Frank Klötgen Der Fall Schelling, m. Audio-CD

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Inhaltsangabe zu „Der Fall Schelling, m. Audio-CD“ von Frank Klötgen

Was, wenn der Tod doch nicht das letzte Wort hat? Der zu Lebzeiten mäßig bekannte Schriftsteller Schelling wird von einem ehrgeizigen Ärzteteam aus seinem langjährigen Koma erweckt. Doch der beschwerliche Weg zurück ins Leben führt in eine wenig vertraute Welt: Schellings Frau ist zwischenzeitlich verstorben, seine Tochter erwachsen und er selbst nunmehr über den Erfolg seiner Bücher zu größter Berühmtheit gelangt. Der Patient wird zum Spielball der Machtkämpfe innerhalb der Klinik, schon bald lernt er, der neuen Umgebung zu misstrauen. Je stabiler sein gesundheitlicher Zustand wird, desto mysteriöser und beängstigender stellen sich die Vorgänge in der Klinik dar. Im rauschhaften Strudel der Ereignisse verwischen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Die Frage, wer hier welche Fäden zieht, wird zur beklemmenden Ungewissheit und weckt die Ahnung einer Katastrophe §Die CD zum Buch, eingelesen von Frank Klötgen, enthält Auszüge aus dem Roman.

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  • Rezension zu "Der Fall Schelling, m. Audio-CD" von Frank Klötgen

    Der Fall Schelling, m. Audio-CD
    thomas_manegold

    thomas_manegold

    23. July 2011 um 18:17

    Frank Klötgen ist in erster Linie bekannt als Lyriker und Poet. Seine Gedichte sind phänomenal und seine Darbietung derselben einfach unerreicht. Ebenso sprachverliebt ist aber auch seine Kurzprosa. Beides sprengt den sonst üblichen Rahmen von Slams und Literaturbühnen. Nach der Textsammlung "Will kacheln" kamen nun gleich zwei Hardcoverbücher auf den Markt. Neben dem selbst verlegten Gedichtband "Mehr Kacheln", der bis dato nur beim Autor selbst zu haben ist, erschien mit "Der Fall Schelling" ein Roman bei Voland & Quist. Das Buch enthält, wie die meisten Bücher des Verlags, auch eine CD. Die Geschichte ist so etwas wie ein Arztroman aus der Feder Franz Kafkas. Schelling ist ein zu Lebzeiten mäßig bekannter Autor, der nach 17 Jahren Koma wiederbelebt wird und, im Schatten von Intrigen, posthum erlangtem Ruhm und sozialen Verstrickungen, wieder ins Leben zurückfinden soll. Hierbei bedient sich der Autor verschiedener Erzählperspektiven. Aus der Sicht des Patienten Schelling schreibt er aus der Ich-Perspektive und die Außenwelt wird ebenso konsequent von Außen betrachtet. Mitunter verpasst man zwar einen der vielen, manchmal im Schriftbild gänzlich unkenntlichen Sprünge, was jedoch ganz gut zur konfusen Wahrnehmung des Patienten passt. Einmal daran gewöhnt, kann man der Story gut folgen und erlebt eine meisterhafte Verkettung von Psychogrammen. Da ist die überforderte Tochter, die, inzwischen erwachsen, mit vergessenen Kindheitstraumata konfrontiert wird oder Böger, Leiter des Projekts, der sich an der Beziehungskrise mit seiner Frau und am Machtkampf mit seinem Kollegen aufreibt... In dem Maße, wie Schelling erwacht, saugt der Plot auch den Leser in die obskure Handlung, wird der Autor (Schelling, nicht Klötgen) zum Spielball seiner Umwelt... Und diese Welt kommt, Fluch oder Segen, gänzlich ohne Helden aus. Das ist traurig, aber inmitten der mysteriösen Handlung eben ein Stück allerlebte Realität. Kein Dr. House brilliert, kein geschundener Patient, der sich theatralisch die Schläuche bedeutungsschwanger aus dem Körper reißt und joggen geht... Das Wort "unkonventionell" beschreibt Klötgens Roman wohl am besten, zumal er an allen klischeebedingten Erwartungen vorbei geht. "Der Fall Schelling" ist kein Roman eines Poetry Slammers. Virtuoses Bellen, bösartigen Humor, plakative Action wird man also nicht darin finden. Und dennoch geht er mit den doktrinären Mechanismen der Literatur nicht gerade zimperlich um, was sich nicht zuletzt im kreativen Streit zwischen Autor, Lektor und Verlag um einige Änderungen spiegelt, dem wir einen "Directors Cut" in Form eines separaten Heftchens zu verdanken haben. Dieses liegt dem Roman bei, sofern man ihn beim Autor direkt bestellt. Was am Ende wahr und was Traum ist, bleibt dem Leser überlassen. Das mag unbefriedigend sein, doch ist ein versöhnlicher Umgang mit so einem Werk durchaus vergleichbar mit dem Wechsel von Instant-Kaffee zu ganzen Kaffeebohnen. Frank Klötgen bleibt in diesem Roman am Schwebezustand zwischen Leben und Tod, Traum und Wachzustand kleben. Irgendwie. Wie bei David Lynch, der es eigentlich verfilmen könnte - und dem überstrapazierten Franz K., ist das letztendlich Geschmackssache. Strange, but beautiful.

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