Frank Schirrmacher

 3,5 Sterne bei 119 Bewertungen
Autor*in von Payback, Das Methusalem-Komplott und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Frank Schirrmacher (1959 - 2014) war von 1994 bis zu seinem Tod einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, deren Feuilleton er auf einzigartige Weise prägte. Immer wieder gelang es ihm dort und in seinen Büchern zukunftsweisende Themen zu setzen und große gesellschaftliche Debatten zu entfachen. Für sein Buch Das Methusalem-Komplott erhielt er u.a. die Auszeichnung Journalist des Jahres. Er wurde 2007 als erster Journalist mit dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache und 2009 mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet. Bei Pantheon sind von ihm erschienen Minimum (2008) und Payback (2011).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Frank Schirrmacher

Cover des Buches Payback (ISBN: 9783570551424)

Payback

 (37)
Erschienen am 21.08.2011
Cover des Buches Ego (ISBN: 9783570552582)

Ego

 (24)
Erschienen am 31.08.2014
Cover des Buches Das Methusalem-Komplott (ISBN: 9783896673107)

Das Methusalem-Komplott

 (26)
Erschienen am 01.03.2006
Cover des Buches Minimum (ISBN: 9783570550687)

Minimum

 (11)
Erschienen am 28.05.2008
Cover des Buches Die Stunde der Welt (ISBN: 9783896675897)

Die Stunde der Welt

 (5)
Erschienen am 08.05.2017
Cover des Buches Fünf Dichter – ein Jahrhundert (ISBN: 9783458342496)

Fünf Dichter – ein Jahrhundert

 (3)
Erschienen am 22.09.1999
Cover des Buches Ungeheuerliche Neuigkeiten (ISBN: 9783896675569)

Ungeheuerliche Neuigkeiten

 (2)
Erschienen am 10.05.2015
Cover des Buches Die Darwin AG (ISBN: 9783462030082)

Die Darwin AG

 (1)
Erschienen am 01.04.2001

Neue Rezensionen zu Frank Schirrmacher

Cover des Buches Payback (ISBN: 9783896673367)
Buchgespensts avatar

Rezension zu "Payback" von Frank Schirrmacher

Die Kontrolle über unser Denken
Buchgespenstvor 3 Jahren

Das Informationszeitalter hat uns überwältigt. Gerne wird selbstgefällig betont, dass die „Alten“ einfach den Anschluss verloren haben und nicht mal mit einem Mobiltelefon umgehen können. Gerne werden diejenigen als altmodische Hinterwäldler verlacht, die dem Internet kritisch gegenüberstehen und von Facebook und Multitasking nichts halten. Frank Schirrmacher zeigt auf wie falsch die beiden Ansichten sind und was die Informationsflut wirklich mit unserem Denken und Handeln anrichtet – ja, wie es die Kontrolle über unser Leben entreißt. Es geht ihm bei Weitem nicht um Verteufelung eines neuen Mediums. Es geht nicht um die Abschaffung von Computer und Internet. Es geht um eine kritische und sachlich fundierte Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Gefahren der Informationsflut.

Zwei Drittel des Buches beschäftigen sich mit der Geschichte und den bisher zu spürenden Konsequenzen und Erkenntnissen der Entwicklung des Computers. Gänsehaut und Aha-Momente sind garantiert. Obwohl das Buch mittlerweile über 12 Jahre alt ist, hat es an Aktualität nichts eingebüßt. Im Gegenteil. Manche Vorhersage hat sich bereits erfüllt, manche Erkenntnis ist mittlerweile gefestigt. Das Buch macht bewusst wie blauäugig wir trotz alles Wissens immer noch mit dem Computer umgehen und wie selbstgefällig wir heute noch über Menschen hinweggehen, die nicht jeden Trend mitmachen, obwohl sie genau betrachtet sogar recht haben. 

Manche Sätze des Buches zergehen geradezu auf der Zunge: Multitasking ist der zum Scheitern verurteilte Versuch des Menschen, selbst zum Computer zu werden." Manche Sätze des Buches zergehen geradezu auf der Zunge. Ich bin gespannt, welche Lösungsstrategien aufgezeigt werden. 

Ganze Abschnitte möchte man auswendig lernen. Erst im letzten Drittel geht es allerdings um Bewältigungsstrategien. Was muss ich ändern? Wie gehe ich bewusst mit dem Medium um? Hier hätte mir allerdings mehr Input gewünscht. Ich hatte das Gefühl auch hier mit zu vielen Geschichten drumherum versorgt zu werden, statt mich darauf zu konzentrieren worauf ich jetzt tatsächlich achten muss.

Im Gegensatz zu anderen Büchern über Technik und Computer gerät dieses hier nicht so schnell in Gefahr zu veralten. Im Gegenteil. Das Thema bleibt aktuell. Ein fesselndes Plädoyer für einen neuen Blick auf und bewussten Umgang mit dem Computer und Internet. In den wesentlichen Punkten zeitlos. 

Cover des Buches Ego (ISBN: 9783896674272)
mariameerhabas avatar

Rezension zu "Ego" von Frank Schirrmacher

Definitiv kein spannender Krimi
mariameerhabavor 4 Jahren

Ein Freund hat mir das Buch empfohlen und mir versprochen, es wäre so spannend wie ein Krimi, vielleicht sogar noch spannender und es würde dafür sorgen, dass sich mein Weltbild stark verändert. Ich würde endlich merken, dass wir alle eine Schachfigur irgendeines Algorithmus wären, weil wir dem Egoismus verfallen wären und an einem Punkt angelangt sind, um für Geld die eigene Mutter zu verkaufen. Vielleicht stimmt das sogar, aber ich fand das Buch einfach nur langweilig.

Der jede Bemerkung des Autors hat eine Quellenangabe. Man merkt, dass er für dieses Buch wirklich viel recherchiert hat, dass er sich wirklich bemühte und damit wir auch merken, dass er sich die Fakten nicht aus den Fingern saugte. Aber für mich ist das egal. Ich achte auf so etwas nicht, sondern will viel lieber die Gedankengänge eines solchen Autors folgen und verstehen. Nur hier versagt er für mich, weil sich das alles wie ein Bericht liest, als wäre es irgendeine Maturaarbeit und nur da, um mit seiner Seitenanzahl zu glänzen. Dass die Menschen von eher nach einem Muster bewertet werden, dass man versucht, eine Gleichung auf das Verhalten aufzubauen, das alles hat mich nicht interessiert. Kein Spannungsbogen, keine Protagonisten, rein gar nichts. Ich habe es achtzig Seiten lang ausgehalten, danach wollte ich nicht mehr.

Cover des Buches Payback (ISBN: 9783570551424)
seschats avatar

Rezension zu "Payback" von Frank Schirrmacher

Immer noch aktuell
seschatvor 6 Jahren

Das Enfant terrible der deutschen Journaille Frank Schirrmacher weilt leider seit 2014 nicht mehr unter uns, hat aber mit "Payback" ein noch immer hochaktuelles Sachbuch hinterlassen, das sich mit dem negativen Einfluss der digitalen Medien auf den Menschen beschäftigt. Was der Psychiater und Hirnforscher Manfred Spitzer später als "digitale Demenz" anprangern wird, hat der ehemalige FAZ-Herausgeber und Buchautor bereits 2009 erkannt. Kurzum, die Rede ist von der eingeschränkten bzw. zurückgehenden Merk- und Aufnahmefähigkeit des Menschen gegenüber Informationen. 

SMS, Twitter, Facebook und E-Mail konditionieren uns User immer mehr dazu, einerseits schnell und kurz auf Nachrichten zu reagieren und andererseits längere Abhandlungen zur Seite zu legen bzw. nicht mehr erfassen zu können. Wenn Wissen überall und zu jeder Zeit verfügbar zu sein scheint, warum muss man sich dann noch etwas merken oder gar auswendig lernen? Mehr noch, Schirrmacher meint, die stete Alarmbereitschaft durch Nachrichtendienste stresse und stumpfe uns dermaßen ab, dass wir bald nicht mehr in der Lage sein werden, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. So düster seine damalige Prognose bzw. Erkenntnis auch klingen mag, so aktuell ist diese in der heutigen Zeit von Digital Natives und Burnout. Das eigene Ich hat durch die Digitalisierung sicherlich viele neue Möglichkeiten bekommen, um mit der Außenwelt zu kommunizieren, doch zu welchem Preis? Wir werden der stetigen Informationsflut kaum noch Herr und machen uns vermehrt zu Sklaven von Smartphone, PC und Co. Multitasking = Verdummung?

Besonders der zunehmende Rückgang der Lesekonzentration und des Lesevermögens von Kindern und Jugendlichen gibt dem Autor zu denken. Durch wissenschaftliche Studien belegt er, wie sich das Verhältnis von Maschine und Mensch, d.h., das Verhältnis von fremdgesteuerten und autonomen Denken, verändert hat. Wenn uns immer mehr abgenommen wird, wie z. B. durch Apps, Navigationsgeräte, Taschenrechner etc., dann schwächen wir uns damit, weil wir nicht mehr selbst denken, sondern denken lassen. Eine erschreckende Entwicklung, nicht wahr? Sicher darf man nicht alles derart schwarzsehen, aber eine unkritische Haltung gegenüber der Digitalisierung ist auch keine Lösung...

FAZIT
Ein spannendes Sachbuch, das wenngleich es etwas eindimensional argumentiert, uns alle wachrütteln sollte, denn der Preis, den wir für die Digitalisierung zahlen müssen, wird hoch sein (s. Titel). Sapere aude!

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