwischendurch ablegte statt konsequent durchzuziehen. So muss ich leider einen halben Stern abziehen und gebe dem Hörbuch 4,5 von 5 Sternen.

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    • 3
  • Sehr spannend, sehr emotional mit bewegendem geschichtlichem Hintergrund - dazu perfekt gelesen!

    Der Angstmann
    Julitraum

    Julitraum

    01. November 2016 um 14:27

    November 1944: Der 2. Weltkrieg ist in vollem Gange. Die Lage für die Dresdner Bevölkerung spitzt sich zu. Zu Tausenden strömen Flüchtlinge in die Stadt. Bombenalarm und die Not, an Lebensmittel zu gelangen, gehören zum Alltag. Da wird Kriminalinspektor Max Heller, der nur aufgrund einer Kriegsverletzung vom Fronteinsatz verschont geblieben ist, zu einer grausam zugerichteten Frauenleiche geholt. So etwas hat Heller noch nicht gesehen. Wer hat die Frau so zugerichtet und ermordet? Die Kinder, die die Leiche entdeckt haben, faseln etwas von einem Angstmann, der nachts durch die Ruinen der Stadt schleichen würde und die schreckliche Tat begangen hätte. Zunächst gibt Heller auf dieses Gerede nichts, doch er muß schon bald erkennen , daß auch Erwachsene das Gerücht vom Angstmann kennen. Was hat es damit auf sich? Sein Vorgesetzter, ein linientreuer Nationalsozialist, will von diesem Gerede hingegen nichts hören. Für ihn liegt die Spur des Täters beim geschiedenen jüdischen Mann der Toten. Doch Heller bleibt skeptisch. Schließlich bleibt es  nicht bei diesem einen Mord. Der Täter mordet weiter. Immer sind es Frauen, die er nachts in einen Hinterhalt lockt, ermordet und grausam entstellt. Inmitten des Chaos des letzten Kriegswinters begibt sich Heller auf die Suche nach diesem kaltblütigen Serienmörder. Neben der schwierigen Ermittlungsarbeit begleiten ihn stets die Angst vor Ausbombung und Hunger sowie die Sorge um seine an der Front befindlichen Söhne. Als die Stadt im Februar 1945 bei nächtlichen Bombenangriffen großflächig zerstört wrid, hält man den grausamen Mörder für tot. Doch der Angstmann ist nicht tot und seine schrecklichen Morde hören nicht auf....Dieses Hörbuch ist wirklich sehr zu empfehlen. Es handelt sich um eine ungekürzte Lesung und diese wird ganz außerordentlich gut von dem Schauspieler Heikko Deutschmann gelesen. Perfekter geht es nicht! Eine angehme Stimme, excellente Betonung und Anpassung der Tonlage an jede Situation sowie Beherrschung verschiedener Mundarten zeigen, daß dieser Sprecher sein Handwerk mehr als versteht. So wird dieses Hörbuch wirklich zu einem Erlebnis, bei dem man als Hörer meint, mitten im Geschehen zu sein und die Emotionen der Figuren sehr gut nachempfinden kann. Dem Krimi des Autors Frank Goldammer, der wirklich perfekt inszeniert ist und gegen Ende noch einmal noch so richtig zulegt, wird diese Lesung mehr als gerecht. Der Autor hat es in seinem Krimi wunderbar verstanden, einen sehr spannenden und fesselnden Kriminalfall in das damalige Geschehen einzubauen. Die Stimmung der Bevölkerung, die Angst und die Nöte werden sehr gut dargestellt. Auch versteht es der Autor ausgezeichnet die tatsächlichen Fakten in die Handlung zu verweben und den Schrecken der damaligen Zeit hautnah herüberzubringen. Absolut empfehlenswert!

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  • Die Spannung steigt

    Der Angstmann
    MissWatson76

    MissWatson76

    29. October 2016 um 22:07

    Ich konnte das Hörbuch über eine Leserunde hören und hatte viel Freude daran. Die Aufmachung des Buches und Hörbuches passt sehr gut und ist sofort ansprechend. Mir ist das Buch auch im Buchladen sofort aufgefallen. Der Titel ist auch sehr passend. Ich war ein bisschen skeptisch, weil das ganze in den Wochen und Tagen des zweiten Weltkriegs spielte und dies ein Thema ist, dass nicht unbedingt bei jedem Anklang findet. Aber dieses Buch/Hörbuch ist wirklich ein Treffer und ich konnte es kaum ausschalten. Der Sprecher Heiko Deutschmann ist nicht meine Lieblingssprecher, weil er oft zu schnell liest und das Tempo oft nicht zum Buch passt. Aber in diesem Fall macht er seine Sache sehr gut und er hat sein Tempo gebremst und man kann ihm sehr gut folgen. Die Handlung selbst ist scheinbar ruhig und kaum blutig. Dennoch hat man nicht nur einen interessanten Protagonisten, sondern auch ein hohes Spannungslevel, dass innerhalb des Buches immer mehr steigt. Und am Ende hat man den Höhepunkt der Spannung erreicht und man wird nicht enttäuscht. Kommissar Heller, der ermittelnde Beamte in diesem Fall ist nicht nur durch die Suche nach dem Täter selbst angespannt, sondern hier spielen auch noch die politischen und wirtschaftlichen Umstände eine große Rolle. Denn man fühlt doch sehr mit Heller mit, wenn er sich gegenüber Nazis und später gegen die Russen rechtfertigen muss. Und wenn er sich um seine Frau sorgen muss, ob er sie vielleicht zu weit in den Fall integriert hat. Aber sie ist sein Fels in der Brandung und lässt ihn stark bleiben, wenn es mal wieder nicht so gut für Heller aussieht. Ein wirklich guter Kriminalroman und ein tolles gut gelesenes Hörbuch, bei dem man sich nicht ablenken lassen sollte. :-) 

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  • Unheimlich eindrücklich ...

    Der Angstmann
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    27. October 2016 um 19:05

    Die Geschichte: Wir befinden uns im umkämpften Dresden in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs. Kriminalinspektor Max Heller versucht, in diesen Wirren noch für Ordnung zu sorgen. Er ist auf der Spur eines skrupellosen, brutalen Frauenmörders, der immer während des Fliegeralarms zuschlägt. Als er der Lösung schon sehr nahe ist, geht ein furchtbarer Bombenhagel auf die Stadt nieder und Max ist mittendrin … Meine Meinung: Zunächst möchte ich den Sprecher Heikko Deutschmann für seine bestens betonte, angenehme Lesung loben. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ihm zu lauschen. Frank Goldammer hat einen wunderbar lebendigen, leicht zu lesenden Schreibstil. Seine Charaktere sind sehr authentisch und Max Heller war mir auch gleich absolut sympathisch. Er ist ein ehrlicher, gewissenhafter Mann, der in den schweren Zeiten immer versucht, so gut wie möglich klar zu kommen. Regimetreue, verblendete Vorgesetzte, magere Essensrationen und die ständige Angst vor Bombenangriffen machen das Leben von Max und seiner Frau nicht leicht. Hinzu kommt noch die Sorge um ihre beiden Söhne, die in den Krieg ziehen mussten. Auch in den anderen Figuren steckt eine große Liebe fürs Detail, so dass man immer ein lebendiges Bild vor Augen hat: sowohl von den Charakteren als auch von den teils wirklich gruseligen Schauplätzen. Der Autor versteht es vorzüglich, uns die Schrecken des Krieges nahe zu bringen. Nicht nur im Verhalten der Menschen, in ihrem Misstrauen, ihrer übertriebenen Vorsicht drückt sich das aus, sondern vor allem auch die Szenen, in denen Max durch die Ruinen irrt, sind sehr eindrücklich und mitreißend. Die Rahmenhandlung ist genial inszeniert und die Ermittlungen, die nach der Machtübernahme durch die Sowjettruppen immer mehr zur persönlichen Obsession von Max werden, fügen sich zu einem wunderbaren Ganzen. Die Auflösung hat mir sehr gut gefallen, sie war stimmig und wurde begleitet von einem kleinen Happy End für Max, nicht nur in beruflicher Hinsicht. Es deutet einiges darauf hin, dass wir uns auf weitere Abenteuer mit Max Heller freuen dürfen! Fazit: Ein absolut fesselnder, spannender Krimi, der schon allein durch die Szenerie, in der sich alles abspielt, für Gänsehaut sorgt. Eindrücklich und atmosphärisch, einfach toll!

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