Frank Klötgen

 3.7 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Ruhrgebiet, Der Fall Schelling, m. Audio-CD und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Frank Klötgen

Ruhrgebiet

Ruhrgebiet

 (3)
Erschienen am 01.09.2013
SLAMMED!

SLAMMED!

 (1)
Erschienen am 09.10.2017
Will Kacheln

Will Kacheln

 (1)
Erschienen am 16.03.2007
Der Fall Schelling, m. Audio-CD

Der Fall Schelling, m. Audio-CD

 (2)
Erschienen am 15.03.2010

Neue Rezensionen zu Frank Klötgen

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Annejas avatar

Rezension zu "SLAMMED!" von Frank Klötgen

Die unterhaltsame Reise eines Poetry Slammer´s
Annejavor 5 Monaten

Poetry Slams, wer kennt sie mittlerweile nicht. Der Kampf um den besten literarischen Vortrag, war mir bis März etwas völlig unbekanntes. Wen wunderts, denn ich bin nicht wirklich poetisch oder lyrisch veranlagt und kann meist schon mit Gedichten nix anfangen. 

Auf der Leipziger Buchmesse lernte ich dann sowohl den Verlag als auch den Autor des Buches kennen, welche mir zusammen erklärten um was es beim Poetry Slam überhaupt geht. Nach dieser Ausführung war mir klar, das sehe ich mir näher an, denn Poesie und Humor, könnte vielleicht eine ganz interessante Mischung sein.

Und da wären wir schließlich beim Buch. Herr Klötgen war 18 Jahre Slammer und das mit Leib und Seele. Kein Wunder das dieses Buch etwas wehmütig anfängt, verabschiedet sich hier doch jemand, der seine große Leidenschaft aufgibt. Zum Glück bleibt dieser Ton aber nicht bestehen und man erlebt diese Reise mit sehr viel Spaß, Freude und vielen Erinnerungen, die dazu beitrugen, das ich nicht nur etwas über Poerty Slams erfuhr sondern auch gleich etwas über die Welt. 

Allgemein kam ich sehr gut durch das Buch und genoss es diese Reise mit dem Autor zu machen. Die teilweise sehr poetische Beschreibungsart und die unterhaltsamen Meinungen zu Locations oder Leuten, waren stets für ein schmunzeln gut und sorgten dafür das ich mir das meiste sehr gut vorstellen konnte. Besonders gefiel mir aber die Ehrlichkeit des Autors, welcher seinen Ärger und Frust zwar freie Luft ließ, aber dies ohne gleich beleidigend zu werden. 

Da ich mir fast nur deutsche Poetry Slams angesehen hatte, war es spannend zu erlesen, wie dies in anderen Ländern gehandhabt wurde. Von vollkommen durch geplant bis chaotisch gab es alles.  Natürlich wird nicht jeder Slam einzeln bis ins Detail beschrieben, manchmal erfährt man mit nur 2 Zeilen was geschah, manchmal sind es 2-3 gefüllte Seiten. Jeder Slam im Buch wurde übrigens wie in einem Tagebuch sehr ordentlich erfasst. Zuerst die Nummer des Slams, dann wann er war, wo, wie viele Zuschauer und Teilnehmer es gab und natürlich wer gewann. Diese Namen suchte ich dann auch sofort im Internet, um einmal zu sehen was sie für Auftrittsstile haben.

Trotzdem gab es für mich 2 kleine Mankos, die man hätte besser machen können. Zum einen die Bilder die teilweise nix sagend waren oder nicht wirklich zum derzeit besuchten Land passten. Eine Setzung der Bildtitel unter die Bilder wäre auch schön gewesen, anstatt daneben oder im Block. 

Auch wenn mir das Buch, seine Geschichten und die tollen Erlebnisse gefielen, so war es doch sehr schwierig, sie durchweg zu lesen. Grund war, die sehr klein gewählte Schrift, die es mir nicht möglich machte, länger als 30 Minuten im Buch zu lesen. Zudem wirkte die Schrift sehr gräulich und verschmolz daher leicht mit dem weißem Hintergrund. 

Ein großes Lob gibt es allerdings für das Glossar, da ich von diesen eh ein großer Fan bin. Die betreffenden Wörter sind im Buch markiert und können hinten nach gelesen werden. So lob ich mir das, gerade wenn man dieses Buch als noch unwissender Poetry Slam-Anfänger liest. 


Mein Fazit

Vom Anfang bis in die heutigen Zeit, zeigte mir der Autor wie sich der Poetry Slam für ihn entwickelt hat. Dazu nimmt er den Leser, auf seine ganze persönliche Reise der Erinnerungen mit. Ein tolles Buch für Kenner der Szene und natürlich auch für Neuentdecker. Trotz zu klein geratener Schrift ein unterhaltsames Werk, mit tollen Einblicken in die Welt.

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schoensas avatar

Rezension zu "Ruhrgebiet" von Frank Klötgen

Reiseführer im Belletristik-Format
schoensavor 4 Jahren

Frank wohnt in Berlin, kommt aber eigentlich aus dem Ruhrgebiet. Zur Einweihungsfeier eines alten Freundes besucht er seine alte Heimat wieder und quartiert sich in der Wattenscheider Pension seines Kumpels Thomas ein. Preis pro Nacht: Ein Ruhrgebietsgedicht.

Frank kommt aber kaum zum dichten, da ist die niederländische Familie, die durch den Pott geführt werden möchte, alte Jugendlieben, die sich seiner erinnern und natürlich das Ruhrgebiet an sich. Stadtgrenzen, Kulturhauptstadt, neue Mitten, Fußball und natürlich die Nacht der Industriekultur – Frank sieht alles durch die Exilbrille, verleugnet aber seine Zuneigung zum Ruhrgebiet nicht.

Eine nette Geschichte, die vor allem dazu dient, Informationen an die Leser zu bringen. In jedem Kapitel sind Kästen eingeschoben, die touristische Informationen bieten, die zu der gerade gelesenen Story passen. Eine tolle Sache – wenn man zum Beispiel aus Berlin (oder irgendeiner anderen Stadt) zu Besuch im Ruhrgebiet ist. Oder Neu-Ruhrgebietler. Eine Art Reiseführer im Belletristik-Format.

Als Ruhrgebiets-Einwohner bräuchte ich die Infokästen nicht, ich kenn datt alles. Lohnt sich aber trotzdem, die Geschichte um die Infokästen ist kurzweilig und zum Ende des Buches kann man dann die jeweiligen “TOP 5 vom Pott” der Darsteller abhaken, ob man wirklich schon alles kennt. Und obendrauf: Wo bekommt man schon noch ein gebundenes Buch für 11,95 Euro?

Frank Klötgen, der Autor des Buches, kommt übrigens auch aus dem Ruhrgebiet. Und lebt in Berlin. Das hat er aber nur zufällig mit seiner Hauptperson gemeinsam.

http://www.schoenerblog.de/2013/11/05/kloetgen-ruhrgebiet/

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thomas_manegolds avatar

Rezension zu "Der Fall Schelling, m. Audio-CD" von Frank Klötgen

Rezension zu "Der Fall Schelling, m. Audio-CD" von Frank Klötgen
thomas_manegoldvor 7 Jahren

Frank Klötgen ist in erster Linie bekannt als Lyriker und Poet. Seine Gedichte sind phänomenal und seine Darbietung derselben einfach unerreicht. Ebenso sprachverliebt ist aber auch seine Kurzprosa. Beides sprengt den sonst üblichen Rahmen von Slams und Literaturbühnen. Nach der Textsammlung "Will kacheln" kamen nun gleich zwei Hardcoverbücher auf den Markt. Neben dem selbst verlegten Gedichtband "Mehr Kacheln", der bis dato nur beim Autor selbst zu haben ist, erschien mit "Der Fall Schelling" ein Roman bei Voland & Quist. Das Buch enthält, wie die meisten Bücher des Verlags, auch eine CD.

Die Geschichte ist so etwas wie ein Arztroman aus der Feder Franz Kafkas. Schelling ist ein zu Lebzeiten mäßig bekannter Autor, der nach 17 Jahren Koma wiederbelebt wird und, im Schatten von Intrigen, posthum erlangtem Ruhm und sozialen Verstrickungen, wieder ins Leben zurückfinden soll.
Hierbei bedient sich der Autor verschiedener Erzählperspektiven. Aus der Sicht des Patienten Schelling schreibt er aus der Ich-Perspektive und die Außenwelt wird ebenso konsequent von Außen betrachtet. Mitunter verpasst man zwar einen der vielen, manchmal im Schriftbild gänzlich unkenntlichen Sprünge, was jedoch ganz gut zur konfusen Wahrnehmung des Patienten passt. Einmal daran gewöhnt, kann man der Story gut folgen und erlebt eine meisterhafte Verkettung von Psychogrammen. Da ist die überforderte Tochter, die, inzwischen erwachsen, mit vergessenen Kindheitstraumata konfrontiert wird oder Böger, Leiter des Projekts, der sich an der Beziehungskrise mit seiner Frau und am Machtkampf mit seinem Kollegen aufreibt... In dem Maße, wie Schelling erwacht, saugt der Plot auch den Leser in die obskure Handlung, wird der Autor (Schelling, nicht Klötgen) zum Spielball seiner Umwelt...
Und diese Welt kommt, Fluch oder Segen, gänzlich ohne Helden aus. Das ist traurig, aber inmitten der mysteriösen Handlung eben ein Stück allerlebte Realität. Kein Dr. House brilliert, kein geschundener Patient, der sich theatralisch die Schläuche bedeutungsschwanger aus dem Körper reißt und joggen geht...

Das Wort "unkonventionell" beschreibt Klötgens Roman wohl am besten, zumal er an allen klischeebedingten Erwartungen vorbei geht. "Der Fall Schelling" ist kein Roman eines Poetry Slammers. Virtuoses Bellen, bösartigen Humor, plakative Action wird man also nicht darin finden. Und dennoch geht er mit den doktrinären Mechanismen der Literatur nicht gerade zimperlich um, was sich nicht zuletzt im kreativen Streit zwischen Autor, Lektor und Verlag um einige Änderungen spiegelt, dem wir einen "Directors Cut" in Form eines separaten Heftchens zu verdanken haben. Dieses liegt dem Roman bei, sofern man ihn beim Autor direkt bestellt.

Was am Ende wahr und was Traum ist, bleibt dem Leser überlassen. Das mag unbefriedigend sein, doch ist ein versöhnlicher Umgang mit so einem Werk durchaus vergleichbar mit dem Wechsel von Instant-Kaffee zu ganzen Kaffeebohnen. Frank Klötgen bleibt in diesem Roman am Schwebezustand zwischen Leben und Tod, Traum und Wachzustand kleben. Irgendwie. Wie bei David Lynch, der es eigentlich verfilmen könnte - und dem überstrapazierten Franz K., ist das letztendlich Geschmackssache.

Strange, but beautiful.

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