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vor 3 Jahren

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Ein gut gewürztes Jahrhundert

Rose, schräge Heldin von "Ein Diktator zum Dessert", dem neuesten Roman des preisgekrönten französischen Schriftstellers Franz-Olivier Giesbert, ist eine ehrwürdige 100-jährige Dame mit einem urwüchsigen Talent zum Kochen und hat viel zu erzählen. Während ihres langen Lebens hat sie allerlei Abenteuer erlebt, vor allem aus kulinarischer Sicht.
Habt ihr Lust, zusammen mit Rose das 20. Jahrhundert Revue passieren zu lassen?

Zum Inhalt
Rose ist 105 Jahre alt, eine begnadete Köchin mit einem kleinen Restaurant in Marseille. Sie hat den Genozid an den Armeniern, die Schrecken der Nazizeit und die Auswüchse des Maoismus erlebt. Deshalb hat sie vor nichts und niemandem mehr Angst. Für den Fall, dass ihr jemand blöd kommt, trägt sie immer einen Colt in der Tasche. Sie lässt sich von Mamadou, ihrem jugendlichen Gehilfen im Restaurant, auf dem Motorrad durch Marseille kutschieren, hört Patti Smith, treibt sich im Internet auf Singlebörsen herum und denkt auch im biblischen Alter immer nur an das Eine. Und sie meint, dass sie nun alt genug ist, ihre Memoiren zu schreiben: Um das Leben zu feiern und die Weltgeschichte das Fürchten zu lehren.

Leseprobe

Zum Autor
Franz-Olivier Giesbert, 1949 in Wilmington (USA) geboren, lebt seit seinem dritten Lebensjahr in Frankreich. Nach der Ausbildung zum Journalisten arbeitete er zunächst im Feuilleton von Paris-Normandie, bis er sich 1971 mit dem Nouvelle Observateur dem politischen Journalismus zuwandte. Ab 1998 war er Chefredakteur von Le Figaro, ab 2000 von Le Point. Außerdem moderiert er literarische Sendungen im Fernsehen. Seit 1977 schreibt er Romane und Biografien, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde und die in viele Weltsprachen übersetzt wurden.

Zusammen mit carl's books verlosen wir 25 Exemplare von "Ein Diktator zum Dessert" unter allen, die Rose und ihre Memoiren unbedingt kennenlernen möchten. Wenn ihr diesen Roman im Rahmen einer Leserunde lesen, euch darüber austauschen und am Ende eine Rezension schreiben möchtet, dann bewerbt euch* bitte bis zum 22.03., indem ihr auf folgende Frage antwortet:

Mit ihren 105 Jahren hat Rose schon sehr viel erlebt. Wichtige Ereignisse des 20. Jahrhunderts haben ihr Leben geprägt.
Welches ist für euch das wichtigste, beeindruckendste, unvergesslichste Ereignis des 20. Jahrhunderts?


Auf eure Antworten freue ich mich!

Ich wünsche euch viel Glück!

* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.

Autor: Franz-Olivier Giesbert
Buch: Ein Diktator zum Dessert

TinaLiest

vor 3 Jahren

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Ab sofort könnt ihr euch bewerben!

seschat

vor 3 Jahren

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Ich habe große Lust, die 105-jährige Rose auf ihrer (kulinarischen) Reise in die Vergangenheit zu begleiten. Denn das 20. Jahrhundert war eine turbulente Zeit. Zudem spielt der Titel auf einen Diktator an. Dabei frage ich mich als historisch interessierte Leserin, wer dies sein wird? Hitler, Mao oder Franco?
Jetzt bin ich mehr als neugierig ;-)

Nun zur Frage:
Wichtige Ereignisse gibt es viele in dieser Zeit. Zum einen wären dies die beiden Weltkriege und die stürmischen Regierungswechsel in Europa, vor allem in Deutschland (Kaiserreich - Republik - Diktatur - BRD und DDR).
Wenn ich an das 20. Jahrhundert denke, dann fällt mir zuerst die Zeit der Golden Zwanziger Jahre ein. Von der Musik/Tanz (Charleston, Jazz etc.) und Kunst (Bauhaus, Neue Sachlichkeit) über die Kleidung (Federboa, Zylinder, Perlenkettten) bis zu den Medien (Radio, Film) gab es vielfältige Neuerungen und Erfindungen. Einfach eine sehr lebhafte, mondäne Zeit.

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Deengla

vor 2 Jahren

Leseabschnitt 3: Kapitel 28 - Kapitel 41
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bookgirl schreibt:
Auf jeden Fall hat sie ein krankes und gestörtes Verhältnis zu Männern, was ganz sicher durch ihre Kindheit begründet ist. Denn normal ist das nicht, wie sie bereit ist sich ständig zu erniedrigen nur um Männern zu gefallen

Gestörtes Verhältnis ja, aber ich sehe es doch ein wenig anders. Denn oft handelt sie nicht so, um Männern zu gefallen - ich sehe es eher als manipulative Akte, Mittel zum Zweck. Oder manchmal auch einfach nur Selbstbestätigung bzw. Befriedigung der eigenen Triebe ohne Rücksicht auf Verluste.

Wo sie sich (scheinbar) erniedrigt, ist für mich nur bei Gabriel der Fall mit ihren diversen Selbstverletzungen. Doch auch hier sagt sie ja selbst, dass sie ihn dann mehr geliebt hat, als sie ihn nicht mehr hatte bzw. haben konnte. Eventuell also auch hier mehr Egobeweis als wahre Liebe.

Deengla

vor 2 Jahren

Leseabschnitt 4: Kapitel 42 - Ende

So schnell war also Rose wieder aus Himmlers Leben verschwunden. Wahrscheinlich mit ein Grund, warum ich mit dem ganzen Rose-Himmler-Szenario leichte Schwierigkeiten hatte. So schnell spielt sie angeblich eine dermaßen wichtige Rolle, sie kommt nach Berlin nach - und dann schwupps, ist es wieder vorbei. Hm, naja, wie so oft: Ansichtssache.

Hier hat sich also die Identität von Renate bestätigt, was man vorher vermutet hat. Obwohl es keine Überraschung war, fand ich es ganz interessant, was man doch über sie erfahren hat und wie Rose auf diese Informationen reagiert hat.

Der Abschied von Theo hat mich schon ziemlich berührt, was mich ehrlich gesagt überrascht hat. Andererseits hatte Rose ja wirklich eine besondere Beziehung zu diesem Salamander und dass sie ihn ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt im Leben freigelassen hat, finde ich passend.

Den Mord an Lavisse fand ich sehr brutal. Mir scheint, dass Rose immer skrupelloser und gewalttätiger wurde, sie es also auf gewisse Art und Weise zu genießen scheint, diese Macht über Leben und Tod auszuüben.

Die Jahre danach, v.a. die Zeit in den USA und Peking, gingen für mich fast ein wenig zu schnell vorüber. Schön, dass hier Mao ebenfalls geschickt in Roses Lebensgeschichte eingeflochten wurde.

Roses sieben Gebote, die sie bei ihrer Geburtstagsfeier austeilt, passen zu ihr, so, wie man sie kennengelernt hat. Ich finde, sie charakterisieren sie und ihre Handlungsweisen wirklich sehr gut. Doch die Tatsache, dass sie tatsächlich solche Weisheiten aufschreibt und verteilt, passen nicht so ganz zu meinem Bild von ihr. Eventuell hätte mir dieser Abschnitt zu Beginn des Buches besser gefallen und neugierig auf ihr Leben gemacht. So hätte ich schon mal einen Einblick in ihre Lebenssicht erhalten. Aber irgendwie ist es für mich hier nicht ganz rund. Ein wenig doppelt gemoppelt bzw. am Schluss noch mal für die ganz Dummen einen drauf gesetzt, salopp gesagt.

Die Rezepte am Ende sind eine nette Idee, aber ich denke nicht, dass ich davon etwas nachkochen werde. Entsprechen halt nicht meinem Geschmack.

Deengla

vor 2 Jahren

Leseabschnitt 4: Kapitel 42 - Ende

lippunermarc schreibt:
Die verpasste Chance, die Tochter kennenzulernen, die Geschichte des kranken Enkels, die lesbischen Jahre... all das erschien mir zu bemüht. Auch, weil hier die Figuren zu schnell wieder "entsorgt" wurden. Dass so das Leben sei, und es symptomatisch sei für die Figur der Rose werden andere Leser_innen antworten, ich fühlte mich hier um ein oder zwei spannende Episoden gebracht. Kurzum: der letzte Teil war von der Episodenstruktur angenehm zu konsumieren, im Vergleich zu den wesentlich längeren Geschichten des zweiten und dritten Teils bekommen die letzten Seiten ein Ungleichgewicht. Aber - aus der Psychologie der Figur heraus gedacht - mag es ja vielleicht stimmen, dass die erzählenswerten und nachhaltigsten Momente ihres Lebens während des zweiten Weltkriegs stattfanden.

Das mit dem "Entsorgen" der Figuren ist ein gut gewählter Begriff, der es meiner Meinung nach wirklich trifft. So ging es mir auch. Die lesbische Episode war für mich am schwersten abzukaufen, warum auch immer. Gerne hätte ich über die ein oder andere Begebenheit bzw. Episode aus Roses Leben mehr erfahren.

Vielleicht würde ich anders denken, wenn nach der ganzen Nazizeit Roses Leben etwas langweiliger und geordneter verlaufen wäre. Aber so hat sie doch einfach wahnsinnig viel erlebt und ich fühle mich als Leserin ein ganz klein wenig betrogen, dass vieles nur ansatzweise und im Zeitraffer erzählt wurde. In dieser Geballtheit von Erlebnissen büßt die Figur Rose meiner Meinung nach auch einiges an ihrer Glaubwürdigkeit ein, was ich schade finde. Natürlich macht es sie dadurch interessanter, aber mir persönlich hätte ihr schon reichlich bewegtes Leben davor ausgereicht.

Deengla

vor 2 Jahren

Leseabschnitt 4: Kapitel 42 - Ende

aba schreibt:
Und wie fandt ihr Roses Leben? Ich bleibe dabei: ein Stück Geschichte des 20. Jahrhunderts. Aber ihr Leben allein ist sehr beeindruckend, einmalig. Könnt ihr Rose verstehen? Könnt ihr ihr auch diese heilende Wirkung der Rache verstehen? Ich denke, fast jeder von uns führt so eine "Hassliste" wie Rose, wenn nicht schriftlich, mindestens gedanklich. Nur die wenigsten geben es zu. Oder findet ihr meine Theorie zu gewagt?

Mir hat Roses Geschichte ebenfalls wirklich sehr gut gefallen. Ein paar kleinere Stellen gab es, mit denen ich Problemchen hatte, im Großen und Ganzen aber eine wirklich beeindruckende Geschichte, die ich bereits weiterempfohlen habe.

Rose kann ich insofern verstehe, da ja alles aus Roses Sichtweise geschildert wurde (sicherlich auch schon oft stark gefiltert) und mir ihre Beweggründe völlig klar und daher auch nachvollziehbar für sie als Figur sind. Rachefantasien bzw. kleine Hasslisten hat sicherlich jeder, aber ich denke die wenigsten sind wie Rose so dermaßen von sich und ihren Motiven überzeugt, dass sie nach einem - wie auch immer gestalteten Racheakt - ruhigen Gewissens und ohne groß darüber nachzudenken weiterleben können. Ich bleibe dabei: Rose verdrängt bzw. verklärt ganz schön und biegt sich einiges so zurecht, eventuell auch unbewusst als Selbstschutzmaßnahme, dass sie wiederholt und dermaßen konsequent Rache ausüben kann. Außerdem vermute ich ja, dass sie es insgeheim genießt und so eine gewisse sadistische Ader auslebt.

Deengla

vor 2 Jahren

Leseabschnitt 4: Kapitel 42 - Ende
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seschat schreibt:
Wieder rächt sie sich, um Frieden zu finden. Für mich ist es einfach zu viel Rache. Dann wieder einige Ortswechsel - USA, Peking, Marseille. Und dann noch die Liebe zu einer Frau, nee, das ist mir eindeutig zu viel des Guten. Fiktional hin oder her.

Ja, stimme zu. Hier hätte man wirklich mehr als nur einen Gang zurückschalten können.

Deengla

vor 2 Jahren

Leseabschnitt 4: Kapitel 42 - Ende

Linker_Mops schreibt:
Ein Stück Geschichte des 20. Jahrhunderts? Ja, definitiv. Wobei ich den Eindruck hatte, dass die Erzählung nach dem 2. Weltkrieg, also wo sie in Peking war, ziemlich aufgesetzt wirkte. So als hätte der Autor noch irgendwas aus der 2. Hälfte des 20. Jh. gebraucht, aber eigentlich keine richtige Lust mehr zum Schreiben hatte bzw. nicht die gleiche Inspiration / Flair zum Erzählen hatte, wie im Rest des Buches.

Wobei ich mich hier gefragt habe, ob der Autor diese Stellen vielleicht doch mehr ausgeführt hatte und dann quasi vom Verlag zu Kürzungen gedrängt wurde? Denn irgendwie habe ich diesen Eindruck.

Deengla

vor 2 Jahren

Fazit/Rezension

Vielen Dank, dass ich bei dieser Leserunde dabei sein durfte.

Meine Rezension:
http://www.lovelybooks.de/autor/Franz--Olivier-Giesbert-/Ein-Diktator-zum-Dessert-1123801925-w/rezension/1158526155/

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