Frank Muchlinsky

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Lebenslauf von Frank Muchlinsky

Frank Muchlinsky, geboren 1966, ist Pfarrer der Nordkirche und arbeitet als Redakteur für evangelisch.de im Gemeinschaftswerk der evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main. Er hat die Facebook-Gruppe „Dinge, die ein evangelischer Pfarrer nicht sagt“ ins Leben gerufen.

Quelle: Verlag / vlb

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Ein Pfarrer muss sich so einiges anhören und darf nicht immer so antworten, wie er manchmal gerne möchte. Hier hat der Autor Beiträge von seiner Facebook-Seite „Dinge, die ein evangelischer Pfarrer nicht sagt“ gesammelt. Mit Cartoons von Klaus Stuttmann.

Erster Eindruck: Das Cover zeigt schon den ersten Cartoon – in diesem Stil geht es im Buch weiter. Mir gefällts.

Einleitend erzählt der Autor, dass der Pfarrberuf der schönste der Welt sei. Es begeistert mich immer, wenn Menschen von ihrem gewählten Beruf begeistert sind – ganz unabhängig davon, welche Tätigkeit sie ausüben. Menschen, die mit Enthusiasmus an ihre Arbeit gehen, haben eine ganz andere Ausstrahlung. Selbstverständlich läuft aber auch für jene nicht immer alles nach dem Motto Friede-Freude-Eierkuchen.
Es ist schon merkwürdig, wenn jemand einen Pfarrer fragt, ob er an Gott glaube, oder? Man würde doch denken, das sei eine Grundvoraussetzung, damit jemand diesen Beruf wählt… Am liebsten hätte der Autor auf diese Frage mit „Nein, ich bin nur Pfarrer geworden, weil mir Schwarz so gut steht!“ geantwortet.
Es hatte so einige witzige Versprecher, die man jedoch nur dann versteht, wenn man minimale Kenntnisse des korrekten Textes hat, wie z.B.:
- „Wir legen die Verstorbene in Gottes Ascher.“
- „…zu richten die Lebenden und die Torten.“
- „Was der Mensch zusammengefügt hat, soll Gott nicht scheiden.“


Oder sonstige Sprüche, wie z.B.:
- „Das ist eine klasse Motivation! Ich habe mich damals auch konfirmieren lassen, weil ich Geld brauchte.“ Tja…
- Beim Geburtstagsbesuch: „Sie müssen wissen, ich bin so gar kein Kirchgänger!“ „Das weiss ich schon. Oder meinen Sie, ich hätte bei den fünf Leuten die Übersicht verloren?“ Oh je, das ist bitter.

Das Buch ist eigentlich ein Büchlein, denn es hat nur 116 Seiten. Aber diese haben mich gut unterhalten und mich mehrfach zum Schmunzeln gebracht. Von mir gibt es 3 Sterne.

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"111 Dinge, die ein evangelischer Pfarrer nicht sagt" setzt sich aus neun Kategorien zusammen, in denen sich Sätze finden, die evangelische Pfarrer (Pfarrerinnen natürlich auch) nicht sagen würden, sich aber durchaus denken und um Versprecher, die mehr oder weniger auffällig sind. Letztere Kategorie trägt passenderweise die Überschrift "Nehmt und trinkt alles daraus" (Margot Käsmann auf dem Kirchentag in Hannover bei der Einsetzung des Abendmahls).

Der Großteil des Buches besteht jedoch aus Sätzen, die man besser nie sagt, z.B. "Wenn schon der Fernseher während des Taufgesprächs läuft, würde ich gerne 'Shopping Queen' gucken." Sehr schön auch die Kategorie "Die liebe Gemeinde", in der man sich als Pfarrer bei Presbyteriumssitzungen besser folgende Aussage verkneift: "Aber natürlich können wir gerne im Kirchenvorstand zwei Stunden darüber diskutieren, ob es Schnitzel oder Würstchen am Gemeindefest gibt und zu welchen Preisen wir das anbieten. Ich hab Zeit und der Punkt mit der Jugendarbeit ist nicht so wichtig und kann bis zum nächsten Mal warten."

Ich hab mich beim Lesen des Buches köstlich amüsiert, zumal ich mich in vielen Szenen wiederfinden konnte - sei es noch aus meiner Zeit als Ehrenamtliche, aber auch jetzt aus meiner beruflichen Perspektive. Man darf dieses Buch genauso wie das Gemeindeleben nicht zu ernst nehmen, sonst besteht eher die Gefahr, dass man daran verzweifelt. Und manche Szenen sind einfach nur herrlich, wie diese aus dem Reli-Unterricht: "Sagen Sie mal, Frau Pfarrerin, wie alt sind sie?" - "37." - "Aha, und wie lange ist das mit Jesus jetzt her?" - "So ungefähr 2.000 Jahre." - "Schade, dann haben Sie das mit dem Jesus auch nicht so genau mitgekriegt."

Und umgekehrt hofft man, dass die Gemeinde nicht zu oft betet: "Heiliger Geist, lass das Wunder geschehen, dass wir die Gedanken, die der Herr Pfarrer sich ausgedacht hat, auch verstehen."

Fazit: Ein amüsantes Büchlein für zwischendurch.

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