Frank Herbert Der Herr des Wüstenplaneten

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Inhaltsangabe zu „Der Herr des Wüstenplaneten“ von Frank Herbert

Was sind Gesetze? Versuche, die Raubtiernatur des Menschen zu sozialisieren? Paul Atreides, genannt Muad’dib, ist in der extrem menschenfeindlichen Wüste Arrakis‘ aufgewachsen und durch die harte Schule der Fremen gegangen. Die Wüstenbewohner haben ihn zu ihrem Propheten ernannt und folgen ihm bedingungslos. Sein Kampf um den Planeten entzündete den Djihad, der jetzt wie ein Sturmwind durch die Galaxis fegt. Pauls neues Imperium und seine Machtfülle rufen Neider auf den Plan, die seine Herrschaft brechen wollen. Und so mischen sich unter die Pilger, die nach Arrakis kommen, um den Erlöser zu sehen, Attentäter, menschliche Zeitbomben …

Philosophisches Science-Fiction Meisterwerk. Altbackene Sprache und Formulierungen stören den sonst grandiosen Eindruck.

— Lyrbones
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Episch und einzigartig.

— Anomalie
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    Der Herr des Wüstenplaneten
    Lyrbones

    Lyrbones

    22. December 2016 um 16:13

    Gerade beendet und schon rezensiert. Mit Der Herr des Wüstenplaneten habe ich nun endlich den zweiten Teil des Dune-Zyklus beendet und muss sagen, dass es mir außerordentlich gefiel. Jedoch ist zwischen dem Beenden des ersten Bandes und dem Lesen des zweiten etwas Entscheidendes passiert: Ich schrieb selber. Ich Schreibe seit 2010 doch damals nur Fan-Fics. Doch tauchte ich sehr tief in die Materie ein. Ich machte sogar eine Pause vom Lesen, um mich auf das Schreiben zu fokussieren. Als ich dann immer neue Tiefen der Kunstform entdeckte, wollte ich weiterlesen, um mein neues Wissen für analytische Zwecke zu gebrauchen. Und Der Herr des Wüstenplaneten ist das erste Buch, dass ich aus Sicht eines Autors gelesen habe und welches ich aus Sicht eines Autors rezensieren werde. Wie immer werde ich nichts zur Handlung spoilern. Diese steht jedoch im starken Kontrast zur Handlung des Erstlings. Während der erste Band noch einige Actionszenen bot und das Heranwachsen von Paul zu einem Propheten, wenn nicht gar Gott aufzeigte, ist die Handlung im zweiten Teil deutlich philosophischer. Paul hat bereits eine Entwicklung durchgemacht und wird als Gott angebetet. Dem entsprechend gibt es keine offenen Konflikte mehr. Alles spielt sich durch Ränkespiele ab, statt durch Gewalt. Dialoge statt Kämpfe, Visionen statt Pläne. Witzelnd sagte ich schon oft "Macht erstaunlich viel Spaß zu lesen, dafür, dass es keine Handlung hat." Ständig wird mir beim Schreiben geraten, dass jede Szene einen Konflikt braucht. Und das Info-Dump schlecht sei. Das letzteres nicht stimmt, bewies der erste Dune-Band. Das ersteres nicht stimmt, bewies mir nun der zweite Band. Es gibt Szenen, völlig frei von Konflikten. Szenen, wo es nur um Gedanken geht oder um die Charakterisierung. Diese Szenen beweisen mir, dass jede Szene einen Sinn braucht, aber dieser Sinn muss keinen Konflikt enthalten. Was mir das Buch auch näher gebracht hat, war diese, für mich neue Art der Konflikte, denn Konflikte gibt es ja trotzdem. Denn hier waren nahe zu alle Konflikte Dialoge. Ein Dialog mit einem Navigator der Gilde. Ein Dialog eines Ghola mit einem anderen Ghola der Bene Tleilax. Ein Monolog von Paul, der in Selbstzweifel zu ertrinken schien. Trotz der fehlenden Aktion durch wirkliche Handlungen, war die Spannung immer sehr stark. Ich musste mich jedoch anfangs erst daran gewöhnen, dass die Spannung durch Dialoge vermittelt wird. Daher wirkten die ersten Konflikte nicht auf mich. Das lag aber zum Teil auch an der wirklich merkwürdigen Sprache. Alle Dialoge und Beschreibungen klingen äußerst veraltet, was daran liegt, dass das Buch alt ist. Man nennt es einen zeitlosen Klassiker und man kann sich das Buch heute auch noch geben, trotz der Sprache. Aber es fällt trotzdem negativ auf, etwas, das ein zeitloser Klassiker meiner Meinung nach nicht tun sollte. "Daß" statt "Dass", ist nur ein häufig auftauchendes Beispiel. Vielleicht gibt es bereits aktuellere Ausgaben des Buches und ich griff aus Versehen nach einer alten, aber es störte mich dennoch. Was mich auch störte, war der allgemeine Stil. Nach gefühlt jeder Dialogzeile kam ein "sagte er" oder "sagte sie". Das ist unfassbar monoton zu lesen und etwas, dass ich schon zu FanFic-Zeiten gelernt habe zu vermeiden. Da ich mich durch die Aussprache nie wirklich als Autor mit dem geschriebenen identifizieren konnte und nie wirklich das Gefühl hatte, etwas fürs Schreiben zu lernen, auch wenn ich es im Nachhinein doch tat, driftete ich oft mit den Gedanken ab, weil ich einfach glaubte, gerade nichts zu lernen. Aber vor allem die Beschreibungen waren sehr gut und zeigten mir einige Kniffe um besser zu beschreiben, allen voran Vergleiche von komplexen Gegenständen mit einfacheren Dingen, die jeder kennt. Schlussendlich möchte ich noch den für mich größten Kritikpunkt darlegen: Die fehlende Lore. Während Buch 1 nur so vor Fakten, Infos, Legenden und Bräuchen überschwappte, mir unzählige gute Wege zeigte, Lore zu vermitteln und in Handlungen einzubauen, wurde hier fast vollständig darauf verzichtet.. Doch auf diesen knapp 300 Seiten konnte nur weniger Lore vermittelt werden, was mich im nachhinein doch sehr enttäuschte. Es wird quasi darauf gesetzt, dass der Leser Buch 1 gelesen hat, was auch richtig ist, dennoch hätte es viel, viel mehr Lore sein müssen. Dafür wurde viel mehr auf Philosophie gesetzt. Nahe zu alles wird aus Paul Blickwinkel, dem Blickwinkel eines Gottes oder Propheten, beschrieben und analysiert. Oft mit viel zu schwammigen und viel zu prätentiösen Formulierungen, die auf Dauer einfach "Gehörig auf die Eier" gingen. Aber sie boten einen netten Einblick in eine mögliche Funktionsweise eines nicht so normalen Charakters, mit dem sich der Leser wohl nicht identifizieren sollte, was auch nicht geschah und mir sogar gefiel. Hätte ich mich mit Paul identifiziert, hätte ich entweder ihn auf mein Level gesenkt oder mich auf seines gehoben. Wir wären gleichwertig, was der Prämisse im Weg gestanden hätte. Schlussendlich ist Der Herr des Wüstenplaneten wie ein Videospiel-Sequel, welches zu schnell auf den Markt geworfen wurde. Es nutzt die offensichtlichsten Stärken des Vorgängers, baut diese aus und vernachlässigt dabei die vielen kleinen Stärken. Es ist für mich ein Rückschritt, aber alles in allem noch immer ein sau gutes Buch.

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  • Intrigenstadl auf Arrakis

    Der Herr des Wüstenplaneten
    TheSaint

    TheSaint

    Das zweite Buch des "Dune"-Zyklus erzählt von Paul "Muad'dib" Atreides und seiner Schwester Alia auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Dieses Buch setzt die Geschichte um den "Wüstenplaneten" zwölf Jahre später fort. Atreides ist des Djihad müde geworden, der Planet Arrakis zunehmend durch seine Anstrengungen bewässert und "ergrünt". Nun gilt es der Eroberung Einhalt zu gebieten und Frieden und Eintracht im Imperium zu etablieren. Paul Atreides ist eine Zweckehe mit Prinzessin Irulan eingegangen, die eine Bene Gesserit ist. Um die Macht zu sichern wird Paul gedrängt, für Nachkommen zu sorgen - die Verbindung des Atreides-Blutes mit dem der Bene Gesserit wäre ideal - doch Paul's Herz gehört alleinig Chani aus dem Volk der Fremen. Nur mit ihr will er Nachkommen zeugen. Auch seine Schwester Alia ist nun in einem Alter, wo langsam nach einem geeigneten Mann für sie Ausschau gehalten werden muss. Alia selbst spürt diese keimende Sehnsucht in ihrem Innern, ist aber trotz ihrer seherischen Gabe nicht in der Lage, den Partner zu erkennen. So kämpft das Geschwisterpaar auch an dieser Front einen Kampf, bei welchem die Herzenspartner nicht ohne den Widerstand anderer Mächte und Kulturen gefunden werden können. Es brodelt auf Arrakis - das entmachtete Kaiserhaus, die Bene Gesserit, die Gilde und andere Interessengruppen intrigieren gegen Paul und Alia und es gilt für das Geschwisterpaar höllisch aufzupassen und zu erkennen, wer Freund und wer Feind ist. Ihre seherischen Gaben vermögen nicht Alles zu erkennen... Abermals schafft es der Autor mit präziser Beobachtung und Schilderung eine beklemmende Atmosphäre im Palast auf Arrakis zu erschaffen. Seine Figuren werden dank intensiver Darstellung und Vermittlung derer Gedanken sehr plastisch und ihre Motivationen dadurch gut nachvollziehbar und real. Es gibt im Umfeld der beiden Atreides interessante neue und auch alte Figuren, die erheblich zu dem sich behutsam entwickelnden Spannungsbogen beitragen. Das zweite Buch führt zu einem sehr emotionalen Finale und interessanten Ende, welches große Vorfreude auf den nächsten Band des Zyklus bereitet.

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    • 2
  • Ein Held, der fällt ...

    Der Herr des Wüstenplaneten
    Stefan83

    Stefan83

    09. January 2013 um 17:52

    1969 war für viele Fans des epischen „Dune“-Romans ein entscheidendes Jahr. Endlich erschien die sehnsüchtig erwartete Fortsetzung „Dune Messiah“ (auf dessen Übersetzung man in Deutschland übrigens sogar noch ganze neun Jahre länger warten musste). Die Reaktionen fielen jedoch in den meisten Ländern gleich aus. Der zweite Band aus der Saga um den Wüstenplaneten wurde von Kritik und Lesern gleichermaßen abgelehnt, vielfach sogar regelrecht zerrissen. Nicht der eher dürftige Umfang von gerade mal knapp 300 Seiten, sondern eine andere Besonderheit war für das schlechte Abschneiden des Romans verantwortlich. Frank Herbert hat das spannende, fantastisch anmutende Space-Abenteuer auf eine bittere, düstere, ja beinahe destruktive Erzählung zurechtgestutzt und dabei seinen Hauptprotagonisten, Paul „Muad'dib“ Atreides, nach allen Regeln der Schreibkunst rücksichtslos demontiert. Und mit ihm seinen Mythos vom Retter des Universums. Was man am Ende von „Der Wüstenplanet“ allenfalls ahnen konnte, wird hier nun traurige Gewissheit: Aus dem einstigen Helden, dessen spannungsreichen Aufstieg zum heroischen und ambitionierten Anführer der Fremen man zuvor verfolgte, ist ein Anti-Held geworden. Die Geschichte spielt zwölf Jahre nach dem Sieg Muad'dibs über den Padischah-Imperator. Nach einem blutigen „heiligen“ Krieg, dem Djihad, welcher das gesamte bekannte Universum überzogen und alle früheren Ordnungen zu Fall gebracht hat, ist Paul Atreides nun alleiniger Herrscher über das Universum. Und er regiert mit grausamer Hand und absoluter Macht. Jeglicher Widerstand wurde von den Fremenlegionen hinweggefegt. Die aus dem Krieg hervorgebrachte Religion verehrt den Muad'dib nun als Gottheit und Heilsbringer. Priester des Qizarat verbreiten seine Botschaft, richten über die Völker in seinen Namen. Ketzer werden verfolgt, gejagt und exekutiert. Die Macht Muad'dibs scheint allumfassend und grenzenlos – doch was nur wenige wissen: Der Herrscher ist selbst ein Opfer seiner Macht, ein Gefangener seiner Visionen geworden. Diese Visionen, welche ihm einst den später von ihm eingeschlagenen Weg aufgezeigt hatten, wandeln sich zusehends in vorbestimmte Pfade, denen er willenlos folgen muss. Aus Chancen und Möglichkeiten sind feste Gewissheiten, der Djihad zum unaufhaltsamen Selbstläufer und der Muad'dib zu einem zum Leben verdammten Märtyrer geworden. Trotz all der Siege und der neu begrünten Umwelt in der Hauptstadt Arakeen – Verfall liegt plötzlich in der Luft. Ihn riechen auch seine Feinde, welche sich zusehends mehren und im Verborgenen zusammen kommen. Zu den Verschwörern gehört neben den Bene Gesserit, den Navigatoren der Gilde und den amoralischen Tleilax auch Muad'dibs eigene Frau, Prinzessin Irulan. Die Tochter des einstmaligen Imperators Shaddam leidet unter den Umständen ihrer Zwangsheirat, will unbedingt ein Kind, welches ihr ihr Mann, der in Liebe mit der Fremenfrau Chani liebt, verweigert. Ein teuflischer Plan wird geschmiedet, um der Herrschaft Muad'dibs und seines Lebens ein Ende zu setzen … Ich habe nach all der harschen Kritik und den schlechten Rezensionen ein zähes, langatmiges und trockenes Stück Science-Fiction-Literatur erwartet, welches meiner Freude am „Wüstenplanet“-Zyklus jeglichen Wind und den Spaß an weiteren Bänden nehmen würde – bekommen habe ich einen unbeschreiblich eindringlichen, poetischen, berührenden und spannenden Roman, dessen ruhige, beinahe tonlose Erzählweise als perfekte Leinwand für eine Handlung dient, die zwar manche Hoffnungen (notwendigerweise) enttäuscht, dafür aber eine philosophische Tragweite bietet, dessen Lehrreichtum in diesem Genre konkurrenzlos ist. Pauls Kampf mit sich selbst ist packender als jeder Ritt auf einem Wüstenwurm, seine Auseinandersetzung mit den Visionen derart intensiv inszeniert, dass man unwillkürlich die Seiten fester greifen muss. Es bedarf einer gehörigen Portion Aufmerksamkeit und Konzentration, um die Qualitäten des Romans zu erkennen und zu schätzen – und hier bietet Herbert tatsächlich Einzigartiges. Es ist dieser gnadenlose, unerbittliche Realismus, welcher „Der Herr der Wüstenplaneten“ zum, meiner Ansicht nach, verkannten Juwel der Reihe macht. Die Art und Weise wie uns Frank Herbert den Niedergang Pauls vor Augen führt. Wie aus einem zaudernden, nachdenklichen Retter und einem Schöpfer des Lebens ein gnadenloser Diktator wird. Und wie dieser Diktator (der sich in der Tradition von Dschingis Khan und Hitler sieht) schließlich, am Höhenpunkt seiner Macht, fast zwangsweise versagt und verliert. Es ist ein hoffnungsloses Bild das der Autor gezeichnet hat und uns mit Dingen konfrontiert, welche man sich im Vorgänger noch nicht vorstellen konnte. Aus dem ehrenvollen Volk der Fremen, furchtlosen Kämpfern der Wüste, sind blinde Gläubiger geworden. Verstümmelte und Krüppel künden von den Schrecken des Krieges, Krankheiten breiten sich aus. Unzufriedenheit bietet besten Nährboden für Verbrechen, Misstrauen und Verrat, den besonders die Tleilax zu nutzen scheinen, deren Wissenschaftler keinerlei Ethik und Moral kennen, und jedermann mit ihren Produkten bedienen. Mit gnadenloser Schärfe und gleichzeitig mitreißender Stimme zeigt uns Frank Herbert die Schattenseiten der Macht, das aus gutem Willen Böses geschehen kann. Und das nach zwölf Jahren Vernichtungskrieg und tagtäglicher Politik voller Kompromisse aus dem eigentlichen Traum ein Alptraum werden kann, dem man, trotz Beeinflussung der Zukunft, aufgrund unvermeidlicher Abgründe letztlich nicht entrinnen kann. Um an „Der Herr des Wüstenplaneten“ Gefallen zu finden, muss der Leser einen Aufwand betreiben, der vielen schlichtweg zu viel sein wird. Mir hat die Fortsetzung, gerade aufgrund der Abwesenheit jeglichen heroischen Gutmenschentums und den demaskierenden Wahrheiten, die immer wieder an die Gegenwart erinnern, noch besser als der Erstling gefallen. Eine tiefsinnige, actionarme und trotzdem (für mich) stets packende Dystopie, die mir wohl sehr lange im Gedächtnis haften bleiben wird. Ganz großes Kino!

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  • Rezension zu "Der Herr des Wüstenplaneten" von Frank Herbert

    Der Herr des Wüstenplaneten
    Chrischan

    Chrischan

    25. July 2012 um 08:12

    Zwölf Jahre sind vergangen, seit Paul Muad'dib mit seinen Fremen die Sardaukarlegionen des Imperators in die Knie zwang. Zwölf Jahre, nachdem der Sproß der Atreiden und Messias des Wüstenvolkes die Corrinos vom Thron stürzte und die Harkonnen vernichtete. Zwölf Jahre schier endloses Blutvergießen. Denn die Fremen blieben nicht auf Arrakis. Sie fegten über das alte Imperium hinweg wie ein Wüstensturm, zwangen nacheinander alle Planeten in die Knie und unterwarfen sie der Herrschaft des Tyrannen. Denn Paul Atreides ist schon lange kein Messias mehr, sondern ein Fluch. Rund um die Person Muad'dib entstand ein extremer Personenkult. Die Priesterschaft kocht ihr eigenes Machtsüppchen und benutzt dafür schamlos den Namen des einstigen Befreiers, um einen blutigen Dschihad durch das Universum zu treiben. Und so beginnen sie von neuem, die Intrigen und Machtkämpfe. Paul selbst kann sich dem nicht entziehen. Er sorgt sich um seine Chani und muss zusehen, wie seine Schwester Alia immer mehr dem Wahnsinn anheimfällt. In all diesem politischen Chaos machen sich die alten Widersacher auf Salusa Secundus bereit, dem neuen Imperium den Todesstoß zu versetzen und sich zurück zu holen, was man ihnen nahm. Und ein alter Erzfeind schickt sich an, seine ganz persönliche Rache an den Atreiden zu nehmen. Doch Muad'dib sieht einen Ausweg, einen Goldenen Pfad ... Dass Frank Herbert ein absolut hervorragendes Gespür für die Verknüpfungen von Literatur, Philosophie, Theologie und Politik hatte, wusste man spätestens seit dem ersten Teil der Sci-Fi-Saga rund um den Wüstenplaneten und die Spice-Droge. Auch im zweiten Teil "Der Herr des Wüstenplaneten" konstruiert Herbert scheinbar spielerisch komplexe Zusammenhänge. Er zeigt, wohin Personenkult führen kann, das Macht stets korrumpiert und welchen Einfluss religiöser Eifer haben kann. Das alles schafft Herbert mit einem angemessenen Sprachstil. Nicht zu platt, aber auch nicht zu abgehoben, fabuliert er tiefgründig und spannend. Einziger klitzekleiner Wermutstropfen: der zweite Teil bleibt ein Stück hinter dem ersten zurück. Zwar bietet er gute Unterhaltung und ist wichtig für den Fortgang des gesamten Zyklus, aber er bleibt im Vergleich zu den anderen Teilen doch eher an der Oberfläche. Etwas vorhersehbar. Das mag aber auch einfach daran liegen, dass die Veröffentlichung von "Der Herr des Wüstenplaneten" in der Form nicht geplant war. Herbert schrieb an einer Fortsetzung, die aber sehr viel Zeit in Anspruch nahm und um seine Fans nicht noch länger warten zu lassen, wurde "Der Herr des Wüstenplaneten" als kleines Intermezzo veröffentlicht. Nichtsdestotrotz bleibt auch dieser Teil ein - etwas kleinerer - Meilenstein des Sci-Fi-Genres. ©Christian Hesse Juli 2012

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  • Rezension zu "Der Herr des Wüstenplaneten" von Frank Herbert

    Der Herr des Wüstenplaneten
    rallus

    rallus

    23. February 2010 um 15:18

    2. Teil des Dun-Zyklus, hier zeigt Frank Herbert was aus den Personen wird die Macht haben - Diktatoren, Zauderer, Fehde schmiedende, sich niemand mehr sicher seiende Personen. Aus Paul dem Heldne wird eine ganz andere Gestalt. Ein sehr in den Intrigen der verschiedenen Gilden wobendes Buch, ganz anders als der von vielen verehrte 1.Teil, aber Frank Herbert erschafft hier eine ganz andere Welt. Tolles Buch, aber schwer zu lesen!

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  • Rezension zu "Der Herr des Wüstenplaneten" von Frank Herbert

    Der Herr des Wüstenplaneten
    ea24380

    ea24380

    15. July 2009 um 16:19

    Auch wenn der zweite Teil des Wüstenplanet Zyklus eher langatmig ist, so schafft es Frank Herbert doch, seine Welt in einem Detailgrad zu schildern, der einfach unglaublich ist.

  • Rezension zu "Der Herr des Wüstenplaneten" von Frank Herbert

    Der Herr des Wüstenplaneten
    hex

    hex

    01. September 2008 um 22:13

    War für mich mehr durchquälen als -lesen. Am Ende wollte ich eigentlich gar nicht mehr wissen, worum es geht. Lesern mit etwas mehr Geduld erschließt sich vielleicht auch der Sinn dahinter.