Frank Schulz Onno Viets und der Irre vom Kiez

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Inhaltsangabe zu „Onno Viets und der Irre vom Kiez“ von Frank Schulz

Onno Viets ist ein echt netter Kerl, Mitte fünfzig, Hartz-IV-Kunde und zu nicht vielem nutze. Er spielt Pingpong in Noppensocken und braucht neuerdings dringend Geld: fürs Finanzamt und für den Geburtstag seiner Frau Edda. Da hat er eine Eingebung, aus dem Fernsehen: Er wird Privatdetektiv! Seine Freunde ahnen Schlimmstes. Doch bald hat Onno tatsächlich einen ersten Auftrag: Er soll für einen Pop-Magnaten dessen hübsche Freundin observieren. Der Job führt Onno in eine Promivilla auf Mallorca, in halbseidene Gesellschaft und zum Verrat an einem Freund, der ihm das sehr, sehr übel nimmt. Blut wird fließen, und zwar in Strömen.

Weniger ist mehr!

— tobitobi
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Ein abgedrehter Krimi, der in HH und auf Mallorca spielt. Sehr viel Sprachwitz und gute Charakterisierungen, auch wenn z.T. brutal.

— anena
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    Onno Viets und der Irre vom Kiez
    tobitobi

    tobitobi

    23. February 2016 um 16:58

    Seine Hagener Trilogie habe ich gern gelesen – trotz nazistischer Sprach- und Detailverliebtheit. Bei Onno Viets geht der Autor allerdings zu weit. Schulz ergeht sich in vielseitigen, äußerst langweiligen Beschreibungen, verschachtelt und verschwurbelt – Lesevergnügen kann so nicht aufkommen. Und den mageren Gehalt der Story kann das natürlich nicht kompensieren. Im Gegenteil: Der dünne Plot wirkt auch noch konstruiert und und teilweise klischeehaft. Schulzens sprachlichen Eskapaden wirken in der Masse konstruiert und gewollt. Dabei finden sich vereinzelt sehr schöne Sätze. Beispielsweise dieser: Panda und Jaguar“, oder „ölaskdf“ – geht doch, möchte man sagen aber vor allem: Weniger ist mehr!!!   Was mir an Schulz inzwischen suspekt erscheint: Der Kontrast zwischen bemüht-originellem Hamburger Proll-Slang und dem überintellektuellen Ziselieren von Satzkonstruktionen. Als würde sich ein Soziologe in seiner Doktorarbeit über die sprachlichen Eigenheiten der Unterschicht lustig machen. Glaubwürdigkeit und Lesespaß bleiben dabei auf der Strecke.   Mit „Händchen“ Tibor Tetropov hat Schulz an sich ein glaubhaft schräges Kiez-Monster geschaffen – aber muss er auch noch erklären, was in dessen Kindheit alles schief gelaufen ist, damit er so wurde? Eindeutig nein, denn da wird es wieder peinlich klischeehaft.

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  • Im Namen des Schulz'schen Wahnsinns

    Onno Viets und der Irre vom Kiez
    Duffy

    Duffy

    07. November 2015 um 11:44

    Onno Viets ist der Mann, um den sich alles dreht. Netter, kauziger und harz4iger Mittfünfziger, der so manches Berufsschiff aufs Riff gesteuert hat und dem jetzt das Finanzamt auf der Pelle sitzt und das will Geld sehen, sonst geht's ab ins Gitterhäuschen. Kohle muss her und der Held wird Privatdetektiv! Kriegt auch gleich einen Auftrag. Für einen Poptitan seine Perle observieren. Das führt gleich in angemessene Gesellschaft und unter anderem nach Mallorca, wo er dem Menschen begegnet, der zum Irren vom Kiez mutieren wird. Was das alles mit Onno zu tun hat und wie er in diese Fallen stolpert, darum geht es bei Schulz in diesem Roman. Und der strotzt nur so vor schriftstellerischem Glanz, Schulz kennen wir spätestens seit seiner legendären Hagener Trilogie als Schreiber mit überdurchschnittlichem Wortschatz, bildhafter Umsetzung und großartiger Kiezweisheit. So zieht er hier alle Register seines wortgewaltigen Könnens, der eigenartigen Komik und der Fähigkeit zur mordsmäßigen Übertreibung. Heraus kommt ein Krimi, der so von jemand anderem nicht geschrieben werden kann und sich auch nicht liest, wie ein normaler Krimi. Konzentration ist angesagt, sonst gibt's Einbußen an stillen Pointen hinzunehmen und das wäre des Lesers Verlustgeschäft. Ja, ruft man dann nach dem Epilog tiefenentspannt, weil ja Onno noch am Leben ist, das war mal wieder ein echter Schulz.

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  • Rezension zu "Onno Viets und der Irre vom Kiez" von Frank Schulz

    Onno Viets und der Irre vom Kiez
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. November 2012 um 09:41

    Frank Schulz, einigen Lesern vielleicht bekannt als Autor der ‚Hagener Trilogie’, hat diesmal einen Thriller geschrieben. Doch wer einen klassischen Thriller sucht, ist hier falsch, denn das Buch ist zwar spannend, lebt aber von den detaillierten Milieu- und Charakterbeschreibungen, Situationskomik und dem sprachlichen Stil des Autors. Die Hauptfigur, um die sich die Geschichte rankt, heisst Onno Viets. Onno ist Mitte 50, Hartz-IV-Empfänger, durch fast nichts aus der Ruhe zu bringen und häufig in Geldsorgen. Der Geburtstag seiner Frau Edda, der er ein großes Geschenk machen will, steht vor der Tür. Und zusätzlich hat er das Finanzamt im Nacken sitzen. Inspiriert von einer Sendung im Fernsehen kommt ihm die rettende Idee: er wird Privatdetektiv! Seine Freunde ahnen aus Erfahrung nichts Gutes, bisher konnte Onno mit keiner seiner Ideen langfristig Erfolg aufweisen. Sein Freund Christopher Dannewitz, Rechtsanwalt und Erzähler der Geschichte, verhilft ihm trotzdem zu seinem ersten Auftrag: Der Popstar Nick Dolan vermutet, dass seine derzeitige Lebensgefährtin Fiona Schulze-Pohle alias Fiona Popo ihn heimlich betrügt. Onno soll ein Beweisfoto schießen und damit wäre sein erster Fall abgeschlossen. Doch es kommt alles ganz anders als geplant. Der Liebhaber Fionas stellt sich als rechte Hand eines berüchtigten Kiez-Oligarchen heraus. Die Überwachung führt Onno tief in den Hamburger Kiez und zur weiteren Observation nach Mallorca. Dort freundet er sich sogar sich mit dem Paar an, er fliegt zwar nicht auf, doch ab hier nimmt die Katastrophe endgültig ihren Lauf… Die Geschichte um Onno Viets wird von seinem zweitältesten Freund Christopher Dannewitz erzählt. Ausgehend von einem Internetvideo, das in dem Buch eine bedeutende Rolle spielt, wird rückblickend von dem Geschehen um Onno berichtet. Zu Beginn liest sich das Buch etwas holprig und kommt bemüht daher. Nach den ersten fünfzig Seiten nimmt die Geschichte endlich Fahrt auf und der Leser wird in das Geschehen hineingezogen. Die ausgefallenen Charaktere und Milieubeschreibungen des Hamburger Kiez, die aberwitzigen Dialoge und die sprachlichen Finessen machen das Buch lesenswert. Jede Figur hat ihre eigene Sprechweise und wird detailliert dargestellt. Spannung und Komik sind beim Lesen der irrsinnigen Handlung und aberwitzigen Dialoge garantiert.

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  • Rezension zu "Onno Viets und der Irre vom Kiez" von Frank Schulz

    Onno Viets und der Irre vom Kiez
    goldfisch

    goldfisch

    16. February 2012 um 08:40

    Das ist doch ein Irrer, der per Motorrad da auf den Alsterdampfer fliegt und das Schiff, welches grade abgelegt hat, auch noch verpasst und in der Alster landet. Doch der "Irre" schwimmt hinter dem Boot her, entert es und das Grauen beginnt. Das Wesen hat keine Ohren, aber Hörner.Es ist tätowiert und hat keine Zähne mehr, aber einen Dolch zwischen den Lippen. Man ahnt, diese Situation wird nicht nur böse enden, sondern als Film bei Youtube Karriere machen. Wie kam es nur dazu? Schuld hat Onno Viets, der sich einfach nur einmal im Leben als Privatdetektiv ausgegeben hat. Mit Null Erfahrung im "spionieren" ist er damit baden gegangen. Ach, wäre er doch nur an seiner Tischtennisplatte geblieben, hätte sich weiter mit dem Finanzamt gestritten und sein Hartz IV behalten. Aber Onno, im Norden würden wir ihn "dösig" nennen, konnte es nicht lassen und hat die Geliebte von Popmagnat Nick Dolan beschattet.Fiona Popo ist wahrlich untreu, wie Onno schnell festgestellt hat. Leider ist ihr "Lover" eine bekannte Kiezgröße , im Milieu nur "Händchen" genannt. Das Buch von Frank Schulz ist sehr "hamburgisch" und bietet eine gewaltige Wortakrobatik, die dem Lesere Lachtränen in die Augen treiben kann. Allerdings verzweifelt man manchmal am "dösigen" Onno. "Mensch Onno", möchte man ihm zurufen," das kannst Du doch nicht machen"! Aber Onno kann und so nimmt die Geschichte ihren aberwitzigen Lauf. Für Nordlichter ein riesengroßes Lesevergnügen.

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