Frank Meier Mensch und Tier im Mittelalter

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Inhaltsangabe zu „Mensch und Tier im Mittelalter“ von Frank Meier

Ob Hund, Katze, Hamster oder Wellensittich – Haustiere sind des Menschen bester Freund und treuer Begleiter. Dass diese Beziehung früher wie heute nicht immer unter einem guten Stern stand, berichtet Frank Meier. Er schildert spektakuläre Tierprozesse, bei denen Tiere aufgrund angeblicher „Vergehen“ angeklagt und zu schweren Strafen verurteilt wurden und erzählt vom alltäglichen Umgang mit Nutztieren und Tierquälerei. Doch auch die positiven Seiten der Tier-Mensch-Beziehung kommen nicht zu kurz: Der Autor berichtet von der Geschichte des Schoßhündchens und von mittelalterlicher Tierliebe, er erzählt von den positiven Eigenschaften die man Tieren in der Fabel wie in der Realität zuschrieb. Die umfassende Geschichte der faszinierenden Beziehung zwischen Tieren und Menschen!

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  • Rezension zu "Mensch und Tier im Mittelalter" von Frank Meier

    Mensch und Tier im Mittelalter
    wolfschwerdt

    wolfschwerdt

    18. May 2010 um 16:02

    In seinem Buch „Mensch und Tier im Mittelalter“ berichtet der Autor, Prof. Dr. Frank Meier anhand von zeitgenössischen Dokumenten über das ambivalente und sehr komplexe Verhältnis zwischen der „Krone der Schöpfung“ und den dieser von Gott unterstellten Tierwelt. Tatsächlich sind die meisten Aspekte des für die Tiere meist doch recht nachteiligen Verhältnisses zwischen Mensch und Tier im Mittelalter vor allem religiös begründet. Immerhin, Tiere galten, abgeleitet aus der biblischen Schöpfungsgeschichte, als beseelt, als mit einem Bewusstsein ausgestattet und als verantwortlich für ihre Handlungen. Tiere waren schuldfähig und standen daher ebenso wie Menschen vor Gericht. Und in solchen Verfahren, beim denen die Tiere, beispielsweise Katzen, Würmer oder Heuschrecken selbstverständlich durch einen Rechtsbeistand vertreten wurden, entspannen sich interessante theologische Diskussionen beispielsweise über die Frage, ob das Tier den Menschen von Gott gleichgestellt war, oder ihm zu diensten zu sein hatte. Aber die Tierprozesse sind nur ein Teil des von Meier nahezu enzyklopädisch behandelten Themas. Nach der Lektüre dürfte es dem Leser schwer fallen, noch einen offenen Aspekt zum Verhältnis Mensch und Tier im Mittelalter zu finden. Den textlichen Hauptanteil des Buches haben übrigens die ausführlichen Zitate aus mittelalterlichen Dokumenten, von denen der „Hexenhammer“, die Bücher der Hildegard von Bingen oder die „Bestiarien“ nur einige sind. Und bei der Lektüre, zu denen auch die oben angesprochenen Gerichtsakten gehören, darf man des öfteren gehörig schmunzeln. Aber auch die Rezepte zur Herstellung von Medizin aus Tieren machen durchaus nachdenklich, stammen sie doch aus der Feder, der auch heute so angesehenen Hildegard von Bingen. Und angesichts von pulverisierten Fischen, zermatschten Walgehirnen und zerkleinerten Lachsknochen, die, innerlich und äußerlich angewendet, alle möglichen Krankheiten heilen oder lindern soll, wundert sich Meier wohl zu recht über das Vertrauen das der moderne Mensch den Heilmittelrezepten der Äbtissin entgegenbringt. Ein Rezept nach dem Muster „Heilen mit Hildegard“, ein harmloses durchaus, soll hier einmal zusammengefasst werden, um das Lesevergnügen bei dem Buch zu dokumentieren. Da geht es um Augenleiden. Hier schlägt Hildegard vor, den Kopf eines Reihers in Wasser zu kochen, dann dessen Augen zu nehmen und in der Sonne zu trocknen. Das trockene Auge muss dann in kaltem Wasser wieder eingeweicht werden, dann wieder getrocknet und wieder eingeweicht . . , insgesamt also dreimal. Die trockenen Reiheraugen werden dann pulverisiert, in gutem Wein aufgelöst, mit einer Feder aufgenommen und um die Lider und Wimper der schmerzenden Augen gestrichen. Gegen die gleichen Beschwerden könnte man sich übrigens auch die Flüssigkeit der kleinen Blase, die sich zwischen Kopf und Unterleib einer Hummel befindet, in die Augen träufeln. Abgesehen davon, dass diese Rezepte sicherlich ein wenig merkwürdig anmuten, sie führten ebenso wie das Jagdbedürfnis der Herrschaften oder die dämonischen Kräfte; die den Tieren unterstellt wurden, oft zu Tierquälerei oder gar zur Ausrottung einzelner Tierarten. Das Verhältnis des mittelalterlichen Menschen zum Tier war das macht das Buch „Mensch und Tier im Mittelalter“ deutlich, war eben in den seltensten Fällen ein Natürliches.

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