Dieses Buch stellt eine kleine Ausnahme dar, denn wenn man historische Romane mag, in denen historische Personen vorherrschen und geschichtliche Fakten gegenüber fiktiven überwiegen, dann würde dieser Roman nicht zu den unbedingt bevorzugten gehören.
Frank Pergande hat aber einen Liebesroman geschrieben, desseb Hauptfiguren eben fiktive Personen sind. Ulrike von Bredow war bis eben noch vertraute Hofdame der Königin Luise von Preußen, aber diese ist gerade in Hohenzieritz verstorben. Wir schreiben das Jahr 1810.
Um die tote, später vergötterte Luise rankt sich eine Liebesgeschichte mit einer ungewohnt liebenswerten adeligen Familie. Sohn Gisbert will Landwirtschaft studieren und Töchterchen Beatrix hat ein besonderes Talent zum Malen. Außerdem kann die Zwölfjährige in ihrer Mutter lesen. Auch der Diplomat von Bredow, welcher bisher die Beziehungen zwischen dem Herzog von Mecklenburg-Strelitz, Luises Vater und dem Königshaus von Preußen aufrecht erhielt, ist ein liebenswerter Vater.
Man bedauert ihn ein wenig, betrachtet man die beginnende Affäre seiner Frau mit dem Pächter von Hohenzieritz...
In diesem Roman bildet die Geschichte die Rahmenhandlung, sonst ist es oft umgedreht, wenn die fiktiven Personen das Bindeglied zwischen geschichtlichen Ereignissen bilden sollen.
Frank Pergande ist ein schwungvolles, amüsantes, freundlich helles Buch gelungen, welches erotisch zu knistern vermag.
So las der Rezensent das Taschenbuch ziemlich schnell und erinnerte sich, dass Pergande mit „Die Inselkrähe von Mirow“ schon einmal ein solches Buch vorlegte, auch dort war die Hofdame der künftigen englischen Königin Sophie Charlotte eine fiktive Figur.
Das ehemalige Herzogtum Mecklenburg-Strelitz lädt zu solchen Geschichten ein, denn Leserinnen und Leser können sich zum Beispiel in den Schlossparks von Hohenzieritz, Prillwitz oder Mirow niederlassen und in den Büchern schmökern, vielleicht neben dem Strauch, hinter dem eine adelige Hochdame Besuch bekam...





