Die Asche meiner Mutter

von Frank McCourt 
4,3 Sterne bei833 Bewertungen
Die Asche meiner Mutter
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Neue Kurzmeinungen

Jassi1993s avatar

Bewegend. Traurig.

engineerwifes avatar

Es macht richtig Spaß, sich in das Leben des Frank McCourt zu begeben ...

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Inhaltsangabe zu "Die Asche meiner Mutter"

Geschenkausgabe im kleinen Format, bedrucktes Ganzleinen mit Lesebändchen.
Frank McCourts Erinnerungen an seine Jugend in den dreißiger Jahren gehören zum Schrecklichsten und zugleich Schönsten, was je über Irland und die irische Seele geschrieben wurde.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442741007
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:762 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:19.04.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 13.01.2010 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    fladdys avatar
    fladdyvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Es beschreibt das leben des jungen iren frank. Ich hatte es mir anders vorstellt.
    Das Leben ist nicht immer nur spielend leicht

    Frank McCourt „die Asche meiner Mutter“ Eine irische Familie lebt in Amerika und stets aufs neue gibt es Höhen und Tiefen. Der Vater ist immer auf der Suche nach neuer Arbeit, da er sie meist nach kurzer Zeit wieder verliert. Franks Mutter hofft stets auf das verdiente Geld um die Familie mit dem nötigsten zu versorgen. Doch diese ist meist vergebens, denn der Vater vertrinkt es oft. Sie hoffen auf einen neuen Anfang in Irland und wohnen kurz bei den jeweiligen Schwiegereltern, doch auch hier gibt es Unmut. Sie ziehen weiter nach Limerick, doch auch hier wird es nicht einfacher. Mehrere Kinder haben sie verloren und die Mutter verzweifelt immer mehr. Frank bemüht sich Geld für die Familie zu verdienen, obwohl er nich zur Schule geht. Teilweise gelingt es und doch werden auch ihm Steinein den Weg gelegt. Irgendwann schört er sich wird es besser..... Ich hörte von dem Buch und war sehr interessiert und hatte wahrscheinlich doch andere Vorstellungen. Es erzählt von einer harten Kindheit, doch hätte ich mir dich etwas mehr von dem drumherum gewünscht. Es war teilweise sehr langatmig und zeigte oft Wiederholungen. Schade, aber ich kann leider nur drei vin fünf Sternen geben

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    Lesenodernichts avatar
    Lesenodernichtvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Irland 30er, kein Bohème, kein schillerndes Leben, kein Gatsby... vielmehr eine düstere & traurige Erzählung über eine tragische Kindheit
    Irland 30er Jahre, kein Bohème, kein schillerndes Leben, kein Gatsby...

    Mittlerweile ein Klassiker der Literatur. Ich hatte tatsächlich zu Beginn der Lektüre nicht gewusst, dass es sich um ein autobiografisch aufgearbeitetes Werk handelt.

    Die Stimmung des Buches ist sehr gedrückt, düster und traurig. Es passieren so viele schreckliche Geschehenisse und die wahrgenommene Lieblosigkeit der Eltern und das kühle Umfeld haben mich bedrückt.

    Das Buch handelt von der mehr als schwierigen, ergreifenden, dramatischen Kindheit des kleinen Frank im Irland der 1930er Jahre. Die Familie wird von vielen Schicksalsschlägen heimgesucht und Frank muss Verluste verarbeiten. Er steht zwischen seinen Eltern während er mit der Aufgabe des Heranwachsens und des Ausbildens einer Persönlichkeit und Identität beschäftigt ist.

    Frank schreibt als Ich-Erzähler, der die Welt und seine Familie aus kindlicher Sicht beschreibt. Im Verlauf des Buches wird Frank immer erwachsener und scheint Zusammenhänge besser zu verstehen. Fank McCourt ist es sehr gut gelungen sich in sein frühkindliches Ich zurückzuversetzen und seine damaligen Erfahrungen entsprechend zu beschreiben.

    Die Kapitel haben keine direkten Überschriften oder beschäftigen sich mit besonderen Abschnitten seines Lebens. Der Ich-Erzähler berichtet aber häufig über sein Alter und setzt sich mit den Erwartungen auseinander die er an sich selbst und an einen Jungen in diesem Alter hat.

    Fazit: ich fand das Buch recht schwergängig und langatmig. Es bedurfte einer gewissen Anstrengung es zu Ende zu lesen und es fiel mir nicht leicht dran zu bleiben. Ich hatte tatsächlich während des Lesens häufiger den Gedanken „was lese ich als nächstes?“ und „ich muss das schnell fertig lesen damit ich was neues anfangen kann“. Im Nachgang hat mich das Buch und die Geschichte des kleinen Frank sehr bewegt und zum Nachdenken angeregt.

    Das Buch wurde auch verfilmt, auf die Umsetzung bin ich gespannt.

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    Lese-katze92s avatar
    Lese-katze92vor einem Jahr
    Die Asche meiner Mutter

    Frank McCourt beschert uns mit seinem biografischen Werk "Die Asche meiner Mutter" einen unheimlich authentischen, zweitweise humoristisch angehauchten, aber mitunter auch bedrückenden Einblick in sein Leben im Irland der 1930er Jahre. Sein Vater, ein hoffnungsloser Trinker, welcher lieber das wenige Einkommen in die Familie Guinness investiert und seine Mutter, vom Schicksal gebeutelt, so wuchs Frank McCourt, zusammen mit seinen jüngeren Geschwistern, im ständig feuchten Limerick auf. Man kann sich aufgrund des flüssigen Schreibstils sehr gut und schnell in die Geschichte einlesen und man bekommt einen sehr guten Eindruck davon, wie hart und entbehrungsreich das Leben zur damaligen Zeit gewesen sein muss. Ich selbst habe dieses Buch als Geschenk zum Geburtstag erhalten und kann es nur jedem nahelegen, denn es zeigt nicht nur das Leben zur damaligen Zeit, sondern auch, wie gut es uns Menschen zur heutigen Zeit geht. Frank McCourt ist einer meiner Lieblingsautoren und für mich persönlich einer der großartigsten Autoren, die es je gegeben hat und geben wird, alleine schon deshalb, weil er trotz aller Widrigkeiten sein Leben in die Hand genommen hat und das Beste draus gemacht hat.  

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    Marjuvins avatar
    Marjuvinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein großartiges Buch, grausam und berührend zugleich. Das Fehlen von Anführungszeichen bei direkter Rede sind das einzige Manko, m.E.!
    "Die Asche meiner Mutter" - Frank McCourt

    Klappentext:
    Frank McCourt erzählt die Geschichte seiner Kindheit in Irland. Eine Kindheitin bitterer Armut, geprägt durch den arbeitslosen und alkoholabhängigenVater, die bettelnde Mutter und immer wieder Kindstode und Krankheiten.Frank schafft es trotz all dieser Widrigkeiten, seinem Traum vom gelobtenLand Amerika immer näher zu kommen, ohne dabei seinen Humor zu verlieren

    Rezension:
    Was hab ich gelitten mit Frank... Dieses Buch stand schon sehr lange in meinem Regal, aus dem Gefühl, dass es ein lesenswerter Klassiker ist, den ich mal zur Hand nehme, wenns grad passt. Nun hab ich es gelesen und bereue, es nicht viel früher getan zu haben. Ich habe mit dem Protagonisten gelitten und es ist ganz typisch ein Buch, nach dessen lektüre man sich undankbar für den eigenen Wohlstand fühlt.

    Stilistisch empfand ich das Fehlen der Anführungszeichen bei der direkten Rede als störend, aber man gewöhnt sich mit der Zeit sogar daran.

    Die Kinder- und Säuglichssterblichkeit der Zeit, vor allem in Familien aus armen Verhältnissen ist für mich immer noch ganz beklemmend - um so mehr war ich praktisch ununterbrochen wütend auf Franks Vater, der das wenige Geld versäuft und dann zwar nach England geht, um endlich Arbeit zu finden und dann erst keine Unterstützung bietet. Gleichzeitig klingt immer durch, wie sehr die Kinder den Vater trotzdem lieben - ich fand das total berührend.

    Fazit - unbedingt lesen! es ist ein Gewinn auf der ganzen Linie!

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    Hoffins avatar
    Hoffinvor 2 Jahren
    Die Asche meiner Mutter

    Frank McCourts Erinnerungen an seine Jugend in den dreißiger und vierziger Jahren gehören zum Schrecklichsten und zugleich Schönsten, was je über Irland und die Besonderheiten der irischen Seele geschrieben worden ist: eine Geschichte zwischen tiefstem Elend und höchster Lebenslust, so komisch wie tragisch, erzählt mit unglaublichem Humor und Sprachwitz - und jedes Wort davon ist wahr. Ein durchweg sehr kurzweiliges Buch in einem wunderschönen Erzählstil. Man schlüpft direkt in die Rolle des kleinen Frank, der als ältester Sohn einer armen irischen Familie um das eigene und um das Überleben seiner Geschwister kämpft. Krankheiten, Alkoholexzesse des Vaters, Hunger, Tod, Dreck, Armut, Gewalt... man fragt sich immer wieder, wie viel so ein kleines menschliches Wesen ertragen kann. Und im gleichen Atemzug wird einem dann bewusst, wie gut es einem selber geht. Man leidet mit der Hauptperson und freut sich - so wie er selber - über jeden kleinen Lichtblick. Ein Buch das sehr nachdenklich macht und das man nur schwer aus der Hand legen kann. Ein Buch das zu Herzen geht.

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    Bruno_Vasconceloss avatar
    Bruno_Vasconcelosvor 3 Jahren
    Ein empfehlenswertes Leseerlebnis

    Frank McCourt war ein überragender Schriftsteller.

    Trotz den schrecklichen Geschehnissen ist die Geschichte so humorvoll und ironisch erzählt, dass ich das Buch gar nicht weglegen konnte.

    Es war ein sehr schönes und interessantes Leseerlebnis

    Grüßle,
    Bruno

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    B
    Birgit1985vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ernüchternde Erzählung eines jungen Buben über Hunger, Armut, Tod und Religion - und wie er versucht, sich und seiner Famlie zu helfen.
    Absolut empfehlenswert!

    Irland um die Zeit 1930-1950. Frank McCourt erzählt in seinem autobiographischen Roman „Die Asche meiner Mutter“ sehr ernüchternd, wie die Zustände damals waren. Und die waren alles andere als gut. Frankies Leben ist geprägt von Krankheiten und Tod. Außerdem herrscht in seiner Familie Armut und ständiges Hungerleiden.

    Frank und seine Geschwister haben kein vernünftiges Gewand, nicht einmal Bettdecken und selten genug zu essen. Sie „borgen“ somit immer wieder etwas von anderen Leute aus um zu Überleben. Der Vater, ein Trinker, hilft nicht mit, dieser Armut zu entfliehen. Natürlich gibt es auch keine ausreichende medizinische Versorgung, wodurch Frank immer wieder mit dem Tod in Berührung kommt. Das wird, furchtbarer Weise, meist recht nüchtern abgehandelt, was den Leser dann meist entsetzt zurück lässt.

    Ich liebe den Erzählstil! Es gibt in dem Buch einfach keine Anführungszeichen. Man muss dadurch immer ein wenig mitdenken, aber man kann sich dadurch noch besser in die Geschichte hineinversetzen und wird immer daran erinnert, dass es hier um ein Kind geht, das seine Geschichte erzählt.

    Das Ende kam dann etwas zu abrupt, aber damit war ich sofort wieder versöhnt, als ich gelesen habe, dass es eine Fortsetzung gibt.

     

    Kommentare: 2
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    dominonas avatar
    dominonavor 4 Jahren
    Eine Kindheit voller Pech

    Dieses autobiographische Manifest ging mir unter die Haut. Mit welcher Selbstverständlichkeit der Autor seine verarmten Verhältnisse schildert und wichtige Personen wie seine Eltern nich unreflektiert aber auf absurde Weise liebevoll darstellt, genauso wie auch schwere Schicksalsschläge, ist einfach ergreifend. Noch dazu ist die Schreibe federleicht und dennoch tiefgründig, wer zwischen den Zeilen liest wird schwanken zwischen weinen und lachen über dieses erwachsen-kindliche Gemüt.

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    The iron butterflys avatar
    The iron butterflyvor 4 Jahren
    Unverblümte Erinnerungen einer Kindheit in purer Armut

    Francis McCourt wird 1930 in Brooklyn als ältester Sohn der irischen Auswanderer Angela Sheehan und Malachy McCourt geboren. Das Paar wird durch Verwandte von Angela zur Heirat gezwungen, um die Schande der Schwangerschaft in Grenzen zu halten. Bereits damals lebte das junge Paar in ärmlichen Verhältnissen, da Malachy nicht viel davon hielt das wenige Geld, welches er durch Gelegenheitsarbeiten bekam nach Hause zu bringen. Sein Heimweg führte ihn generell durch Kneipen und dort blieben alle guten Vorsätze auf der Strecke. Bald folgt die nächste Schwangerschaft, Malachy junior wird geboren, danach Margaret, die bald darauf jedoch am plötzlichen Kindstod verstirbt. Als Angela die Zwillinge Oliver und Eugene zur Welt bringt, ist die kleine Familie bereits mehr als verwahrlost. Die Rückkehr nach Irland soll die Situation bessern, aber Angelas Familie akzeptiert die Beziehung zum Nordiren Malachy nicht, lebt selbst in ärmlichen Verhältnissen. Weitere Kinder sterben, weitere Kinder werden geboren...
    Frank McCourt erzählt die traurige Geschichte seiner Kindheit aus Sicht des Kindes Francis. Dabei gelingt es ihm mit einem ungewöhnlichen Erzählstil, bei dem er weder auf Perspektiven noch wörtliche Rede achtet, eine fürsorgliche Verbundenheit des Lesers aufzubauen. Ständig fieberte ich mit dem Kind Francis, ob der Vater seine Versprechungen umsetzen wird und endlich einmal mit Lohn oder gar Lebensmitteln, Kleidung oder anderen kleinen Annehmlichkeiten für seine Familie nach Hause kommen wird. Immer und immer wieder werden diese winzigen Hoffnungsschimmer zunichte gemacht und irgendwann ist die Beschreibung des Elends kaum noch auszuhalten. Diese unvorstellbare Armut, der Hunger, die mangelnde Kleidung, der endlose Schmutz und die Hilflosigkeit, in der Angela, aber auch der kleine Francis als "großer Bruder" gefangen sind. Sehr plakativ und nachhaltig stellt McCourt die Zustände im irischen Limerick dieser kargen, durch Entbehrungen geprägten Zeit dar. Bewundernswert, wie er sich immer wieder gegen Vorurteile stemmt, sich gegen Kirche, Familie und Schicksal aufbäumt.

    Kommentare: 1
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    MarkusDittrichs avatar
    MarkusDittrichvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Mein Herz. Geniale Schreibe!
    Limerick mon amour

    Ein Mann aus Frankfurt am Main in Hessen
    Der liebte die Frauen und das gute Essen
    Erst lud er sie ein
    Dann schnitt er sie klein
    Dann kochte er Frauen-Ragout in Hessen.

    Dies ist mein Versuch eines kleinen Limericks – einer Form, die sowohl in ihrer absurden Komik als auch in ihrem asymmetrischen Versmaß so einzigartig ist, dass sie sogar in anderen Sprachen ihre Eigenart behält. Ich wollte mich mit den Zeilen dreist und ein bisschen vermessen vor dem großen Frank McCourt verbeugen, der seine bitterarme Kindheit nicht nur in Irland, sondern buchstäblich in dem Ort Limerick verbracht und darüber eines der bewegensten Bücher über Kindheit geschrieben hat.

    Die Asche meiner Mutter – im Original Angelas Ashes– ist ein Buch, das Schreckliches schön macht, allein durch die Grandiosität der Beschreibung. Der Stil ist so poetisch, dass man bald vergisst, „nur“ eine Biografie zu lesen. Tatsächlich nimmt sich McCourt dichterische Freiheiten heraus, in dem er die Erzählperspektive des eigenen kindlichen Ichs annimmt, was eben auch heißt, ihren Glauben, ihre Naivität, ihre Mystik. Etwa wenn der kleine Frank auf den Stufen der McCourt-Bruchbude mit einem Engel über den Mythos von Cuchulain redet. Spätestens hier wird klar, dass wir es nicht mit dem typisch deutschen Krümelkacker-Verständnis journalistischer oder historischer Wahrheit zu tun haben.

    Nein; die Wahrheit ist viel größer. McCourt beschreibt seine irische Kindheit als einen Ort ständiger Bedrohung durch Hunger und Tod, beschreibt in einem meisterhaften Wechsel zwischen Nüchternheit und metaphorischer Bildsprache, wie ein Kind extreme Armut, Tode von Geschwistern, schwere Krankheiten, den saufenden Vater, Dreck, Ungeziefer, die Arroganz der katholischen Kirche, Kälte... kurz, wie ein Kind all diese Dinge erleben, überleben und mit trotzigem Humor verarbeiten kann.

    An der Verarbeitung trifft sich das Kind Frank mit dem – nun längst in Amerika lebenden, wohlhabenden, älteren McCourt. Denn Frank McCourt schrieb diese Erinnerungen nach seiner Pensionierung als Lehrer in der Bronx über vierzig Jahre nachdem sie in Irland passiert waren, und in dem sprachlichen Clash zwischen damals und heute entsteht die geniale Sprache des Buches. Eine Sprache die so echt ist, dass sie keinerlei semantischen Signale für Perspektivwechsel braucht – weder zwischen dem alten und dem kindlichen McCourt noch zwischen Erzähltext und Dialog. Die Dialoge sind ohne Anführungsstriche in den Text eingewoben, oft innerhalb eines einzigen Satzes. Zum Beispiel so: Er klettert ins Grab. Her damit, sagt er, und Dad gibt ihm den Sarg. In dieser Szene, in der die Familie einen von Franks kleinen Brüdern beerdigt, der an Schwindsucht gestorben ist, hören wir den besoffenen Totengräber, hören aber gleichzeitig die innere Stimme des kleinen Frank und sehen mit seinen Augen.

    McCourt selbst sagte in einem Interview, dass er beim Schreiben des Buches an einem bestimmten Punkt von der normalen Erzählsprache der Vergangenheitsform in die des historischen Präsenz verfallen sei, zuerst ganz unbewusst. Es war genau der Moment, in dem der kleine Junge anfing zu sprechen.

    Und hier liegt vielleicht auch der Schlüssel dazu, dass dieses Buch nicht deprimierend ist. Die Perspektive des Kindes zeigt uns zwar die Armut und das Elend, aber sie ist vital, bissig, anarchistisch-komisch, verspielt und – siehe oben – mit einem mystischen Urvertrauen ausgerüstet, das sich bewahrheitet hat (denn er hat überlebt). Der Vater, nach bürgerlichen Maßstäben eine Null und Alkoholiker, ist tatsächlich ein liebevoller in seinem hilflosen Kampf gegen die Briten erstaunlicher Mann, ein gebrochener IRA-Held, der nie einen Penny auf der Naht hat, aber auch ein Geschichtenerzähler, der seine Kinder statt mit Brot mit Märchen von Hexen und Zauberern füttert, Märchen, die er mit großer Leichtigkeit erfindet. Es ist einer der bewegensten Stellen in diesem Buch (das viele bewegenden Stellen hat) wie Frank die frühen Morgenstunden schildert, in denen er den Vater und dessen Geschichten ganz allein für sich hat. Es ist letztlich vor allem dieses Erbe, das Frank McCourt mit Angelas Ashes antritt.

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