Frank Tallis

 4.1 Sterne bei 98 Bewertungen
Autor von Die Liebermann-Papiere, Wiener Blut und weiteren Büchern.
Autorenbild von Frank Tallis (© Frank Tallis)

Lebenslauf von Frank Tallis

Frank Tallis ist ein englischer Schriftsteller und praktizierender klinischer Psychologe. Er hat Seminare am Institute of Psychiatry des Londoner King's College gehalten Für seine Romane erhielt er zahlreiche Preise, u.a. den »Writers’ Award from the Arts Council of Great Britain« und den »New London Writers’ Award«. Besonders erfolgreich ist er mit der Reihe um den Psychoanalytiker und Detektiv Max Liebermann. Tallis lebt in London.

Alle Bücher von Frank Tallis

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Cover des Buches Die Liebermann-Papiere (ISBN: 9783641163334)

Die Liebermann-Papiere

 (28)
Erschienen am 29.01.2015
Cover des Buches Wiener Blut (ISBN: 9783641163341)

Wiener Blut

 (16)
Erschienen am 29.01.2015
Cover des Buches Die Schwelle (ISBN: 9783442744664)

Die Schwelle

 (11)
Erschienen am 10.02.2014
Cover des Buches Wiener Tod (ISBN: 9783641163358)

Wiener Tod

 (9)
Erschienen am 29.01.2015
Cover des Buches Kopflos (ISBN: 9783641163365)

Kopflos

 (8)
Erschienen am 28.01.2015
Cover des Buches Rendezvous mit dem Tod (ISBN: 9783641163372)

Rendezvous mit dem Tod

 (6)
Erschienen am 29.01.2015
Cover des Buches Der unheilbare Romantiker (ISBN: 9783442718221)

Der unheilbare Romantiker

 (4)
Erschienen am 10.06.2019
Cover des Buches Teuflischer Walzer (ISBN: 9783442716159)

Teuflischer Walzer

 (4)
Erschienen am 09.12.2019

Interview mit Frank Tallis

Interview von LovelyBooks mit Frank Tallis, Mai 2011 (Übersetzung, Original folgt weiter unten)

1) Seit wann schreibst du schon an eigenen Geschichten und wie kam es zu der Veröffentlichung deines ersten Buches?

Ich wollte schon immer ein Autor werden und war es gewohnt als Kind Geschichten zu schreiben; Wie auch immer, ich kam nie dazu etwas zu veröffentlichen, erst als ich 41 war! Ich war zu sehr damit beschäftigt mich als klinischer Psychologe zu qualifizieren - und daraufhin damit, meine Patienten zu sehen. Mit Näherkommen meines 40ten Geburtstages realisierte ich, dass ich mich mit dem Schreiben eines Romans beeilen muss, oder ich würde es niemals tun. Also fing ich an zu schreiben...

2) Welcher Autor hat dich am meisten inspiriert?

Die Frage ist fast unmöglich zu beantworten, da ich Inspiration von vielen Autoren bekomme. Tatsächlich kann ich auch nützliches in Büchern finden, die mir gar nicht gefallen haben.

3)Woher nimmst du dir die Inspiration für deine Bücher?

Plätze und Landschaften sind sehr wichtig für mich. Ich musste eine Menge Zeit in Wien verbringen während ich meine Max LiebermannBücher geschrieben habe. Ich habe vor Kurzem einen Horror-Roman fertig gestellt, der im 19ten Jahrhundert in PAris spielt. Die Inspiration dafür fand ich bei einem Spaziergang auf dem Ile St-Louis vor vier Jahren.

4) Wie kommst du mit deinen Lesern in Kontakt?

Leser schreiben mir normalerweise E-Mails über meine Webseite.

5) Wann und was liest du persönlich?

Ich lese alles vom Genre Romane bis hin zu Klassikern. Wie auch immer, im Moment lese ich Geistergeschichten. Ich bin gerade damit fertig "the woman in black" von Susan Hill nochmal zu lesen und ebenso "The haunting of the hill house" von Shirley Jackson.

7) Hast du irgendeinen Tipp für angehende Autoren?

Ja, versuche nicht auf die Hinweise von anderen Autoren zu hören. Es ist nicht immer richtig für dich.

6) Wie fühlt es sich an sein eigenen Buch das erste Mal in den Händen zu halten?

Wunderbar. Einer der wichtigsten Momente in meinem Leben.

8) Welcher ist bisher dein Lieblingscharakter aus deinen Büchern - und warum?

Ich bin sehr angetan von Oskar Rheinhardt. Ich mag ihn, denn er ist sehr menschlich und mitfühlend.

9) Was war eines der überraschendsten Dinge die du während deiner Zeit als Autor gelernt hast?

Ich musste eine Menge deutscher Literatur lesen während ich für meine Liebermann Bücher recherchiert habe. Als Brite war ich komplett ignorant gegenüber Autoren wie Musil, Zweig und Schnitzler. Es war eine große Freude ihre Werke zu entdecken.

10) Schreibst du bereits an einem weiteren Roman und kannst du uns sagen, worum es sich handeln wird?

Ich schreibe momentan ein einem übernatürlichen Thriller, welcher im bäuerlichen England der späten 50er Jahre spielt. Es spielt in einer abgelegenen Anstalt für Geisteskrank und ich hoffe, es wird sehr aufregend.

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Original:

1) Since when did you write your own stories and how did it come your first book was published?

I always wanted to be a writer and used to write stories as a child; however, I never got around to publishing any fiction until I was 41! I was too busy qualifying as a clinical psychologist - and then seeing patients. With the approach of my 40th birthday I realised that if I didn't hurry up and write a novel I probably never would. So I started writing ...

2) Which author inspires you most of all?

This question is almost impossible to answer as I draw inspiration from many writers. In fact, even if I am not enjoying a book, I can still find something useful in it.

3) Where do you get the inspiration for your books?

Places and lanscapes are very important to me. I had to spend a lot of time in Vienna when I was writing my Max Liebermann books. I have just finished a horror novel set in 19th century Paris. The inspiration for it came during a walk on the Ile St-Louis 4 years ago!

4) How do you get in contact with your readers?

Readers usually e-mail me through my website.

5) When and what do you read yourself?

I read everything from genre fiction to the classics. However, at the moment I am reading ghost stories. I just finished re-reading THE WOMAN IN BLACK by SUSAN HILL and THE HAUNTING OF HILL HOUSE by SHIRLEY JACKSON.

6) How did it feel do hold your own book in your hands for the first time?

Wonderful. One of the most important moments in my life.

7) Do you have any advice for other writers?

Yes, try to not to follow the advice of other writers. It isn't always right for you.

8) Who is your favorite character in your books so far and why?

I'm very fond of Oskar Rheinhardt. I like him because he is very humane and compassionate.

9) What was one of the most surprising things you learned in creating your books?

I had to read a great deal of German literature while doing the research for the Liebermann books. Being British, I was completely ignorant of writers like Musil, Zweig and Schnitzler. Discovering their work was a great joy.

10) Are you already writing another novel and can you tell us, what it will be about?

I am currently writing a supernatural thriller set in rural England in the 1950s. It is set in a remote asylum and I hope it will be very frightening.

Neue Rezensionen zu Frank Tallis

Neu

Rezension zu "Der unheilbare Romantiker" von Frank Tallis

Voyeurismus
thursdaynextvor 9 Monaten

Zu Beginn des unheilbaren Romantikers erläutert der Autor Frank Tallis weshalb er Psychologe wurde, schließlich ist es ein Beruf, bei dem, wie er behauptet, immer Kleenex Packungen auf dem Tisch stehen und er erzählt, dass er tausende Stunden damit verbracht hätte, Menschen beim Weinen zuzusehen. Das ist für mich eine recht abstossende Jobbeschreibung, doch wenn er erzählt wie spannend er es findet Menschen, die ein wenig abseits der Norm leben, zu beobachten, und wie interessant sie sind kommt der Punkt, weswegen ich mich für dieses Buch interessierte. Und ja, es ist Neugier, übles Gaffertum in die Seelen und  Hirne fremder Menschen, so dass ich mich nach diesem Satz ein wenig geschämt habe ob meines Voyeurismus. Andererseits ist es extrem spannend wenn Tallis erläutert, wie schmal der Grat zwischen Verliebtheit und Wahnsinn ist und jede (Männer wie immer mitgemeint)  die sich an die Anfangszeiten einer Liebe erinnert bemerkt das sehr schnell. Da wird Klingel und Telefon ignoriert, Freunde übel vernachlässigt, jenen die einen aus dem Haus locken wollen permanent abgesagt, so dass sie irgendwann anrufen und auf dem AB die Nachricht hinterlassen, dass wenn ihr es mal aus dem Bett rausschafft könnten wir ja was unternehmen. Die Gedanken kreisen fortwährend um das Objekt der Begierde und bis morgens um fünf wird geredet, obwohl am nächsten Tag der Job ausgeschlafene Individuen verlangt …

Doch Tallis Fallschilderungen gehen weit über den anfänglichen Paarirrsinn hinaus. Er hat die krassen Fälle, die jeden Rahmen einer erotischen Anziehung aus der Liebe werden kann und die auch suchthafte Formen annehmen kann erschreckend erweitert.

Nun ist Frank Tallis nicht nur klinischer Psychologe, sondern zusätzlich zu seinen wissenschaftlichen Publikationen auch noch Schriftsteller. 1999 hat er den „Writers’ Award by the Great Britain Arts Council“ Womöglich dank seines Berufes besitzt er nicht nur die Gabe der Empathie, sondern er versteht auch sich zugleich poetisch und präzise auszudrücken. Seine Fallbeispiele werden nicht bloßgestellt, er macht ihre Leiden bildhaft und mit liebevollen Worten erfahrbar, weckt Verständnis und Mitgefühl bei den Leserinnen. Dabei, er ist Engländer, schwingt ein unterschwelliger freundlicher Humor stets durch. Zwölf Geschichten über obsessive Liebe finden sich in „Der unheilbare Romantiker“,  stilistisch und sprachlich ist das Buch ein Genuß, doch nach jeder Story musste ich pausieren, sie nachklingen lassen, bis ich bereit war, mich erneut auf ein weiteres trauriges Erleben einzulassen. Es sind traurige, absonderliche, deprimierende, wehmütige und ja, irre Berichte. Die deutlich machen wie schmal der Grat zwischen Liebe und Irrsinn ist. Die Normalität kann flugs, durch kleine Abweichungen, in tiefstes Leiden und zu bösen Denkperspektiven, aus denen allein kaum ein Entkommen möglich ist, führen. Tallis schreibt gut, aber er ist beileibe kein Oliver Sacks, wobei hier die Messlatte natürlich sehr hoch angelegt ist und es auch nicht fair erscheint, hier Vergleiche anzustellen, dennoch ist es mir sehr schwergefallen zur jeweils nächsten Geschichte überzugehen. Mir gibt es gerade zuviele Irre auf diesem Planeten, die nicht fähig zu Empathie, Respekt, Rücksichtnahme, Selbstreflexion und Objektivität sind, sich nur ihren Eigeninteressen verpflichtet fühlen und nach Macht oder deren Erhalt streben. Ich konnte mich nicht einlassen auf Tallis bedauernswerte Patienten.

Es ist niemals die Liebe, um die es sich handelt in diesen Fallschilderungen es ist Ver rücktheit, verrückte Gefühle und Gedanken, Wahn und Irrsinn und das mit Liebe in Verbindung zu bringen erscheint mir abstrus. Für viele Leser mag „Der unheilbare Romantiker“ ein faszinierendes Buch sein, die positiven Bewertungen Ian Mc Ewans, der TIMES und Nick Hornbys legen das nahe, mein Buch war es nicht.

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Rezension zu "Der unheilbare Romantiker" von Frank Tallis

Was die Liebe mit uns anstellen kann
cbeevor 9 Monaten

Inhalt:

Dr. Frank Tallis nimmt uns mit auf eine Reise durch die verschiedenen Formen der Liebe bzw er schildert und analysiert Fallbeispiele aus seiner Praxis. Da gibt es zB eine Witwe, die Besuche vom Geist ihres verstorbenen Ehemannes bekommt, einen Akademiker, der seinem eigenen Spiegelbild verfallen ist oder eine wunderschöne Frau, die von Eifersucht auf eine nicht vorhandene Rivalin geplagt wird.

Meinung:

Als ich dieses Buch gesehen habe, wusste ich, dass ich es lesen wollte. Psychologie übt immer wieder eine Faszination auf mich aus und Liebe sowieso. Nicht umsonst lese ich auch gerne Liebesromane. Aber natürlich habe ich auch schon einige Erfahrung in Liebesdingen, bin jetzt aber mit dem besten Mann der Welt verheiratet und glücklich.

Über Liebe und Liebeskummer kann wohl jeder von uns ein Lied singen, oder? In diesem Buch erfahren wir manche Fälle, in denen Liebe bzw ihre Auswirkungen krankhaft werden. Frank Tallis erzählt in diesem interessanten Buch über Fälle aus seiner Praxis, analysiert diese und erklärt die jeweiligen Symptome so, dass auch Laien alles gut verstehen können.

Es ist ein Buch, aus dem ich sehr viel lernen konnte und trotzdem hat es der Autor geschafft, unterhaltsam und abwechslungsreich zu schreiben. Er blieb in seinen Ausführungen immer korrekt und war nie abwertend, oft konnte man sogar Mitgefühl spüren und auch davon lesen.

Fazit:

Für psychologisch interessierte Menschen, die etwas über die Liebe und ihre Auswirkungen lernen wollen.

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Rezension zu "Teuflischer Walzer" von Frank Tallis

Oskar Reinhardt und Max LIebermann ermitteln wieder ...
Bellis-Perennisvor 10 Monaten

Nach endlosen acht Jahren ohne einen Krimi aus der Feder von Frank Tallis dürfen wir nun wieder in das Wien des Fin de Siècle eintauchen.  

Man schreibt das Jahr 1904 und in einer alten, aufgelassenen Klavierfabrik wird der entstellte Leichnam eines Mannes gefunden. 

Inspektor Oskar Reinhardt wird mit der Aufklärung des Mordes betraut. Es scheint, als wäre der Mann von einem Femegericht verurteilt und hingerichtet worden zu sein. 

Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Hausmann und seinem Freund, dem Psychoanalytiker Dr. Max Liebermann versucht Reinhardt das Verbrechen in mühevoller Kleinarbeit aufzuklären. Reinhardt bedient sich dabei den neuesten Erkenntnissen der Kriminalistik wie z.B. der Daktyloskopie und nimmt Liebermanns Erfahrung im Umgang mit Verdächtigen in Anspruch. 

Dass sie dabei einer Verschwörung, die bis in allerhöchste Kreise führt, auf die Spur kommen, können sie anfangs nicht wissen. Der oder die Täter scheinen immer einen Schritt voraus zu sein. Als sich dann noch der Geheimdienst einschaltet, ist neben Fingerspitzengefühl auch Raffinesse gefragt, denn der Fall beinhaltet sprichwörtlich jede Menge Sprengstoff.  

Meine Meinung: 

Wie wir es von Frank Tallis gewohnt sind, sind einfache whodunit-Krimis seine Sache nicht. Seine Kriminalfälle zeichnen sich durch einen komplexen Plot aus, der durchaus die eine oder andere überraschende Wendung bereit hält. Die historischen Details sind penibel recherchiert. So können wir neben medizinischen Größen wie Sigmund Freud auch Ferdinand Porsche begegnen, von dem sich Reinhardt und Liebermann in das (fiktive) Palais Khevenhüller bringen lassen. 

„Sind Sie zufällig Ferdinand Porsche, der Gewinner des Exelberg-Rennens?“ (S. 368).

Ganz wohl ist dem Ermittler bei der Fahrt in der Kraftdroschke und dem Fahrstils nicht, aber sein Zweifel an der Sicherheit des Automobils räumt Porsche wie folgt aus: 

“ Es ist viel sicherer, als eine Kiste mit vier Rädern an vier Pferde zu hängen, die einander nicht mögen und Gehirne wie Walnüsse haben.“ (S. 370) 

Darüber musste ich doch sehr schmunzeln. 

Porsche hat eine Fahrtzeit von vier Minuten versprochen, die Fahrt aber in 3:50 geschafft.  

Neben so netten Zeitgenossen, treiben auch finstere Gestalten wie die Agenten der Ochrana, dem russischen Geheimdienst, und andere Verschwörer, die die Monarchie stürzen wollen, ihr Unwesen.  

Auch Freuds Bemerkung über die Schriften von Gustave Le Bon, dem Arzt und Universalgelehrten („Psychologie der Massen“),

 „Politiker vereinfachen stark, binden das Publikum mit emotionalen Aufrufen, die mehr dem Vorurteil als dem Verstand geschuldet sind. Sie erhalten Auftrieb von Leuten die hinter ihnen stehen, werden vorangetragen von Wellen des Gefühls. Ja, eine politische Partei ist eine andere Form der Masse.“ (S. 254/255). 

Wie recht doch Prof. Freud hatte! Dieses Zitat hat mir kalte Schauer über den Rücken laufen lassen. 

Neben der eigentlichen Krimihandlung und Jagd nach den Verschwörern können wir auch noch am familiären und kulturellen Leben der Familien Reinhardt und Liebermann teilnehmen. Die Freunde nehmen sich die Zeit für gemeinsame Liederabende, aus denen sie häufig neue Gedanken für ihre Arbeit schöpfen.  

Schön ist auch der Seitenblick auf die jüdische Familie Liebermann senior, die nun endlich Amelia Lydgate kennenlernen und von der jungen, intelligenten Frau überrascht sind. Zuvor haben sie ja immer wieder erfolglos versucht, Max mit einer jüdischen Tochter des einen oder anderen Geschäftsfreundes zu verheiraten. 

Fazit: 

Dieser atmosphärisch dicht gewebte Krimi hat sich durch die sprachliche Gewandtheit 5 Sterne verdient.

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