Frank S. Becker Sie Kamen Bis Konstantinopel

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Inhaltsangabe zu „Sie Kamen Bis Konstantinopel“ von Frank S. Becker

7. Jahrhundert n. Chr.: Europa versinkt in Barbarei, im Osten erobern die Araber immer größere Gebiete. Da verlässt Pelagia, eine junge Frau aus gutem Hause, ihre Heimatstadt Karthago auf der Suche nach Rang und Reichtum – der Beginn eines großen Abenteuers. Sie lebt am Hofe von Kaisern und Kalifen, wird von Piraten verschleppt, erlebt Liebe und Enttäuschung. Als schließlich die muslimische Flotte vor Konstantinopel steht, hat sie den Schlüssel zu einer geheimen Erfindung in der Hand, die den Lauf der Geschichte verändern wird …

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  • Rezension zu "Sie Kamen Bis Konstantinopel" von Frank S. Becker

    Sie Kamen Bis Konstantinopel

    sabisteb

    13. August 2010 um 11:59

    Das 7. Jahrhundert nach Christus ist eine Zeit zwischen den Zeiten, über die es nur wenige Quellen und noch weniger historische Romane gibt. Weder Antike noch Mittelalter ist es Jahrhundert des Umbruchs, in welchen der erstarkende Islam dabei ist, seinen Platz in der neuen Weltordnung zu erobern. Pelagia lebt in Karthago. Sie ist die Tochter eines einstmals reichen Händlers, der durch die vielen Überfälle der Araber einen Großteil seines Reichtums eingebüßt hat. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als seine sechzehnjährige Tochter ihrer Wege zu schicken, damit sie selbst ihr Glück macht. So reist Pelagia nach Rom, zu einem entfernten Verwandten, und erlebt eine Stadt im Verfall. Die Residenz der Kaiser und Päpste ist nur noch ein Schatten ihrer selbst, aber Pelagia ist ehrgeizig, sie will einen reichen Mann und sie will an den kaiserlichen Hof. Dass Reichtum jedoch nicht gleich Glück bedeutet muss sie erst durch Armut, Sklaverei und Flucht lernen. Der Aufbau des Romans ist unüblich. Er beginnt fast mit dem Schluss, um danach erst einmal die Vergangenheit der drei Hauptpersonen zu beleuchten; die des irischen Priester Padraich mit dem dunklen Geheimnis, das seine Seele belastet, des jungen, stotternden Dieners Daud mit seiner großen Sehnsucht nach dem Meer und der verwöhnten reichen Pelagia und ihrem Wunsch nach einem reichen Mann und Macht. Das Schicksal verwebt die Leben dieser drei Menschen für immer miteinander, zum Guten und zum Schlechten. Diese drei stehen auch für die drei Glaubensrichtungen, Padraich der Mönch für die unreflektierte christliche Glaubenslehre, Daud für den strengen Islam und Pelagia für die christliche ratio, denn sie "möchte lesen, was früher gedacht wurde, bevor uns die Kirche den Blick verengte. (S. 170)" Das Buch ist aufgeteilt in drei Teile. Der erste Teil erzählt Padraich Kindheit und Jugend. Dieser Teil ist voller Mystik, Prophezeiungen und Magie, denn Padraich hat die Gabe zu erkennen, wer den nächsten Morgen nicht erleben wird und natürlich gibt es auch ein Ungeheuer im Loch Ness. Meine Lieblingsfigur in diesem ersten Teil war eindeutig Kevin der Barde mit seinem blauen Hund. Teil 2 erzählt Dauds Jugend. Wie er als Diener die Ermordung des Kalifen miterlebte und als Sklave verschleppt wurde. Der dritte und Hauptteil des Buches heißt zwar Pelagia, aber er erzählt die Geschichte aller drei Protagonisten und wie sie Einfluss auf Pelagias Leben nehmen. Leider ist dieser Teil auch derjenige mit den meisten Klischees. Natürlich ist Pelagia schön, wie könnte es auch anders sein und ihre Zeit als Sklavin mit allem drum und dann ist leider unglaublich vorhersehbar und klischeebehaftet. Historisch ist an diesem Buch nichts auszusetzen. Es ist solide recherchiert und voller spannender Details wie die zwei verschiedenen Türklopfer an moslemischen Häusern, einen für die Frauen und einen für die Männer oder die Geschichte des Säulenheiligen oder Epaphrodites. Zu jedem Kapitel gibt es im Anhang einen kleinen Abriss, der erklärt was historische Fakten sind und was nicht. Erzählerisch haben mich jedoch zwei Dinge gestört. Zum einen die bereits erwähnten teils klischeehaften Plots, zum anderen die Zeitsprünge. So vergehen auf S. 203 z. Bsp von einem Abschnitt zum anderen 4 Monate, die zwar im Nachhinein erzählt werden und das kommt noch an verschiedenen anderen Stellen vor. Da hätten mir ein paar zusätzliche Seiten in denen diese 4 Monate erzählt werden besser gefallen, ganz besonders die Wochen nach Mezizios Machtübergreifung, sind so leider unterschlagen worden. Positiv ist das Titelbild anzumerken. Es passt wunderbar zum Inhalt und zeigt, obwohl es sich um einen historischen Roman mit einer schönen Frau handelt, kein großbusiges Weib mit tiefem Ausschnitt.

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  • Rezension zu "Sie Kamen Bis Konstantinopel" von Frank S. Becker

    Sie Kamen Bis Konstantinopel

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. January 2010 um 17:20

    Konstantinopel im Jahr 674. Eine übermächtige Flotte belagert die byzantinische Hauptstadt, die nicht bereit ist, sich dem Feind zu ergeben. Auf einem der Schiffe befindet sich Daud, Kommandant des Kalifen Muawiya. Ihn treibt nicht nur der Wunsch, die Stadt der Ungläubigen zu stürzen, sondern auch ein persönlicher Rachefeldzug gegen die dort lebende und ihm verhasste Pelagia, die er als Verräterin ansieht. Pelagia, die in Karthago als Tochter eines reichen Kaufmanns geboren wurde und die es später in die Sklaverei verschlug, lebt nun als freie Frau in der Stadt. Sie hütet ein Geheimnis, das die Flotte des Kalifen in arge Bedrängnis bringen kann. So beginnt Frank S. Beckers Roman bzw. so endet er, denn der Prolog könnte auch als Epilog angesehen werden. Die Ereignisse, die der Belagerung vorweg gingen, erzählt der Autor von diesem Zeitpunkt an in Rückblicken: Die Geschichte des Mönches Padraich, der von Irland auszieht, um den Menschen das Christentum zu bringen, die Geschichte von Daud, der vom einfachen Jungen zum Kommandanten des Kalifen aufsteigt und von Pelagia, die als Tochter eines zunächst wohlhabenden Händlers durch verschiedenste Ereignisse erst aufsteigt um dann in Armut und Sklaverei zu geraten. Jedem dieser Protagonisten widmet der Autor einen eigenen Teil des Buches, um alle drei Schicksale schließlich im letzten Abschnitt zusammen zu führen. Padraichs Lebensgeschichte nimmt einen großen Teil des Buches ein. Der Leser begleitet ihn von seiner Kindheit, über seine Jugend bis hin zum Erwachsenenalter, pilgert mit ihm über die Alpen nach Rom. Ich fand diesen Teil des Buches zu lang. Um die Figur des Padraich verstehen zu können, hätte es nicht so ausführlicher Schilderungen bedurft. Kurz hingegen fällt der Abschnitt um die Entwicklung des Jungen Daud aus. Über seinen Werdegang erfährt man nicht viel, weil hier nur ein kurzer Abschnitt seines Lebens geschildert wird und so kann man im Verlaufe der weiteren Geschichte nur ahnen, wie aus dem lernbegierigen und korantreuen Jungen im späteren Leben ein fanatischer Islamist wird. Der Schwerpunkt des Buches aber liegt auf der Schilderung und dem Schicksalsweg von Pelagia, die vom behüteten Elternhaus ins rauhe Leben gestoßen wird, wo ihr zunächst das vermeintliche Glück winkt, das sich aber nur von kurzer Dauer herausstellt, deren weiterer Lebensweg in Armut und später in die Sklaverei führt. Hier finden die ersten Fäden zusammen, denn sie begegnet Daud, der sie zunächst auf Händen trägt, später jedoch fallen lässt. Sie flieht nach Konstantinopel und dort trifft sie auch Padraich wieder. Hier finden die nächsten Fäden zusammen. Dieser letzte Abschnitt hat mir auch am besten Gefallen, denn hier kam endlich Tempo in die Geschichte, der Konflikt zwischen dem vordrängenden Islam und dem an alten Traditionen festhaltenden Kaiserreich ist auf jeder Seite dieses Abschnittes spürbar. Es ist eine unruhige, im Aufbruch befindliche Zeit, die von Farbenpracht und Leben auf der einen und beständigem Zerfall und Resignation auf der anderen Seite geprägt ist. Vom historischen Aspekt aus betrachtet ist das Buch eine echte Perle. Man merkt ihm deutlich an, dass der Autor die Zeit, über die er schreibt, wirklich kennt und hier mit viel Liebe zum Detail den Übergang von der Spätantike zum Mittelalter in allen Facetten plastisch und lebendig präsentiert. Während mir der Autor das Lebensgefühl und die Ansichten der damaligen Zeit wirklich nahe gebracht hat, hatte ich mit den Protagonisten meine Probleme. Den Wandel Dauds konnte ich nicht nachvollziehen, auch Padraich blieb mir mit seinem Verhalten fremd. Einzig Pelagia wies für mich eine gewisse Tiefe auf, die durch ihre Schicksalsschläge noch verstärkt wurde. Dafür gibt es als "Entschädigung" wunderbare Nebenfiguren wie den unbedarften und immer fröhlichen Urso, der mich so manches Mal zum Schmunzeln gebracht hat. Beim Lesen entsteht oft eine Distanz zu den Protagonisten, die vielleicht auch dem Schreibstil des Autors geschuldet ist. In manchen Situationen verwendet Frank Becker oft nicht den Namen der jeweiligen Figur, sondern statt dessen Bezeichnungen wie: "Die Frau" oder "Der Mann". Das irritiert und hat zur Folge, dass man das Geschehen dann wie aus weiter Ferne betrachtet. Als würde sich etwas Fremdes zwischen Leser und Protagonist schieben. Auf den letzten zwei Seiten sorgt der Autor dann noch für eine kleine Überraschung in Sachen Pelagia, mit der ich so nicht gerechnet habe und die mich etwas unzufrieden zurückgelassen hat. Wer sich für die Ereignisse um die Belagerung von Konstantinopel, das Vorrücken des Islam und generell für die Zeit zwischen Spätantike und frühem Mittelalter interessiert, der ist mit Frank S. Beckers Roman aber hervorragend bedient

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