Frank Hertel Knochenarbeit

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Inhaltsangabe zu „Knochenarbeit“ von Frank Hertel

Knochenarbeit - gibt's die noch? Überall in Deutschland stehen riesige Hallen, in denen Arbeiter für einen Hungerlohn versuchen, mit dem Tempo des Fließbands mitzuhalten, wo es kalt und feucht ist und der Chef sich als Diktator aufspielt. Frank Hertel, der schon als Leiharbeiter, Möbelpacker und Regalauffüller arbeitete, zeigt eine Wirklichkeit, von der wir nichts wissen wollen. Er porträtiert Menschen, die keine andere Arbeit finden, aber von denen der Wohlstand unserer Gesellschaft abhängt. Sie verdienen Respekt, auf Mitleid können sie verzichten. Höchste Zeit, dass einer wie Frank Hertel das Wort ergreift - unsentimental, provozierend und unerhört komisch. Ein Plädoyer für die Notwendigkeit der einfachen Arbeit.

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  • Rezension zu "Knochenarbeit" von Frank Hertel

    Knochenarbeit
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. February 2012 um 10:48

    Sicherlich ein "interessanter" Erfahrungsbericht. Ein studierter Mann entscheidet sich bewusst für Fließbandarbeit, die bekanntlich "Knochenarbeit" ist. Dabei lernt er die unterschiedlichsten Charaktere kennen, die eins gemeinsam haben: Sie machen Knochenarbeit. Viele, weil sie keinen besseren Job bekommen, viele, weil sie zu bequem sind, sich einen anderen Job zu suchen, oder nicht die Kraft dazu haben, obwohl sie etwas "Besseres" machen könnten. Auch mit der Frage, was dieses "etwas Besseres" ist, beschäftigt sich Frank Hertel. Er stellt ganz offen die Frage, ob die harte körperliche Arbeit so schlecht sei, oder nicht doch gut, weil sie ehrlich ist. Ob sie die Menschen kaputt macht, oder ob die Menschen schon vorher kaputt waren. Lesenswert!

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  • Rezension zu "Knochenarbeit" von Frank Hertel

    Knochenarbeit
    Sokrates

    Sokrates

    31. August 2011 um 14:25

    Das Buch hinterlässt einen gespaltenen Eindruck. Einerseits kenne ich in meinem unmittelbaren persönlichen Umfeld ähnliche Lebensbilder: studiert, Bafög-Schulden, sehr guter Studienabschluss und absolut keine Chance in ein normal bezahltes, dem Ausbildungsniveau entsprechendes festes Arbeitsverhältnis zu kommen. Die Konsequenz ist, dass man sich – um nicht von sozialer Stütze zu leben, sondern wirtschaftlich eigenständig zu bleiben – auf Arbeitssuche auch unter dem eigenen Niveau begibt und hierbei einiges durchmacht – dies auch zu schlechten Konditionen schuften geht (rollende Woche, Stundenlohn unter 7 Euro, Fließband). Andererseits kann ich dem Autor nicht immer folgen: Hertel widerspricht sich häufig, bleibt unlogisch. So sieht er nicht das Problem im Ausbeuten der weniger gut qualifizierten Beschäftigten, sondern vielmehr darin, dass ihnen durch Betrügereien das sauer erarbeitete Geld wieder durch die Wirtschaft aus der Tasche gezogen wird. Er kritisiert nicht die schlechten – ausbeuterischen – Arbeitsbedingungen in vielen Produktionsbereichen, sondern das verkaufsfördernde Verhalten der Unternehmer, die durch animierende Werbung Unsinniges an den Mann/Frau bringen wollen. Den intellektuell weniger qualifizierten sieht er hier als das Opfer: weniger die Verkaufsstrategien hinterfragen könnend, lässt dieser sich übers Ohr hauen und gibt sein Geld aus. Das ist allein kritikwürdiges Ausbeuterverhalten. Mir persönlich zu dünn in der Argumentation und geht m.E. am Problem vorbei. Hertel hat für die Stunde 8,10 Euro verdient – das ist gut; die Stundenlöhne in den Fällen, die ich persönlich erleben durfte, haben nie mehr als den Leiharbeiterstundenlohn verdient, im Regelfall sogar weniger und mussten sich darüber freuen, überhaupt eine Arbeit gefunden zu haben, die ihren Studienfächern thematisch noch am nächsten kam und überdies noch bezahlt wurde (also nicht nur ein Praktikum war...). . In einem kann ich Hertel jedoch zum Teil Recht geben: Deutschland geht es INSGESAMT (noch) gut; dieses Gut-Sein kommt aber nur ungleich in der Gesellschaft an. Die unteren Schichten werden immer mehr und mühen sich bei hohem persönlich-körperlichen Einsatz für einen Hungerlohn ab, während andere vor Snobismus und Problemlosigkeit kaum wissen, wie sie ihren Tag mit Sinn füllen sollen. . Das Buch hinterlässt einen zerrissenen Eindruck; man wird nicht recht schlau aus dem Autor. Ärgert er sich nun, erst für viel Geld, Schweiß und Jahre studiert zu haben, oder fühlt er sich eigentlich wohl in einem mittelmäßig bezahlten Fließbandjob, der zumindest ein materiell abgesichertes Leben bietet? Dann hätte er nicht studieren müssen, dann müsse er aber auch nicht dieses Buch schreiben... Ärgert er sich über die Verdrossenheit seiner Mitbürger nun wirklich, oder will er uns nur darüber belehren, dass es uns eigentlich gut geht? Noch zu Beginn des Buches denkt man, er will Kritik an den beste-henden – schlechten – Verhältnissen unter (fertigen) Akademikern schreiben, gepaart mit kritischen Einblicken in den Billiglohnsektor, der ihm zeitweilig Arbeit gegeben hat; am Ende des Buches scheint alles in Ordnung zu sein. Soziale Unzufriedenheit scheinbar nur ein Fehler in der Wahrnehmung und der Wertigkeit der eigenen Bedürfnisse. Wir sollten einfach weniger Fernsehen, öfter raus gehen, mit Mitmenschen beobachten, lesen – hä? Das kann doch nicht alles sein. Sicher ein Anfang, aber wo bleibt der Rest? Wer sich das Buch noch vornimmt, der findet auf meine Fragen vielleicht eine besse-re Antwort, als sie mir das Buch geben konnte.

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