Frank Trentmann

 4.3 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Herrschaft der Dinge, Work in Progress und weiteren Büchern.

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Herrschaft der Dinge
 (3)
Erscheint am 26.11.2018 als Taschenbuch bei Pantheon.

Alle Bücher von Frank Trentmann

Frank TrentmannHerrschaft der Dinge
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Herrschaft der Dinge
Herrschaft der Dinge
 (3)
Erschienen am 26.11.2018
Frank TrentmannMaterielle Kultur und Energiekonsum
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Materielle Kultur und Energiekonsum
Materielle Kultur und Energiekonsum
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Erschienen am 03.11.2016
Frank TrentmannWork in Progress
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Work in Progress
Work in Progress
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Erschienen am 04.10.2018
Frank TrentmannThe Oxford Handbook of the History of Consumption
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The Oxford Handbook of the History of Consumption

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101844s avatar

Rezension zu "Herrschaft der Dinge" von Frank Trentmann

Ein Plädoyer für eine historische Perspektive
101844vor einem Jahr

Frank Trentmann hat ein wirklich ansprechendes Buch verfasst. Es beginnt mit einem thematisch passenden und zum Nachdenken anregendem Gedicht. Dem folgt eine Einleitung, in der die Inhalte und Schwerpunkte des Buches verdeutlicht werden. Das stimmt auf das Kommende ein und bietet gleich zu Beginn Orientierung. Der Autor begleitet die Lesenden durch den Text und verfolgt konsequent und souverän den roten Faden. 
Das Buch gliedert sich in zwei Teile und die Vorgehensweise des Autors wird an geeigneten Stellen erläutert. Gerade bei einem so umfassenden Text, ist das eine willkommene Unterstützung. 



Zum Inhalt: Entstehung und Prozess von Konsumkulturen werden mittels vieler guter Beispiele veranschaulicht. So erfahren die Lesenden z. B. die Bedeutung von Gabeln, was es mit "Luxusgesetzen" auf sich hat und wieso gelbe Lederstiefel zum Tode führen konnten.  Dabei bereisen die Lesenden die verschiedenen Kontinente und werden, dank des geschickten Schreibstils des Autors, in die Zeit von vor über 500 Jahren versetzt. Diese Reisen verdeutlichen gesellschaftliche und kulturelle Wandel und deren Einfluss auf den Konsum. Karten, 
Diagramme und Grafiken unterstützen anschaulich das Verständnis für wirtschaftliche Prozesse und Entwicklungen. Frank Trentmann gelingt es, das Tempo der Verbreitung von Konsum spürbar deutlich zu machen. Es wird nachvollziehbar, wie aus luxuriösen Exoten in kürzester Zeit Alltagsdinge wurden. 
Ein spannender Exkurs zum Thema Identitätsbildung in unmittelbarem Zusammenhang mit Konsum ist nur ein Beispiel für viele weitere. Dabei führt der Autor immer wieder zum Hauptthema zurück und schafft so ein ganzheitliches Bild. 
Des Weiteren wird mit gängigen Klischees, wie dem der "Amerikannisierung" Europas, aufgeräumt. Frank Trentmann scheut sich nicht, sich mit der vernichtenden Kritik an den Konsum auseinanderzusetzen. Schlussendlich entwickelt er eine ganz eigene Perspektive, die zeigt, was getan werden muss.

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Rezension zu "Herrschaft der Dinge" von Frank Trentmann

Spannende Zeit- und Weltreise
YukBookvor einem Jahr

Aufräumtipps, Ordnungssysteme und minimalistischer Lebensstil sind beliebte Themen in der Ratgeberszene. Parallel wird heftig über die Konsumethik und Wegwerfgesellschaft diskutiert. Sind dies Reaktionen darauf, dass die Dinge die Herrschaft übernommen haben? Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Frank Trentmann, Professor für Geschichte am Londoner Birkbeck College, wollte es genau wissen und blickt in seinem opulenten Werk auf 500 Jahre Konsumgeschichte zurück. Dabei macht er immer wieder deutlich, wie die Identität einer Person, einer gesellschaftlichen Schicht, sogar einer Nation, deren Politik und Wirtschaft maßgeblich von dem bestimmt wurden, was und wie sie konsumierte. Im ersten Teil reisen wir zurück in die Zeit der Italienischen Renaissance, erleben den Aufstieg der Städte durch den Luxusgüterhandel und erfahren, wie Gegenstände immer kunstvoller und kostbarer gestaltet wurden. Die Entwicklung der Wohnkultur und der rasante Anstieg von Waren wie Spiegel, Bücher und Kochtöpfe werden in Grafiken veranschaulicht. Erstaunlich, welche Macht und Folgen schon damals Güter auf das Alltagsleben hatten. Sie erhöhten nicht nur den Komfort im Alltag, sondern gaben dem Menschen Selbstwertgefühl, verhalfen zu mehr Anerkennung und trugen sogar eine kulturelle Komponente. So übten die beliebten Kaffeehäuser gleich mehrere Funktionen aus: Sie waren Nachrichtenbörse, Handelsplatz und Hochschule in einem. Während der Lektüre wird einem erst richtig bewusst, wie weitreichend der Begriff Konsum ist. Er betrifft nicht nur die Anschaffung und Anhäufung von materiellen Dingen, sondern auch die Zeitnutzung, städtische Freizeitbeschäftigung und Mediennutzung. Der Autor zeigt dabei interessante Wechselwirkungen auf: Effizienz und Ersparnisse in einem Lebensbereich können vermehrten Konsum in einem anderen Bereich auslösen. Er geht auch auf Zeitgenossen ein, die die Entwicklung kritisch betrachteten – zum Beispiel der Schriftsteller Henry James, der die Psyche des Konsumenten als Sammler bloßlegte. Frank Trentmann dagegen behält durchgehend einen neutralen Standpunkt und geht in seinem historischen Rückblick auf maßlose Luxusgier ebenso ein wie auf den schlichten Wunsch, anständig auszusehen und Dinge wertzuschätzen. Ich bin zutiefst beeindruckt, wie detailreich seine Ausführungen sind. Konkrete Beispiele, zum Beispiel welche ausländischen Seifenmarken im indischen Punjab der heimischen Marke vorgezogen wurden, oder wie japanische Jugendliche einen ganz neuen Markt durch einen besonderen Look schafften, machen das Buch zu einer spannenden und unterhaltenden Zeit- und Weltreise. Frank Trentmann ist vermutlich der erste, der die Geschichte des Konsums aus derart vielen Perspektiven unter die Lupe genommen hat: von der historischen Entwicklung über den Ländervergleich bis hin zum altersspezifischen Konsumverhalten. Dabei lässt es der Autor nicht bewenden. Im zweiten Teil des Werks rollt er das Thema genau umgekehrt auf, geht auf die aktuelle Debatte über Konsum und die Konsequenzen für die Umwelt ein und richtet seinen Blick zurück, um Erklärungen für die heutigen Phänomene zu finden und uns für die zu erwartenden Probleme in der Zukunft zu sensibilisieren. Um einen derart umfassenden Überblick zu bekommen, hätte man etliche Bücher lesen müssen. Frank Trentmann hat sehr viel Wissenswertes für uns in einem Werk zusammengefasst. Für diese Lektüre sollte man sich Zeit nehmen. Es lohnt sich!

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