Frank Schirrmacher Die Stunde der Welt

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Inhaltsangabe zu „Die Stunde der Welt“ von Frank Schirrmacher

Frank Schirrmacher erkundet die Bedeutung von Georg Trakl, Rainer Maria Rilke, Hugo von Hofmannsthal, Stefan George und Gottfried Benn, deren ästhetische Errungenschaften die literarische Moderne prägten und bis heute nachwirken. "Diese fünf Dichter sind Erscheinungsformen jenes Ausbruchs an Begabung, Energie und eines auf Totalität zielenden Verlangens, der die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts prägte. Sie waren Entdecker, Eroberer, Besitzergreifer - und zwar in einer Vollständigkeit, die noch heute die Kunst zu lähmen scheint. Dergleichen hat es später nie wieder gegeben." Frank Schirrmacher.

Insgesamt ein sehr schönes Buch für Leute, die gerne einen Einblick in die Zeit der k.u.k.-Monarchie oder die Denkweisen Schirrmachers erlan

— ilkamiilka

Schöne Neuauflage von Essays aus der FAZ des viel zu früh verstorbenen Feuilletonisten Schirrmacher.

— Maldoror

Wunderbar!

— sternchennagel

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    Die Stunde der Welt

    ilkamiilka

    23. July 2017 um 18:40

    Frank Schirrmacher war Sachbuchautor, Journalist und lange Zeit einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Das nun neu erschienene Buch 'Die Stunde der Welt' ist ursprünglich 1996 als Studie veröffentlicht worden. Der Autor war bekannt für seine gesellschaftspolitischen Debatten und bekam für seine Werke verschiedene Preise verliehen, ehe er 2014 verstarb.In diesem Buch geht es um fünf Dichter, die zur Zeit der k.u.k.-Monarchie (Östereichisch-Ungarische Monarchie) gelebt haben. Dazu gehören: Rainer Maria Rilke (04.12.1875 - 29.12.1926) Georg Trakl (03.02.1887 - 03.11.1914) Hugo von Hofmannsthal (01.02.1874 - 15.07.1929) Stefan George (12.07.1868 - 04.12.1933) Gottfried Benn (02.05.1886 - 07.07.1956)Da ich bisher um Poesie eher einen weiten Bogen gemacht habe, ging ich mit einem gewissen Respekt an die Lektüre dieses Buches. Zwar nehmen die Gedichte der Dichter gar nicht so viel Platz in dem Buch ein, aber Frank Schirrmachers Schreibstil war am Anfang fast genauso herausfordernd. Menschen, die häufig literarische Sachbücher lesen, werden weniger Probleme damit haben, doch ich musste anfangs manche Sätze zweimal lesen. Nach einer Weile habe ich allerdings Zugang zu seinen Worten gefunden und konnte den Inhalt mehr genießen.Das Buch ist so aufgebaut, dass Frank Schirrmachers Studie immer wieder von Auschnitten der fünf Dichter, sowie Fotos der damaligen Zeit unterbrochen wird, was das Lesen sehr abwechslungsreich macht.Im Grunde hatte ich zwei Erwartungen an das Buch: Poesie verständlich näher gebracht bekommen, indem jemand anders sie für mich analysiert und einen Einblick in die damalige Zeit zu bekommen. Beides ist sehr gut gelungen, sodass ich meinen Vorsatz mehr Gedichte zu lesen in Zukunft garantiert umsetzen werde. Wobei meiner Meinung nach sogar gerne mehr von den fünf Dichtern abgedruckt hätte werden können. Der Einblick in die Zeit des 20. Jahrhunderts war dabei so lebhaft, dass ich teilweise von der Schwermut der Dichter, insbesondere Trakl, angesteckt wurde. Obwohl die Werke der fünf Männer schon seit hundert Jahren existieren, könnte man stellenweise denken, sie seien extra für die heutige Zeit mit Flüchtlingen und weltweitem Terror verfasst worden. Wahrscheinlich haben sie mich deshalb auch so berührt.Fazit: Insgesamt ein sehr schönes Buch für Leute, die gerne einen Einblick in die Zeit der k.u.k.-Monarchie oder die Denkweisen Schirrmachers erlangen wollen. Der einzige Punkt, der zu einem Abzug führt, ist die Anzahl an abgedruckter Gedichte, die gerne hätte höher sein können.

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  • Ungewisse Zukunft

    Die Stunde der Welt

    Maldoror

    22. July 2017 um 20:53

    Frank Schirrmacher gilt als einer der letzten großen weitsichtigen intellektuellen Chefredakteuren des Deutschen Journalismus. 2014 ist er im Alter von nur 55 Jahren verstorben. In einer Neuauflage seines bereits 1996 veröffentlichten Werks „Die Stunde der Welt“ des Blessing Verlags, wird dem Leser noch einmal in aller Deutlichkeit bewusst, welch großartiger Geist aus der kulturellen Landschaft und öffentlichen Debatte verschwunden ist. Die hier versammelten Essays über die bedeutenden deutschsprachigen Schriftsteller Stefan George, Hugo von Hoffmansthal, Rainer Maria Rilke, Georg Trakl und Gottfried Benn sind von einer wunderbaren Tiefgründigkeit; in leisem und äußerst gefühlvollem Ton geschrieben. Jenseits aller polemischer und effektvoller Argumentationsrhetorik, welche auch im Sachbuchbereich des Literaturbetriebs vermehrt Einzug erhalten hat, wird hier liebevoll jedes einzelne Porträt der fünf großen Ästheten wunderbar skizziert und raffiniert miteinander verwoben. Hineingeworfen in die rasende Beschleunigungsenergie der Kultur der Moderne, ringen alle behandelten Dichter mit dem neuen Zeitgeist und den umfassenden gesellschaftlichen Veränderungen des 20. Jahrhunderts und für die ungewisse Zukunft Orientierung und Mut zu neuem künstlerischen Schaffen zu finden. Der Versuch den neuen politischen Ordnungsmächten die Ästhetik der unabhängigen Kunst und Dichtung entgegenzusetzen, mündet letztendlich ins existenzielle Scheitern jedes Einzelnen, oder zumindest im Falle Benns, zumindest in einen mächtigen manifestierenden Schatten, welcher ihm lebenslang wie eine tiefe Narbe anhaftet. Schirrmachers Ansatz, die Erzählperspektive auf die Seite der Dichter zu verlegen, trägt stark zur Verständlichkeit und dem Empathievermögen des Lesers bei. Viele fotodokumentarische Zeitdokumente neben Originalzitaten aus Briefwechseln sowie einige wenige ausgewählte Gedichte tragen zur gelungen Leselektüre bei. Nicht nur für Literaturwissenschaftler und Germanisten bietet dieses Buch neue Erkenntnisse und Anregungen. Auch der am aktuellen Zeitgeschehen interessierte Leser wird sich der Suggestionskraft dieser Aufsätze wohl nicht entgegenstemmen können.

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