Frans de Waal

 4,2 Sterne bei 41 Bewertungen
Autor von Der Affe in uns, Der Affe und der Sushimeister und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Frans de Waal

Frans de Waal, geboren 1948 in den Niederlanden, ist Professor für Primatenverhalten an der Emory University und Direktor des Living Links Center in Atlanta/USA. Er zählt zu den bekanntesten Primatenforschern der Welt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Frans de Waal

Cover des Buches Der Affe und der Sushimeister (ISBN: 9783423341646)

Der Affe und der Sushimeister

 (10)
Erschienen am 01.02.2005
Cover des Buches Primaten und Philosophen (ISBN: 9783423346597)

Primaten und Philosophen

 (4)
Erschienen am 01.02.2011
Cover des Buches Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote (ISBN: 9783608985047)

Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote

 (2)
Erschienen am 20.02.2019
Cover des Buches Das Prinzip Empathie (ISBN: 9783446236578)

Das Prinzip Empathie

 (3)
Erschienen am 01.01.2011
Cover des Buches Wilde Diplomaten (ISBN: 9783446160033)

Wilde Diplomaten

 (1)
Erschienen am 01.01.1991
Cover des Buches Eine schöne Verwandtschaft (ISBN: 9783485010191)

Eine schöne Verwandtschaft

 (1)
Erschienen am 01.03.2004
Cover des Buches Der gute Affe (ISBN: 9783446189621)

Der gute Affe

 (1)
Erschienen am 15.03.1997

Neue Rezensionen zu Frans de Waal

Cover des Buches Mamas letzte Umarmung: Die Emotionen der Tiere und was sie über uns aussagen (ISBN: 9783608964646)S

Rezension zu "Mamas letzte Umarmung: Die Emotionen der Tiere und was sie über uns aussagen" von Frans de Waal

Sorgt für mehr Verständigung
Schneeflammevor 5 Monaten

„Mamas letzte Umarmung- Die Emotionen der Tiere und was sie über uns aussagen“ von Frans de Waal mit der ISBN 9783608964646. Der Autor gilt als der weltweit führende Forscher auf diesem Gebiet Verhaltensforschung bei Tieren. Sind Affen die besseren Menschen? De Waal schildert anschaulich, wie Tiere – insbesondere Menschenaffen – empfinden, mitempfinden, leiden, sich freuen, sozial sind, trauern, wütend, umgänglich sind. Somit ein Muss für alle die gerne Tierdokus im Fernsehen sehen. Denn man lernt nicht nur etwas über Tiere, sondern auch erstaunliches über die eigene Rasse. „Als Menschen sich noch die Hand geben durften, rochen sie danach an der Hand, vor allem, wenn sie Kontakt zu einer Person gleichen Geschlechts hatten. Instinktiv halten wir unsere Hand nahe ans Gesicht, um die chemische Duftmarke wahrzunehmen, die Aufschluss über die Verfassung des anderen gibt“, schreibt der Primatenforscher. Und wieder sind wir ein Stück schlauer, denn auf jeder Seite gibt es etwas zum staunen. Zum anderen staunt man als Leser über die Beobachtungsgabe des Forschers. Somit ein sehr spannender Buchtitel.

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Cover des Buches Mamas letzte Umarmung: Die Emotionen der Tiere und was sie über uns aussagen (ISBN: 9783608964646)MartinAs avatar

Rezension zu "Mamas letzte Umarmung: Die Emotionen der Tiere und was sie über uns aussagen" von Frans de Waal

Emotionen treffen auf Wissenschaft
MartinAvor einem Jahr

Fast jeder Haustierbesitzer wird bestätigen, dass sein Tier Gefühle hat und auch Emotionen zeigen kann (sofern es die Mimik zulässt, bei manchen Tieren ist die Interpretation etwas schwierig) und dass uns Menschenaffen nahe gehen, beweist auch die Diskussion um Menschenrechte für Menschenaffen.
Frans de Waal beschreibt in seinem Buch die Gefühle und Emotionen von Tieren, hauptsächlich von Bonobos und Schimpansen und die Reaktionen des Menschen (meistens die vom Autor) darauf. Auch andere Tiere werden berücksichtigt, aber den größten Teil nehmen die Primaten ein (verständlich bei einem Primatologen als Autor)
Mamas letzte Umarmung ist ein Buch das wissenschaftliche Forschung und emotionale Beobachtungen gut miteinander verbindet ohne zu fachlich oder zu gefühlsbetont zu wirken. Ich will nicht sagen, dass der Autor den Menschenaffen auf Augenhöhe begegnet (das ist meiner Meinung nach zwischen unterschiedlichen Arten nicht möglich, egal was sich manche Menschen auch einreden wollen, aber ich will mit dieser Aussage den Menschen nicht über den Nichtmenschen stellen), aber seine Herangehensweise zeigt dem Leser, wie ähnlich (und manchmal doch verschieden) wir unseren Mitbewohnern sind.
Der Schimpanse (oder Bonobo, oder jedes andere Tier) wird nicht verniedlicht sondern ernst genommen, von wissenschaftlicher Seite (um die Beobachtungen zu erkennen und zu vergleichen) und auf emotionaler (menschlicher?) Seite (um Vergleiche ziehen zu können und die Beobachtungen begreifen zu können).

Der Leser lernt viel über die Emotionen der Tiere, lernt aber auf der anderen Seite viel über sich selbst und vielleicht begreift er seine Mitbewohner danach besser (wenn er das nicht schon tut)

Ein lesenswertes, lehrhaftes Buch, das aber leicht verständlich geschrieben wurde.
Ich hätte mir nur anstelle der Illustrationen Fotografien gewünscht.

Ein lesenswertes, lehrhaftes Buch, das aber leicht verständlich geschrieben wurde.

Ich hätte mir nur anstelle der Illustrationen Fotografien gewünscht.

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Cover des Buches Mamas letzte Umarmung: Die Emotionen der Tiere und was sie über uns aussagen (ISBN: 9783608964646)annlus avatar

Rezension zu "Mamas letzte Umarmung: Die Emotionen der Tiere und was sie über uns aussagen" von Frans de Waal

Menschliche und tierische Emotionen - aktuell und interessant
annluvor einem Jahr

*Worum es mir geht, sind emotionale Ausdrucksweisen, Körpersprache und soziale Dynamiken. Die sind bei Menschen und anderen Primaten so ähnlich, dass es keinen Unterschied macht, welche der beiden Spezies ich ins Visier nehme.*


Was sind Emotionen? Wie zeigen sie sich bei Mensch und Tier? Ausgehend von diesen Fragen stellt der Autor und langjährige Verhaltensforscher Frans de Waal nicht nur „seine“ Menschenaffen dem Menschen gegenüber. Er untersucht Tier und Mensch auf Gesichtsausdrücke und Körpersprache, die für bestimmte Emotionen stehen und stellt dabei neueste Forschungsergebnisse vor. 



Vorausschicken möchte ich, dass ich schon einige Bücher des Autors gelesen habe. So wird die Rezension aus dem Blickwinkel von jemanden ausfallen, der die Arbeit und die Publikationen von Herren de Waal bereits kennt. Wer schon Bücher des Autors gelesen hat, kennt Mama, die charismatische Schimpansin aus dem Zoo in Arnheim. Der Titel des Buches und das erste Kapitel sind ihr als Nachruf gewidmet, da sie inzwischen verstorben ist. 


Was sind denn nun Emotionen? Stellt man diese in einem ersten Moment den Gefühlen gleich, so wird man hier eines Besseren belehrt. Mit Emotionen beschreibt der Autor eben nicht Gefühle (die sich im Inneren abspielen und anderen immer über Sprache nähergebracht werden), sondern nach außen erkennbare Zustände. Dazu gehört das Lächeln und Lachen ebenso wie Ausdrücke für Trauer, Zuneigung, Empathie und Mitgefühl aber auch negativ behaftete wie Ekel, Scham, Machtstreben, Wut und Aggression. 


Die Ausführungen zu den einzelnen Emotionen sind eine Mischung aus eigenen Forschungsergebnissen und jahrelanger Beobachtungen besonders von Menschenaffen, aus Ergebnissen der Hirnforschung gewürzt mit historischen Entwicklungen und Anekdoten aus der Zeit, die der Autor mit den Menschenaffen aber auch mit anderen Wissenschaftlern verbracht hat. Im Vergleich zu seinen älteren Publikationen kommen hier viel mehr andere Tiere als „nur“ Menschenaffen vor. So waren mir viele der Forschungsergebnisse zu Experimenten mit Ratten, Vögeln und Elefanten neu, während ich einige Geschichten zu den Menschenaffen bereits aus vorigen Büchern kannte. Diese wurden hier aber in einen neuen Kontext gesetzt. 


Bei der Beschreibung von Mama habe ich bewusst auf die Bezeichnung charismatisch zurückgegriffen, da der Anthropomorphismus – die Vermenschlichung von Tieren – ein Thema ist, das sich durch das Buch zieht. In den Ausführungen wird auf die Entwicklung in der Verhaltensbiologie eingegangen, was die Zuschreibung bestimmter Merkmale bei Tieren betrifft. Diese spiegelt sich auch im Text wieder. In älteren Büchern musste der Autor immer wieder seinen Standpunkt (dass der Mensch viel mehr mit den Tieren gemein hat, als von vielen gewollt) verteidigen, während er ihn hier mit neueren Forschungsergebnissen unterstreicht. Die Zuschreibung von Emotionen an Tiere – die heute vielen als normal erscheint – wäre vor Jahrzehnten nicht möglich gewesen. Vielleicht ist auch das mit ein Grund, dass der Vergleich Tier/Mensch hier ausgeglichener vorkommt und der Mensch häufig erwähnt wird. 


Wie aktuell das Buch ist, zeigt sich nicht nur in der Einbindung neuester Forschungsergebnisse – seine es eigene als auch von anderen Wissenschaftlern – sondern auch im Ansprechen von aktuellen Problemen. Besonders interessant fand ich dabei den Bogen den die Ausführungen schlagen. Dadurch, dass Emotionen bei Tieren durch Fakten belegt werden und selbst über das Vorhandensein eines Bewusstseins bei ihnen diskutiert wird, wird die Frage aufgeworfen, welchen Einfluss die Erkenntnisse auf heutige Haltungsbedingungen von Nutz- und Labortieren haben müssen. 


Immer wieder finden sich Illustrationen, deren Bildunterschriften Gesagtes noch einmal betonen. 


Fazit: Bereits die bisherigen Publikationen des Autors fand ich sehr interessant. Seine Liebe zu den Menschenaffen liest sich aus jedem seiner Bücher. Dieses Buch war allerdings noch einmal faszinierender, weil es den neuesten Stand der Forschung wiedergibt und ich es dadurch als hochaktuell empfand.

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