Frank Hebben Tiefraumphasen

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Inhaltsangabe zu „Tiefraumphasen“ von Frank Hebben

Ein dreckiger, toter Kosmos Maschinenmenschen steuern Frachtschiffe im Methanregen; die dunkle Seite des Alls. Wir sind allein. Kolonisierte Planeten, von Konzernen ausgebeutet: Der Traum von den unendlichen Weiten hat sich nicht erfüllt. Abgrundtiefe Schwärze, überall. Alles strebt nach Glück und scheitert. Oder gibt es Hoffnungsschimmer? Finden die tragischen Helden ihren Frieden in der ewigen Stille oder ist am Ende nur der Tod?

Erneut beweisen die Herausgeber Geschick bei der Auswahl.

— NiklasPeinecke

Eine schöne SF-Anthologie

— ralf_boldt

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    Tiefraumphasen

    ralf_boldt

    29. January 2015 um 17:29

    Michael Iwoleit schreibt im Vorwort übe den „Cyberpunk“, jene Stilrichtung der SF, die seit Gibsons „Neuromancer“ die Leser polarisiert und heute als eigene Spielart immer noch aktuell ist. Bekannt ist die Ästhetik aus Filmen wie „Blade Runner“ oder „Matrix“. Doch nicht alle der Stories sind dem „reinen“ Cyperpunk“ zugehörig, wenn es denn eine reine Lehre geben würde. Die Geschichten in diesem Band sind schlicht Science Fiction und das in einer durchweg hohen Qualität. Viele bekannte Namen haben etwas zu diesem Werk beigetragen und nicht nur Autoren, sondern auch Grafiker. Im Buch gibt es zu jeder Story ein Bild. Stanislaw Rozin, Robert Porazik, Carsten Dörr, Christoph Jaszczuk, Tim Eckhorst, Jessica May Dean, Gloria H. Manderfeld, Santana Raus, Jan Neidigk, Sarah Schwerda, Jannes Nowak, Si-yü Steuber und Sascha Bieber waren hier kreativ. Das Coverbild stammt von Alexander Preuss. Besonders gefallen haben folgende Geschichten: Karla Schmidts „Dämmerzone“ bezieht sich nicht nur auf die Dämmerzone eines Planeten, sondern beschreibt den Zustand einer Astronautin, die nicht mehr schlafen kann und dies einer lebensfeindlichen Umgebung. Realität und Wahnvorstellungen vermengen sich. Eva Strasser beschreibt in „Knox“ das Leben eines Protagonisten, der mit einer Behinderung in eine nicht mehr menschenwürdige Umgebung hineingeboren wird. Er möchte nützlich sein und produktiv, aber man läßt ihn nicht. Nur die Reichen haben wirklich Chancen zu überleben. Der Mensch wird von der Gesellschaft rein nach seinem Nutzen bewertet. Hilfe gibt es nur, wenn sie von nützlich sein könnte. Doch er nimmt Rache an allen, die ihm übel mitgespielt haben. Jacob Schmidts Story „Extremophile Morphologie“ beschreibt eine zukünftige Gesellschaft, in der es den Tod nicht mehr wirklich gibt, da mein seinen Körper rechtzeitig tauschen kann. Ist kein Geld für diesen vorhanden, wird das Bewusstsein auf Servern zwischengelagert. Diese neue Gesellschaft gibt sich andere Regeln und muss neue Situationen bewältigen, die es heute so noch nicht gibt. Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen: Die anderen Geschichten sind natürlich auch gut, doch diese Ideen und deren Umsetzung haben Eindruck hinterlassen. Die gesamt Anthologie hat ein hohes Niveau an Ideenreichtum und der sprachlichen bzw. stilistischen Ausarbeitung. Die Ideen sind echte SF, die beschriebenen Welten der nahen und fernen Zukunft immer sehr gut ausgearbeitet. Die Geschichten sind immer Alltagsgeschichten der Protagonisten und damit glaubwürdig. Es gibt keine strahlenden Helden oder ein Leben wie in den heutigen Soap Operas. Damit ist „Tiefraumphasen“ ein lesenswerter Querschnitt der heute aktuellen Science Fiction außerhalb der immer gleichen Nacherzählungen der allseits bekannten Franchise-Projekte. „Tiefraumphasen“ ist damit absolut lesenswert. Wenn auch nicht jeder Leser alles gleich gut finden wird.

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