Frans de Waal

 4,2 Sterne bei 47 Bewertungen
Autor*in von Der Affe in uns, Der Affe und der Sushimeister und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Frans de Waal

Frans de Waal, geboren 1948, Biologe und Primatenforscher, Professor für Psychobiologie an der Emory University und Direktor des Yerkes National Primate Research Center in Atlanta. De Waal ist durch zahlreiche populärwissenschaftliche Buchveröffentlichungen bekannt geworden und wurde vom »Time Magazine« in die Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten aufgenommen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Frans de Waal

Cover des Buches Der Affe in uns (ISBN: 9783423345590)

Der Affe in uns

 (16)
Erschienen am 01.09.2009
Cover des Buches Der Affe und der Sushimeister (ISBN: 9783423341646)

Der Affe und der Sushimeister

 (10)
Erschienen am 01.02.2005
Cover des Buches Primaten und Philosophen (ISBN: 9783423346597)

Primaten und Philosophen

 (4)
Erschienen am 01.02.2011
Cover des Buches Der Unterschied (ISBN: 9783608986396)

Der Unterschied

 (3)
Erschienen am 19.10.2022
Cover des Buches Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote (ISBN: 9783608985047)

Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote

 (2)
Erschienen am 21.02.2019
Cover des Buches Der gute Affe (ISBN: 9783446189621)

Der gute Affe

 (1)
Erschienen am 15.03.1997
Cover des Buches Eine schöne Verwandtschaft (ISBN: 9783485010191)

Eine schöne Verwandtschaft

 (1)
Erschienen am 01.03.2004

Neue Rezensionen zu Frans de Waal

Cover des Buches Der Unterschied (ISBN: 9783608986396)
wortknaeuels avatar

Rezension zu "Der Unterschied" von Frans de Waal

Interessante Sichtweisen eines Verhaltensforscher
wortknaeuelvor 2 Tagen

Gibt es eine „natürliche Ordnung“ der Geschlechter? Ist es eine Sache der Erziehung, wenn Mädchen gern mit Puppen spielen? Gibt es wirklich nur zwei Geschlechter? Ich schätze Frans de Waal sehr dafür, wie er kontroverse Themen wie diese mit seiner Erfahrung als Verhaltensforscher in der Primatologie so verständlich und sachlich vermitteln kann. Dabei bringt er in diesem Buch, vielleicht etwas mehr als sonst, auch eigene persönliche Erfahrungen und Sichtweisen ein. Seine ruhige Art zu argumentieren wirkt klärend und ausgleichend in der manchmal hitzigen Debatte um die biologisch und kulturell bedingten Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Geschlechtern.

Denn ein großer Teil des Buches dreht sich um die Frage, inwieweit geschlechtstypische Verhaltensweisen biologisch begründet sind (also z.B. über Hormone und damit einhergehende körperliche Ausprägungen) und wie stark äußere Einflüsse wie die Erziehung und soziale Erwartungen uns prägen. Wie schon in seinen anderen Büchern kritisiert de Waal das vorherrschende Schwarz-Weiß-Denken, das nur ein Entweder-oder zulässt, denn richtigerweise werden unsere Verhaltensweisen durch beides geformt. Er begründet seine Thesen mit zahlreichen Beispielen aus der Anthropologie, Psychologie und Primatologie, wobei er betont, dass natürlich nur Letzteres sein Fachgebiet ist, er diese Wissenschaft aber auch für am unverfälschlichsten hält. Dennoch wurde auch gerade die Verhaltensforschung lange dafür missbraucht, eine misogyne Weltanschauung zu bestärken. In dem Zusammenhang schildert Frans de Waal den Aufruhr in der von Männern dominierten Welt der Wissenschaft, als immer mehr Verhaltensforscherinnen die Bühnen der Konferenzsäle betraten und neue Sichtweisen mit einbrachten. Plötzlich stand nicht mehr der kämpferische Affenmann als Beschützer der Herde im Mittelpunkt der Forschung, sondern es wurde auch der Einfluss der Affenfrauen innerhalb des sozialen Gefüges wahrgenommen. Und festgestellt, dass der Affenmann im Notfall gar nicht als Beschützer agiert, sodass man wohl eher davon ausgehen kann, dass seine Kraft und sein Imponiergehabe vielmehr dem Konkurrenzkampf um die Fortpflanzungsrechte dienen.

Die Anfänge der Bonobo-Forschung räumten dann auch mit dem Missverständnis auf, der Mensch sei mit dem Schimpansen am nächsten verwandt und daher sei eine von Männern dominierte Gesellschaftsform für uns ganz „natürlich“. Es ist genetisch nachgewiesen, dass wir gleichermaßen mit Bonobos verwandt sind – und Bonobos sind matriarchalisch organisiert, trotz physisch überlegener Männer. Nicht zu vergessen: der Mensch ist keine evolutionäre Weiterentwicklung des Menschenaffen, sondern wir, die Schimpansen und die Bonobos sind einfach nur unterschiedlich abgezweigte Entwicklungen vom selben Vorfahren. Das erklärt Gemeinsamkeiten genauso wie Unterschiede. 

Was ich ganz besonders wichtig in seiner Argumentation finde: die Biologie, unsere Gene, sind kein Grund für die Legitimation bestimmter Rollenvorstellungen oder Ungleichbehandlung von Mann und Frau. Seine Ausführungen sind viel zu weitreichend, um sie in einer Rezension zusammenzufassen. Am besten liest man dieses Buch selbst. Es ist spannend, humorvoll und gut verständlich geschrieben und ergänzt die aktuelle Debatte um wertvolle Erkenntnisse aus der Wissenschaft.

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Cover des Buches Der Unterschied (ISBN: 9783608986396)
annlus avatar

Rezension zu "Der Unterschied" von Frans de Waal

Von Affen und Menschen
annluvor 18 Tagen

*Sind die charakteristischen Verhaltensmuster von Männern und Frauen natürlich oder künstlich bedingt? Wie sehr unterscheiden sie sich tatsächlich? Und gibt es lediglich zwei soziale Geschlechter, oder gibt es mehr?*


Seit Jahrzehnten beschäftigt sich er Autor mit dem menschlichem und tierischem Verhalten – allen voran dem Verhalten von Primaten. Hier nun nimmt er den Geschlechterunterschied unter die Lupe. Wie äußert sich dieser bereits in jungen Jahren, in Bezug auf Freundschaften, Familienbande, soziale Strukturen, das Sexualverhalten, Konkurrenz und Rivalität aber auch Friedensbereitschaft und Kooperation. Wie in seinen anderen populärwissenschaftlichen Büchern verbindet er dabei Anekdoten aus seiner Zeit als aktiver Primatenforscher mit Ergebnissen wissenschaftlicher Studien, Geschichten aus seinem Leben mit Informationen aus zahlreichen Quellen. Dadurch lässt sich das Buch leicht lesen. Die Informationen, die hier gegeben werden, sind nicht reine Fakten, sondern werden durch die Erzählungen des Autors aufgelockert. 


Das Thema Geschlechterrollen ist ein umstrittenes und so kommt auch der Autor nicht umhin, seine eigene Meinung kundzutun. Auch um zu zeigen, dass er sich nicht gegen Toleranz (besonders der LGBTQ-Gemeinschaft gegenüber) und Gleichberechtigung stellt. Entgegen vieler anderer Meinungen stellt de Waal aber fest, dass sich nicht alle Verhaltensmuster dem kulturell erlernten Gender zuschreiben lassen. Für mich überraschend viele Eigenschaften sind biologisch bedingt und kommen in einer ähnlichen Form auch bei den Primaten und anderen Tieren vor. Besonders interessiert war ich am Kapitel „Tiere unter der Regenbogenfarbe“, das auf gleichgeschlechtliche Liebe eingeht. 


Ich habe mittlerweile schon viele Bücher des Autors gelesen und finde sie immer sehr aufschlussreich und empfehlenswert. Warum dann der Abzug in der Bewertung des Buches? Das liegt wohl daran, dass ich schon so viele Bücher von de Waal kenne. So waren mir viele der Vergleiche und der Anekdoten bereits bekannt. Dadurch wirkte das Buch auf mich weniger locker zu lesen als seine bisherigen Werke. 


Fazit: Ein Blick auf unsere nächsten tierischen Verwandten lohnt sich um festzustellen, dass unser Verhalten nicht so elitär ist, wie manch einer meinen könnte. Wenn man diesen Blick wagen möchte, kann ich den Autor absolut empfehlen!


Kommentare: 7
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Cover des Buches Der Unterschied (ISBN: 9783608986396)
B

Rezension zu "Der Unterschied" von Frans de Waal

Frans de Waal - Der Unterschied
birgitdvor 3 Monaten

In diesem Buch geht es darum, dass das geschlechtsbezogene Verhalten bei allen Säugetieren ähnlich ist
Ich wusste wirklich nicht, was ich zu Beginn dieses Buches zu erwarten hatte, aber es hat mir sehr gut gefallen.
Sicherlich das anspruchsvollste Werk, das ich von de Waal gelesen habe.
Auf jeden Fall eine sehr interessante Lektüre für die weitere Reise zu einer geschlechtlichen Identität.
Dies ist kein Buch, das notwendigerweise für sich allein steht, sondern kann eher dazu dienen, die Gendertheorie aus einer evolutionsbiologischen Perspektive besser zu verstehen.
Sehr interessantes Buch


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