Frank Schirrmacher

 3.5 Sterne bei 110 Bewertungen
Autor von Payback, Das Methusalem-Komplott und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Frank Schirrmacher

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Payback

Payback

 (34)
Erschienen am 22.08.2011
Ego

Ego

 (22)
Erschienen am 18.02.2013
Das Methusalem-Komplott

Das Methusalem-Komplott

 (26)
Erschienen am 01.03.2006
Minimum

Minimum

 (11)
Erschienen am 28.05.2008
Die Stunde der Welt

Die Stunde der Welt

 (4)
Erschienen am 09.05.2017
Fünf Dichter – ein Jahrhundert

Fünf Dichter – ein Jahrhundert

 (3)
Erschienen am 22.09.1999
Ungeheuerliche Neuigkeiten

Ungeheuerliche Neuigkeiten

 (1)
Erschienen am 11.05.2015

Neue Rezensionen zu Frank Schirrmacher

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seschats avatar

Rezension zu "Payback" von Frank Schirrmacher

Immer noch aktuell
seschatvor einem Jahr

Das Enfant terrible der deutschen Journaille Frank Schirrmacher weilt leider seit 2014 nicht mehr unter uns, hat aber mit "Payback" ein noch immer hochaktuelles Sachbuch hinterlassen, das sich mit dem negativen Einfluss der digitalen Medien auf den Menschen beschäftigt. Was der Psychiater und Hirnforscher Manfred Spitzer später als "digitale Demenz" anprangern wird, hat der ehemalige FAZ-Herausgeber und Buchautor bereits 2009 erkannt. Kurzum, die Rede ist von der eingeschränkten bzw. zurückgehenden Merk- und Aufnahmefähigkeit des Menschen gegenüber Informationen. 

SMS, Twitter, Facebook und E-Mail konditionieren uns User immer mehr dazu, einerseits schnell und kurz auf Nachrichten zu reagieren und andererseits längere Abhandlungen zur Seite zu legen bzw. nicht mehr erfassen zu können. Wenn Wissen überall und zu jeder Zeit verfügbar zu sein scheint, warum muss man sich dann noch etwas merken oder gar auswendig lernen? Mehr noch, Schirrmacher meint, die stete Alarmbereitschaft durch Nachrichtendienste stresse und stumpfe uns dermaßen ab, dass wir bald nicht mehr in der Lage sein werden, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. So düster seine damalige Prognose bzw. Erkenntnis auch klingen mag, so aktuell ist diese in der heutigen Zeit von Digital Natives und Burnout. Das eigene Ich hat durch die Digitalisierung sicherlich viele neue Möglichkeiten bekommen, um mit der Außenwelt zu kommunizieren, doch zu welchem Preis? Wir werden der stetigen Informationsflut kaum noch Herr und machen uns vermehrt zu Sklaven von Smartphone, PC und Co. Multitasking = Verdummung?

Besonders der zunehmende Rückgang der Lesekonzentration und des Lesevermögens von Kindern und Jugendlichen gibt dem Autor zu denken. Durch wissenschaftliche Studien belegt er, wie sich das Verhältnis von Maschine und Mensch, d.h., das Verhältnis von fremdgesteuerten und autonomen Denken, verändert hat. Wenn uns immer mehr abgenommen wird, wie z. B. durch Apps, Navigationsgeräte, Taschenrechner etc., dann schwächen wir uns damit, weil wir nicht mehr selbst denken, sondern denken lassen. Eine erschreckende Entwicklung, nicht wahr? Sicher darf man nicht alles derart schwarzsehen, aber eine unkritische Haltung gegenüber der Digitalisierung ist auch keine Lösung...

FAZIT
Ein spannendes Sachbuch, das wenngleich es etwas eindimensional argumentiert, uns alle wachrütteln sollte, denn der Preis, den wir für die Digitalisierung zahlen müssen, wird hoch sein (s. Titel). Sapere aude!

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ilkamiilkas avatar

Rezension zu "Die Stunde der Welt" von Frank Schirrmacher

Spannend im aktuellen Kontext
ilkamiilkavor einem Jahr

Frank Schirrmacher war Sachbuchautor, Journalist und lange Zeit einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Das nun neu erschienene Buch 'Die Stunde der Welt' ist ursprünglich 1996 als Studie veröffentlicht worden. Der Autor war bekannt für seine gesellschaftspolitischen Debatten und bekam für seine Werke verschiedene Preise verliehen, ehe er 2014 verstarb.
In diesem Buch geht es um fünf Dichter, die zur Zeit der k.u.k.-Monarchie (Östereichisch-Ungarische Monarchie) gelebt haben. Dazu gehören:

Rainer Maria Rilke (04.12.1875 - 29.12.1926)
Georg Trakl (03.02.1887 - 03.11.1914)
Hugo von Hofmannsthal (01.02.1874 - 15.07.1929)
Stefan George (12.07.1868 - 04.12.1933)
Gottfried Benn (02.05.1886 - 07.07.1956)

Da ich bisher um Poesie eher einen weiten Bogen gemacht habe, ging ich mit einem gewissen Respekt an die Lektüre dieses Buches. Zwar nehmen die Gedichte der Dichter gar nicht so viel Platz in dem Buch ein, aber Frank Schirrmachers Schreibstil war am Anfang fast genauso herausfordernd. Menschen, die häufig literarische Sachbücher lesen, werden weniger Probleme damit haben, doch ich musste anfangs manche Sätze zweimal lesen. Nach einer Weile habe ich allerdings Zugang zu seinen Worten gefunden und konnte den Inhalt mehr genießen.
Das Buch ist so aufgebaut, dass Frank Schirrmachers Studie immer wieder von Auschnitten der fünf Dichter, sowie Fotos der damaligen Zeit unterbrochen wird, was das Lesen sehr abwechslungsreich macht.
Im Grunde hatte ich zwei Erwartungen an das Buch: Poesie verständlich näher gebracht bekommen, indem jemand anders sie für mich analysiert und einen Einblick in die damalige Zeit zu bekommen. Beides ist sehr gut gelungen, sodass ich meinen Vorsatz mehr Gedichte zu lesen in Zukunft garantiert umsetzen werde. Wobei meiner Meinung nach sogar gerne mehr von den fünf Dichtern abgedruckt hätte werden können. Der Einblick in die Zeit des 20. Jahrhunderts war dabei so lebhaft, dass ich teilweise von der Schwermut der Dichter, insbesondere Trakl, angesteckt wurde. Obwohl die Werke der fünf Männer schon seit hundert Jahren existieren, könnte man stellenweise denken, sie seien extra für die heutige Zeit mit Flüchtlingen und weltweitem Terror verfasst worden. Wahrscheinlich haben sie mich deshalb auch so berührt.

Fazit: Insgesamt ein sehr schönes Buch für Leute, die gerne einen Einblick in die Zeit der k.u.k.-Monarchie oder die Denkweisen Schirrmachers erlangen wollen. Der einzige Punkt, der zu einem Abzug führt, ist die Anzahl an abgedruckter Gedichte, die gerne hätte höher sein können.

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Maldorors avatar

Rezension zu "Die Stunde der Welt" von Frank Schirrmacher

Ungewisse Zukunft
Maldororvor einem Jahr

Frank Schirrmacher gilt als einer der letzten großen weitsichtigen intellektuellen Chefredakteuren des Deutschen Journalismus. 2014 ist er im Alter von nur 55 Jahren verstorben.

In einer Neuauflage seines bereits 1996 veröffentlichten Werks „Die Stunde der Welt“ des Blessing Verlags, wird dem Leser noch einmal in aller Deutlichkeit bewusst, welch großartiger Geist aus der kulturellen Landschaft und öffentlichen Debatte verschwunden ist.

Die hier versammelten Essays über die bedeutenden deutschsprachigen Schriftsteller Stefan George, Hugo von Hoffmansthal, Rainer Maria Rilke, Georg Trakl und Gottfried Benn sind von einer wunderbaren Tiefgründigkeit; in leisem und äußerst gefühlvollem Ton geschrieben. Jenseits aller polemischer und effektvoller Argumentationsrhetorik, welche auch im Sachbuchbereich des Literaturbetriebs vermehrt Einzug erhalten hat, wird hier liebevoll jedes einzelne Porträt der fünf großen Ästheten wunderbar skizziert und raffiniert miteinander verwoben.

Hineingeworfen in die rasende Beschleunigungsenergie der Kultur der Moderne, ringen alle behandelten Dichter mit dem neuen Zeitgeist und den umfassenden gesellschaftlichen Veränderungen des 20. Jahrhunderts und für die ungewisse Zukunft Orientierung und Mut zu neuem künstlerischen Schaffen zu finden.

Der Versuch den neuen politischen Ordnungsmächten die Ästhetik der unabhängigen Kunst und Dichtung entgegenzusetzen, mündet letztendlich ins existenzielle Scheitern jedes Einzelnen, oder zumindest im Falle Benns, zumindest in einen mächtigen manifestierenden Schatten, welcher ihm lebenslang wie eine tiefe Narbe anhaftet.

Schirrmachers Ansatz, die Erzählperspektive auf die Seite der Dichter zu verlegen, trägt stark zur Verständlichkeit und dem Empathievermögen des Lesers bei. Viele fotodokumentarische Zeitdokumente neben Originalzitaten aus Briefwechseln sowie einige wenige ausgewählte Gedichte tragen zur gelungen Leselektüre bei.

Nicht nur für Literaturwissenschaftler und Germanisten bietet dieses Buch neue Erkenntnisse und Anregungen. Auch der am aktuellen Zeitgeschehen interessierte Leser wird sich der Suggestionskraft dieser Aufsätze wohl nicht entgegenstemmen können.

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