Frank Herbert Die Kinder des Wüstenplaneten

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Inhaltsangabe zu „Die Kinder des Wüstenplaneten“ von Frank Herbert

Die Bürokraten missbrauchen die wirklichen Absichten der Menschen, die sie eingesetzt haben. Der Djihad, der Heilige Krieg der Fremen, ist vorüber. Das Imperium trägt den Keim des Zerfalls in sich, seit sein Gründer Paul Atreides, genannt Muad’dib, nach Fremenart in die Wüste gegangen ist, um zu sterben. Er hat die Gabe, seherisch in die Zukunft zu blicken, seinen Kindern, den Zwillingen Leto und Ghanima, vererbt. Doch trotz dieser ungeheuren Kräfte sind sie verletzliche Kinder, und sie müssen sich nicht nur mit den Schatten der Vergangenheit auseinandersetzen, die sie heimsuchen, sondern auch mit Attentätern, die sie töten und das Imperium zerschmettern wollen. Da kommt eines Tages ein blinder Prediger aus der Wüste. Er prophezeit den Untergang und erhebt seine Stimme gegen die starre Religion. Ist er der wiedererstandene Muad’dib? Oder ein tödliches Werkzeug der Gegner des Imperiums?

Episch und einzigartig.

— Anomalie

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  • Shakespear'sche Familienfehden auf Arrakis

    Die Kinder des Wüstenplaneten

    TheSaint

    Im Buch Kreos steht zu lesen:"Es waren viele Kräfte, die versuchten, Kontrollen über das Leben der Atreides-Zwillinge zu erlangen - aber als Letos Tod bekanntgegeben wurde, verstärkten sie sich noch.Und jede Kraft hatte ein anderes Motto: Die Schwesternschaft fürchtete Alia, eine erwachsene Verdammte, verlangte aber trotzdem nach der Kontrolle der genetischen Charakteristika, die den Atreides zueigen war. Die kirchliche Hierarchie des Auqaf und Hadj sah die einzige Möglichkeit zur Machterhaltung darin, daß sie über die Erben Muad'dibs verfügte. Die MAFEA wollte einen Zugang zum Reichtum des Wüstenplaneten. Farad'n und seine Sardaukar trachteten danach, dem Haus Corrino wieder den alten Glanz zu verleihen. Die Raumgilde wiederum fürchtete sich vor der Gleichung Arrakis = Melange, weil sie ohne das Gewürz nicht navigieren konnte. Jessica wollte wiedergutmachen, was ihr Ungehorsam den Bene Gesserit angetan hatte.Niemand verschwendete einen Gedanken daran, wie die Pläne der Zwillinge aussehen mochten - bis es zu spät war."Und so sind es die Zwillinge Leto II und Ghanima, die in diesem dritten Band der Dune-Saga am beeindruckendsten und schillerndsten heraus stechen. Äußerlich Kleinkinder, doch als Vorgeborene mit dem Wissen ihrer Vorfahren ausgestattet, welches sich über Jahrhunderte erstreckt... sie wissen um den Geisteszustand ihrer Tante Alia, die wegen des kindlichen Alters der Zwillinge als imperiale Regentin des Atreides-Imperiums fungiert.Durch den übermäßigen Genuss der "Melange" gelingt es den in ihrem Kopf massiv einwirkenden Vorfahren, Kontrolle über sie zu gewinnen und sie zu lenken.Ihre Mutter, Lady Jessica - Ehrwürdige Mutter des Ordens der mysteriösen Bene Gesserit -, kehrt aus ihrem Exil nach Arrakis zurück und setzt eigene heimliche Pläne in Gang, um ihre Fehler auszumerzen...Ein geheimnisumwitteter Prediger taucht in Arrakeen auf und sorgt für Verwirrung und Aufruhr... ist er der tot geglaubte Muad'dib?Leto II besitzt die Gabe, in die Zukunft zu sehen und gemeinsam mit seiner Zwillingsschwester versucht er, all die für Arrakis gefährlichen Mächte und Kräfte zu schwächen und zu brechen, um das eigene Haus an der Spitze des Universums zu halten... Eine Finte nach der anderen Finte wird von den verschiedenen Parteien ausgelegt, um die wirklich wirksamen Aktionen bis zur Erfüllung des Masterplans zu verhüllen.Intrigen, Verrat, Mord, Tod, Misstrauen und etwas Liebe zwischen den Häusern der Atreides und Corrinos sorgen für wahrhaft shakespearisch anmutende Dramen!Leider jedoch vermag der Autor nicht stringent genug vorzugehen und so verliert mit seinen gedanklichen Exkursen der Charaktere sowie vielen unnötigen detailreichen Ausführungen zu Nebenhandlungen und -schauplätzen der Roman an Spannung und Fahrt. Es gibt sehr viele Passagen, die sich in für die Handlung unwichtigen langatmigen Erläuterungen verlieren.So büßt das opulente Ränkespiel um Macht und Kontrolle viel von der gewaltvollen Energie ein.Wenn man diese Stellen jedoch exkludiert und den reinen Kern des Romans nimmt, dann kann von einem weiteren interessanten Buch des "Dune"-Zyklus geschrieben werden. Man darf gespannt sein, wie sich Leto II, der gegen Ende des Buches in eine gottähnliche Metamorphose eintritt, in dem nächsten Band weiterentwickelt...

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    • 3
  • „Das Fleisch eines Mannes ist sein Eigentum; sein Wasser gehört dem Stamm.“

    Die Kinder des Wüstenplaneten

    Stefan83

    Vorfreude scheint tatsächlich die größte Freude zu sein. Anders lässt es sich jedenfalls nicht erklären, warum sich „Die Kinder des Wüstenplaneten“, der dritte Band von Frank Herberts „Dune“-Zyklus – auf den die Leser nach dem Vorgänger sieben lange Jahre warten mussten – dann 1976 derart erfolgreich (über 1,5 Millionen Exemplare allein als Hardcover) verkaufte. Von jetzt auf gleich war ein einstmals müde belächeltes Genre wie Science-Fiction Bestseller-fähig, Geschichten von fremden Welten in ferner Zukunft massentauglich und Herbert endgültig Gefangener seines eigenen Erfolgs geworden. Die Fans forderten „Dune“ und er musste liefern. Inwiefern das wiederum die Qualität der folgenden Romane beeinflusst hat, kann nur vermutet werden. Fakt ist jedenfalls: „Die Kinder des Wüstenplaneten“ ist für mich der bis hierhin schwächste Vertreter der Reihe, da er leider genau die Fehler wiederholt, welche noch in „Der Herr des Wüstenplaneten“ ausgemerzt schienen und zudem zu sehr von der Erfolgsformel abweicht, die vor allem den mit Sogwirkung versehenden Auftakt ausgemacht hat. Die Spannung – auf die Herbert zugegebenermaßen noch nie allzu großes Augenmerk gelegt hat – sie wird doch schmerzlich vermisst und eher schlecht als recht durch ellenlange Introspektiven und Was-wäre-wenn-Erwägungen ersetzt. Im Verbund mit der ohnehin im Kern wenig zugkräftigen Handlung ergibt sich ein Roman, dessen Stärken man zwischen den Zeilen suchen und mit einer Wanderung durch die Wüste von Arrakis, der fernen Oase entgegen, vergleichen muss. Zäh, hart, schleppend – aber am Ende halt auch wieder irgendwie doch ein bisschen lohnend. Kurz zur Geschichte: „Die Kinder des Wüstenplaneten“ spielt neun Jahre nach „Der Herr des Wüstenplaneten“, genauer gesagt im Jahr 10218 (Er schließt also nicht unmittelbar an den Vorgänger an, wie vielerorts fälschlicherweise behauptet). Der Heilige Krieg, der Djihad, welcher die Menschen des Imperiums zum rechten Glauben Muad'dibs bekehren sollte, ist inzwischen beendet und er selbst, getreu einer alten Fremdentradition, in die Wüste von Arrakis ausgezogen. Niemand kennt sein Schicksal, niemand weiß etwas über seinen Verbleib. An seiner Statt regiert nun seine Schwester Alia mit eiserner Hand über das Imperium, zumindest so lange bis Paul Muad'dibs Kinder, die Zwillinge Leto und Ghanima, alt genug sind, um selbst die Regentschaft zu übernehmen. Doch Zweifel mehren sich, ob es dazu überhaupt kommt und die Härte, mit der Alia zu Werke geht, sorgt für immer größere Unruhen im Herrschaftsgebiet. Hinter ihrem Rücken flüstert man über die „Besessene“. Und in der Tat hat der Geist des alten Feindes des Hauses Atreides, Baron Wladimir Harkonnen, nach und nach Besitz von Alias Bewusstsein ergriffen. Gefangenen in dessen Willen, wird sie zum Werkzeug seiner Rache an „Dune“ und den Atreides. Das ahnen auch Leto und Ghanima, die entgegen ihrer äußeren kindlichen Erscheinung die Erbanlagen ihres Vaters in sich tragen und damit Zugang auf das Wissen und die Lebenserfahrungen von Generationen von Vorfahren haben. Untergebracht im Sietch des alten Fremen Stilgar, der auch die Vormundschaft über sie ausübt und Alias Wandlung nicht sehen kann oder will, sind sie schon lange nicht mehr sicher. Die Situation spitzt sich noch weiter zu, als Lady Jessica, ihre Großmutter, ihren Besuch ankündigt und gleichzeitig ein blinder Prediger aus der Wüste lautstark seine Stimme gegen die Missstände von Alias Herrschaft erhebt. Während Leto und Ghanima ihre Flucht planen, richten sich auch andernorts die Blicke auf den Wüstenplaneten, der durch den Verlust seiner Führungsfigur Muad'dib plötzlich wieder angreifbar geworden ist. Farad'n, Sohn des ehemaligen Padischah Imperators Shaddam IV., erkennt in der Schwäche des Hauses Atreides seine Chance, den Thron für sein Haus, die Corrino, zurückzuerobern. Zwischen ihm und diesem Ziel stehen nur zwei Menschen … Leto und Ghanima. Natürlich ist mit dieser kurzen Zusammenfassung der äußerst komplexe Plot nur ungenügend angerissen, denn wie schon in den beiden vorherigen Bänden der Reihe, so besteht auch „Die Kinder des Wüstenplaneten“ eher aus einem Bündel, als aus einem einzigen roten Pfaden. Mit dem Unterschied, dass sich diesmal das Bündel ziemlich verknäuelt bzw. sich alle Beteiligten Charaktere darin gefallen, über viele Seiten hinweg Dialoge mit sich selbst zu führen, die, unterbrochen von Zukunftsvisionen, einen Großteil des Buches einnehmen und vor allem aufgrund der inhaltlichen Wiederholung beharrlich am Geduldsstrang des Lesers fräsen. Es steht zwar außer Frage, dass dem Ganzen auch hier ein höherer Gedanke innewohnt und Herbert dabei ein Ziel vor Augen hatte, als er dies niederschrieb – man muss jedoch auch festhalten: Dieses Ziel ist mitunter nur als verschwommene Fata Morgana am Horizont sichtbar. Und wir gehen an der Seite des Autors nie die direkte Strecke, sondern über viele Umwege und durch äußerst tiefen Sand. Unbestritten ist dies dem intellektuellen Anspruch der Lektüre geschuldet – nicht umsonst war dieser Zyklus in den 70ern vor allem im Kreise von Studenten sehr beliebt. Doch muss man den Aspekt der Unterhaltung denn gleichzeitig so sehr in den Hintergrund rücken? Obwohl Herbert gleich mehrere potenzielle Elemente mit einbaut, die für größeren Reiz und auch ein bisschen Dramatik sorgen könnten, versteht er es tatsächlich so gut wie keine davon zu nutzen. Warum bleibt Alia so lange untätig? Warum setzt sich niemand näher mit dem mysteriösen Prediger auseinander? Was für eine Motivation hat eigentlich Stilgar in dem Ganzen? Und überhaupt – was ist eigentlich aus dem Volk der Fremen geworden? Herberts Idee mit der andauernden ökologischen Veränderung von Arrakis auch die Lebensweise und Kultur des Wüstenvolks einem Wandel zu unterziehen, hat durchaus Hand und Fuß. Alte Sitten und Gebräuche gehen verloren. Wasser ist nicht mehr derart kostbar wie früher. Destillanzüge werden in städtischen Gebieten nur noch aus modischen Gründen getragen. All dies sind logische und nachvollziehbare Folgen, können aber nicht erklären, warum sich die Fremen derart kampflos ergeben und zumindest nicht in Teilen Gegenwehr leisten. In „Die Kinder des Wüstenplaneten“ ist das stolze Volk von Kriegern endgültig zu Handlangern degradiert worden, die, wie ihre Gegenüber, die Sardaukar, stoisch auf Befehle warten. Selbst wenn uns die Geschichte ähnliches lehrt (siehe z.B. das Schicksal der Indianer in Nordamerika), so hätte ein kleiner Aufstand (aus den eigenen Reihen!) nicht nur Sinn gemacht, sondern auch der Handlung ein dringend benötigtes Spannungselement hinzugefügt. Mal ganz abgesehen davon, dass mir persönlich mit den Fremen auch die letzten Sympathieträger von Bord gegangen sind. „Die Kinder des Wüstenplaneten“ ist, mehr noch als sein Vorgänger, endgültig eine klassische Dystopie. Wohlmeinende Hoffnungen, dass Pauls Sohn Leto die Fehler seines Vaters vermeidet und der Galaxis zum Frieden verhilft, sind wohl meiner romantisch verklärten Ader zuzuschreiben und finden leider keinerlei Widerhall im Fortlauf der Geschichte. Im Gegenteil: Getreu dem Motto „Es muss alles erst einmal noch schlechter werden, bevor es besser werden kann“ hagelt es auch diesmal allerorten Schicksalsschläge. Das Gute ist inzwischen quasi nicht mehr existent, der Held (besonders nach Letos Wandlung) ungefähr genauso im Aussterben begriffen, wie der durch das Wasser gefährdete Sandwurm. Mitunter fällt es langsam schwer, einen Unterschied zwischen Baron Harkonnens Treiben und dem der Atreides zu erkennen, womit es dem Leser ähnlich geht, wie den Untertanen des Imperiums, für die sich, vom Glauben mal abgesehen, nicht wirklich etwas geändert hat. Soviel Düsternis und Hoffnungslosigkeit gepaart mit einer Story, die auch zweihundert Seiten weniger gut verkraftet hätte, führen dazu, dass die Lektüre des vorliegenden Romans vor allem eins ist – ein Kraftakt des Willens. „Die Kinder des Wüstenplaneten“ ist ein detaillierter Anschauungsunterricht über die sich wiederholende Geschichte der Menschheit und den großen, altbekannten Fehler einzelner, sich darüber erheben zu wollen. Die Idee dahinter: Facettenreich, verstrickt, mit philosophischem Anspruch und mitunter genial. Die Umsetzung: Nun, sagen wir mal so: Jeder, der an diesem Punkt aus dem Zyklus aussteigt, hat mein vollstes Verständnis. Der sture Ostwestfale in mir flüstert aber grimmig: „Wir sind jetzt so weit gekommen. Wir machen weiter.“

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    • 3
  • Rezension zu "Die Kinder des Wüstenplaneten" von Frank Herbert

    Die Kinder des Wüstenplaneten

    kultfigur

    02. October 2012 um 18:02

    Fast so gut wie der erste Teil!

  • Rezension zu "Die Kinder des Wüstenplaneten" von Frank Herbert

    Die Kinder des Wüstenplaneten

    rallus

    23. February 2010 um 15:22

    3. Teil und Abstieg des Dunezyklus. Voll mit politischen Ränken ohne Paul, aber mit seiner Schwester und gespickt mit Andeutungen, Seitenweisen philosophischen Ausuferungen und arg zäh geraten. Noch für Fans, die in den Verzweigungen der Gilden und Familien noch zurecht kommen

  • Rezension zu "Die Kinder des Wüstenplaneten" von Frank Herbert

    Die Kinder des Wüstenplaneten

    ea24380

    21. July 2009 um 17:31

    Gekonnt setzt Frank Herbert die Geschichte rund um den Wüstenplaneten fort. Nach dem etwas langwierigen zweiten Teil, hat mich dieser mehr in seinen Bann gezogen. Gerade die Geschichte der beiden Kinder Ghanima und Leto II, wurde sehr gut in Szene gesetzt.

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