Frank Horstmann

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Frank HorstmannLeviathan und die Erpumper
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Leviathan und die Erpumper
Leviathan und die Erpumper
 (1)
Erschienen am 03.10.2012

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Rezension zu "Leviathan und die Erpumper" von Frank Horstmann

Leviathan and the Air-Pump dekonstruiert?
Neldavor 5 Jahren

“Leviathan und die Erpumper” soll laut Autor ein ergänzender Kommentar zu Hobbes in “Leviathan and the Air-Pump” von Steven Shapin & Simon Schaffer sein, der epochalen Analyse der Kontroverse zwischen Boyle und Hobbes aus dem 17. Jahrhundert, in der bekanntermaßen der Wissensdiskurs der englischen Experimentalkultur brillant und unnachahmlich rekonstruiert wird. Faktisch komplettiert der Autor nicht die Passagen über Hobbes in “Leviathan and the Air-Pump”, sondern dekonstruiert sie exhaustiv in manchmal langatmiger Exaktheit. Die versierte Pedanterie kann für Information en detail über konkrete Aspekte der Philosophie von Hobbes von großem Nutzen sein.
Die für die Kontroverse mit Boyle essentielle These von Shapin & Schaffer, dass Hobbes die Existenz vom Vakuum aus politischen Gründen rigoros ablehnt, wird vom Autor auf über 50 Seiten stringent demontiert. Exemplarisch die souveräne Demonstration, dass Hobbes entgegen der Assertion von Shapin & Schaffer erst mit 60 in Mai 1648 Plenist wurde und dass Shapin & Schaffer ihn in der Epoche vorher als Plenisten konstruieren, indem sie die vakuistischen Interpretationen von Experimenten durch Hobbes komplett ignorieren (!) und als Dokument für den Plenisten eine groteske englische Fehlübersetzung von einem lateinischen Zitat präsentieren. Auch zum Wissensdiskurs von Hobbes weist der Autor auf zahlreiche gravierende Inkorrektheiten und Unsubstanziiertheiten von Shapin & Schaffer hin. Zur Fundierung seiner destruktiven Monita hat er Hobbes-Zitate im imposanten, redundanten Maß parat.
Der Stil von “Leviathan und die Erpumper” ist eigenwillig schön, aber nicht jedefraus Gusto. Die Form ist bizarr. Schreibschrift (!), keine Fußnoten (!), die Kapitel heißen Wolkenspiele (!), der Autor gibt den kauzigen Tipp vor dem Lesen eine Violinsonate oder Cellosuite von Bach zu hören (!). Die Einleitung ist noch verschreckender als die Vorrede von “Welt als Wille und Vorstellung”. Amüsant ist die Caprice jedem Kapitel - Excuse me, jedem Wolkenspiel - eine Mondmetapher vom Schriftsteller Arno Schmidt als sekundierendes Motto beizugeben. 

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