Frank Köhnlein Vollopfer

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Inhaltsangabe zu „Vollopfer“ von Frank Köhnlein

In einem Internat für schwer verhaltensauffällige Jugendliche wird der Heimleiter Wieland verletzt und bewusstlos in der Sauna aufgefunden – mehr Hummer als Mensch. Für den pragmatischen Kommissar Poltrone und seine Assistentin, die Blonde, ist der Fall schnell gelöst. Nur Dr. Paul Hepp, der Psychiater im Heim, mag nicht glauben, dass einer seiner Jugendlichen etwas damit zu tun hat, auch wenn die natürlich schon ziemlich schräg daherkommen; die Yasmin, die sich halbe Andreasgräben in den Unterarm schnitzt, die Jelena, die seit Jahren mit niemandem mehr redet, der Noel mit seinen komischen Fahrplanheften, der Phil, der immer schläft. Bald wird deutlich: Ohne etwas von Jugendpsychiatrie zu verstehen, wird man kaum klären können, was wirklich passiert ist und wer hier eigentlich das »Vollopfer« ist.

Ein skurriler Krimi, Satire, Sachbuch. Der Autor gibt einen amüsanten und einfühlsamen Einblick in die Welt der "schwierigen Jugendlichen".

— forever-books

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  • Vollopfer/Frank Köhnlein

    Vollopfer

    Bibliophil

    25. May 2015 um 16:54

    In einem Internat für schwer verhaltensauffällige Jugendliche wird der Heimleiter schwer verletzt und bewusstlos in der Sauna aufgefunden. Für die Polizei ist der Fall schnell gelöst – nur Dr. Paul Hepp, der Psychiater im Heim, mag nicht glauben, dass einer seiner Jugendlichen etwas damit zu tun hat. Obwohl seine Patienten schon ziemlich schräg daherkommen: die Jasmin, die sich die Unterarme ritzt, Jelena, die seit Jahren mit niemandem mehr redet, der Noel mit seinen komischen Fahrplanheften und der Phil, der immer schläft. Tönt interessant – nicht? Das dachte ich auch, als ich den Klappentext las und neugierig besorgte ich mir das Buch. Leider folgte beim Lesen bald einmal die kalte Dusche. Nicht einmal weil das Buch schlecht geschrieben ist -  im Gegenteil -  aber ich hatte mir den Roman ganz anders vorgestellt. Vor allem aus zwei Gründen hatte ich Mühe beim Lesen des Romans: Erstens hat mich die Erzählweise befremdet; die Geschichte wird in der Ich-Form erzählt, aber wer dieser oder diese „Ich“ ist weiss man nicht und man wird es auch am Schluss des Romans nicht wissen. Zweitens hatte ich einen klassischen Krimi erwartet; dieser Roman ist zwar ein Krimi, aber der Fall läuft eher im Hintergrund ab, im Vordergrund steht der Psychiater Hepp und seine philosophischen Alltagsbetrachtungen. Die sind manchmal lustig und interessant zu lesen, hin und wieder etwas langatmig und auch mal etwas verwirrend. Das mag daran liegen, dass der Autor, Frank Köhnlein, Psychiater ist, und ich nicht immer seinen Gedanken folgen konnte. Ich hätte mir lieber mehr harte Fakten gewünscht als Philosophie, hatte ich doch wegen des Klappentextes einen klassischen Krimi erwartet. Gerne hätte ich mehr über die Jugendlichen erfahren und auch über Dr. Hepp, um den sich die Geschichte ja dreht. Er blieb aber während des ganzen Romans merkwürdig distanziert, denn von seinem Privatleben erfährt man nicht viel. Alles in allem ein Roman der auf mich einen seltsamen Eindruck hinterlassen hat.

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  • Wer ist hier eigentlich gestört?

    Vollopfer

    forever-books

    23. May 2015 um 11:05

    Wer auf der Suche ist nach einem Thriller ist, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, ist falsch. Wer dagegen liest, um zu lachen, sich berühren lassen, über sich und das Leben zu lernen, der ist richtig. Vollopfer ist zwar ein Krimi, mit Mord, Kriminalkommissar und Auflösung am Schluss, aber der erste Blick täuscht. In dem Buch werden vor allem Geschichten von Jugendlichen erzählt, von schwierigen Jugendlichen, die irgendwann im Heim gelandet sind. Der Blick auf diese Jugendlichen ist überraschend liebevoll, aber dabei sehr amüsant bis skurril. Man lacht zwar über das Verhalten der Jugendlichen aber noch viel mehr über die komischen Erwachsenen, die zwar meinen, ihr Leben im Griff zu haben, aber letztlich die wahren "Vollopfer" sind. Die Sprache ist speziell, direkt, nahe an der Umgangssprache. Dadurch wird das Buch sehr unmittelbar. Das fällt besonders auf, wenn das Buch vorgelesen wird. Ein rundum gelungenes Debüt.

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