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privatwolf

vor 1 Jahr

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Der Autor, Gehirnforscher, Journalist und Manager, konfrontiert in diesem hoch aktuellen Buch die Illusion des sogenannten freien Willens mit den Versprechungen moderner Online-Unterhaltung. Wissenschaftlich fundiert und mit stetig wachsender Spannung transportiert der Roman hintergründige Zeitkritik im Format eines Thrillers.

Er steht damit einerseits in der Tradition von William Goldings ‚Herr der Fliegen’, B.F.Skinners ‚Futurum II’ und Frank Schätzings ‚Schwarm’, erschließt aber andererseitsvöllig neue, beklemmende Aspekte unserer Existenz. Wer neugierig ist, wie die Internettechnologie in Zeiten von NSA unser Leben noch verändern könnte, wird seine Mitmenschen nach der Lektüre mit anderen Augen betrachten.

 

Autor: Frank Martin Hein
Buch: Berlin: Kontrollverlust
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minnie133

vor 1 Jahr

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Das Thema klingt spannend - und in unserer Zeit auch sehr aktuell.
Ich würde mich freuen, mitlesen zu dürfen, da es sich hier um ein spannendes Thema und eine tolle neue Thriller Idee handelt ;)

Martina28

vor 1 Jahr

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Klingt interessant. Nehme an der Verlosung teil

seschat

vor 1 Jahr

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Zeitkritik, dieses Stichwort hat mich neugierig gemacht, denn ich sehe auch einige mit der fortschreitenden Datenüberwachung einhergehende Negativfolgen. Zudem geht's um Berlin, worüber ich immer gern lese.
Kurzum, ich würde sehr gern Teil der Leserunde sein.

privatwolf

vor 1 Jahr

Zum Autor
Frank Martin Hein hat Neurobiologie, Psychologie, Kommunikationswissenschaften und Journalismus in Marburg, den USA, Tübingen und Stuttgart studiert und wurde beim Süddeutschen Rundfunk zum Redakteur ausgebildet.
Er arbeitet seit gut 20 Jahren als Kommunikationsberater, Manager, Autor und Dozent im In- und Ausland. Seine beruflichen Erfahrungen verdankt er vornehmlich großen internationalen Unternehmen wie IBM, Bombardier, Rolls-Royce und der Credit-Suisse.
Hein veröffentlichte bislang ein umfangreiches Grundlagenwerk zu Fragen der Führung und Unternehmenskultur mit elektronischen Medien (dfv, 2007) und mehrere Dutzend Fachaufsätze. Sein besonderes Interesse gilt der Gehirnforschung und dem Thema der Manipulation durch Sprache.
Hein ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in Berlin und im Burgund.

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privatwolf

vor 1 Jahr

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@minnie133

Danke für dein Interesse.
Ja die Theorie und Praxis geraten viel schneller durcheinander, als es sich die Beteiligten und wir Leser je vorstellen konnten.

privatwolf

vor 1 Jahr

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@Martina28

Danke für dein Interesse.
Der Titel 'Berlin: Kontrollverlust' deutet auch an, welche Probleme bei einem Versuch entstehen, ein weltberühmtes amerikanisches Laborexperiment aus den sechziger Jahren in unsere Zeit zu übertragen.

privatwolf

vor 1 Jahr

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@seschat

Danke für dein Interesse.
Professionelles ‚Fate Enhancement’ per Internet wird zu Mode und zum medialen Entertainment.

privatwolf

vor 1 Jahr

Frank Martin Hein

Berlin: Kontrollverlust

Vorzeit 1
Soldat Ilja Kotikow vollzog den ersten Koitus mit Margot Wrobbel lustlos und innerlich unbeteiligt. Er hatte mit seinen Kameraden gewettet, dass er sich trauen würde, als Jüngster. Er tat ja nicht mehr als das, was sie auch taten und was für Sieger üblich war. Deutsche Frauen zu demütigen war ihm weniger wichtig, als dass er die Seelower Höhen überlebt hatte. Er wollte nun vor allem schnell zum Studium nach Kiew zurück. Als er erfuhr, dass er eine Sechzehnjährige vergewaltigt hatte, die im Oderbruch vor den Bomben auf Berlin geschützt werden sollte, war ihm die Sache peinlich. Er ging mit Lebensmitteln zu ihr nach Wuschewier zurück und entschuldigte sich. Sie verzieh ihm. Bevor sie ihren Sohn Alexander zur Welt brachte, heirateten sie. Er blieb mit ihr im Oderbruch. Alexander ging später fort.
Vorzeit 2
In den frühen 80ern lag die Kanzlei der Anwälte Schmendrick & Schtupp International (LA-ASSI) noch direkt neben dem Wilshire Theater in Los Angeles. Erst durch die Nachfrage der Medienkunden wuchs das Büro so stark an, dass es eine ganze Etage im Aon Center in der Nähe mieten musste. Tim Brawn, ein gut aussehender, ehrgeiziger Juniorpartner bei LA-ASSI mit einer Vorliebe für gestreifte Hemden mit weiß abgesetzten Krägen und Manschetten, ging zu jeder Premiere. Marjorie Brimm, Literaturkundlerin mit Bachelor, hatte ihren Studentenjob dort an der Kasse noch eine Weile über den Abschluss hinaus behalten. Es war so schwer, als Nobody in der Unterhaltungsbranche Fuß zu fassen. Tim verliebte sich in die kleine brünette, quirlige Person mit den hellblauen Augen und dem fröhlichen Lachen. Er machte ihr den Hof. Nach zwei Spielzeiten nahm sie seinen Antrag an.
Vorzeit 3
Als Christa Lommel 1985 die Driburger Straße in der Paderborner Innenstadt überqueren wollte, war sie in Eile. Sie hatte ihren Sohn im Schlepptau, den sie gegen seinen Willen, aber auf Wunsch seines Vaters, nach Schulschluss vom Pelizaeus Gymnasium abgeholt hatte, um ihn noch rechtzeitig vor Ostern zum Friseur zu bringen. Termine um diese Zeit waren knapp.
Während Frau Lommel über den Reismannweg zügig in südlicher Richtung auf den Übergang der Driburger zusteuerte, näherte sich aus östlicher Richtung ein hellbeiger VW-Bus in der rechten Spur. Der Fahrer, ein Heizungsmonteur aus Neuenbeken, war Raucher. Circa 60 Meter vor der Kreuzung griff er nach den Roth-Händle in der Brusttasche seiner blauen Monteursjacke, die er vor der Abfahrt ordentlich auf dem Beifahrersitz abgelegt hatte. Die Schachtel rutschte unversehens heraus und weg von ihm, auf den Wagenboden.
Die Sicht des Fahrers war daher vor der Kreuzung mit dem Personenübergang nicht mehr auf die Straße gerichtet, sondern nach unten. Er steuerte mit links und griff mit rechts - sich stark streckend - vergeblich nach den Zigaretten. Christa Lommel drehte sich gleichzeitig nach ihrem Sohn um, der eine Verabredung zum Tischtennis mit einem Freund treffen wollte, der zufällig gerade aus dem benachbarten Reismanngymnasium gekommen war.
Der VW traf Frau Lommel frontal, mit fast unverminderter Geschwindigkeit, mehr als 40 km/Stunde gewiss, nachdem das Auto mit dem rechten Vorderrad den Bordstein geschnitten hatte. Mehr schleudernd als fahrend war es auf den Bürgersteig geraten. Christa Lommel wurde zur Seite geworfen, schlug mit dem Kopf hart auf den Boden und starb auf dem Weg ins Krankenhaus.
Der Sohn blieb unverletzt.
Der Verlust der Mutter, die alles für ihn tat, die ihn liebte und er sie, maßlos, wenn sie ihn einmal mehr vor den Schlägen seines Vaters schützte oder danach in den Schlaf sang, bescherte dem Kind ein schweres Trauma, das ihn nicht mehr loslassen sollte.
Vorzeit 4
Der erste Moment war immer der schönste. Jeden Tag aufs Neue.
Wasser kräuselte sich in klitzekleinen Wellen rund um die niedlichen runden Zehen mit den knallig rot lackierten Nägeln. Sie glänzten im Licht. Kalt war es und warm zugleich, der Sand weich unter den Fußsohlen, die Luft frisch und mild. Die Brise versprach Energie und gute Laune. Die Morgensonne schickte ihre ersten, kitschigen Strahlen über den Berg.
Harriet Brimm ließ sich Zeit und zelebrierte den Einstieg ins Meer wie ein Ritual. Das Wasser reichte ihr mit jedem Schritt etwas höher: die hübschen Waden entlang, über die Knie und die Oberschenkel. Bis es endlich die Bikinihose direkt zwischen ihren Beinen berührte. Der hellblaue Stoff sog sich voll und wurde dunkler. Sie spürte nach, wie ihre Scham feucht wurde, das Wasser stieg und schließlich ihr rundes Bäuchlein umspülte. Das Baby darin sollte keinen Schock bekommen, sondern an ihrer Freude teilhaben. Kurz nach Sonnenaufgang in der Santa Monica Bay zu schwimmen machte Harriet glücklich.
Ihr erstes Kind durfte an diesem Glück von Anfang an teilhaben.
Endlich glitt Harriet ganz ins Wasser und machte ein paar entschlossene Züge in die Bucht hinaus. Brustschwimmen hatte sie schon in der Schule gelernt; es fiel ihr nicht schwer. Mit geschlossenen Augen, knapp unter der Oberfläche gleitend, konnte sie die Strömung bei jeder Bewegung noch besser um sich spüren. Nach ein paar Minuten drehte sie sich auf den Rücken und ließ sich treiben, perfekt und anstrengungslos gehalten an der Grenze zwischen Wasser und Luft. Als sie zu frieren begann drehte sie sich zurück in die Bauchlage und begann ihr Training: Jeden Tag während der Schwangerschaft kraulen zu üben, das hatte sie sich vorgenommen seit ihr Mann John es ihr letzte Saison beigebracht hatte. Bei ihm sah es wie schwebend, so leicht und selbstverständlich aus. Obwohl Harriet beim Luftholen oft Wasser in den Mund bekam, übte sie unverdrossen weiter. Jeden Tag ein wenig mehr, so ging das über Wochen. Sie war stolz auf sich und ihre Disziplin, denn die Anstrengung nahm schneller zu als ihr schwimmerisches Geschick. Kein Problem, ich bin ja schwanger, sagte sie sich. Bis sich eines Tages beim Schwimmen ihr Unterbauch so zusammenkrampfte, dass sie vor Schmerzen kaum noch den Kopf über dem Wasser halten konnte. Mit letzter Kraft schaffte sie es an Land, schleppte sich auf ihr Handtuch und hielt sich den Bauch.
Sie weinte, bis sie einschlief und kam nie mehr in die Bucht zurück.

LinaFalke

vor 1 Jahr

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Dieses hochaktuelle Thema klingt sehr interessant! Vor allem da hier fundiertes Hintergrundwissen beteiligt ist, bin ich liebend gerne dabei!

querleserin_102

vor 1 Jahr

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Klingt nach einem sehr interessanten und hoch aktuellem Thema. Nehme gerne an der Verlosung teil.

mabuerele

vor 1 Jahr

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Internettechnologie und Manipulation haben mich angesprochen. Ich wäre gern dabei.

connychaos

vor 1 Jahr

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Das hört sich sehr interessant an, ich wäre gerne dabei.

Rezension hier, auf Amazon und auf meinem Blog.

tardy

vor 1 Jahr

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Mich faszinieren die neuen Technologien sehr, andererseits aber habe ich dennoch Respekt davor und bin gespannt, was uns die Zukunft noch bringen wird. Der Roman liest sich ungewöhnlich und würde mich sehr interessieren.

seschat

vor 1 Jahr

Wann wird denn ausgelost? Langsam setzt die Hibbeldibitis ein :-)

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