Frank Riedel

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Autor von Die Schuld der Ökonomen, Tödlicher Störfall und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Frank Riedel

Die Schuld der Ökonomen

Die Schuld der Ökonomen

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Erschienen am 13.09.2013
Tödlicher Störfall

Tödlicher Störfall

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Erschienen am 01.06.2015
Tod am Haff

Tod am Haff

 (0)
Erschienen am 01.06.2015

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Rezension zu "Die Schuld der Ökonomen" von Frank Riedel

Für gezähmte Finanzmärkte
michael_lehmann-papevor 5 Jahren


 

Doch ein wenig spät kommt dieses Buch mit seiner Erklärung der Finanzkrise auf den Markt. Zwar kann man sagen „besser spät als nie“, doch so unbedingt und wesentlich ganz Neues findet sich im Buch nicht.

 

Durchaus aber eine entschiedene Wendung zur „Value at Risk“ als Ursache des Fast-Zusammenbruchs des weltweiten Finanzsystems, dessen Folgen und Gefährdungen bei weitem noch nicht ausgestanden sind und, u.a. auf der Ebene der Verschuldung der Volkswirtschaften, bis heute massive Folgen zeitigt.

 

Sehr detailliert und fundiert gibt der angesehen Wirtschafstheoretiker und Finanzmathematiker Riedel im Buch dem Leser einen (trotz der eher trockenen Darstellung verständlichen) Einblick in die Ursachen der Krise durch „zu große Freiheiten“, durch kaum spürbare Regulierung der Finanzmärkte, durch eine konkurrenzlose Marktmacht und ein „Machen hinter den Kulissen“, das einerseits gezielt und geplant und andererseits sehr diskret und versteckt stattgefunden hat. Zudem weist Riedel kleinteilig nach, dass eigentlich funktionierende finanzmathematische Berechungs- und Arbeitsweiden „zweckentfremdet“ wurden. Ob des Profits natürlich.

 

Eine einfache Risikoformel war es, die, falsch eingesetzt und nicht von außen kontrolliert, das weltweite Finanzgefüge in seinen Grundfesten bis heute erschüttert hat. Ein Geschehen, aus dem Riedel die nachvollziehbare Folgerung nach der Notwenigkeit klarer Kontrolle „von außen“ zieht. Das eben nicht nur mathematische Berechungen allein, sondern auch „ökonomischer Verstand“ hinzutreten muss, um ein fragiles und komplexes System „im Griff zu halten“. Ein Verstand, der dabei nicht im Inneren und auf den interessengeleiteten Entscheidungsebenen der Banken selber verankert sein darf.

 

Berechnungssysteme, Voraussagen, ökonomische Beratungen, wirtschaftspolitische Betrachtungen sind eben nur so gut, wie es die möglichst neutrale Kontroll- und „Gegenrechnungsebene“ zulässt.

 

Auch wenn die Diskussion bereits lange und breit geführt wird, bietet Riedel doch mit seiner erläuternden mathematischen Betrachtung noch fundierte Informationen für eine grundlegende Betrachtung der Krise von 2008 und, vor allem, einen Ausblick auf einen „Lernen aus dieser Krise“. Gerade weil es scheint, dass ein „weiter wie gehabt“ mehr und mehr wieder das System beherrscht (falls es je intern anders war), bildet das Buch doch eine auch gegenwärtig noch wichtige Lektüre zum Verständnis der finanzmathematischen Hintergründe und einen ebenso fundiertes Plädoyer für eine Änderung der zu sehr gelockerten Regulierungen gerade des Finanzmarktes.

 

Komplexe Systeme müssen eben auch komplex betrachtet und „berechnet“ werden. Vereinfachungen in der Berechungspraxis und „Hochrechnungen“ werden der aktuellen Lage in einer verflochtenen Globalisierung auch der Finanzmärkte in keiner Weise gerecht und greifen, verbunden mit massiven Eigeninteressen, fast folgerichtig zu kurz. Wie es anders ginge, das ist auch aus diesem Buch heraus zu lesen, wenn auch nicht exklusiv nur in diesem Buch.

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