Frans de Waal Der Affe und der Sushimeister

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Inhaltsangabe zu „Der Affe und der Sushimeister“ von Frans de Waal

Ein neuer Blick auf die alte Frage nach dem Unterschied zwischen Natur und Kultur§§Als Grundlage für die menschliche Kultur gelten gemeinhin die Fähigkeiten zu lernen, Symbole zu verwenden, Werkzeuge zu gebrauchen, Spiele zu benutzen, Wissen weiterzugeben. Wenn man dies in Betracht zieht, geht man mit einem völlig neuen Blick durch die Tierwelt, denn die scharfe Trennung von Natur und Kultur wirkt dann absurd. Außer den uns genetisch am nächsten stehenden Menschenaffen gibt es viele Tiere, die diese Fähigkeiten besitzen, wie Frans de Waal anhand zahlreicher Beispiele zeigt. Die »kulturelle Brille« des Westens kann auch blind machen.

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  • Rezension zu "Der Affe und der Sushimeister" von Frans de Waal

    Der Affe und der Sushimeister
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. November 2012 um 20:02

    Frans de Waal hinterfragt zuerst ausführlich den Begriff 'Kultur' und kommt dann zu seiner Definition: 'Kultur ist eine Lebensweise, die von den Mitgliedern einer bestimmten Gruppe geteilt wird, aber nicht zwangsläufig auch mit den Mitgliedern anderer Gruppen derselben Spezies. Sie umfaßt Kenntnisse, Gewohnheiten und Fertigkeiten einschließlich zugrundeliegender Tendenzen und Präferenzen, die aus den ständigen Begegnungen mit anderen und dem Lernen von ihnen abgeleitet sind. Überall dort, wo systematische Unterschiede im Hinblick auf Kenntnisse, Gewohnheiten und Fertigkeiten zwischen Gruppen nicht durch genetische oder ökologische Faktoren erklärt werden können, sind sie vermutlich kulturell bedingt. Die Frage, wie Individuen voneinander lernen, ist zweitrangig: es kommt lediglich darauf an, daß sie es tun. Somit fallen Kenntnisse, Gewohnheiten und Fertigkeiten, die von Individuen aus eigenem Antrieb erworben werden, nicht unter diesen Begriff der Kultur'. (S. 36/37) Der Autor beginnt nun mit einigen Beispielen der sogenannten 'Affentischgesellschaften', die im 19. Jahrhundert in Zoos und Menagerien üblich waren, wo die Tiere in Kleidung (z.B. Frack und Zylinder) am Tisch sitzen mußten und der Lächerlichkeit preisgegeben wurden, in dem sie versuchen mußten, mit Messer und Gabel zu essen. Man amüsierte sich über sie. Diese Erheiterung führt de Waal darauf zurück, daß der Mensch seine Zivilisiertheit auf den Gebrauch von Besteck begründet. Die Tiere müssen versagen, damit das menschliche Ego nicht bedroht wird. 'Indem wir Tieren erlauben, uns zu karikieren, erreichen wir, daß sie noch lächerlicher wirken, was uns wiederum die Möglichkeit bietet, über jegliche Zweifel, die wir an uns selbst hegen mögen, hinwegzulachen.' (S. 11/12) De Waal beschreibt nun mit vielen Beispielen anhand unterschiedlichster Tierrassen deren soziale Fertigkeiten, u. a. das soziale Lernen. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit den Bonobos, auch Zwergschimpansen genannt. Es ist eine Primatenart aus der Familie der Menschenaffen. Besonders faszinierend sind de Waals Beschreibungen - von musikalischen Tieren, die Musikstile unterscheiden konnten und Mozart bevorzugten - von malenden Primaten, die böse wurden, wenn man ihnen ein Bild wegnahm, an dem sie gerade arbeiteten, und die nach Wiedergabe an genau denselben Stelle weitermalten, an der sie aufgehört hatten (Picasso hatte ein solches Bild an der Wand hängen), - von Tauben, die impressionistische Schulen und individuelle Malstile unterscheiden können, - von einer Makakin, die sich in einen Forscher verliebte, nach vielen Jahren bei seiner Rückkehr sofort wiedererkannte und daraufhin besonders garstig gegenüber dessen Frau war, - von Orang-Utans, die sich die Zähne putzten, als sie das bei den Forschern sahen - von sprachtrainierten Affen, die, als sie Bilder von Menschen oder Tieren sortieren sollten, ihr eigenes Bild zu den Portraits mit den Menschenfotos legten. Das Buch zu lesen macht Spaß und Freude, nicht nur wegen der oft lustigen und faszinierenden Begebenheiten, die de Waal schildert, sondern vor allem auch, weil hier einer für die empfindsamen Lebewesen Partei ergreift und die Gesellschaft auffordert, die bisherigen Anschauungen zu hinterfragen.

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