Frans de Waal

 4.2 Sterne bei 37 Bewertungen
Autor von Der Affe in uns, Der Affe und der Sushimeister und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Frans de Waal

Frans de Waal, geboren 1948 in den Niederlanden, ist Professor für Primatenverhalten an der Emory University und Direktor des Living Links Center in Atlanta/USA. Er zählt zu den bekanntesten Primatenforschern der Welt.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Mamas letzte Umarmung: Die Emotionen der Tiere und was sie über uns aussagen

 (2)
Neu erschienen am 22.08.2020 als Hardcover bei Klett-Cotta.

Alle Bücher von Frans de Waal

Sortieren:
Buchformat:

Neue Rezensionen zu Frans de Waal

Neu

Rezension zu "Mamas letzte Umarmung: Die Emotionen der Tiere und was sie über uns aussagen" von Frans de Waal

Emotionen treffen auf Wissenschaft
MartinAvor 12 Tagen

Fast jeder Haustierbesitzer wird bestätigen, dass sein Tier Gefühle hat und auch Emotionen zeigen kann (sofern es die Mimik zulässt, bei manchen Tieren ist die Interpretation etwas schwierig) und dass uns Menschenaffen nahe gehen, beweist auch die Diskussion um Menschenrechte für Menschenaffen.
Frans de Waal beschreibt in seinem Buch die Gefühle und Emotionen von Tieren, hauptsächlich von Bonobos und Schimpansen und die Reaktionen des Menschen (meistens die vom Autor) darauf. Auch andere Tiere werden berücksichtigt, aber den größten Teil nehmen die Primaten ein (verständlich bei einem Primatologen als Autor)
Mamas letzte Umarmung ist ein Buch das wissenschaftliche Forschung und emotionale Beobachtungen gut miteinander verbindet ohne zu fachlich oder zu gefühlsbetont zu wirken. Ich will nicht sagen, dass der Autor den Menschenaffen auf Augenhöhe begegnet (das ist meiner Meinung nach zwischen unterschiedlichen Arten nicht möglich, egal was sich manche Menschen auch einreden wollen, aber ich will mit dieser Aussage den Menschen nicht über den Nichtmenschen stellen), aber seine Herangehensweise zeigt dem Leser, wie ähnlich (und manchmal doch verschieden) wir unseren Mitbewohnern sind.
Der Schimpanse (oder Bonobo, oder jedes andere Tier) wird nicht verniedlicht sondern ernst genommen, von wissenschaftlicher Seite (um die Beobachtungen zu erkennen und zu vergleichen) und auf emotionaler (menschlicher?) Seite (um Vergleiche ziehen zu können und die Beobachtungen begreifen zu können).

Der Leser lernt viel über die Emotionen der Tiere, lernt aber auf der anderen Seite viel über sich selbst und vielleicht begreift er seine Mitbewohner danach besser (wenn er das nicht schon tut)

Ein lesenswertes, lehrhaftes Buch, das aber leicht verständlich geschrieben wurde.
Ich hätte mir nur anstelle der Illustrationen Fotografien gewünscht.

Ein lesenswertes, lehrhaftes Buch, das aber leicht verständlich geschrieben wurde.

Ich hätte mir nur anstelle der Illustrationen Fotografien gewünscht.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Mamas letzte Umarmung: Die Emotionen der Tiere und was sie über uns aussagen" von Frans de Waal

Menschliche und tierische Emotionen - aktuell und interessant
annluvor einem Monat

*Worum es mir geht, sind emotionale Ausdrucksweisen, Körpersprache und soziale Dynamiken. Die sind bei Menschen und anderen Primaten so ähnlich, dass es keinen Unterschied macht, welche der beiden Spezies ich ins Visier nehme.*


Was sind Emotionen? Wie zeigen sie sich bei Mensch und Tier? Ausgehend von diesen Fragen stellt der Autor und langjährige Verhaltensforscher Frans de Waal nicht nur „seine“ Menschenaffen dem Menschen gegenüber. Er untersucht Tier und Mensch auf Gesichtsausdrücke und Körpersprache, die für bestimmte Emotionen stehen und stellt dabei neueste Forschungsergebnisse vor. 



Vorausschicken möchte ich, dass ich schon einige Bücher des Autors gelesen habe. So wird die Rezension aus dem Blickwinkel von jemanden ausfallen, der die Arbeit und die Publikationen von Herren de Waal bereits kennt. Wer schon Bücher des Autors gelesen hat, kennt Mama, die charismatische Schimpansin aus dem Zoo in Arnheim. Der Titel des Buches und das erste Kapitel sind ihr als Nachruf gewidmet, da sie inzwischen verstorben ist. 


Was sind denn nun Emotionen? Stellt man diese in einem ersten Moment den Gefühlen gleich, so wird man hier eines Besseren belehrt. Mit Emotionen beschreibt der Autor eben nicht Gefühle (die sich im Inneren abspielen und anderen immer über Sprache nähergebracht werden), sondern nach außen erkennbare Zustände. Dazu gehört das Lächeln und Lachen ebenso wie Ausdrücke für Trauer, Zuneigung, Empathie und Mitgefühl aber auch negativ behaftete wie Ekel, Scham, Machtstreben, Wut und Aggression. 


Die Ausführungen zu den einzelnen Emotionen sind eine Mischung aus eigenen Forschungsergebnissen und jahrelanger Beobachtungen besonders von Menschenaffen, aus Ergebnissen der Hirnforschung gewürzt mit historischen Entwicklungen und Anekdoten aus der Zeit, die der Autor mit den Menschenaffen aber auch mit anderen Wissenschaftlern verbracht hat. Im Vergleich zu seinen älteren Publikationen kommen hier viel mehr andere Tiere als „nur“ Menschenaffen vor. So waren mir viele der Forschungsergebnisse zu Experimenten mit Ratten, Vögeln und Elefanten neu, während ich einige Geschichten zu den Menschenaffen bereits aus vorigen Büchern kannte. Diese wurden hier aber in einen neuen Kontext gesetzt. 


Bei der Beschreibung von Mama habe ich bewusst auf die Bezeichnung charismatisch zurückgegriffen, da der Anthropomorphismus – die Vermenschlichung von Tieren – ein Thema ist, das sich durch das Buch zieht. In den Ausführungen wird auf die Entwicklung in der Verhaltensbiologie eingegangen, was die Zuschreibung bestimmter Merkmale bei Tieren betrifft. Diese spiegelt sich auch im Text wieder. In älteren Büchern musste der Autor immer wieder seinen Standpunkt (dass der Mensch viel mehr mit den Tieren gemein hat, als von vielen gewollt) verteidigen, während er ihn hier mit neueren Forschungsergebnissen unterstreicht. Die Zuschreibung von Emotionen an Tiere – die heute vielen als normal erscheint – wäre vor Jahrzehnten nicht möglich gewesen. Vielleicht ist auch das mit ein Grund, dass der Vergleich Tier/Mensch hier ausgeglichener vorkommt und der Mensch häufig erwähnt wird. 


Wie aktuell das Buch ist, zeigt sich nicht nur in der Einbindung neuester Forschungsergebnisse – seine es eigene als auch von anderen Wissenschaftlern – sondern auch im Ansprechen von aktuellen Problemen. Besonders interessant fand ich dabei den Bogen den die Ausführungen schlagen. Dadurch, dass Emotionen bei Tieren durch Fakten belegt werden und selbst über das Vorhandensein eines Bewusstseins bei ihnen diskutiert wird, wird die Frage aufgeworfen, welchen Einfluss die Erkenntnisse auf heutige Haltungsbedingungen von Nutz- und Labortieren haben müssen. 


Immer wieder finden sich Illustrationen, deren Bildunterschriften Gesagtes noch einmal betonen. 


Fazit: Bereits die bisherigen Publikationen des Autors fand ich sehr interessant. Seine Liebe zu den Menschenaffen liest sich aus jedem seiner Bücher. Dieses Buch war allerdings noch einmal faszinierender, weil es den neuesten Stand der Forschung wiedergibt und ich es dadurch als hochaktuell empfand.

Kommentare: 9
18
Teilen

Rezension zu "Bonobos" von Frans de Waal

Der letzte Menschenaffe
annluvor einem Jahr

Als „letzter Menschenaffe“ bezeichnet wurden Bonobos lange Zeit für kleinere Schimpansen gehalten. Erst im letzten Jahrhundert als eigene Art entdeckt gibt es zu ihnen noch viel zu erforschen. Der Bildband verbindet Forschungsergebnisse in Zoos und im Freiland und zieht Vergleiche zur menschlichen Stammesgeschichte. 



Da der Bonobo – ebenso wie Schimpansen – als naher Verwandter des Menschen gilt, wird hier einleitend ein Blick auf die Abstammungslinie geworfen. Lange Zeit galt der Bonobo als Zwergaffe, der direkte Vergleich (dem auch hier ein Kapitel gewidmet ist) zeigt allerdings, wie unterschiedlich die Beiden sind, besonders, was ihr Sozialverhalten angeht. Diesem widmet sich der Ausflug zu den Forschungsstationen der freilebenden Bonobos. Da der Autor lange Zeit im Zoo lebende Tiere beobachtet und erforscht hat, zieht er diese immer wieder zu Vergleichen heran. 


Die Herausbildung eines Matriarchates und die verschiedenen Facetten ihrer Sexualität sind kennzeichnend für die Bonobos. Diese Themen nehmen auch hier den entsprechenden Stellenwert ein, wobei ein Vergleich der sozialen Struktur zum Menschen und seinen Vorfahren gezogen wird. In Bezug auf die Intelligenz wird auf Beispiele für Einfühlungsvermögen eingegangen. 


Um dem vielen Wissen aus dem Zoobereich auch andere Forschungsergebnisse gegenüberzustellen nimmt der Autor das Gespräch mit bekannten Freilandforschern auf. Die Interviews ergänzen den Text und zeigen auf, welche Verhaltensweisen sowohl in freier Wildbahn als auch im Zoo beobachtet wurden. 


Abwechselnd stehen sich Kapitel gegenüber, die sich der Wissensvermittlung über Texte verschrieben haben und solchen, die mit Fotografien arbeiten. So wird jedes Kapitel von Bildern abgeschlossen, die teils auf das bereits Besprochene eingehen und die Aussagen bestätigen, teils andere Aspekte aus dem Bonoboleben zeigen. 


Fazit: Ein Buch, das teilweise ein Bildband ist, teils aber auch ausführliches Wissen zum Thema vermittelt. Ich für meinen Teil kannte zwar vieles schon aus anderen Publikationen des Autors, kann mich der Faszination der Bonobos aber nicht entziehen. 


Kommentare: 1
14
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 54 Bibliotheken

auf 8 Wunschzettel

von 4 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks