Frank Kolb Die Stadt im Altertum

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Inhaltsangabe zu „Die Stadt im Altertum“ von Frank Kolb

Städte: Von den Uranfängen bis zu den ersten Metropolen • Alle bedeutenden Städte des Altertums: Die faszinierende Dokumentation in einem Band • Die konkurrenzlose Gesamtdarstellung des renommierten Historikers Frank Kolb • Mit 40 s/w-Stadtkarten von allen wichtigen Städten und ausführlichem Personen- und Sachregister Was ist eigentlich eine Stadt? Wann in der Menschheitsgeschichte tauchten erstmals Städte auf? Unter welchen Bedingungen entstanden sie? Inwieweit waren die Zivilisationen des Altertums städtisch geprägt? Diesen und vielen anderen interessanten Fragen geht der Autor in seinem faszinierenden Buch nach. Ihm gelingt hier die erste Gesamtdarstellung der Stadt im Alten Orient und in der griechisch-römischen Antike. Vierzig Stadtkarten illustrieren begleitend die spannenden und einfach zu lesenden Ausführungen des renommierten Historikers für Alte Geschichte Frank Kolb

Eine gute und ausfürhliche archäologische Untersuchung des Phänomens "Stadt" im Altertum".

— Admiral

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  • Die Stadt als Dreh- und Angelpunkt des antiken Lebens ?

    Die Stadt im Altertum

    Admiral

    07. September 2015 um 14:01

    "Die Stadt im Altertum" von Frank Kolb (1984) ist eine archäologieorintierte Untersuchung der Stadt der Antike im Alten Orient, in der grch. Welt und besonders in Rom. Warum sage ich "'besonders' in Rom" ? Weil dieser Teil der quantitativ umfangreichste ist (120 Seiten von insgesamt 270; 39 für den Alten Orient und 82 für den grch. Raum). Woran das liegt, kann ich nicht genau sagen, da ich eine Laie bin, aber es wird wohl entweder an der Überlieferungslage liegen (röm. Ruinen sind am besten/am meisten erhalten) oder am persönlichen Interesse/Forschungsschwerpunkt des Autors. Jedenfalls ist die römische Zeit dezidiert MEIN Interessenschwerpunkt, deswegen werde ich eventuell dazu mehr sagen. Essentiell ist am Anfang jedoch jedenfalls die Auseinandersetzung mit Webers Theorie zur Stadtdefinition, damit wir (= Forscher und Leser) eine gemeinsame Verständnisgrundlage haben. Denn was ist eigentlich eine "Stadt" ? Gehen wir rein nach Einwohnerzahlen gelten eventuell auch mal kleine Städte mit wichtiger Funktion fürs Umland oder für eine Administration auch mal als nicht Städte. Oder es gelten "Städte" als Städte, die rein temporär aufgepumpt sind (Heeresanhängsel) ungerechterweise als Stadt. Außerdem versperrt es den Blick auf einen epocheübergreifenden Vergleich, da es nicht immer eine konstant gleiche Menschenmenge gab. So sehe ich die Notwendigkeit einer umfassenden Definition begründet. Bspw. ist das Kapitel zu Ägypten folgendermaßen überschrieben: "Ägypten - Zivilisation ohne Städte?" und zeigt deutlich auf, dass es hier echte Definitionsschwierigkeiten gibt (zB "Städte" haben keine Zentralortfunktion, kein Territorium, keine nennenswerte von Tempeln und Palästen unabhängige Stadtbevölkerung; S. 36-40). In Griechenland andererseits fand eine Urbanisierung erst nach Reflexion durch die Apoikia (er nennt es noch Kolonisation, was aber mMn überholt ist). Nun zu Rom. Das interessierte mich am meisten, wie gesagt. Ich habe viel ausgelassen udn werde auch viel auslassen, aber ich will ja nur einen kleinen Einblick gewähren und einige Gedanken meinerseits ausformulieren. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. ;D Mir fehlt hier ein wenig die explizite Unterscheidung der Stadtkultur zw. Republik und Kaiserzeit. Oder andererseits eine explizite Widerlegung der Relevanz dieser Epochengrenze (eben Rep = Kais) anhand der Stadtgeschichte. Das Kapitel zur Republik (141-169) ist mir zu klein und unausführlich geraten. Auch die Kapitelüberschrift deutet eher auf eine Zwangläufigkeit der Darstellung auf die Entwicklung zum Kaiserreich hin (Roms Entwicklung zur Groß- und Weltstadt). Ich meine mich zu erinnern, dass er irgendwo schrieb, er wolle ausdrücklich keine übliche Geschichte Roms schreiben, geht dann allerdings doch sehr personengebunden in seiner Darstellung vor (Sulla, dann Pompeius, dann Caesar, dann Augustus). Dennoch ist seine Untersuchung der Frühzeit sehr hilfreich, da es die ständig im Raum stehende alte etruskische Herrschaft, die durch die literarischen Quellen nur erahnt werden kann, besser belegt und beschreibt. Ausführlicher wird es dann in der Darstellung der Kaiserzeit., wo Kolb sich intensiv und ausdrücklich mit Forschern auseinandersetzt (Finley, Schumpeter, Marxisten, etc. das tut er gewiss auch schon vorher). So behandelt er besonders ausführlich die in der Forschung oft als Beispiel für den Epochenumbruch (Ant. => MA) herangezogene Provinzen Gallien und Nordafrika, um Fehler oder Schwierigkeiten in der Forscung aufzuzeigen. Besonders hart kämpft er mit der traditionell postulierten "Krise des 3. Jh." und versucht sie oft zu dekonstruieren, was ihm auch bisweilen gelingt. So zeigt er umfassende Kontinuitäten ins MA hinein auf (238), um so für eine Nutzbarmachung der Stadtgeschichte für einen epochenübergreifenden Vergleich zu plädieren (269f.). Denn hier hat noch Vittinghoff (zitiert 269) noch die totale Andersartigkeit" betont. Hilfreich und methodisch nett sind noch seine darstellenden Auseinandersetzungen mit den "üblichen" römischen Stadtausstattungen (Fora, Thermen, Mauern, etc.; 192-4) und mit den lateinischen Stadtbezeichnungen (canabae, urbes, oppida, etc.; 183-6). Was mir fehlte war eine ausführlichere Auseinandersetzung mit der Stadt-Land-Beziehung/Unterschieds/-Gemeinsamkeit und bes. der Definition des Letzteren. Alles in allem sehr gut gelungenes Buch. Mit einigen Darstellungen, vielen Quellenarbeiten, intensiven Interpretationen und umfassenden Forschungsauseinandersetzungen.

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