Die Tyrannei des Schmetterlings

von Frank Schätzing 
2,7 Sterne bei19 Bewertungen
Die Tyrannei des Schmetterlings
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (5):
katielas avatar

Wie immer ist Schätzing sehr lang, aber als Hörbuch sehr spannend. Mit sehr interessanten Ansätzen.

Kritisch (7):
H

Abgebrochen war total langweilig

Alle 19 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Tyrannei des Schmetterlings"

Füllhorn der Wünsche? Oder Büchse der Pandora?Frank Schätzing – der neue Thriller als Hörbuch
Kalifornien, County Sierra, Goldgräberprovinz: Sheriff Luther Opoku hat mit Kleindelikten und illegalem Drogenanbau zu kämpfen. 300 Meilen westlich davon, im Silicon Valley, wetteifern IT-Visionäre um die Erschaffung des ersten ultraintelligenten Computers mit dem Ziel, die großen Probleme der Menschheit zu lösen. Als eine Biologin in Sierra unter rätselhaften Umständen ums Leben kommt, muss Luther erkennen, dass sein verschlafenes Naturidyll längst Testgelände eigenwilliger Experimente geworden ist. Bald beginnt er an seinem Verstand zu zweifeln. Tote werden lebendig, die Zeit gerät aus den Fugen ... der Anfang einer Odyssee über die Grenzen des Vorstellbaren hinaus.
Gelesen von Sascha Rotermund. Mit Frank Schätzing im Interview und Hintergründen zur Story.
(2 mp3-CDs, Laufzeit: 22h 22)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783844529784
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Sonstiges Audio-Format
Umfang:0 Seiten
Verlag:Der Hörverlag
Erscheinungsdatum:30.04.2018
Das aktuelle Buch ist am 24.04.2018 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Soerens avatar
    Soerenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Viel zu weitläufig erzähltes Science-Fiction-Drama
    Viel zu weitläufig erzähltes Science-Fiction-Drama

    Frank Schätzings neuer Roman sprach mich vom Thema und der Inhaltsangabe durchaus an. Ein verzwicktes Verbrechen, Zeitreisen, alternative Realitäten? Warum nicht.
    Allerdings fand ich bereits den Prolog in Afrika superanstrengend und nervig. Mit unnötig aufgeblähter Sprache und meist passiv geschrieben, völlig uninteressant. Mehrfach überlegte ich, den Roman schon da abzubrechen, aber ich quälte mich durch mit der Hoffnung, dass das Epos danach besser werden würde.
    Das passierte zwar, unnötig aufgebläht blieb die Sprache aber dennoch (Beispiele dafür sind: "gehen eine schockartige Verbindung ein", "Gelächter bricht sich Bahn" oder "Als die Schwerkraft obsiegt"). Außerdem neigte Frank Schätzing in der Geschichte zu übermäßig vielem Erklären, manchmal im Ton eines Oberlehrers. Sicherlich, es wurden etliche kühne Thesen aus der theoretischen Physik aufgegriffen und einige philosophische Fragen bezüglich der menschlichen Existenz, dem Bewusstsein und künstlicher Intelligenz angesprochen. Stellenweise passte das auch gut, in vielen Fällen war es aber viel zu weitläufig und zu ausschweifend erzählt. Ich brauchte auch keine komplette Biographie eines fiktiven Unternehmens, inklusive Vorstellung scheinbar sämtlicher unterschiedlichen Forschungsabteilungen und deren aktueller Projekte. Kaum zu glauben, dass der Roman in der Druckfassung *nur* rund 730 Seiten hat, genauso gut hätten es auch über tausend sein können. Angenehm und witzig fand ich die zahlreichen Anspielungen auf Filme und Musik zwischendurch, doch auch die konnten nicht viel aufwerten.
    „Die Tyrannei des Schmetterlings“ ist und bleibt eine massiv aufgeblähte Geschichte mit jeder Menge nicht unbedingt notwendiger Informationen. Selbst das Ende wirkte herausgezögert und in die Länge gezogen. Hätte das Lektorat hier und da den Rotstift angesetzt, es hätte der Geschichte sehr gut getan.
    Sehr positiv hervorheben möchte ich allerdings den Sprecher der Hörbuchfassung Sascha Rotermund. Auch seiner durchweg guten Arbeit war es zu verdanken, dass ich die ganzen knapp 24 Stunden Laufzeit am Ball blieb.

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    Tessi975s avatar
    Tessi975vor 2 Monaten
    Ich wollte dieses Buch so gerne mögen und bejubeln,

    habe mich deshalb auch von den schlechten Bewertungen nicht abschrecken lassen und musste doch feststellen, dass die kritischen Stimmen nicht ganz unberechtigt sind.
    Nach 15 von fast 24 Stunden ist meine geduldige Hörerseele nun aber auch am Ende. Ich habe inzwischen eine regelrechte Abneigung davor, nochmal die Wiedergabe-Taste zu drücken und ich werde es wahrscheinlich auch nicht mehr tun.

    Der Schreibstil, der öfter bemängelt wird, ist dabei gar nicht das Problem. Wer Wert darauf legt, dass Schriftsteller auch heute noch fähig sind mehr als gestotterte Sätze zu Papier zu bringen und diese Sätze dann auch noch "klingen" zu lassen, greift eher zu Schätzing, als zu Fitzek.
    Bei Letzterem scheitere ich regelmäßig schon bei der 1. Leseprobe-Seite.

    Das Problem beim Schmetterling ist das Genre. Ein als atemberaubend angekündigter Thriller?
    Nun - von einem Thriller erwarte ich wenigstens ein Mindestmaß an Spannung und im besten Fall auch noch Protagonisten, mit denen ich mitfiebern kann. Das Atemberaubende hat sich auch nach 15 Stunden nicht eingestellt. Vielleicht habe ich auch zu früh abgebrochen.

    Inzwischen glaube ich schon, etliche Büsche und Bäume der Sierra Nevada persönlich zu kennen. Sämtliche handelnden Personen in diesem "Thriller" sind dagegen so blass, dass ich mich schon nach 24 Stunden kaum mehr an ihre Namen erinnern kann. Undersheriff Luther Opoku, an den erinnere ich mich wohl etwas länger. Aber auch nur deswegen, weil ich diesem "Provinz-Stellvertreter-Sheriff" seine ihm vom Autor zugedachte Rolle nicht abnehme.

    Das Thema Künstliche Intelligenz ist ein wichtiges Thema, beschäftigt die Menschen schon länger und wird ihnen auch in Zukunft noch sehr viel mehr Kopfzerbrechen bereiten. Ganz nebenbei bin ich eher der Meinung, dass Menschen zu Cyborgs werden, als dass ein Supercomputer das selbständige Denken und Handeln lernt.

    Herr Schätzing ist ein Meister der Recherche und das weiß ich auch durchaus zu schätzen. Natürlich ist ein Schriftsteller frei in seiner Entscheidung, was er schreibt und ob er auch noch die kleinste Kleinigkeit verwursten muss. Ob es dem Leser gefällt steht dann wieder auf einem anderen Blatt.

    Fazit:
    Ausschweifende Poesie passt eher in einen lyrischen Gedichtband, als in einen "atemberaubenden Thriller".

    Schreibstil - 4 Sterne
    Spannung - 2 Sterne
    Story - 2 Sterne
    Hörbuchsprecher Sascha Rothermund - 4 Sterne

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    EmmaZeckas avatar
    EmmaZeckavor 2 Monaten
    Ziemlich am Thema vorbei - hat mich nicht überzeugt

    Gestaltung
    Das Hörbuch wurde in einer gekürzten Lesung produziert und hat eine Laufzeit von ca. 22 Stunden. Ich war selten so froh, ein gekürztes Hörbuch vor mir zu haben. Warum? Das werde ich in dem Abschnitt in dem ich auf den Inhalt eingehe, noch weiter begründen.

    Sascha Rotermund interpretiert die Geschichte. Er hat eine angenehme Stimmfarbe, die gut zu der Atmosphäre der Geschichte gepasst hat. Dennoch konnte er mich mit seiner Interpretation nicht vollständig überzeugen. Bei Die Tyrannei des Schmetterlings wird deutlich, wie schwierig es sein kann, ein Hörbuch zu interpretieren, das einen sperrigen Schreibstil hat. Sascha Rotermund versuchte Schätzings ausführliche Beschreibungen in seiner Interpretation hervorzuheben, was bei mir nur dafür sorgte, dass der Effekt der Übertreibung verstärkt wurde. Zudem hatte ich den Eindruck, dass er nicht so recht wisse, wie er das Sperrige im Schreibstil lebendig werden lassen könnte.
    Seine Stärken konnte Sascha Rotermund aber beweisen, wenn es um die Interaktion unserer Charaktere ging. Mir haben hier seine Interpretationen der Dialoge sehr gut gefallen.

    Inhalt
    Frank Schätzing widmet sich in Die Tyrannei des Schmetterlings dem schwierigen Thema künstliche Intelligenz. Allerdings dauert es sehr lange, bis wir erfahren, welche Rolle die künstliche Intelligenz in diesem Hörbuch spielt.

    Zu Beginn der Geschichte erfahren wir erst einmal, dass es einen Mord aufzudecken gilt. Und das wirkte auf mich eher wie ein kleines Krimi Klischee, das von den Charakteren unterstützt wurde, auf die ich im Laufe der Rezension noch weiter eingehen werde.

    Dafür, dass der Schwerpunkt der Handlung auf dem Thema künstliche Intelligenz liegen sollte, dauerte es mir viel zu lange, bis wir zu diesem Handlungsstrang vorgedrungen sind. Die erste Hörbuch CD zog sich ziemlich in die Länge und Schätzing baut hier ein Element ein, das ich definitiv nicht mit künstlicher Intelligenz in Verbindung gebracht hätte, sondern mehr mit Sciene-Fiction.

    Zudem fehlte mir der rote Faden in der Handlung. Die Handlungsstränge liefen zwar zusammen, wurden aber nicht gut miteinander verwoben oder zum Schluss wieder aufgelöst, was mich ziemlich störte. Ich hatte mehr den Eindruck, dass Schätzing dem Hauptthema seiner Geschichte ausweicht, das Thema künstliche Intelligenz mehr andeutet, aber nicht wirklich darauf einsteigt. Natürlich wird die berechtigte Kritik an dem Thema künstliche Intelligenz deutlich, allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die Kritik in die Geschichte eingeflochten und nicht mal eben so im Showdown angeschnitten wird.

    Kommen wir nun zu unseren Protagonisten Luther und Ruth. Beide arbeiten bei der Polizei und hatten es bisher in ihrem Leben nicht leicht: Luther ist alleinerziehender Vater und blickt auf eine gescheiterte Ehe zurück, während Ruth mehr oder weniger zwangsversetzt wurde.

    Gerade Luther kam mir hier stellenweise sehr klischeehaft vor: Einsamer Kommissar, der einen Mordfall lösen will, aber selbst am Rande des Abgrundes steht. Im Laufe der Geschichte wird er vor eine schwierige Herausforderung gestellt, die - wie sollte es anders sein - mit seiner Vergangenheit zu tun hat.
    Allerdings: Und das fand ich eines der frustrierendsten Dinge: Wir erfahren nicht, wie er sich entscheidet.

    Ruth hat eine raue Schale, aber einen weichen Kern. Sie und Luther sind ein eingespieltes Team, das sich gegenseitig bei der Arbeit unterstützt und auch zusammenhält. Sie mochte ich fast lieber als Luther, weil sie nicht ganz klischeehaft wirkte und ziemlich gute Sprüche zur Geschichte beisteuert.

    Frank Schätzing führt in Die Tyrannei des Schmetterlings auch viele Nebencharaktere ein, die im Laufe der Geschichte zusammenarbeiten müssen, um eine Mission zu erfüllen. An sich fand ich diese vielen Charaktere etwas unübersichtlich und ich neigte dazu, viele miteinander zu verwechseln.
    Es gab aber, als der Spannungsbogen anstieg, ein gutes Zusammengehörigkeitsgefühl, weil man merkte, dass hier eine Gruppe zusammenarbeiten muss, um ein Ziel zu erreichen.

    Allerdings waren mir die Charaktere zu oberflächlich. Das was an Tiefe angedeutet wurde, unterschied sich für mich nicht groß von den vielen, vielen Krimis, die es bereits schon gibt. Und das enttäuschte mich wirklich.
    Erstmals gibt es also für den Inhalt in meiner Bewertung keinen Punkt.

    Spannung
    Leider dauerte es mir zu lange, bis der Spannungsbogen wirklich aufgebaut war. Gefühlt hatte man das erste Drittel der Geschichte gnadenlos zusammenstreichen können.

    Als die Fronten allerdings geklärt waren, nahm die Handlung rasant an Fahrt auf und ich war gespannt, wie unsere Charaktere ihre Aufgabe meistern würden und ob es mit der Tyrannei ein gutes Ende hatte.

    Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die Handlungsstränge und der Spannungsbogen besser miteinander vermischt werden und das vor allem der Spannungsbogen gleichmäßiger verläuft und nicht das erste Drittel gebraucht wird, bis es mit der Handlung richtig los geht.

    Schreibstil
    Frank Schätzings Schreibstil konnte mich bei Die Tyrannei des Schmetterlings leider nicht überzeugen.

    Zum einen lag es daran, dass er viel Zeit darauf verschwendet hat, alltägliche Dinge, größer darzustellen, als sie eigentlich sind. Natürlich sind sprachliche Bilder für eine Geschichte wichtig, um die Handlung auszuschmücken und den Leser in die Handlung eintauchen zu lassen. Schätzing Wortwahl wirkte auf mich aber eher hochgestochen. Ich fragte mich oft, warum er so viel Zeit braucht, um diese eine Szene zu beschreiben, die man in zwei Sätzen hätte erzählen können.

    Zum anderen verwirrten mich seine Perspektivenwechsel: Die Geschichte wurde jeweils aus der Sicht von Luther und Ruth erzählt. Diese Perspektiven waren aus der dritten Person geschrieben. Dann gab es aber noch Abschnitte, in denen Luther direkt angeredet wurde wie beispielsweise "Du überlegst dir, was du tun sollst." Das verwirrte mich dann völlig, weil ich überhaupt nicht wusste, ob es sich hier um einen Traum, eine Vogelperspektive oder etwas völlig anderes handelte.

    Ich hätte mir gewünscht, dass sich Frank Schätzing mehr darauf konzentriert die Handlung voranzubringen und sich nicht mit banalen oder mysteriösen Beschreibungen aufhält, die er aber nicht weiter präzisiert.

    Gesamteindruck
    Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit Die Tyrannei des Schmetterlings so gar nichts anfangen kann. Ich habe mich gefragt, ob es wirklich an der Geschichte als solche lag, oder ob mir nun einfach Elemente an Frank Schätzings Schreibstil aufgefallen sind, die ich früher nicht wahrgenommen habe.

    Ich finde es immer etwas schade, wenn mich ein Hörbuch gar nicht überzeugen konnte, weil es in den wenigsten Fällen an der Produktion oder an der Sprecherwahl liegt. Und im Endeffekt läuft es auf eine schlechte Bewertung hinaus, weil der Inhalt einfach nicht packen konnte.

    Zusammenfassend kann ich sagen: Wer einen langen Atem hat, mit ausschweifenden Beschreibungen gut zurechtkommt und Sascha Rotermund gerne zuhört, kann zum Hörbuch greifen.
    Wer solche Beschreibungen eher überfliegt, sollte sich vielleicht vorsichtig der Printausgabe nähern.

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    AnjaScs avatar
    AnjaScvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Weniger schwurbelig wäre es ein herausragender Roman geworden und doch hat es mich unterhalten.
    Sprachlich naja und doch hat es mich unterhalten

    Meine Meinung: Frank Schätzing mit „Der Tyrannei des Schmetterlings“ als Hörbuch gelesen von Sascha Rotermund spaltet die Lesegemeinschaft. Ich habe durchgehalten und ganz ehrlich: ich habe es nicht bereut! Ja, das Buch ist lang, es ist anstrengend und könnte an einigen Stellen sicherlich gestrafft werden. Nochmal ja, denn die Sprache ist gestelzt, stellenweise unsinnig und auch manchmal gespickt mit Wortkreationen, der es nicht bedurft hätte und doch hat das Hörbuch mich unterhalten. Vor allem als es in die SciFi Richtung geht. Es wird schräg, abgedreht, wild und ab dem Moment war ich mitten in der Geschichte. Viele monieren, dass Schätzing die eigentliche Geschichte aus den Augen verliert, dass er zuviel möchte und den Ansatz der KI vernachlässigt, aber das finde ich nicht. Denn alles was passiert ist durch die KI gelenkt und bestimmt. Die Reise in parallele Welten, die unserer ähnlich sind und auf der „wir“ evtl. auch selber leben finde ich großartig. Gelesen ist das Buch von Sascha Rotermund. Er liest wieder hervorragend und man hört ihm gerne zu. Größter Kritikpunkt ist tatsächlich die Sprache. Natürlich ist man von dem Autor diesen ausschweifenden Stil gewohnt und auch die ein oder andere merkwürdige Formulierung, aber hier passt schwurbelig wirklich perfekt. Ein Wort, das ich in einer Rezension gelesen habe und mir hier „aneigne“. Sprachlich weniger dick aufgetragen, wäre es ein wirklich hervorragendes Buch gewesen, so katapultiert es der Autor, der Lektor und damit auch der Verlag leider nur in die Mittelmäßigkeit. Die wirklichen Verrisse kann ich allerdings nicht verstehen, denn das hat „Die Tyrannei des Schmetterlings“ meiner Meinung nach nicht verdient.

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    Irves avatar
    Irvevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ziemlich pompöse Umsetzung des Themas KI, das als SciFi-Abenteuer endet. Für mich etwas too much. Sehr überzeugende Leistung des Sprechers!
    *+* Frank Schätzing: "Die Tyrannei des Schmetterlings" (Hörbuch) *+*

    Der Name Frank Schätzing ist für mich unauslöschlich mit seinem grandiosen Roman „Der Schwarm“ verbunden, einem Buch, das sich ganz und gar bei mir eingebrannt hat, das mich auch aus der Erinnerung heraus immer wieder begeistert. Natürlich habe ich unbewusst bei „Die Tyrannei des Schmetterlings“ ein ähnlich herausstechendes Werk erwartet. Und wie es bei allzu hohen Erwartungen so ist, werden diese oft nicht erfüllt, so auch hier geschehen.

    Was dem Autor definitiv gelungen ist, ist eine vielschichtige, facettenreiche Geschichte, die mit immer wieder neuen Wenden und erzählerischen Quantensprüngen für viel Wirbel beim Hören gesorgt hat. Aber genauso viele Passagen gab es, die sich gefühlt endlos hinzogen und zunehmend immer mehr vom eigentlichen Thema der Künstlichen Intelligenz abschweiften. Aus Wissenschafts-Fantasy mit Spannungselementen wurde schließlich futuristische SciFi, was mir persönliche nicht so zusagte – weder vom Genre noch von der Thematik.

    Aber worum geht es in Frank Schätzing neuestem Werk eigentlich?
    Die Hauptperson ist Luther Opoko, der Undersheriff in einer kalifornischen Provinz. Seine Tätigkeiten beschränkten sich bis dato auf Kleinkriminalität, Drogendelikte, verschwundene Haustiere. Als es darum geht, den Mord an einer verschwundenen Biologin aufzuklären, wird Luther in andere Sphären katapultiert. Bei seinen Ermittlungen sticht er in ein Wespennest ungeahnter Möglichkeiten und kann gar nicht glauben, was sich ihm offenbart. Von wegen verschlafenes Nest! In seinem Dorf hat die Zukunft schon längst begonnen, nur weiß eigentlich niemand davon. Hinter verschlossenen Türen eines den Unwissenden als harmlos verkauftes Testgeländes ringt man um die Vorherrschaft beim Thema der Künstlichen Intelligenz – und das hat sich unwillentlich auf eine ganz andere Parallel-Ebene geklont als ursprünglich erwartet.

    So weit, so gut. Bis dahin folgte ich der Geschichte noch recht interessiert und angetan. Der ausführliche, intensive, pompös anmutende Erzählstil mit seinen zahlreichen umfangreichen Ausschweifungen hätte für meinen Geschmack zwar gerne ein paar Nummern kleiner sein können, aber wer Schätzing kennt, weiß, wie ausufernd und überbordend er gerne seine Bücher erzählt. Aber als seine Geschichte ein Phänomen offenbart, das man bisher nur aus den Theorien der Quantenphysik kennt, war das schon sehr an der Grenze. Die wurde dann mit der steten Verlegung in ferne Sternenwelten zu sehr überschritten, zumal wir uns auf dieser Lauschreise zunehmend vom eigentlichen Kern des Ganzen entfernten. Ist natürlich alles Geschmackssache und einige Hörer und Leser werden sicher genau diese Entwicklung mögen. Mein Fall war es leider nicht.

    Die Durchsetzung der Geschichte mit moralischem Input gefiel mir hingegen gut. Bei allem Fortschrittsgedanken, den wir in uns tragen, sollten wir tatsächlich hin und wieder innehalten und fragen, ob wir uns noch innerhalb vertretbarer Grenzen bewegen, ob es wirklich hehre Ziele sind , die wir verfolgen. Dies war in „Die Tyrannei des Schmetterlings“ ursprünglich tatsächlich so. Aber reicht der reine gute Wille dazu? Was ist mit den unkalkulierbaren Störfaktoren? Selbst, wenn man für sich selbst die Hand ins Feuer legen kann, was ist mit dem restlichen Team? Ist es so loyal, wie es sein sollte? Und was ist mit der Künstlichen Intelligenz selbst, die wir zwar nach bestem Wissen und Gewissen installiert haben, die aber zur eigenständigen Entwicklung fähig ist? Wird sie stets in unserem Sinne handeln und Entscheidungen treffen, oder lernt sie auch kontraproduktive Dinge?
    Diese Fragestellungen interessierten mich brennend. Der Autor geht auch darauf ein, jedoch verschwindet vieles davon im Überangebot des restlichen reichlichen Inhalts.

    Fazit:
    Die tolle Grundidee geht für meinen Geschmack leider durch ein Zuviel in vielerlei Hinsicht unter. Auch dass sich das Genre von Spannungsfantasy dermaßen zur SciFi drehte, war nicht so meins.
    Die volle Punktzahl erhält jedoch der grandiose Sprecher Sascha Rotermund, der mich durchweg völlig überzeugen konnte und mich auch bei all den Längen des Romans bei der Stange hielt. Wie er die verschiedenen Stimmungen, die Spannungsentwicklungen und auch die einzelnen Charaktere ganz individuell und sehr treffend wiedergibt, ist ganz großes Kino für die Ohren.

    Inhalt
    Kalifornien, County Sierra, Goldgräberprovinz: Sheriff Luther Opoku hat mit Kleindelikten und illegalem Drogenanbau zu kämpfen. 300 Meilen westlich davon, im Silicon Valley, wetteifern IT-Visionäre um die Erschaffung des ersten ultraintelligenten Computers mit dem Ziel, die großen Probleme der Menschheit zu lösen. Als eine Biologin in Sierra unter rätselhaften Umständen ums Leben kommt, muss Luther erkennen, dass sein verschlafenes Naturidyll längst Testgelände eigenwilliger Experimente geworden ist. Bald beginnt er an seinem Verstand zu zweifeln. Tote werden lebendig, die Zeit gerät aus den Fugen … der Anfang einer Odyssee über die Grenzen des Vorstellbaren hinaus.

    Autor
    Frank Schätzing, geboren 1957 in Köln, Mitbegründer der Kölner Werbeagentur Intevi, Musiker und Musikproduzent, debütierte 1995 mit dem historischen Roman „Tod und Teufel“, der schnell vom Geheimtipp zum Bestseller wurde. Nach einer Reihe von Krimis und Kurzgeschichten folgte 2000 – von der Presse hochgelobt – der Politthriller „Lautlos“. „Der Schwarm“, Schätzings fünfter Roman, erreichte wenige Tage nach Erscheinen Spitzenplatzierungen in den Bestsellerlisten, wurde u. a. nach England, in die USA, Spanien, Italien, Brasilien und Russland verkauft. 2009 erschien „Limit“, 2014 „Breaking News“. Frank Schätzing, 2004 mit der CORINE und 2005 mit dem Deutschen Sience-Fiction-Preis ausgezeichnet, lebt und arbeitet in Köln.

    Sprecher
    ascha Rotermund wurde 1974 in Arnsberg/ Westfalen geboren und studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Theaterengagements führten ihn u.a. an die Theater Lübeck und Magdeburg, Schauspiel Hannover, Hebbel am Ufer Berlin und an das Hamburger Schauspielhaus. Im Fernsehen war er u.a. in der RTL-Serie Vier Singles sowie in der ZDF-Serie Küstenwache zu sehen. Sascha Rotermund hat bereits an zahlreichen Hörspielen und Hörbüchern mitgewirkt, darunter Wallander: Am Rande der Finsternis von Henning Mankell, So finster die Nacht von John Ajvide Lindqvist und Eine Trillion Euro von Andreas Eschbach. 2009 und 2010 war er mit dem Live-Hörspiel Die drei ??? und der seltsame Wecker – LIVE AND TICKING auf Deutschlandtournee. Seit 2003 ist er außerdem ein gefragter Synchronsprecher und lieh seine Stimme u.a. Joaquin Phoenix, Christian Bale, Bradley Cooper, Jake Gyllenhaal, Jesse Spencer in Dr. House, Jon Hamm in Mad Men, Jesse Williams in Grey’s Anatomy sowie Omar Sy in der französischen Erfolgskomödie Ziemlich beste Freunde.
    Quelle: Randomhouse 


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    Jazebelvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Typischer Schätzing - ziemlich schwergewichtig für Unterhaltungsliteratur, die Fans werden es lieben.
    Schwergewichtig und umfangreich

    Frank Schätzings Schreibstil- von seinen Fans geliebt, von vielen anderen gefürchtet. Ich stehe da irgendwie zweifelnd in der Mitte. Einerseits mag ich seinen umfangreichen Wortschatz, einer der wenigen Autoren der auch vor Adjektiven wie "desperat" nicht zurückschreckt (und damit irgendwie das Lektorat überlebt), andererseits erzählt er oft mit diesem Wortschatz derart ausschweifend und ein wenig überladen, dass es mir manchmal schwer fällt ihm zu folgen und konzentriert zuzuhören.

    Wenn man nichtwirklich aufmerksam zuhört, ist der rote Faden schnell weg und man horcht in Momenten auf, wenn man sich denkt "was, wie ist das denn jetzt passiert", zusätzlich stellt die besondere Natur dieser Geschichte einen geistig ziemlich auf die Probe. Das hat mich an meine zuhörerischen Grenzen gebracht.

    Sasche Rotermund liest hier gut, wenngleich es mir etwas lebendiger hätte sein dürfen, das ist aber mein persönliches geschmackliches Fazit.

    Schätzings Schwarm bleibt für mich nach wie vor unerreicht, auch wenn es kein ausgesprochen schwaches Schätzing- Buch wie "Breaking News" ist. Es siedelt sich m.M. im unteren Schätzing- Mittelfeld hinter Limit an.

    Fans sollten kaufen, alle anderen erstmal darüber nachdenken, ob sie mit dem typischen Schätzing- Stil auch bei einer schwächeren Story leben können.

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    bansheevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Sci-Fi wie es von Schätzing zu erwarten ist!
    Ein typischer Schätzing-Roman

    Frank Schätzing ist wahrscheinlich ein Autor, dessen Bücher man entweder absolut klasse findet oder mit denen man gar nichts anfangen kann und sich nur von Seite zu Seite kämpft. Da ich die Themen seiner Sci-Fi -Roman immer sehr interessant finde, da sie oft auch aktuelle, brisante Probleme aufgreifen, habe ich mich in der Vergangenheit oft mit den dicken Wälzern abgemüht, was etappenweise recht anstrengend sein kann. Das liegt auch an Schätzings Schreibstil, der sicher für manchen recht gewöhnungsbedürftig und pompös daher kommt. Alles in allem, weiß man als Leser aber eben auch, was bei einem Schätzing-Roman auf einen zukommt und kann sich dementsprechend darauf einstellen. Bei "Die Tyrannei der Schmetterlinge" sollte kein Fan von Frank Schätzing enttäuscht werden, denn inhaltlich hält die Story auf jedenfall das, was sie verspricht: ein brisanter Wissenschaftsthriller, der aktuelle gesellschaftliche und technologische Themen weiterspinnt und zu einer utopischen Zukunftsvorstellung zusammenfasst. Alles äußert spannend und vielleicht gar nicht mal so sehr an den Haaren herbeigezogen, wie es auf den ersten Blick wirken mag.
    Da die Geschichte also so vielversprechend und interessant ist, war ich froh, den aktuellen Roman von Schätzing als Hörbuch bekommen zu haben und ich muss sagen, dass ich hier eine echte Alternative für mich entdeckt habe! Aufgrund der oben angesprochenen Probleme mit Schätzings Schreibstil, ist die Lektüre seiner Bücher nicht immer ein durchgängier Lesegenuss und über solche Durststrecken rettet einen das Hörbuch mit der tollen Lesung hinweg! Ich bin trotz der sehr umfangreichen Hörbuch-Box an den Lippen des Vorlesers hängen geblieben und ich glaube, so hat "Die Tyrannei der Schmetterlinge" einiges an Spannung für mich gewonnen. Schließlich ist es einfacher, über langatmige Stellen mal "hinwegzuhören", als sie selber zu lesen. Sehr gelungene und unterhaltsame Umsetzung des Romans! Ich denke, dass ich mir daher in Zukunft wirklich lieber so ein tolles Hörbuch holen werde anstatt der gedruckten Wälzer von Schätzing, die mich manchmal zugegebenermaßen wirklich erschlagen.

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    himbeerbels avatar
    himbeerbelvor 4 Monaten
    Von allem zu viel

    Vor einigen Jahren las ich von Frank Schätzing „Der Schwarm“, das seitdem zu einem meiner Lieblingsbücher gehört und auch „Tod und Teufel“ konnte mich begeistern. „Breaking News“ hatte ich zwar abgebrochen, weil es mich nicht packen konnte, doch übel genommen habe ich das diesem Autor nicht und freute mich unbeschreiblich auf sein neustes Werk „Die Tyrannei des Schmetterlings“.

    Ich muss gestehen, dass meine Erwartungen an dieses Buch sehr hoch waren, zumal mich das Thema künstliche Intelligenz sehr interessiert. Leider zu hoch, denn so richtig begeistern konnte mich die Story nicht, obwohl ich sie mir als Hörbuch von Sascha Rotermund, der deutschen Stimme von Benedict Cumberbatch, vorlesen ließ. Dieser hat seine Aufgabe großartig gemeistert, indem er durch unterschiedliche Tonlagen die handelnden Personen zu unverwechselbaren Charakteren machte und seine Lesegeschwindigkeit dem Spannungsbogen im Buch anpasste.

    Und doch hat mich dieses Hörbuch immer wieder abgehängt. Müsste ich es in zwei Worten beschreiben, fiele mir dazu ein: „zu viel“ und damit ist nicht die Dauer von 22 Stunden und 23 Minuten gemeint, die auf zwei MP3-CDs passen. Frank Schätzing ist ja durch seine anderen Bücher bereits bekannt für seinen ausschweifenden Schreibstil und ich hatte mich sogar ein wenig darauf gefreut. Dennoch waren es mir bereits nach den ersten Stunden zu viel der Worte. Ein ums andere Mal konnte ich nicht umhin beim hören die Augen zu verdrehen und gelegentlich ist mir als Kommentar sogar „Nun ist aber mal langsam gut!“ bei allzu schwurbeligen Formulierungen herausgerutscht oder wenn die Beschreibungen zu langatmig wurden. Sicherlich nicht die Beste Reaktion auf ein Hörbuch, auf das ich mich eigentlich gefreut hatte.

    So kam auch die Geschichte in Sierra, einer kalifornischen Goldgräberprovinz, wo Undersheriff Luther Opoku gegen Kleindelikte und illegalen Drogen kämpft, erst nur sehr langsam in Fahrt. Als dort eine Biologin unter rätselhaften Umständen ums Leben kommt, muss er erkennen, dass sein verschlafenes Naturidyll längst zum Testgelände eigenwilliger Experimente geworden ist. Als Leser führt einen dies unter anderem zu interessanten Kapiteln, die im Silicon Valley handeln, wo IT-Visionäre um die Erschaffung des ersten ultraintelligenten Computers wetteifern, um die größten Probleme der Menschheit zu lösen. Zu den sich dadurch wiederum stellenden Fragen und Herausforderungen, die mich durchaus noch zum weiter hören bewegen konnten und so manchen spannenden Gedankengang enthielten, kam leider eine völlig abstruse gehetzte Geschichte mit Paralleluniversen, Doppelgängern, genmanipulierten Insekten und biologischen Waffen voller Effekthascherei und Action hinzu, dass mir auch das alles viel zu viel wurde und mich vor Überladenheit langweilte – wie es mir halt auch oft bei Actionfilmen geht. Ich hörte das Buch zwar zuende, es hinterließ jedoch einen äußerst faden Nachgeschmack bei mir. Kann man hören (oder lesen), muss man aber nicht. Schade!

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    Ro_Kes avatar
    Ro_Kevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Entfaltet grandios seine Flügel zu einer wahren Intelligenz-Explosion. Großartiger Kopfkino-Hörblockbuster!
    Entfaltet grandios seine Flügel zu einer wahren Intelligenz-Explosion!

    Klappentext (Lovelybooks):

    Kalifornien, County Sierra, Goldgräberprovinz: Sheriff Luther Opoku hat mit Kleindelikten und illegalem Drogenanbau zu kämpfen. 300 Meilen westlich davon, im Silicon Valley, wetteifern IT Visionäre um die Erschaffung des ersten ultraintelligenten Computers mit dem Ziel, die großen Probleme der Menschheit zu lösen. Als eine Biologin in Sierra unter rätselhaften Umständen ums Leben kommt, muss Luther erkennen, dass sein verschlafenes Naturidyll längst Testgelände eigenwilliger Experimente geworden ist. Bald beginnt er an seinem Verstand zu zweifeln. Tote werden lebendig, die Zeit gerät aus den Fugen ... der Anfang einer Odyssee über die Grenzen des Vorstellbaren hinaus. 


    Meine Meinung:

    „Am Beginn der letzten Revolution ist der Mensch tiefer ins Vakuum seiner eigenen Gotterfindung vorgestoßen als je zuvor, ist den Göttern gleich geworden, nur um zu erkennen, was man vom Gottsein hat: ständigen Ärger.“

    Lange Zeit musste man auf einen neuen „Schätzing“ warten und es hat sich definitiv gelohnt. 

    Nach Lesen des Klappentexts hatte ich bereits hohe Erwartungen und diese sind dann nicht nur erfüllt, sondern sehr weit übertroffen wurden. Obwohl ich zugeben muss, nicht gänzlich sämtliche Ausführungen zur Quantenphysik verstanden zu haben - bestens unterhalten wurde ich dennoch. 

    Das liegt vor allem an Frank Schätzings Talent, seine Ideen auf sehr detaillierte, bildhafte und klare Weise nach aussen zu transportieren, wodurch beim Lesen/Hören eine präzise Vorstellung im Kopf entsteht, zu Themen, denen es an einer greifbaren Vorlage fehlt, da sie Zukunftsvisionen sind. 

    Bemerkenswert ist zum einen die sehr gründliche und weit umfassende Recherche die diesem Thriller vorausgegangen ist und dann natürlich die genial strukturierte Umsetzung dessen, denn von Anfang bis Ende erlebt man eine völlig „durchgestylte“ und immens fesselnde Handlung, dessen „Flügel“ sich im Verlaufe zu einem absoluten Schreckensszenario entfalten, immer begleitend von dem Gefühl, dass sich die Szenerie gar nicht mal so abwegig gestaltet. 

    Auch wenn die Charaktere mehr oder weniger als Statisten/Impulsgeber dienen und ich mich niemanden wirklich verbunden fühlen konnte, so hat mir der oftmals auch ironische Schlagabtausch zwischen ihnen viel Spaß bereitet. 

    Die Vertonung durch Sascha Rotermund sorgt für wahres „Hör-Blockbuster-Feeling“ und macht die knapp 24 Std. Spieldauer zu einem großartigen Erlebnis. 


    Fazit:

    Einmal angefangen, kann man sich dem Sog des Schmetterling-Flügelschlags nicht mehr entziehen. Großartige Ideen, die ebenso großartig zu Papier gebracht wurden. Absolute Hörempfehlung! 

    Kommentare: 5
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    Wedmavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ich wollte mich für dieses Werk begeistern. Leider hat es mir wenig Anhaltspunkte hierzu geliefert. Zu wortreich, zu breit erzählt.
    Viel heiße Luft.

    Nachdem paar bekannte Autoren ihre Werke zum Thema KI (Künstliche Intelligenz) abgeliefert haben, geht nun auch Frank Schätzing ins Rennen.


    Es war mein erstes Werk des Autors, und dabei wird es leider auch bleiben.


    Schon der Anfang hat meine Geduld in vielerlei Hinsicht überstrapaziert. Was als Erstes eher negativ auffiel: das Ganze ist zu breit und zu wortreich erzählt worden. Zudem reichlich überamerikanisiert. Mir war, als ob ich in einem der letzten S. King Romane gelandet war.  Bloß hier versucht Schätzing, päpstlicher als der Papst zu sein, diese ohnehin überzeichnete amer. "Coolness" in den Dialogen ums etliche verstärkt.


    Ich wollte schon ziemlich früh aufgeben:


    Der Autor hat nicht geschafft, mich für seinen Roman zu gewinnen. Die Figuren wirkten eher zombi- und klischeehaft, mit keiner konnte ich durch die Geschichte gehen.

    Passieren im Sinne von Action tat da auch nicht viel. Dieses Wenige an Handlung war mit dicker Soße aus Blabla gründlich überkleistert.


    Nahezu alles wurde ausgiebig kommentiert. Warum? Damit der Leser bloß nicht in Versuchung kommt, selbst zu denken? Alles wurde ins Kleinste vorgekaut, vorgedacht, erklärt und in Unmengen an solchem Einheitsbrei dargereicht. Mir wollte das bloß nicht schmecken. Oder ist das endlose Blabla eher dazu, darüber hinweg zu täuschen, dass es eigentlich nicht allzu viel zu sagen gibt? Stattdessen viel heiße Luft, was in Zeitverschwendung bei solch fragwürdiger Unterhaltung mündet.


    Dabei legt Schätzing das Betragen des Anführers eines Gläubigerclans an den Tag. Er ist sich so sicher, dass seine Gemeinde ihm an den Lippen hängen und alles abnehmen würde, egal wie breit er das Wenige, was er zu sagen hat, auswalzen wird.


    Wie oft musste ich denken: Er überstrapaziert wieder mal meine Geduld. Ich war paarmal dabei, das "Vergnügen" abzubrechen, dann aber entschieden, dass ich bis zum Ende bleiben werde. Zumindest ein Werk des Autors wollte ich in Gänze kennenlernen.


    Auch weiter in der Geschichte riefen die Figuren eher Befremden hervor. Mit wem soll man sich da assoziieren? Etwa mit dem Scheriff, der dieser Aufgabe kaum gewachsen scheint, sein Bildungsniveau lässt schon einiges zu wünschen übrig, und sich alles erklären lassen muss, wodurch man bei dieser Art der Infoversorgung nicht aus dem Gähnen rauskommt? Oder etwa mit seiner Ex, auch Polizistin, die plötzlich Gefallen an gleichgeschlechtlicher Liebe gefunden hatte, und wohl deshalb die Familie auseinandergebrochen war? Oder mit der 17-jährigen Tochter, die mal Teenie, mal Erwachsenen-Allüren an den Tag legt? Das ganze natürlich auf eine überzeichnet amerikanische Art.


    So langsam reimte sich Luther, der Name der Hauptfigur, auf Looser. Insb. als es ihm auch nach zigstem Mal nicht aufging, was Ares eigentlich heißt.


    Der Schreibstil ist oft hochtrabend, ja blumig, wirkt auch dadurch aufgesetzt, was im Kontrast zu den überzeichnet lässig-coolen Dialogen steht. Als ob der Autor mir etwas vortäuschen, besser dastehen will, als dies eigentlich der Fall ist.


    Sorry, den Lobgesang aus der 5 Sterne Abteilung kann ich absolut nicht nachvollziehen.


    Wenn man das Verhältnis von eingesetzten Sprachmitteln zu der Wirkung setzt, z.B. in Form von Mitgehen, Mitfiebern, in die Geschichte eintauchen können und wollen, schaut es in etwa wie 90 zu 10 aus. Mit reichlich an Sprachmitteln wurde vergleichsweise wenig erreicht. Es ist ein Versuch, nach dem Prinzip „viel hilft viel“ vorzugehen, was eher amateurhaft rüberkommt und höchstens Langeweile, Kopfschmerzen und Schade-um-meine-Zeit- Gefühle erzeugt.


    Da lese ich doch lieber die Sachbücher. Sie sind heute so großartig geschrieben, dass sie mir viel lieber sind und viel spannender rüberkommen, auch weil man da meine Geduld nicht überstrapaziert und recht gradlinig auf den Punkt kommt, als solches mit viel heißer Luft aufgeblasenes etwas, was an Hauch von nichts in Sachen Neues zu KI denken lässt.


    Sascha Rothermund liest professionell, stellenweise etwas hochtrabend und überzeichnet dramatisierend. Aber insg. ganz gut.


    Fazit: Ich wollte mich für dieses Werk begeistern. Leider hat es mir wenig Anhaltspunkte hierzu geliefert.

     

     

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Daniliesings avatar

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    Diandra-Anjas avatar
    Letzter Beitrag von  Diandra-Anjavor 2 Monaten
    Ich finde das Cover super schön und sehr edel.
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