Frank Westerman

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Autor von Das Schicksal der weißen Pferde, El Negro und weiteren Büchern.

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Das Schicksal der weißen Pferde

Das Schicksal der weißen Pferde

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Erschienen am 20.01.2012
El Negro

El Negro

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Erschienen am 01.03.2007
Das Getreideparadies

Das Getreideparadies

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Erschienen am 10.09.2009
Reden. Reden? Reden!

Reden. Reden? Reden!

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Erschienen am 10.08.2016
Das Tal des Todes

Das Tal des Todes

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Erschienen am 05.09.2018
Ararat

Ararat

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Erschienen am 01.04.2010
Ingenieure der Seele

Ingenieure der Seele

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Erschienen am 01.05.2005

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Rezension zu "Das Schicksal der weißen Pferde" von Frank Westerman

Rezension zu "Das Schicksal der weißen Pferde" von Frank Westerman
Svanvithevor 6 Jahren

Fallen euch bei weißen Pferden auch immer die Lipizzaner ein? Die älteste Kulturpferderasse der Welt. Mir geht es so, zumindest seit meiner ersten "Begegnung" mit den Lippizanern im Jahre 2009. Da war die Spanische Hofreitschule Wien zu Gast in Berlin, und ich bekam für die Vorführung eine Karte geschenkt. Natürlich hatte ich vorher schon von den weißen Pferden gehört, jedoch sie "life" zu sehen war ein Erlebnis.
Deshalb war es auch keine Frage, dass ich auch dieses Buch lesen wollte. Geschrieben hat es Frank Westerman. Ein Niederländer, der als Kind seine erste Berührung mit Lipizzanern hatte und sich als Erwachsener auf deren Spuren in der Geschichte begibt. Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts. Und das ist das besondere an diesem Buch. Es liest sich wie ein Roman und nicht - so war meine ursprüngliche Erwartung - wie eine wissenschaftliche Abhandlung der Geschichte eines berühmtes Pferdes. Denn nicht nur darum geht es. Der Autor schildert Ereignisse in der Ich-Form, lässt uns direkt an seiner Recherche teilhaben und fügt geschichtliche Hintergründe ein. Das Buch gliedert sich im Hauptteil auf in die Zeit der Napoleonischen Kriege bis zum Ersten Weltkrieg, den Zweiten Weltkrieg und dem Krieg auf den Balkan in den Neunziger Jahren. Dabei werden den drei großen Abschnitten jeweils Karten vorangestellt, aus denen der Leser ersehen kann, welche Fluchtwege und vor allem wie viele die Lipizzaner zu absolvieren hatten.
Ursprünglich befand sich die Zuchtstätte der Pferde in Lipica (heutiges Slowenien), und die edlen Tiere waren der Habsburger Monarchie vorbehalten. Auf Grund ihrer Eigenschaften: elegant, athletisch und mutig, körperlich und mental stark, lebhaft, aber gutmütig, kontaktfreudig und mit einer schnellen Auffassungsgabe versehen, waren und sind sie für die Hohe Schule der Dressur hervorragend geeignet (Davon konnte ich mich bei der Aufführung der Spanischen Hofreitschule Wien selbst überzeugen.).
Möglich wurde das durch die jahrhundertelange Zucht, wobei die Lipizzanerrasse aus genau sechs Hengstfamilien (Blutlinien mit den Vatersnamen Conversano, Favory, Pluto, Neapolitano, Siglavy und Maestoso) besteht. Deshalb spielt im Buch auch die Vererbung (Mendelschen Gesetze, könnt ihr euch erinnern?) eine Rolle. Dabei beschränkt sich der Autor nicht nur auf die "Verbesserung" der Pferde, sondern lässt auch seine Wertung hinsichtlich der "Selektion" des Menschen einfließen. Das macht Westerman sehr gekonnt.
Der gesamte Schreibstil des Autors ist intelligent und ausdrucksstark, berührend und auch humorvoll, die Übersetzung empfinde ich als gelungen. Manchmal hätte ich mir doch eins, zwei Fotos gewünscht, denn bis auf das Umschlagbild und die Karten ist das Buch absolut frei davon.
Als Pferdefreundin hat mich zwar besonders das Schicksal der Lipizzaner bewegt, aber das "Drumherum" war für mich wissenserweiternd.

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Rezension zu "Das Schicksal der weißen Pferde" von Frank Westerman

Rezension zu "Das Schicksal der weißen Pferde" von Frank Westerman
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Verlag: C.H. Beck
Preis: 19,95€
Seiten: 287

Kurzbeschreibung:
Frank Westerman erzählt die Geschichte des 20. Jahrhunderts im Spiegel der Geschichte der Lipizzaner-Pferde. Der Leser verfolgt atemlos mit, wie gekrönte Häupter und Diktatoren um die "perfekten Tiere" kämpften - und gewinnt dabei erstaunliche Erkenntnisse über das Selbstverständnis des Menschen und sein Streben nach eigener Perfektion.

Cover:
Das Buch selbst ist in schlichtem Weiß gehalten: Die Farbe der meisten Lipizzaner. Vorne auf dem Cover ist eine Herde abgebildet, die von Panzern und Soldaten angetrieben wird. Man sieht die weißen Pferde zusammen mit Fohlen, wie sie laufen. Dieses Bild zeigt schon einen der Inhalt des Buches: Die Flucht der Lipizzaner.

Zitat:
„Pferderennen konnte man Piet zufolge am besten mit den jährlichen Motorradrennen in Assen vergleichen. Doch auch die verfeinerten Bewegungsarten waren ihm nicht raffiniert genug. Springen war Leichtathletik. Dressur: Turnen. Was wir auf De Tarpan betrieben, was „klassische Reitkunst“, und der Name sagte es schon: Es war Kunst. Ballett.“ –Seite 24

Details und meine Meinung:
Dreht man den Buchumschlag um, liest man zuerst den Klappentext und dann drei Zitate über das Buch. In diesen wird der Autor als „magischer Erzähler“ bezeichnet. Wichtiger finde ich jedoch das dritte Zitat von René Aguigah: „Dass Westerman seine Detejtiv-Recherche reportagehaft erzählt, bringt doppelten Ertrag: Er macht die Geschichte Lesern zugänglich, die eine herkömmliche historische Studie zum selben Thema aus der Hand legen würden.“
Das hat mich neugierig gemacht. Ist es wirklich eine historische Studie? Ja. Aber das merkt man überhaupt nicht. Man glaubt einen Roman zu lesen, während man an die Gentechnologie herangeführt wird, an all die Kriege und historischen Ereignisse des zwanzigsten Jahrhunderts, an biografisch-ähnlichen Geschichten von wichtigen Personen und natürlich lernt man die Geschichte der Lipizzaner kennen. Und zwar nicht nur die Wiener Lipizzaner, sondern alle.
Ich muss zugeben, am Anfang war ich etwas skeptisch, doch der Schreibstil war von der ersten Seite an überzeugend! Aufgeteilt ist das Buch in drei Teile und vor jedem Teil ist eine Karte gedruckt, die die Fluchtwege und Wanderrouten der Lipizzaner zeigt, damit man sich all die genannten Orte auch zuordnen kann. Auch wenn man manchmal fast den Überblick bei so vielen Namen und Orten und Daten verliert, kommt man irgendwie doch immer wieder rein.
Man lernt die Lipizzaner kennen, auch berühmte Pferde mit ihrer Abstammung, aber man lernt auch etwas über die Zucht der edlen Tiere und ihre Entstehung. Man lernt die fünf Abstammungslinien kennen, allen voran der schwarze Conversano, dessen Gene immer wieder manchmal vorkommen und einen der seltenen schwarzen Lipizzaner hervorbringen.
Gene, ein weiteres wichtiges Thema des Buches. Wie Gene vererbt werden (übrigens auf den Seiten 86 und 87 sehr anschaulich anhand des Fruchtfliegenexperiments erläutert) und die verschiedenen Theorien darüber, von Mendel bis Hitler und Stalin bis zu Genforschern des 21. Jahrhunderts kommt alles vor. Und wenn man all das gelesen hat, fühlt man sich eindeutig schlauer.
Biologie und Geschichte, die einem untergejubelt werden, während man glaubt, einen Roman zu lesen. Und ich musste mir immer wieder sagen, dass all das, was in diesem Buch steht, real und nicht fiktiv ist.
Mich hat das Buch sogar sehr berührt, nämlich als die Lipizzaner nach dem Zweiten Weltkrieg in die amerikanische Besatzungszone gebracht werden sollten (zu ihrem Schutz) und ein ungefähr fünfzehn der Hengste ausbrachen. Oberst Rudofsky blieb in dem leeren Gestüt zurück und wartete auf die Russen, als vier der Hengst zurückkehrten und ein Stallbursche ihm davon berichtete. Der Stallbursche nannte sie alle beim Namen, denn sie standen in ihren eigenen Boxen.
Aber es geht nicht nur um Geschichte, denn noch vor wenigen Jahren (vielleicht auch immer noch) wurde das Gestüt in Lipica wiedereröffnet und einige der Lipizzaner von einem Tierquäler befreit.
Anhand der Lipizzaner zeigt uns der Autor die Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts und noch ein wenig darüber hinaus. Es geht um die Sicht des Menschen, erläutert dadurch, wie er mit den edlen Pferden umgeht. Und genau das sieht man auf der letzten Seite (274): Sie fasst sich wieder und sagt: „Sie haben die grausamste Facette der Natur gesehen.“ „Nein“, korrigierte Mile sie. „Die grausamste Facette der menschlichen Natur.“
Es heißt auf Seite 25: „Wenn du einen Lipizzaner berührst, berührst du Geschichte.“
Aber wenn man das Buch berührt, dann berührt man die Geschichte der Lipizzaner, die Westerman für Nicht-Historiker aufgeschrieben hat, damit Pferdeliebhaber und Geschichtsbegeisterte sie kennenlernen können.

Fazit:
Interviews, Filmanalysen, Bücher, Zitate; all das verbindet Westerman geschickt und schafft damit ein Buch, das sowohl spannend als auch informativ ist und vor allem, aber nicht nur, für Pferdefreunde ein Muss.

Wie würde ich das Buch in einem Satz beschreiben?
Spannendes Sachbuch mit einer gelungenen Mischung aus Theorie und Erzählung.

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Kirschbluetensommers avatar

Rezension zu "Das Schicksal der weißen Pferde" von Frank Westerman

Rezension zu "Das Schicksal der weißen Pferde" von Frank Westerman
Kirschbluetensommervor 6 Jahren

INHALT
Frank Westerman schildert in seinem Buch die europäische Geschichte am Beispiel der Lipizzaner nach. Lipizzaner sind aufgrund ihrer schneeweißen Farbe ein Bild für Reinheit und Perfektion. Alle möglichen Länder stritten um sie. Ihre Geschichte beginnt im slowenischen Lipica und dehnt sich aus über die Spanische Hofreitschule in Wien und andere europäische Länder. Hitler riss sich um die Pferde. 1945 werden sie von den Amerikanern in Sicherheit gebracht. Ihre spektakuläre Flucht ist hollywoodreif. Aber der Kampf um die Pferde ist noch nicht vorbei - bis ins Jahr 2007 reicht er hinein ins ehemalige Jugoslawien.

REZENSION
Das Buch ist gut geschrieben und berichtet detailreich über die Anfänge des 20. Jahrhunderts, die beiden Weltkriege und den Balkankrieg. Nüchterne Fakten über Genetik, Politik und Geschichte wechseln sich mit Anekdoten über berühmte Züchter und Bereiter, sowie verschiedene Pferde ab. Besonders berührt hat mich die Anekdote, als vier Pferde den Amerikanern entfliehen, die sie retten wollen, und wieder in ihre Boxen zurück kehren und damit ihrem Züchter ihre Treue zeigen.

Auf dem Umschlag ist eine Szene aus dem Film "Miracle of the White Stallions" zu sehen. Das schlichte, weiße Buch ist mit diesem Schutzumschlag versehen und spiegelt dadurch wunderbar die Reinheit der Lipizzaner wider. Das Schriftbild ist gut leserlich. Interessant sind auch die verschiedenen Karten mit den Routen der Pferde, die am Anfang jedes größeren Abschnitts vorhanden sind. Der Anfang erscheint etwas sprunghaft - ebenso wird im Prolog und im ersten Kapitel ein jeweils anderer Ich-Erzähler verwendet. Dadurch fällt es dem Leser möglicherweise schwerer sich auf den Inhalt einzulassen.

Dennoch - Frank Westerman versteht es, die Lipizzaner mit der Geschichte Europas zu verbinden. Er scheut sich dabei aber auch nicht, kritische, ethische Fragen über Gentechnik und -forschung aufzuwerfen. Er zeigt auf, dass die Züchtung der Pferde oft sehr eng mit der jeweiligen Ideologie verbunden war und wie die Ansätze von Lamarck und Mendel im Laufe der Zeit durch Regimes missbraucht wurden. Interessant fand ich es daher, dass Frank Westerman die Genforschung und ihr Technik genauer unter die Lupe nimmt und kritisch hinterfragt.

FAZIT
Frank Westerman wurde als Jugendlicher einmal gesagt: "Wenn du einen Lipizzaner berührst, berührst du Geschichte." (S. 25) Auf sein Buch "Die Schicksal der weißen Pferde. Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts" trifft dies auch eindeutig zu. Wer sein Buch in den Händen hält, hält ebenfalls Geschichte in den Händen und noch viel mehr. Allerdings ist es weniger für die breite Masse, als vielmehr für Pferdeliebhaber und Geschichtefans geeignet.

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