Frank Miller Batman

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  • Rezension zu "Batman" von Frank Miller

    Batman
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. March 2009 um 10:39

    Du hast eine lange Reise hinter dir, Fledermaus. Aus einer Zeichnung DaVincis, der Figur des Zorros und den Kindheitsträumen von Robert Kane entstand die Figur des Batmans. Als Kind musste Bruce Wayne mit ansehen, wie seine Eltern von Straßenräubern ermordet wurden. Dieses Trauma hat er nie überwunden. Über Jahre hinweg trainierte er seinen Körper, studierte diverse Wissenschaften und wurde letztlich zu Batman, einem Verbrechensbekämpfer in einem Fledermaus Kostüm. Batman unterscheidet sich von Grund auf von anderen Superhelden. Ihm sind keine Superkräfte in die Wiege gelegt. Was er kann, hat er sich selbst erarbeitet. Er bedient sich der deduktiven Methoden eines Sherlock Holmes und ergibt so eine modern-urbane Version von Philip Marlowe. Und auch ist er nicht von einem Pfadfinder Geist erfasst, wie etwa Superman. Seine Motive sind rein egoistisch. Er möchte den Mord an seinen Eltern rächen. Dass er damit die Großstadt sicher vor Verbrechen macht, ist eigentlich nur Nebeneffekt seiner persönlichen Vendetta. Schon immer waren die Batman Comics anders: Düsternis, wohin das Auge reicht. Ein Held, zum Teil Nietzsches Übermensch, zum Teil Vigilante, zum Teil obsessiver Verkleidungskünstler (Freud hätte mit der Zunge geschnalzt!) – Ambivalenz par excellence. Nach dem anklagenden Buch „Seduction Of The Innocent“, das der Sprechblasenliteratur verderbenden Einfluss auf die Jugend zusprach, wandelte sich das Gesicht der Comics. Alles wurde glatter, heller und weniger brutal. Batman traf es besonders schlimm, er wurde „Camp“ (schlimmstes Beispiel dieser verqueren Transformation: die swinging 70s TV-Serie). In den 80ern begann sich das Blatt zu wenden, die Serie kehrte zu ihrem düsteren Wurzeln zurück. Mit Frank Miller und seinem Meisterwerk „The Dark Knight Returns“ begann die Revolution. In diesem zeitlos genialen Epos zerstörte Miller erst die Figur, um sie dann im neuen Antlitz auferstehen zu lassen. „The Dark Knight Returns“ ist eine grimmige Dystopie und zugleich Beweis, dass Comics kein Kinderkram, sondern große Kunst für Erwachsene sind. - Frank Miller, der nicht nur Batman revitalisierte, sondern die Welt der Comics zudem mit Meisterwerken wie der hartgekochten Noir Serie „Sin City“, dem Samurai SciFi Abenteuer„Ronin“ und dem reaktionären Historien Epos „300“ revolutionierte, schuft mit „The Dark Knights Strikes Again“ eine Fortsetzung seines Comics aus den 80ern. Die Geschichte spielt (wieder) in der Zukunft. Batman ist tot. Superhelden sind zu Popikonen geworden, spielen Konzerte und werden in Pornos persifliert. Der dritte Weltkrieg ist vorbei und als Resultat dessen lebt die Bevölkerung in einem Polizeistaat. Die Bösewichte haben sich einen eigenen Staat geschaffen (ein Mikrokosmos im Arkham Asylum), Verbrechen gibt es keines mehr. Aber nur die Oberfläche dieser Zukunft ist harmonisch, denn unter ihr brodelt ein Moloch aus totalitärer Herrschaft und Korruption. Als sich herausstellt, dass der Präsident der vereinigten Staaten ein computer image ist, gesteuert von imperialistischen Bösewichten, ist das der Bevölkerung relativ gleich. Nur die Superhelden von einst, unter der Führung des –Überraschung!- doch noch lebenden Batman, lehnen sich auf und starten eine Revolution. - Um Überzeugungsarbeit zu leisten, also Ignoranten den wahren Kunstgehalt dieser Pop-Art zu lehren, eignet sich diese Graphic Novel kaum – wobei sie es dennoch verifizierbar macht. Denn „The Dark Knight Strikes Again“ richtet sich deutlich an den erfahrenen Comic Leser, was durch Myriaden von Querverweisen und Anspielungen deutlich wird. Um den wundervollen, profunden Kosmos der Superhelden zu betreten, empfehlen sich daher eher Frank Millers Vorgänger „The Dark Knight Returns“ und Alan Moores kongenialer Epos „Watchmen“ (der jüngst werkgetreu von Zack Snyder verfilmt worden ist). Doch das mindert die Qualitäten von „The Dark Knight Strikes Again“ keineswegs. War der Vorläufer noch düstere Endzeitvision, erstrahlt der Nachfolger in psychedelischen Farben, klotzt mit Surrealismus und bleibt trotz des abgedrehten Humors im Kern ernsthaft. Die Zeichnungen von Miller und Lynn Varley sind bemerkenswert, man könnte sich diverse Ausschnitte ohne Umschweife in den führenden Kunstgalerien dieser Welt vorstellen. Millers Schreibstil besitzt die Tugenden der Noir Serie – eigentlich kann man ihn als einzig legitimen Nachfolger Raymond Chandlers gelten lassen. Auch wenn sich genrebedingt immer wieder Pathos und griechische Tragödie einschleichen (man betrachte dazu das Zitat am Ende dieser Rezension) und die politische Richtung des Autors extremst fragwürdig ist, begibt sich Miller doch nie in die Untiefen, die andere Comics bis zum Erbrechen ausloten. Sein Werk ist avantgardistisch, so dass es mitunter scheint, als galoppiere er dem Zeitgeist voraus. Es bleibt zu hoffen, dass Miller der Reihe einen dritten Band schenkt. - „We aren´t here to rule. We aren´t here to bring chaos or anarchy. We´re here to end the reign of criminals. .. Tyrants, your days are numbered. You can´t fight us – and you can´t find us. We strike like lightning and we melt into the night like ghosts.” Frank Miller, The Dark Knight Strikes Again

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