Frank Jöricke

 3.7 Sterne bei 77 Bewertungen
Frank Jöricke

Lebenslauf von Frank Jöricke

Frank Jöricke wird im Jahr 1967 in Trier geboren. Von Beruf ist er eigentlich Werbetexter. Er gilt aber auch als Entdecker von Guildo Horn und arbeitet außerdem nebenbei als DJ Für Ü30 und Bad-Taste Partys.

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Rezension zu "Jäger des verlorenen Zeitgeists" von Frank Jöricke

Zeitgeist - mal witzig, mal bekannt
hproentgenvor 5 Jahren

Früher war nicht alles besser, aber vieles anders, erklärt uns Frank Jöricke und will die ins Kraut schießende Nostalgie roden. Mit seinem Roman Mein liebestoller Onkel, mein kleinkrimineller Vetter und der Rest der Bagage hatte er bereits eine sehr unterhaltsame Zeitreise unternommen, egal ob es um die sexuellen Revolution im Hunsrück oder die Folgen des Mauerfalls bei Kleinkriminellen ging.

 

Auf den ersten zwanzig Seiten nimmt er uns mit durch die achtziger, neunziger und die nuller Jahre. Dann folgen verschieden Essays, von Peter Alexander und Rudi Dutschke über James Bond (der im Vergleich zu Sean Connery wie ein zweiter Hermann Grönemeyer wirkt) bis zu den Mad Men vor der Ära Alice Schwarzer. Ein bunter Essayblumenstrauß, dessen Themen weit variieren, manchmal aber wenig mit Zeitgeist zu tun haben. Etwa der Essay über Vietnam oder einen aufmüpfigen Weinbauern. Ab und an verfällt er selbst dem Nostalgieren und geht dem Zeitgeist auf den Leim.

 

Zum Beispiel bei den Jugendbüchern. Als Harry Potter vor etlichen Jahren die Bestsellerparaden stürmte, erkannten Verlage erstmals, dass Jugendbücher auch von Erwachsenen gelesen werden. Einige Kulturredakteure – vom Typ Literatursachbearbeiter, die in den Sechzigern die verderblichen Comics bekämpft hatten, in den Siebzigern Momo vorwarfen, gesellschaftlich nicht relevant zu sein und den Kindern Märchen verbieten wollten – schlussfolgerten daraus, dass heute die Leser immer kindischer werden, während früher, in der guten alten Zeit, erwachsene Leser nur ernste, erwachsene Literatur gelesen hätten. Dass auch „Oliver Twist“, „Huckleberry Finn“ und „Die unendliche Geschichte“ unendlich viele erwachsene Leser hatten (und sogar in die Literaturgeschichte eingingen) war diesen Möchtegerngurus entgangen. Seltsam, dass ausgerechnet Jöricke diese absurde Theorie unkritisch wiederkäut. Auch der ein oder andere Text klingt manchmal ein wenig nach Bedenkenträger a la Wolfgang Niedecken, die er sonst kräftig karikiert. Etwa in dem Text über den Facebook Gründer, der das beliebteste soziale Netzwerk schuf und selbst frei von jeglichen Beziehungsfähigkeiten ist. Ein glänzend geschriebener Text, doch am Ende wird es zu einem Lamento, das Facebook das Ende aller Freundschaften bedeuten wird.

 

Doch in den meisten anderen Essays wärmt er nicht kalten Kaffee auf, sondern schreibt mit spitzer Feder und zeigt, dass man neue Ideen durchaus unterhaltsam vorstellen kann. Mit einem Satz stellt er bessere Zusammenhängen dar, als manch anderer mit einem ganzen Buch. Egal ob er über die Rollingstones schreibt, denen die Wut abhanden kam oder aus „Sex and the City“ den Schluss zieht, dass Männer besser nicht versuchen sollten, Frauen zu verstehen, weil es ihre Beziehung ruinieren könnte.

 

Jeder Artikel enthält als Bonbon einen Verweis auf Filme, Musik oder Bücher, die für das Thema typisch sind und einen Merkspruch, Zeitgeistregel genannt. Über deren Brauchbarkeit kann man streiten, zum Nachdenken regen sie auf jeden Fall an.

 

Fazit: Eine unterhaltsame Essaysammlung zu unterschiedlichsten Themen, doch dem Zeitgeist geht Jöricke manchmal selbst auf den Leim. Mit dem liebestollen Onkel hat er ihn sehr viel genauer beschrieben.

 

Leseprobe: http://www.solibro.de/leseprobe-jaeger

 

Jäger des verlorenen Zeitgeists, Sachbuch, Frank Jöricke, Solibro, März 2013

ISBN-13: 978-3932927553, Tb, 217 Seiten, Euro 12,80 (Ebook 9,90)

 

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Themistokeless avatar

Rezension zu "Jäger des verlorenen Zeitgeists" von Frank Jöricke

Jäger des verlorenen Zeitgeists
Themistokelesvor 5 Jahren

Für jeden, der gern mal ein wenig Nostalgieren möchte, ist dieses Buch wie geschaffen, besonders auch, da zu den einzelnen Jahrzehnten, bei denen sich der Autor auf die Suche nach deren Zeitgeist macht, immer wieder auch ganz besonders die Dinge angesprochen werden, die natürlich damals in aller Munde waren und, die man zudem auch heute einfach oft noch kennt, durch diverse Shows im Fernsehen, die einem diese Zeiten näherbringen sollten etc.

Ich kann bei diesem Buch auf jeden Fall schon ganz klar sagen, dass es sich super lesen lässt, weil es einfach auf eine sehr lockere Art geschrieben ist, mit einigem an Witz, aber auch Sarkasmus und bei der ein oder anderen Sache trifft der Autor auch sehr eindeutig den Punkt, besonders dann, wenn er etwas mal ein kleines bisschen kritischer beschreibt und sich nicht rein auf eine eher beschreibende Darstellung beschränkt. Jedoch ist es einfach nicht wirklich etwas Neues, das man da beim Lesen erfährt, sonder es ist viel mehr so, dass man eigentlich nur viel bekanntes neu aufbereitet erfährt und das selbst dann schon, wenn man noch relativ jung ist. Man könnte irgendwie sagen, und das meine ich bei weitem nicht negativ, dass es sich hier um eine gute Toilettenlektüre handelt, denn aufgrund des Stils und vor allen Dingen auch der eher kurzen Kapitel und unterstützenden Bilder, kann man das in solchen, nicht arg lange andauernden Momenten sehr schön, auch eher bruchstückhaft lesen, denn selbst größere Sprünge im Zeitgeschehen stören eigentlich nicht wirklich.

Schön gemacht finde ich die Idee, dass zu den einzelnen Themen, die angesprochen werden, noch Vorschläge für weitere Hintergrundlektüre, die CDs oder Filme, die einem dieses Thema noch näher bringen könnten gemacht wird. Auf jeden Fall kommt man da schon manches Mal ein wenig ins Nostalgieren und wird sogar, ab und an, an Dinge erinnert, die man schon fast wieder vergessen hatte.

Ein ganz niedliches Buch, wenn man mal Lust zum Nostalgieren hat, ansonsten jedoch nichts Besonderes.  

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janakas avatar

Rezension zu "Jäger des verlorenen Zeitgeists" von Frank Jöricke

Dem Zeitgeist auf der Spur!
janakavor 5 Jahren

In "Jäger des verlorenen Zeitgeists" nimmt uns der Autor Frank Jöricke auf eine Zeitreise der anderen Art. Er zeigt uns zu den verschiedensten Genre Menschen und Begebenheiten, die unsere Leben irgendwie geprägt haben.

Der Einstieg ins Buch ist sehr leicht, die kurzen Kapitel und der witzige Schreibstil gefallen mir gut. Toll finde ich auch die jeweiligen Bilder zu den Abschnitten und die Empfehlungen, was man weiter lesen oder hören sollte.

Bei der Zeitgeistentdeckung Nr. 17 "Künstler müssen keine besseren Männer sein. Hinter dem Hass auf Mario Barth, steht der Neid auf einen cleveren Menschen, der weiß, wie man Geld macht." stimmte ich dir voll zu. Ich finde Mario Barth immer wieder erfrischend, er kann die Männer und Frauen gut aufs "Korn" nehmen. Und warum soll er nicht aus seiner Popularität kein Geld machen, würden wir doch auch. ;-)

Zeitgeistentdeckung Nr. 29 "Menschen im Berufsleben haben das Innehalten und Besinnlichsein verlernt." macht mich sehr traurig.
Es ist wirklich schade, dass wir uns in unseren hektischen Welt nicht die Ruhe und Zeit nehmen, den Alltag und die kleinen schönen Dinge zu genießen. Innehalten und Besinnlichkeit sind meiner Meinung nach sehr wichtig. Wir sollten es langsam wieder erlernen.

Das sind nur ein paar Beispiele aus dem Buch, wer mehr wissen will, muss das Buch lesen. 

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Gespräche aus der Community

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Frank_Joerickes avatar

Liebe Freunde und Kritiker des Zeitgeists, liebe Leserinnen und Leser!

 „Früher war alles besser“, sagte Opa immer. „Digital ist besser“ behaupteten einst Tocotronic. Doch wer hat recht? Schwierige Frage. Und es gibt Tausend verschiedene Antworten darauf, etwa diese: Internet, Handys, Smartphones, Facebook, Single- und Fremdgehbörsen haben das Leben nicht einfacher gemacht.

Zwischen den Geschlechtern schon gar nicht. Grönemeyers Frage, „Wann ist ein Mann ein Mann?“, ist noch immer nicht beantwortet. Und die Frauen haben’s auch nicht leichter. Alles ist ziemlich verwickelt geworden.

Höchste Zeit, sich den Zeitgeist mal näher anzuschauen. Wer die 10er Jahre verstehen will, muss zurück in die 60er, 70er, 80er, 90er und 00er Jahre. Das habe ich getan. Als „Jäger des verlorenen Zeitgeists“ habe ich mich in den Dschungel von Vergangenheit und Gegenwart begeben, die Nostalgie gerodet und, wenn nötig, mich in die Untiefen der Populärkultur gestürzt.

Auf dieser Expedition konnte ich 43 Zeitgeistentdeckungen machen, z.B. warum soziale Medien asozial sind, warum die 80er eine Lüge waren und warum das mit der Liebe so schwierig geworden ist.

Habt Ihr Lust, diese Zeitreise mitzuerleben? Dann bewerbt euch hier bis einschließlich Donnerstag, 14. März um eines von 15 Exemplaren des Solibro Verlags! Verratet mir doch, was ist für euch eigentlich "Zeitgeist"? Oder auch gern, was Ihr mit den Jahrzehnten, die Ihr schon erlebt habt, verbindet!

Hier gibt es außerdem eine Leseprobe!

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