Frans de Waal Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote

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Inhaltsangabe zu „Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote“ von Frans de Waal

Woher kommt die Moral? Wie hilft sie uns dabei, richtig zu handeln? De Waal beantwortet Fragen rund um Moral und Humanismus mit Blick auf Primaten und andere Tiere, die uns erstaunlich nahestehen: Im gottlosen Universum beobachtet er, wie Menschenaffen gerecht, kooperativ und empathisch handeln.

Der weltbekannte Primatenforscher Frans de Waal nimmt uns mit auf eine erfrischende, philosophische Reise, bei der die lange Tradition des Humanismus ebenso zu Wort kommt wie das Sozialverhalten im Tierreich. Er untersucht, welche Konsequenzen seine Forschungen für unser Verständnis von moderner Religion haben. Ganz gleich, welchen Einfluss die Religion auf den Moralkodex des Menschen genommen hat, sie ist nicht die Urheberin unserer Moralität. Der Autor fordert die Leser auf, sich konstruktiv mit Fragen wie diesen auseinanderzusetzen: Welche Rolle spielt die Religion heutzutage in einer gut funktionierenden Gesellschaft? Wo können Gläubige und Nichtgläubige Inspiration für eine gute Lebensführung finden?

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  • Was Gesellschaften zusammenhält und dem Einzelnen Orientierung vermittelt

    Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote

    michael_lehmann-pape

    16. November 2015 um 13:31

    Was Gesellschaften zusammenhält und dem Einzelnen Orientierung vermittelt Nicht nur menschlichen Gesellschaften, wie Frans De Waal nachweist, in so ziemlich jedem sozialen Verbund herrschen soziale Regeln, gibt es einen Rahmen, der das Zusammenleben der Gruppe, des Rudels, der jeweiligen Gesellschaft regelt und ordnet. Eine Form des „sozialen Rahmens“ zum „Guten“ (für die jeweilige soziale Gruppe) hin, die nach den Beobachtungen De Walls zunächst aus einem „Gefühl“ heraus (sprich aus einer dem Wesen inne liegenden Intuition und intrensischen Motivation) erwächst. Nicht umsonst nimmt De Waal bei diesem fundierten Blick auf die moralischen Grundsätze auch in „Tier-Gesellschaften“ wie der Bonobos im Titel des Buches die 10 Gebote mit auf. Im jahrhundertealten Streit über die Rolle der Religion (als Chiffre dafür, dass dem Menschen als grundlegend entweder eher „böses“ Wesen (Erbsünde) oder, abgemildert, als „neutral“ gut und böse gegenüber eingestellt) legen De Waals Erkenntnisse nahe, dass es eben nicht einer „Information“ von Außen in Fragen der Moral bedarf, dass Moral aus dem Leben selbst erwächst und nicht durch eine Gott, eine Religion, einen äußeren Druck heraus dem Menschen „hineingegeben“ muss. Die wesentliche Grundfähigkeit zur Moral, zur sozialen Abgleichung von Interessen, findet De Wall hierbei vor allem in der Fähigkeit zur Empathie, der Erkenntnis dessen, was für ein anderes Wesen, einen anderen Teilnehmer der jeweiligen sozialen Gruppe wichtig, bedeutsam oder notwendig ist. Diese Form der Empathie führt zu sozialem Verhalten und wird, unter Menschen zumindest, dann im weiteren rational weitergeführt, begründet, ausformuliert und im „Feinschliff“ differenziert. Dennoch, auf das soziale Wesen Mensch konzentriert, dienen Religion und Philosophie eben zu dieser Verfeinerung, zur tieferen Verankerung und Fortentwicklung der urtümlichen Formen im Wesen (nicht nur des Menschen) angelegter „wohlwollender“ Verbindung untereinander und damit der Moral. Auf einem Weg, auf dem unter Umständen die sozialen Regeln, der soziale „Klebstoff“ eben nicht, wie im Tierreich, zunächst durch Kampf und das Herstellen einer sozialen „Hackordnung“ hergestellt werden muss. „Impulskontrolle ist der Schlüssel zur Moral“, so fass De Waal seine Ergebnis unter anderem im Buch zusammen und verneint damit die unabdingbare Notwendigkeit einer Religion für die Entwicklung von und die Einsicht in moralische soziale Regeln. Mit durchaus weitreichenden Folgen, denn gerade, was das Motiv der „Angst vor Bestrafung“ angeht, letztlich einer der Grundpfeiler sozialer Kontrolle und eben auch religiösen Denkens arbeitet De Waal sehr deutlich heraus, wieviel von diesem kontrollierenden Gefühl reinweg „gemacht“ ist und den Menschen in seiner Entfaltung auch seiner „natürlichen Moral“ eher hindert denn fördert. Wenn die Formen der Angst durch Religion nicht verlassen werden. Auch die im Titel erwähnten 10 Gebote betrachtet de Wall differenziert und fundiert im Buch erkennbar als Menschenwerk und weniger der Welt der Moral im eigentlichen zugeordnet als der Herstellung von „gegenseitigem Respekt“ und Respekt eben der Hierarchie der Religion gegenüber. Offenkundig zumindest herrscht weltweit eben nicht „die gleiche Moral“, sondern eine eher konkrete Ausprägung in konkreten gemeinsamen Lebensformen (was De Waal an der unterschiedlichen Handhabung der Sexualität und dem Stellenwert der sexuellen Eifersucht in den verschiedenen sozialen Gruppen lebhaft und plastisch erläutert. Religion in den Erkenntnissen De Waals findet ihren wesentlichen Ausdruck in der menschlichen Gesellschaft somit nicht in der „Herstellung“ von Moral, sondern in der „Ausformulierung“, Vertiefung und Differenzierung wesentlicher Werte, die aus dem sozialen Sein vor allem der Primaten hervorgegangen sind. Eine sehr intelligente, ruhige und sachliche Lektüre, die eines der wesentlichen Elemente sozialen und menschlichen Seins „auf die Füße“ stellt, einen Ausblick auf Alternativen zu Religionen eröffnet, und Religionen dogmatisch zu „verdammen“, sondern auch deren wichtigen und wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung der sozialen Gemeinschaft würdigt.

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