Frank Tallis

 4 Sterne bei 90 Bewertungen
Autor von Die Liebermann-Papiere, Wiener Blut und weiteren Büchern.
Autorenbild von Frank Tallis (© Frank Tallis)

Lebenslauf von Frank Tallis

Frank Tallis ist ein englischer Schriftsteller und praktizierender klinischer Psychologe. Er hat Seminare am Institute of Psychiatry des Londoner King's College gehalten Für seine Romane erhielt er zahlreiche Preise, u.a. den »Writers’ Award from the Arts Council of Great Britain« und den »New London Writers’ Award«. Besonders erfolgreich ist er mit der Reihe um den Psychoanalytiker und Detektiv Max Liebermann. Tallis lebt in London.

Neue Bücher

Der unheilbare Romantiker

 (2)
Neu erschienen am 10.06.2019 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Frank Tallis

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Die Liebermann-Papiere (ISBN:9783641163334)

Die Liebermann-Papiere

 (26)
Erschienen am 29.01.2015
Cover des Buches Wiener Blut (ISBN:9783641163341)

Wiener Blut

 (16)
Erschienen am 29.01.2015
Cover des Buches Die Schwelle (ISBN:9783442744664)

Die Schwelle

 (12)
Erschienen am 10.02.2014
Cover des Buches Wiener Tod (ISBN:9783641163358)

Wiener Tod

 (9)
Erschienen am 29.01.2015
Cover des Buches Kopflos (ISBN:9783641163365)

Kopflos

 (8)
Erschienen am 28.01.2015
Cover des Buches Rendezvous mit dem Tod (ISBN:9783641163372)

Rendezvous mit dem Tod

 (5)
Erschienen am 29.01.2015
Cover des Buches Der Tod und das Mädchen (ISBN:9783442742509)

Der Tod und das Mädchen

 (3)
Erschienen am 06.07.2011
Cover des Buches Der unheilbare Romantiker (ISBN:9783442718221)

Der unheilbare Romantiker

 (2)
Erschienen am 10.06.2019

Interview mit Frank Tallis

Interview von LovelyBooks mit Frank Tallis, Mai 2011 (Übersetzung, Original folgt weiter unten)

1) Seit wann schreibst du schon an eigenen Geschichten und wie kam es zu der Veröffentlichung deines ersten Buches?

Ich wollte schon immer ein Autor werden und war es gewohnt als Kind Geschichten zu schreiben; Wie auch immer, ich kam nie dazu etwas zu veröffentlichen, erst als ich 41 war! Ich war zu sehr damit beschäftigt mich als klinischer Psychologe zu qualifizieren - und daraufhin damit, meine Patienten zu sehen. Mit Näherkommen meines 40ten Geburtstages realisierte ich, dass ich mich mit dem Schreiben eines Romans beeilen muss, oder ich würde es niemals tun. Also fing ich an zu schreiben...

2) Welcher Autor hat dich am meisten inspiriert?

Die Frage ist fast unmöglich zu beantworten, da ich Inspiration von vielen Autoren bekomme. Tatsächlich kann ich auch nützliches in Büchern finden, die mir gar nicht gefallen haben.

3)Woher nimmst du dir die Inspiration für deine Bücher?

Plätze und Landschaften sind sehr wichtig für mich. Ich musste eine Menge Zeit in Wien verbringen während ich meine Max LiebermannBücher geschrieben habe. Ich habe vor Kurzem einen Horror-Roman fertig gestellt, der im 19ten Jahrhundert in PAris spielt. Die Inspiration dafür fand ich bei einem Spaziergang auf dem Ile St-Louis vor vier Jahren.

4) Wie kommst du mit deinen Lesern in Kontakt?

Leser schreiben mir normalerweise E-Mails über meine Webseite.

5) Wann und was liest du persönlich?

Ich lese alles vom Genre Romane bis hin zu Klassikern. Wie auch immer, im Moment lese ich Geistergeschichten. Ich bin gerade damit fertig "the woman in black" von Susan Hill nochmal zu lesen und ebenso "The haunting of the hill house" von Shirley Jackson.

7) Hast du irgendeinen Tipp für angehende Autoren?

Ja, versuche nicht auf die Hinweise von anderen Autoren zu hören. Es ist nicht immer richtig für dich.

6) Wie fühlt es sich an sein eigenen Buch das erste Mal in den Händen zu halten?

Wunderbar. Einer der wichtigsten Momente in meinem Leben.

8) Welcher ist bisher dein Lieblingscharakter aus deinen Büchern - und warum?

Ich bin sehr angetan von Oskar Rheinhardt. Ich mag ihn, denn er ist sehr menschlich und mitfühlend.

9) Was war eines der überraschendsten Dinge die du während deiner Zeit als Autor gelernt hast?

Ich musste eine Menge deutscher Literatur lesen während ich für meine Liebermann Bücher recherchiert habe. Als Brite war ich komplett ignorant gegenüber Autoren wie Musil, Zweig und Schnitzler. Es war eine große Freude ihre Werke zu entdecken.

10) Schreibst du bereits an einem weiteren Roman und kannst du uns sagen, worum es sich handeln wird?

Ich schreibe momentan ein einem übernatürlichen Thriller, welcher im bäuerlichen England der späten 50er Jahre spielt. Es spielt in einer abgelegenen Anstalt für Geisteskrank und ich hoffe, es wird sehr aufregend.

----

Original:

1) Since when did you write your own stories and how did it come your first book was published?

I always wanted to be a writer and used to write stories as a child; however, I never got around to publishing any fiction until I was 41! I was too busy qualifying as a clinical psychologist - and then seeing patients. With the approach of my 40th birthday I realised that if I didn't hurry up and write a novel I probably never would. So I started writing ...

2) Which author inspires you most of all?

This question is almost impossible to answer as I draw inspiration from many writers. In fact, even if I am not enjoying a book, I can still find something useful in it.

3) Where do you get the inspiration for your books?

Places and lanscapes are very important to me. I had to spend a lot of time in Vienna when I was writing my Max Liebermann books. I have just finished a horror novel set in 19th century Paris. The inspiration for it came during a walk on the Ile St-Louis 4 years ago!

4) How do you get in contact with your readers?

Readers usually e-mail me through my website.

5) When and what do you read yourself?

I read everything from genre fiction to the classics. However, at the moment I am reading ghost stories. I just finished re-reading THE WOMAN IN BLACK by SUSAN HILL and THE HAUNTING OF HILL HOUSE by SHIRLEY JACKSON.

6) How did it feel do hold your own book in your hands for the first time?

Wonderful. One of the most important moments in my life.

7) Do you have any advice for other writers?

Yes, try to not to follow the advice of other writers. It isn't always right for you.

8) Who is your favorite character in your books so far and why?

I'm very fond of Oskar Rheinhardt. I like him because he is very humane and compassionate.

9) What was one of the most surprising things you learned in creating your books?

I had to read a great deal of German literature while doing the research for the Liebermann books. Being British, I was completely ignorant of writers like Musil, Zweig and Schnitzler. Discovering their work was a great joy.

10) Are you already writing another novel and can you tell us, what it will be about?

I am currently writing a supernatural thriller set in rural England in the 1950s. It is set in a remote asylum and I hope it will be very frightening.

Neue Rezensionen zu Frank Tallis

Neu
B

Rezension zu "Der unheilbare Romantiker" von Frank Tallis

Bei der Liebe kann einiges schief gehen
belanaherminevor 10 Tagen

Inhalt

Liebe ist ein zentrales Thema unseres Lebens. Und natürlich der dazu gehörende Sex. Aber da kann gewaltig etwas schief laufen, wenn aufgrund unguter Prägungen, eines Zuviels oder Zuwenig bestimmter Botenstoffe im Gehirn etc. Neigungen stärker ausgeprägt sind als es dem eigenen Leben gut tut. Darüber berichtet Herr Tallis in 12 Kapiteln. Dabei stellt jedes Kapitel ein spezifisches Problem vor.

In der Regel erzählt Herr Tallis die Geschichte eines/r (fiktiven) PatientIn, wie diese/r sich warum im Rahmen der Therapie entwickelt, wie es zu dem Problem gekommen ist und wie die Aussichten auf Besserung aussehen. Dabei bedeutet Besserung für Herrn Tallis immer, dass der/die PatientIn (wieder?) besser mit seinem/ihren Leben zurechtkommt. In die Geschichten streut Herr Tallis immer wieder auch Erläuterungen, den psychischen, aber auch den physiologischen Hintergrund, soziale Verknüpfungen.

So erfährt man über Geschichten jede Menge Wissenswertes über die praktische Liebe, aber auch über ihre seelischen und körperlichen Hintergründe.

Subjektive Eindrücke

Die Mischung aus Geschichten und "Wissenschaft" gefiel mir sehr gut. Es las sich abwechslungsreich und man blieb interessiert beim Lesen.

Besonders gefallen hat mir die sehr wertschätzende Art von Herrn Tallis, seine Geschichten zu erzählen und die Belange seiner PatientInnen wiederzugeben. Nie arteten die Beschreibungen in Voyeurismus aus oder gruben kriminalistisch im Inneren der PatientInnen. Wichtig war für mich auch, dass es nie eine Bewertung im Sinne von falsch, unnormal, abartig gab etc. Die Menschen der Geschichten gingen anders mit Liebe um als die meisten Menschen. Aber solange sie damit gut und glücklich leben können, stellt das für Herrn Tallis kein Problem dar.

An vielen Stellen kann man auch sehr gut das Mitgefühl spüren, dass Herr Tallis für seine PatientInnen verspürt. Auch das thematisiert er in seinem Buch, weil sich ein Zuviel an Mitgefühl auch negativ auf eine Therapie auswirken kann.

Sollte ich mal eine Therapie brauchen, hätte ich bei einem Menschen, wie mir Herr Tallis durch sein Buch begegnete, bestimmt ein gutes Gefühl.

Fazit

Liebe ist toll, aber es kann auch einiges schief gehen. Ob und wie man damit umgehen kann, zeigt dieses Buch anhand einfühlsam und wertschätzender Geschichten.

Weitere Rezensionen von mir gibt es unter https://belanahermine.wordpress.com/category/rezension/

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Der unheilbare Romantiker" von Frank Tallis

Spannende Einblicke in die therapeutische Arbeit
melli_2897vor einem Monat

Ich hatte schon immer großes Interesse an psychotherapeutischer Arbeit und kann einfach nicht widerstehen, wenn ein Buch mit entsprechendem Titel auf den Markt kommt. „Der unheilbare Romantiker“ von Frank Tallis erinnerte mich sehr an die Bücher des bekannten Therapeuten Irvin D. Yalom, die ich absolut phänomenal finde. 


Auch beim Lesen dieses Buchs fühlt man sich durch die Dialog-Passagen als Teilnehmer an einer sehr intimen Interaktion zwischen Therapeut und Patient.


Tallis selbst wirkt in seinen Erzählungen sehr authentisch und erklärt detailliert den Ablauf der Sitzungen mit seinen Patienten. Er nimmt nicht die Rolle des unnahbaren und allwissenden Arztes ein, sondern gesteht auch häufig eigene Fehler ein und reflektiert seine Vorgehensweise sehr bewusst, um dem Leser einen Einblick in seine Tätigkeit zu verschaffen. Im Umgang mit psychisch auffälligen Menschen wird der Therapeut regelmäßig in schwierige Situationen gebracht. Wie sollte man reagieren, wenn einem ein vermeintlich normaler Angestellter beichtet, er sei von einem Dämon besessen?


Ergänzend zu den konkreten Fällen, die Tallis beschreibt, gibt er immer wieder einen Überblick über die Standpunkte der verschiedenen Fachrichtungen und die Geschichte der Psychotherapie. Dabei ist vor allem seine erfrischende Offenheit gegenüber den diversen Ansätzen positiv hervorzuheben. Auch grundsätzliche Überlegungen zu Liebe, Sexualität und existenziellen Fragen sind Teil der einzelnen Kapitel. Manchmal „kreist“ der Autor hier ein bisschen zu lange über einem bestimmten Gebiet und sorgt so für etwas Redundanz. Da diese Ausflüge in die Philosophie aber nicht allzu lange sind, sollte dies nicht zu negativ bewertet werden.


Insgesamt ist das Buch wirklich spannend und kurzweilig. „Der hoffnungslose Romantiker“ ist eine faszinierende Sammlung menschlicher Schicksale, die nicht dazu einladen, sich über vergebliche Liebesmühe lustig zu machen, sondern mit den Betroffenen mitzufühlen und selbst über unsere Beziehungen zu anderen nachzudenken. Definitiv lesenswert!

Kommentieren0
1
Teilen

Rezension zu "Die Schwelle" von Frank Tallis

Teuflisches Paris
NiWavor 4 Jahren

Ende des 19. Jahrhunderts in Paris. Der Arzt Paul Clément nimmt eine Stelle im berühmten Krankenhaus La Salpêtrière an, wo er sich vor allem auf Experimente mit Elektrizität spezialisiert und versucht, Patienten nach einem Herzstillstand zurück ins Leben zu holen.

Sein Hauptinteresse gilt aber gar nicht so, dem medizinischen Nutzen, sondern er möchte wissen, wohin die Menschen gehen, nach dem das Herz den letzten Schlag getan hat. Seine Neugier treibt ihn so weit, dass er diese Reise selbst antreten will und er lässt sich gemeinsam mit einen Freund auf ein waghalsiges Experiment ein, das mit seinem kurzfristigem Tod beginnt …

Paul Clément hat es also getan. Seine wissenschaftliche Neugier hat ihn dazu getrieben, selbst einen Blick hinter die Kulissen des Todes zu werfen, jedoch hatte er mit diesem Anblick nicht gerechnet und schon gar nicht geahnt, worauf er sich wirklich eingelassen hat. Denn danach verfällt er in einen Wahn, der vielleicht auch an dem Dämon liegt, den er von seinem Abenteuer mitgebracht hat.

Die Handlung selbst erstreckt sich über mehrere Jahre und wird in Teilabschnitte unterteilt, über die ständig eine gruselige Atmosphäre hängt.

Besonders gut hat mir genau dieser mysteriöse Flair der Geschichte gefallen. Die historischen Hintergründe sind vom Autor gut recherchiert und damals wurden tatsächlich erste Experimente mit Strom am menschlichen Körper gemacht. Hier ist nur nachvollziehbar, dass sich viele Menschen gefragt haben, ob hier nicht eine Grenze überschritten wird, die dem Menschen vielleicht gar nicht zu überschreiten zusteht und was wohl die Konsequenzen daraus sind.

Noch dazu war es in jener Zeit schon fast normal, dass sich viele Bürger in okkulten Kreisen bewegten, Geister anriefen und sich mit Hilfe von Morphium dem Jenseits zu öffnen glaubten. Und in diesem Zwiespalt, zwischen nach allem strebender wissenschaftlicher Neugier und den abergläubischen Ängsten einer ganzen Gesellschaft, kann Paul Clément dem Drang nach Ruhm nicht widerstehen und lässt sich auf ominöse Experimente ein.

Das teuflische Spiel zwischen vorgeschützter Normalität und satanischem Wahnsinn wird spannend aufbereitet und ist immer wieder von historischen Details geprägt, die mich richtig an das Buch gefesselt haben.

Der Autor geht hier auch auf die Geschichte von Notre Dame und anderen altehrwürdigen Kirchen ein, auf die furchterregenden Fratzen, die von den hohen Türmen auf die Menschen blicken und auf die Teufel, die seit Menschengedenken gegen den Himmel um Seelen ringen. All diese historischen Details hat der Autor in ein schauriges Ambiente versetzt, sodass ich in alten Gemäuern vom Entsetzen ergriffen war und ich direkt Angst hatte, dass mich der Teufel gleich am Kragen packt.

Meiner Ansicht nach ist „Die Schwelle“ ein fundierter Schauerroman mit historischem Hintergrund, der von Dämonen, Teufeln und Paris erzählt, und den Leser mit seiner teuflischen Atmosphäre bannt.

Kommentare: 8
83
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Frank Tallis im Netz:

Community-Statistik

in 104 Bibliotheken

auf 17 Wunschlisten

von 3 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks