Frank Riedel Die Schuld der Ökonomen

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Inhaltsangabe zu „Die Schuld der Ökonomen“ von Frank Riedel

Europäische Banken sind gesetzlich verpflichtet, bei ihren Geschäften strenge Regeln zur Risikoabwägung zu befolgen. Doch tatsächlich haben genau diese Regeln erst dazu geführt, dass die Finanzmärkte heiß liefen. Frank Riedel, Professor für Finanzmathematik, erklärt, wie es passieren konnte, dass eine einfache Risikoformel ein Auslöser für den Riesencrash werden konnte. Durch eine fehlerhafte Konstruktion beschwor sie genau die Risiken herauf, die sie eigentlich disziplinieren sollte. Kombiniert mit Marktmacht und falsch regulierten Märkten entwickelte eine in Banken alltäglich eingesetzte Formel die Kraft einer Atombombe. Riedel nimmt die Ökonomen für die strukturellen Fehler ihrer Zunft in Haftung. Mit praktischen Konsequenzen, etwa einer intelligenten Bankensteuer, möchte er die Finanzmathematik wieder zum Nutzen der Gesellschaft einsetzen.

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  • Für gezähmte Finanzmärkte

    Die Schuld der Ökonomen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    26. November 2013 um 12:30

      Doch ein wenig spät kommt dieses Buch mit seiner Erklärung der Finanzkrise auf den Markt. Zwar kann man sagen „besser spät als nie“, doch so unbedingt und wesentlich ganz Neues findet sich im Buch nicht.   Durchaus aber eine entschiedene Wendung zur „Value at Risk“ als Ursache des Fast-Zusammenbruchs des weltweiten Finanzsystems, dessen Folgen und Gefährdungen bei weitem noch nicht ausgestanden sind und, u.a. auf der Ebene der Verschuldung der Volkswirtschaften, bis heute massive Folgen zeitigt.   Sehr detailliert und fundiert gibt der angesehen Wirtschafstheoretiker und Finanzmathematiker Riedel im Buch dem Leser einen (trotz der eher trockenen Darstellung verständlichen) Einblick in die Ursachen der Krise durch „zu große Freiheiten“, durch kaum spürbare Regulierung der Finanzmärkte, durch eine konkurrenzlose Marktmacht und ein „Machen hinter den Kulissen“, das einerseits gezielt und geplant und andererseits sehr diskret und versteckt stattgefunden hat. Zudem weist Riedel kleinteilig nach, dass eigentlich funktionierende finanzmathematische Berechungs- und Arbeitsweiden „zweckentfremdet“ wurden. Ob des Profits natürlich.   Eine einfache Risikoformel war es, die, falsch eingesetzt und nicht von außen kontrolliert, das weltweite Finanzgefüge in seinen Grundfesten bis heute erschüttert hat. Ein Geschehen, aus dem Riedel die nachvollziehbare Folgerung nach der Notwenigkeit klarer Kontrolle „von außen“ zieht. Das eben nicht nur mathematische Berechungen allein, sondern auch „ökonomischer Verstand“ hinzutreten muss, um ein fragiles und komplexes System „im Griff zu halten“. Ein Verstand, der dabei nicht im Inneren und auf den interessengeleiteten Entscheidungsebenen der Banken selber verankert sein darf.   Berechnungssysteme, Voraussagen, ökonomische Beratungen, wirtschaftspolitische Betrachtungen sind eben nur so gut, wie es die möglichst neutrale Kontroll- und „Gegenrechnungsebene“ zulässt.   Auch wenn die Diskussion bereits lange und breit geführt wird, bietet Riedel doch mit seiner erläuternden mathematischen Betrachtung noch fundierte Informationen für eine grundlegende Betrachtung der Krise von 2008 und, vor allem, einen Ausblick auf einen „Lernen aus dieser Krise“. Gerade weil es scheint, dass ein „weiter wie gehabt“ mehr und mehr wieder das System beherrscht (falls es je intern anders war), bildet das Buch doch eine auch gegenwärtig noch wichtige Lektüre zum Verständnis der finanzmathematischen Hintergründe und einen ebenso fundiertes Plädoyer für eine Änderung der zu sehr gelockerten Regulierungen gerade des Finanzmarktes.   Komplexe Systeme müssen eben auch komplex betrachtet und „berechnet“ werden. Vereinfachungen in der Berechungspraxis und „Hochrechnungen“ werden der aktuellen Lage in einer verflochtenen Globalisierung auch der Finanzmärkte in keiner Weise gerecht und greifen, verbunden mit massiven Eigeninteressen, fast folgerichtig zu kurz. Wie es anders ginge, das ist auch aus diesem Buch heraus zu lesen, wenn auch nicht exklusiv nur in diesem Buch.

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