Gegenkanon, dieses Wort geistert derzeit durch die deutschsprachige Essayistik. Nachdem ich bereits das 2022 bei Müry Salzmann erschienene Buch zu diesem Thema gelesen hatte (über den Umstand, dass ausgerechnet Michael Krüger darin die Lyrik bewerten durfte, bin ich noch nicht ganz hinweg), war ich gespannt auf Frank Schäfers "Deutsche Literaturgeschichte(n)".
Diese entpuppten sich als eine Sammlung von Rezensionen, Interviews und Artikeln, erschienen zwischen 1999 und 2021, die zwar durchaus hier und da miteinander korrespondieren, aber nicht auf eine einheitliche Darstellung hinauslaufen. Statt einem klaren roten Faden also Schlaglichter, statt konsequenter Historie ein Mischmasch aus Wiederzuentdeckendem, Liebgewonnenem und eh schon Kanonischem.
Denn wer würde ernsthaft behaupten, dass eine deutsche Literaturgeschichte noch ohne Rolf Dieter Brinkmann auskommt? Oder Wolf Wondratschek, F. W. Bernstein, Arno Schmidt, auch Ror Wolf und Jörg Fauser? Dennoch arbeitet Schäfer gut deren Besonderheiten, ihr literarisches Potenzial (und warum es jenseits des Mainstreams liegt) heraus.
Je näher das Buch der Gegenwart kommt, umso mehr gibt es dann doch zu entdecken. Und es ist wirklich erfrischend, dass Schäfer auch einige Lanzen für die komische Literatur bricht und für die "kleinen Formen", z. B. Kolumnen, Kurzprosa oder Gedichte, oder auch für Comics und Science Fiction. Es gibt also genug zu entdecken.
Frank Schäfer
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Neue Bücher
Heavy Kraut
Unsung Heroes
Alle Bücher von Frank Schäfer
Notes on a Dirty Old Man.
Die Welt ist eine Scheibe
Woodstock '69
Zu Früh
Der Couchrebell
Generation Rock
Harte Kerle
NEWS Bookazine Nr. 1 (Herbst 2016)
Neue Rezensionen zu Frank Schäfer
Heike und Frank, ein junges Paar, eine Schwangerschaft, Woche 29+2, Komplikationen – acht bange Wochen in der Intensivstation.
Prägnant und pointiert, stets seine Gedanken auf den Punkt gebracht, so schildert Frank Schäfer die Momente, welche er hier - einem Tagebuch gleich - festhält. Anfangs geht es zeitmäßig im Zickzack hin und her zwischen einzelnen Episoden und Bildern. Dann verbringt die junge Familie viel Zeit in der Frühchenabteilung und schwankt zwischen gedankenlosen Sätzen wie „ab Woche 30 bringen wir sie alle durch“ und hoffnungsvollem Aufatmen, wenn das 1500 Gramm leichte Menschlein eine Stunde außerhalb des Inkubators durchhält. Sehr persönlich, sehr nahegehend, sehr gefühlvoll. Frank Schäfer lenkt Blitzlichter auf eine extrem emotionale Zeit des (seines?) Lebens und nimmt den Leser mit auf eine abenteuerliche Reise mit einem Frühchen.
Ein ausdrucksstarker Roman mit überaus vertraulichen Einblicken in ganz persönliche Daseinsmomente. Uneingeschränkte Leseempfehlung!
Titel Zu früh
Autor Frank Schäfer
ASIN B0DG9NMP7Q
Sprache Deutsch
Ausgabe ebook, ebenfalls erhältlich als Geb. Buch (128 Seiten)
Erscheinungsdatum 20. August 2024
Verlag Alfred Kröner
Der Schriftsteller Frank Schäfer schreibt in diesem offenbar autobiografischen Buch von der Geburt und den ersten Wochen seines Sohnes, der als Frühchen auf die Welt gekommen ist.
Neunundzwanzig plus zwei.
Neunundzwanzig Wochen und zwei Tage.
Jeder Tag zählt.
So fängt das Buch an. Die erste Zeit ist nicht einfach. Das Baby liegt mit wenig Gewicht im Inkubator und muss betreut werden. Für die Eltern eine Zeit der Ängste und Sorgen und Hoffnung.
Zwar erfährt man einiges von den Ablauf mit Frühchen auf der Frühchenstation im Krankenhaus, aber in erster Linie wird die Gefühlswelt der Eltern in dieser Zeit gezeigt. Die ist natürlich recht schwankend, wie man sich denken kann.
Dann auch die Erkenntnis des Erzählers, wie sehr man sich selbst in dieser kurzen, entscheidenden Zeit verändert.
Das ist eindringlich und realistisch gemacht. Man kann gut mit ihnen mitfühlen.
Ein kurzes, aber kompaktes Buch.
Gespräche aus der Community

"The Germans love me for some reason" (Charles Bukowski) und trotzdem gibt es kaum umfangreiche literarische Darstellungen des Undergrounddichters. Frank Schäfer hat diese Lücke mit seinem kurzweiligen und höchst unterhaltsamen Werk "Notes of a Dirty Old Man. Charles Bukowski von A bis Z" geschlossen.
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