Frank Schirrmacher Ego

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Inhaltsangabe zu „Ego“ von Frank Schirrmacher

Dieses Buch erzählt davon, wie nach dem Ende des Kalten Kriegs ein neuer Kalter Krieg im Herzen unserer Gesellschaft eröffnet wird. Es ist die Geschichte einer Manipulation: Vor sechzig Jahren wurde von Militärs und Ökonomen das theoretische Model eines Menschen entwickelt. Ein egoistisches Wesen, das nur auf das Erreichen seiner Ziele, auf seinen Vorteil und das Austricksen der anderen bedacht war: ein moderner Homo oeconomicus. Nach seiner Karriere im Kalten Krieg wurde er nicht ausgemustert, sondern eroberte den Alltag des 21. Jahrhunderts. Aktienmärkte werden heute durch ihn gesteuert, Menschen ebenso. Er will in die Köpfe der Menschen eindringen, um Waren und Politik zu verkaufen. Das Modell ist zur selbsterfüllenden Prophezeiung geworden. Der Mensch ist als Träger seiner Entscheidungen abgelöst, das große Spiel des Lebens läuft ohne uns. Frank Schirrmacher zeichnet in seinem bahnbrechenden neuen Buch die Spur eines monströsen Doppelgängers nach und macht klar, dass die Konsequenzen seines Spiels das Ende der Demokratie sein könnte, wie wir sie heute kennen.

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  • Alles ist logisch, wenn man erkennt, dass die Welt mit einem Poker spielt und jeder gewinnen will.

    Ego

    sabisteb

    04. August 2013 um 21:14

    Im Februar 2013, als das Buch erschien, in einer Zeit, als die Welt noch heil war, in einer Zeit vor Edward Snowden und Foschepoths Forschungsergebnissen, da konnte man die Theorien dieses Buches noch als spinnerte Aluhut Verschwörung abtun. Kombiniert man aber die Erkenntnisse dieses Buches, mit Foschepoths Forschungsergebnissen über die flächendeckende Überwachung und Snowdens Enthüllungen, erklärt dieses Buch, warum Politiker, Regierungen und Konzerne, ja viele Menschen um einen herum, so agieren, wie sie es tun. Egoistisch, misstrauisch und teils sehr, sehr hinterhältig. Welcher Rentner hätte vor 20 Jahren misstrauisch reagiert, wenn man ihm einfach nur über die Straße helfen will und gefragt, was man dafür möchte und wäre erstaunt, dass man einfach nur nett sein wollte? Welche Arbeitskollegen hätten erstaunt reagiert, dass man einfach so hilft und Informationen preisgibt oder weitergibt, die einem einen Vorteil verschaffen würden, wenn man sie nicht teilt? Heute, leider, aus eigener Erfahrung, der Normalzustand. Was ist passiert? Wie konnte der Informationskapitalismus sogar die Gesellschaft, die Seele, das Ich des Menschen erobern? Warum ist das passiert, vor dem Prognos 1985 bereits warnte: „Innerhalb der Machtkonkurrenz ist es für jeden Teilnehmer zweckrational, Macht zu akkumulieren, wen er nicht untergehen will. Für das Ganze aber kann die ungehemmte Machtkonkurrenz tödlich sein.“ (Carl Friedrich von Weizäcker) Es begann im Kalten Krieg. „[…], als sie erfunden wurde, gab man [RAND] ihr Namen wie »rational choice theory«, die Theorie des rationalen Handelns und den harmlosen Namen »Spieltheorie«.“ „Die »Spiele« der Spieltheorie waren reine Mathematik, und sie galten seit 1953 als militärische Geheimnisse, die abends von Forschern, die über hohe Unbedenklichkeitsbescheinigungen verfügten, in Panzerschränke eingeschlossen wurden.“ Einer der bekanntesten Mitentwickler dieser Spielertheorie war John Nash, der darüber wahnsinnig wurde. Warum? „Er war es, der mit anscheinend unumstößlicher Logik bewies, dass das Spiel des Lebens nur dann rational gespielt werden konnte, wenn jeder Spieler vom absoluten Eigennutz und einem abgrundtiefen Misstrauen gegenüber der anderen Seite getrieben war.“ Im Mai 1959 wurde bei ihm eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert. „Das […] berühmte Nash-Equilibrium, […] ist nichts anderes als die mathematische Weltformel für konsequenten und erfolgreichen Egoismus.[…] Sie findet sich heute in Börsenalgorithmen von Hedgefonds, in Auktionsplattformen, in den mächtigsten Werbealgorithmen der Welt und vermutlich auch in sozialen Netzwerken.“ „Diese Vision, wonach jeder auf seinen eigenen Einfallsreichtum angewiesen ist, zynisch andere Menschen manipuliert bei gleichzeitiger Abwesenheit von auch nur einer Spur sozialer Intelligenz …, ist ziemlich genau das Bild des Agenten im Neoliberalismus. In einem Wort: Jeder Mensch wird auf den Status eines Unternehmers seines eigenen Ichs reduziert.“ Das ist genau das Blabla das man sich dann anhören muss in Bücher wie „Secret“ und „Bestellung beim Universum“. Du bist deines Glückes Schmied, „Wer Erfolg hat, hat ihn, weil er, wie »The Secret« postuliert, diesen Erfolg angezogen hat.“ Wer Misserfolg hat oder scheitert ist somit selber schuld. Damit wird soziale Niederlage von der Gesellschaft auf den Einzelnen zurückgeworfen. Wenn man selber schuld ist, gibt es keinen Grund, gegen das System aufzubegehren. Die nächste Bestellung beim Universum klappt vielleicht doch und wenn nicht, ist man selbst dran schuld, nicht etwa die spinnerte Idee, oder das neoliberalistische System, das einen mit Hartz IV dazu zwingt als Leiharbeiter für einen Lohn zu arbeiten, bei dem man noch beim Amt aufstocken muss. Wie schwappte dieses ursprünglich geheime Wissen in unsere normale Welt?! Nach Ende des kalten Krieges brauchten die arbeitslosen Mathematiker und Physiker neue Jobs. Sie fanden sie an der Wall-Street unter anderem bei Goldmann Sachs. Wie wurden zu den sogenannten „ »Quants«, […] Mathematikern und Physikern, die in den Investmentbanken die finanztechnischen Killer-Produkte berechneten.“ „Die Informationsökonomie atmet die Luft einer Pokerrunde. Ihre Welt ist eine Welt, in der niemand wirklich sagt und tut, was er denkt, aber jeder und jede durchsichtig werden, wenn man ihnen egoistische Absichten unterstellt. Deshalb dieser gewaltige Bedarf an Informationen.“ Und deshalb die flächendeckende Überwachung der Bevölkerung durch die Geheimdienste! Je mehr Informationen sie haben, umso exakter könnten die Mächtigen des Systems vorhersagen, wie homo oeconomicus reagieren wird und wie man ihn (also uns alle) am besten manipuliert. Daher sagen die Politdarsteller und Mächtigen auch nie, was wirklich Sache ist, daher tun sie Dinge, die entgegen jedes gesunden Menschenverstandes sind. Sie spielen spieletheoretische Spiele mit der Bevölkerung zur kurzfristigen Gewinnmaximierung Einzelner und zum Schaden ganzer Völker, und was ist Merkel von Haus aus? Physikerin?! „Die in der gegenwärtigen Eurokrise amputierten Souveränitätsrechte europäischer Staaten und Parlamente sind kein Kunstfehler, sondern Teil seiner operativen Logik.“ „So fordern Bobbitt und andere ein digitales Paralleluniversum für die Geheimdienste und Sicherheitsbehörden des neuen Staats. […] So sollen die Informationen aller Geheimdienste der »freien« Welt zu einer einzigen Plattform zusammengebaut werden und nur für die zugänglich sein, die die Sicherheitsvoraussetzungen erfüllen. Zu den Forderungen der amerikanischen National Security Agency zählt ein »Google für Nachrichtendienste« und ein Open-Source-Direktorium, das Informationen im Netz sammelt, die nur kurz zugänglich sind, sowie vor allem eine einheitliche Jurisdiktion.“ Seit einigen Tagen kennen wir dank Snowden auch die Namen dieser Programme, die Schirrmacher hier schon 2012 nur postuliert: Prism, XKeyscore und sicherlich gibt es da noch ein paar mehr. Wie konnte es passieren, dass wir zu homo oeconomicus wurden, entgegen aller Moral der christlichen Ethik? Entgegen des gesunden Menschenverstandes der Mitleid und Kooperation lehrt? „[…] das Problem ist, dass die Theorie nicht nur Handeln beschreibt, sondern Handeln erzwingt, sie ist nicht nur deskriptiv, sondern auch normativ. Sie postuliert nicht nur Egoisten, sie produziert sie.“ „Es hat sich herausgestellt, dass Menschen, die mit diesem Denken in Berührung kommen, ihr Verhalten verändern. Ein Weltbild, das hinter allem menschlichen Tun die unausweichliche Logik des Eigennutzes am Werk sieht, produziert Egoismus wie am Fließband.“ „beginnt eine Gesellschaft den Kalten Krieg mit sich selbst zu führen.“ In anderen Worten, wer von Egoisten mehrfach in die Pfanne gehauen wird, wird aus Selbstschutz auch zum Egoisten und somit zum aktiven Spieler in diesem spieletheoretischen Spiel. „Die Krise ist nur ein Symptom. Sie zeigt die Instabilität nicht nur von Märkten, sondern von Gesellschaften, in denen Gesellschaften wie Märkte und Menschen als »homo oeconomicus« organisiert werden. In meinen Augen: der erste Fall eines Systemversagens der Informationsökonomie.“ „Dieses Buch basiert auf einer einzigen These. Sie wird neuerdings wieder verstärkt von einigen Renegaten unter den Ökonomen mit dem Titel »ökonomischer Imperialismus« diskutiert. Damit ist gemeint, dass die Gedankenmodelle der Ökonomie praktisch alle anderen Sozialwissenschaften erobert haben und sie beherrschen (die imperialistischste ökonomische Theorie war bekanntlich der Marxismus).“ Was kann der Einzelne tun? Er hat zwei Möglichkeiten: Entweder mit dem Spiel oder gegen das Spiel spielen. Das System ist am Kippen, wie Weizäcker sagte: „Innerhalb der Machtkonkurrenz ist es für jeden Teilnehmer zweckrational, Macht zu akkumulieren, wen er nicht untergehen will. Für das Ganze aber kann die ungehemmte Machtkonkurrenz tödlich sein.“ Gegen Ende des Spieles kann es also aus Egoismus sinnvoll sein, gegen das Spiel zu spielen. Nett zu sein, zu helfen, altruistisch zu handeln, auch wenn man in die Pfanne gehauen wird, denn die Spieletheorie funktioniert nur in kurzfristig. Sie realisiert kurzzeitige Profite. Ethik, Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Altruismus sind auf langfristige Profite ausgelegt, die eintreten können, aber nicht müssen. Wer sich entscheidet, gegen das Spiel zu spielen, wird am Anfang einige Verluste hinnehmen müssen, diese sind aber nur kurzfristig, langfristig wird es sich auszahlen die aktuellen Regeln der informationskapitalistischen Gesellschaft gebrochen zu haben. Wenn nicht monetär, dann doch zumindest persönlich, denn man hat seine Würde und Integrität bewahrt und sich nicht wegen bedruckten Papiers prosituiert. Das Thema ist sehr komplex. Der Autor geht auch auf Sprachliche Aspekte ein, wie das Vokabular des kalten Krieges nun in wirtschaftlichen Zusammenhängen auftaucht. Es geht auch darum, dass Dracula, Frankenstein und Co noch eine weitere Bedeutungsebene haben, besonders für Liebhaber von Klassikern eine sehr faszinierende Theorie. Als Einstieg, bevor man das Buch liest, empfehle ich daher Alternativlos 29 auf fefes Blog und das Interview von Frank Schirrmacher und Ranga Yogeshwar im Gespräch bei der Philcologne auf WDR 5. Da werden die meisten Aspekte grundlegend erklärt, eine gute Vorbereitung, denn das Buch ist teils sehr philosophisch, da hilft eine solide Basis. http://alternativlos.org/29/ http://www.wdr5.de/sendungen/wdr5-spezial/s/d/10.07.2013-20.05.html

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  • Rezension zu "Ego" von Frank Schirrmacher

    Ego

    goldfisch

    13. March 2013 um 09:35

    Zugegeben, manchmal war mir das Buch einfach etwas zu "mathematisch".Trotzdem habe ich mich sehr gerne durch die knapp 300 Seiten "gearbeitet", da mir bereits "Payback" gut gefallen hat.. Kritisch beleuchtet Schirrmacher unsere Welt, die scheinbar nur noch von Algorithmen bestimmt wird. Algorithmen die in jedem Computer sitzen und dazu da sind und und unsere Vorlieben zu beleuchten und diese Daten heimlich (?) weiterzugeben. Wir kennen das schon, wenn wir zu Themen etwas googeln. Plötzlich bekommen wir jede Menge Werbung zu dem Thema.Wir sind bekannt und gläsern.Diese Algorithmen, "arbeiten" aber auch in den Rechner der Banken,Hedgefonds und Militärs und das,laut Schirrmacher, recht selbstständig. Ja, es ist ein gruseliges Buch, welches uns ganz starke Denkanstösse geben sollte! Lesenswert!

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