Frank Köhnlein

 4 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Kreisverkehr und Vollopfer.

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Frank KöhnleinKreisverkehr
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Kreisverkehr
Kreisverkehr
 (3)
Erschienen am 23.04.2015
Frank KöhnleinVollopfer
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Vollopfer
Vollopfer
 (3)
Erschienen am 14.11.2013

Neue Rezensionen zu Frank Köhnlein

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Rezension zu "Kreisverkehr" von Frank Köhnlein

Kreisverkehr - Der 2. Fall von Hepp
Bücherwahnsinnvor 3 Jahren

Aber jetzt erst mal von Anfang an. Der Titel ist ja schon speziell, aber wer das Buch liest wird schnell rausfinden was es mit diesem auf sich hat. Also, es passt ;) Das Cover Zeigt einen Ausschnitt eines Mannes der einen Anzug trägt, ich nehme jetzt mal an es soll Hepp sein, wobei ich mir das nicht wirklich vorstellen kann, denn Dr. Paul Hepp seh ich jetzt wirklich nicht in einem so geschniegelten Anzug. Eher so in der Richtung Inspektor Columbo.
 
Was den Schreibstil betrifft, ich studiere schon das ganze Buch über wie ich den benennen oder beschreiben soll. Es fällt mir wirklich schwer. Einerseits ist es erzählerisch aus der Sicht einer 3. Person geschrieben, dann wieder könnte man meinen Hepp selber spricht über sich in der dritten Person. Speziell aber interessant. Ich hab auf alle Fälle noch nie ein Buch gelesen das diese Art des Erzählens verwendet. Auch die Satzstellungen sind manchmal andres, als würde ein Kind was erzählen. Und doch ist es nicht langweilig, im Gegenteil es ist spannend und vor allem witzig. Der Humor ist sehr intelligent. Und Frank Köhnlein packt so viel psychologisches Wissen in den Roman, aber ohne das man sich dumm vor kommt, denn sogar ich versteh was er meint. Wer könnte einem die menschliche Psyche und das Verhalten denn besser erklären als ein Kinder- und Jugendpsychologe? Welcher zudem noch Spezialist ist für psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen und auch noch für den Kinderschutz tätig ist.


Für mich selber war der Schreibstil anstrengend, einfach weil ich als Legasthenikerin schon mühe habe mit den gewohnten Schreibstilen, doch ich bin froh hab ich das Buch dennoch gelesen. Es dauerte etwas länger, weil ich öfters mal hängen geblieben bin, und ich höffters Pause machen musste, aber das hat dem ganzen keinen Abbruch getan.


Aber nun zur Geschichte. Sie dreht sich um Lydia. Seine 14 jährige Patientin, die mit 450 Gramm Hasch erwischt wurde. Nun etwas komplizierter ist es schon. Denn zur Geldbusse und im Altersheim in der Küche aushelfen, hat der Jugendstrafanwalt auch noch dafür gesorgt das sie 40 Stunden zur Therapie muss. Und da landet sie jetzt bei Dr. Paul Hepp. Die Therapie nimmt seinen Lauf, wenn auch ein etwas ungünstigen für Hepp. Denn Lydia setzt sich ganz spontan auf Hepps Schoss, und in dem Moment kommt die Mutter und Ehefrau des Polizeipräsidenten rein. Und was sagt da Lydia? Zum Glück bist du gekommen, Mami! Und auch wenn wir Leser wissen das es nicht gewollt war vom Hepp, die Mutter hat natürlich was ganz anderes hineininterpretiert und so wurde es dem Hepp und der Lydia untersagt je wieder Kontakt zu halten.


Nur das Hepp natürlich Lydia nicht vergessen hat oder besser gesagt ignorieren konnte. Denn er wusste das da was nicht stimmt. Ein Mädchen setzt sich doch sicher nicht einfach so auf den Schoss eines Erwachsenen! Sie wollte ihm sicher etwas damit sagen, nur was? Und so beginnt der Kreisverkehr in seinem Kopf während er immer mal wieder im Kreisverkehr fährt um verschiedene Ausfahren zu überdenken, das hilft ihm nämlich. Und je mehr er sich mit dieser Frage, mit der Familie, auseinander setzt, wird ihm wieder Mal klar das nach aussen hin die Fassanden immer schön gepflegt erscheinen, drinnen aber der total Abbruch herrscht....


Wer einen typischen Krimi erwartet wird enttäuscht. Die Geschichte ist weder rasant, noch brutal und wendereich, sondern entschläunigt, leise, witzig und dennoch dramatisch. Kein Mainstream, würde ich sagen. Das dramatische an der Geschichte ist, das sie genau so passieren kann. Oder vielleicht auch ist. Denn Frank Köhnlein verarbeitet so seine Erfahrungen mit den Kindern und Jugendlichen, sicher, er schreibt die Geschichten um, Namen werden verändert und Orte und dergleichen, aber die Grundgeschichte, bleibt. Geschichte die man so sonst, wenn überhaupt, nur in der Zeitung liest. Aber sicher auch vieles das man sich gar nicht vorstellen kann, oder besser gar nicht erst vorstellen will! Es sind tragische, traurige Ereignisse die so passieren. 

Dies ist der 2. Band der Hepp-Reihe. Ich hoffe Frank Köhnlein schreibt noch viele mehr! Denn ich finde es wichtig das man solche Dinge erfährt, denn sie sind Bestandteil unseres Lebens, unserer Gesellschaft und sollten nicht totgeschwiegen werden!

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Bibliophils avatar

Rezension zu "Vollopfer" von Frank Köhnlein

Vollopfer/Frank Köhnlein
Bibliophilvor 3 Jahren

In einem Internat für schwer verhaltensauffällige Jugendliche wird der Heimleiter schwer verletzt und bewusstlos in der Sauna aufgefunden. Für die Polizei ist der Fall schnell gelöst – nur Dr. Paul Hepp, der Psychiater im Heim, mag nicht glauben, dass einer seiner Jugendlichen etwas damit zu tun hat. Obwohl seine Patienten schon ziemlich schräg daherkommen: die Jasmin, die sich die Unterarme ritzt, Jelena, die seit Jahren mit niemandem mehr redet, der Noel mit seinen komischen Fahrplanheften und der Phil, der immer schläft.

Tönt interessant – nicht? Das dachte ich auch, als ich den Klappentext las und neugierig besorgte ich mir das Buch.

Leider folgte beim Lesen bald einmal die kalte Dusche. Nicht einmal weil das Buch schlecht geschrieben ist -  im Gegenteil -  aber ich hatte mir den Roman ganz anders vorgestellt. Vor allem aus zwei Gründen hatte ich Mühe beim Lesen des Romans:

Erstens hat mich die Erzählweise befremdet; die Geschichte wird in der Ich-Form erzählt, aber wer dieser oder diese „Ich“ ist weiss man nicht und man wird es auch am Schluss des Romans nicht wissen.

Zweitens hatte ich einen klassischen Krimi erwartet; dieser Roman ist zwar ein Krimi, aber der Fall läuft eher im Hintergrund ab, im Vordergrund steht der Psychiater Hepp und seine philosophischen Alltagsbetrachtungen. Die sind manchmal lustig und interessant zu lesen, hin und wieder etwas langatmig und auch mal etwas verwirrend. Das mag daran liegen, dass der Autor, Frank Köhnlein, Psychiater ist, und ich nicht immer seinen Gedanken folgen konnte.

Ich hätte mir lieber mehr harte Fakten gewünscht als Philosophie, hatte ich doch wegen des Klappentextes einen klassischen Krimi erwartet. Gerne hätte ich mehr über die Jugendlichen erfahren und auch über Dr. Hepp, um den sich die Geschichte ja dreht. Er blieb aber während des ganzen Romans merkwürdig distanziert, denn von seinem Privatleben erfährt man nicht viel.

Alles in allem ein Roman der auf mich einen seltsamen Eindruck hinterlassen hat.

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forever-bookss avatar

Rezension zu "Kreisverkehr" von Frank Köhnlein

Dunkle Familiengeheimnisse
forever-booksvor 3 Jahren

"Kindheit ist ja nicht einfach glücklich, nur weil sie im >>Musikantenstadl<< so schön davon singen."
Lydia hatte definitiv keine glückliche Kindheit, aber was da genau los war und ist, weiss der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Hepp auch nicht. Zumindest nicht Anfang des Buchs. Nach ziemlich genau 200 Seiten ist es ihm klar geworden - aber vielleicht wäre ihm lieber, es wäre für immer ein Geheimnis geblieben. Aber zwischen Anfang und Ende entwickelt sich nicht nur die Geschichte, sondern der Autor nimmt den Leser mit quer auf eine Reise durch die Erkenntnisse der Tiefenpsychologie. Aber nie theoretisch oder belehrend, sondern immer mit sehr viel Humor:
"Es war eher das Gefühl, das sich einstellt, wenn einem die Caroline beim Frühstück das selbst abgefüllte Marmeladenglas gibt - >> Kannst du das mal aufmachen, ich krieg das nicht auf<< - , und dann ein kleiner Dreh. Held. Und beide - oder sogar alle drei, das Marmeladenglas selbst nämlich auch - wissen wieso Held, weil die Frau es ja schliesslich gelockert hatte (und jetzt nur für die Frauen unter Ihnen. Nicht sagen, er weiss es eh, und es ist auf längere Sicht für die Beziehungsstabilität eher förderlich, wenn Sie da Signale irgendwo im Bereich zwischen kleiner Bewunderung und unaufgeregter Gewissheit aussenden.)"
Ein wunderbar geschriebenes Buch, verdichtet auf das Wesentliche - das, was sich immer wieder und jeden Tag zwischen den Menschen abspielt.

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