Franz Binder

 3,8 Sterne bei 8 Bewertungen
Autorenbild von Franz Binder (© privat)

Lebenslauf von Franz Binder

Franz Binder, Jahrgang 1952, lebt und arbeitet in München als freischaffender Schriftsteller, Fotojournalist und Grafiker. Bislang etwa 30 Buchveröffentlichungen in verschiedenen Verlagen, darunter zwei Romane, eine Reihe von Sachbüchern und mehrere Bildbände, in denen auch seine fotografische Arbeit dokumentiert ist. In den letzten Jahren veröffentlichte Franz Binder mehrere Bände über den tibetischen Kulturkreis: »Tibet – Land und Kultur« (Hirmer Verlag) »Bhutan – Königreich des Donnerdrachen« (Hirmer Verlag), »Kailash – Reise zum Berg der Götter« und eine Biografie des Dalai Lama (dtv). Im Hirmer Verlag erschien zudem der Bildband »Mittelasien – Tor zwischen zwei Welten«. Außerdem bei dtv Bücher über Musik: »Oper – Kleine Philosophie der Passionen« und eine Biografie von Georg Friedrich Händel. Mehrere seiner Bücher sind auch als Hörbuch verfügbar und wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. Zur Verschiedenheit seiner Themen sagt Franz Binder: »Schreiben ist mir Ausdruck der verschiedenen Facetten meines Lebens. Daher schreibe ich über alles, das mich bewegt, das mich interessiert, das mich herausfordert, neugierig macht, persönlich angeht. Das ist der rote Faden, der meine Bücher verbindet, so unterschiedlich sie scheinen, so verschiedenen Genres sie angehören mögen.«

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Franz Binder

Cover des Buches Amala (ISBN: 9783485013376)

Amala

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Erschienen am 03.02.2011
Cover des Buches Die schönste Reise meines Lebens (ISBN: 9783765457753)

Die schönste Reise meines Lebens

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Erschienen am 22.03.2012
Cover des Buches Zucker - der süße Verführer (ISBN: 9783935767378)

Zucker - der süße Verführer

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Erschienen am 17.06.2014
Cover des Buches Dalai Lama (ISBN: 9783423310802)

Dalai Lama

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Erschienen am 01.05.2005
Cover des Buches Der Sonnenstern (ISBN: 9783843461863)

Der Sonnenstern

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Erschienen am 28.10.2014
Cover des Buches Der Name der Finsternis (ISBN: 9783943824711)

Der Name der Finsternis

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Erschienen am 08.10.2013
Cover des Buches Georg Friedrich Händel (ISBN: 9783423247108)

Georg Friedrich Händel

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Erschienen am 27.01.2009
Cover des Buches Ziegenschnitzel vegetarisch (ISBN: 9783943824605)

Ziegenschnitzel vegetarisch

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Erschienen am 08.10.2013

Neue Rezensionen zu Franz Binder

Cover des Buches Der Sonnenstern (ISBN: 9783843461863)
G

Rezension zu "Der Sonnenstern" von Franz Binder

lieber "gewöhnliche Fantasy" lesen und einen Meditationskurs machen
gerda_badischlvor einem Jahr

Die Geschichte

auf dem Kontinent Atlan (dessen Kultur sehr an die alten Griechen erinnert) beginnt eine Zeit des Umbruchs. Das alte, aber schwache Herrschergeschlecht der Tat-Tsok, das der "guten" Gottheit Tat gedient hat, wird von den Xem, zaubermächtigen und intriganten Priestern des "bösen" Gottes Be'el, entmachtet. 

Der Gurena Rah-Seph und sein Freund Aelan-Y, der von den weisen Namaii auf eine spirituelle Reise geschickt worden ist, (und noch einige andere Menschen) werden in den Strudel der Ereignisse hineingezogen.

Es stellt sich bald heraus, dass ihre Verbindungen untereinander nicht erst in diesem Leben entstanden sind, und dass sie wichtige Aufgaben für ihr Land und die Menschheit zu erfüllen haben. ...

Die Philosophie (laienhaft zusammengefasst):

Der Sieg des Guten über das Böse ist nicht das wahre Ziel, sondern nur eine Phase im ewigen Lauf des Ehfem (das sich in den gegensätzlichen Kräften von Elrach und Elroi äußert). Eigentlich geht es für alle Menschen um die Erkenntnis, dass alles der Einen Kraft entspringt, und um eine Lebensführung "auf der Schneide des Schwertes", zwischen Elrach und Elroi. 


Kommentar:

Wer sich schon einmal mit östlicher Weisheitslehre befasst hat, wird es vielleicht auch bemerkt haben: Ersetze die unverständlichen Wörter oben durch  "Yin" und "Yang" und "Dao" (oder Ähnliches), und alles erscheint uns gleich um vieles bekannter. Dass Taoismus und Buddhismus Pate gestanden haben für die Philosophie des Sonnensterns ist offensichtlich.

Ich selbst habe mich schon viel mit diesen Richtungen beschäftigt, und Sätze wie der folgende lassen bei mir alle Saiten klingen. Ob Leser ohne Vorwissen etwas damit anfangen können, kann ich schlecht abschätzen.

"... der Weg des Sonnensterns ist das Tun ohne zu tun. Das zu tun, was dein Herz dir befiehlt, ohne dich an dein Tun zu binden. Das zu tun, was zur Erkenntnis der Einen Kraft führt. Das Tun, das nicht berührt ist vom Wollen. Dieser Weg ist eng wie die Schneide eines Schwertes. Manchmal mag es unsinnig scheinen, was die Stimme des Sonnensterns fordert. Deine Vernunft wird sich auflehnen gegen sie, wird tausend Dinge ins Feld führen, die besser scheinen und notwendiger, aber der Sonnenstern wirkt über die Grenzen des kleinen Ich hinaus, das nur sein eigenes vergängliches Wohl sucht. Der Sonnenstern wirkt für das Ganze. Schaue immer auf die Gesamtheit ... nie auf die Teile." (S. 386)

So weit - so gut. Jetzt kommt leider das große Aber. Ich zitiere wieder:

"... er sah, wie die Dinge zusammenhingen, so, als betrachte er ein Labyrinth von oben. Es war alles so einfach, dass Aelan sich wunderte, warum er es nicht früher schon begriffen hatte. Es war von solch simpler Natürlichkeit, dass eine Welle heiteren Glücks in Aelan aufstieg, ein Lachen über seine eigene Beschränktheit. Für die Dauer dieses Blitzes war Aelan nicht Betrachter der Wahrheit, sondern die Wahrheit selbst. Er war eingedrungen in sie, war eins mit ihr geworden, doch gleichzeitig wusste er, dass er sie nie würde in Worte kleiden können, dass keine Erinnerung ausreichend war, sie zu fassen, dass die einzige Art, sie ganz zu erkennen, darin bestand, sich in ihr zu verströmen, zu verschmelzen mit ihr, bis es keine Trennung mehr von ihr gab. Doch bevor diese Erkenntnis ganz in ihm gereift war, war der Blitz erloschen." (S. 379)

Meditierende wissen das. Sobald man die großen Erkenntnisse in Worte fasst, werden sie unverständlich - oder trivial. Und leider ist auch Franz Binder das Wunder nicht geglückt.

Aus einer gut dargestellten Weisheitslehre kombiniert mit einer gut ausgedachten (oder auch abgeschriebenen) High-Fantasy-Story ist kein guter spiritueller Fantasy-Roman geworden...

... sondern ein langatmiges Machwerk, das sich manchmal mehr wie ein Geschichte-Buch liest. Die meisten Szenen, in denen Lehrer oder weise Männer "gescheit daherreden", tragen weder zum Verlauf der Geschichte bei, noch zu neuer Erkenntnis. Von den insgesamt fast 800 Seiten waren sicher mehr als die Hälfte nur eine unnötige Leseanstrengung.

Zu meinem Punkteabzug tragen noch einige andere Kleinigkeiten bei:

  • die Frau, die nichts anderes tun darf als schön sein und sich retten lassen.
  • die eigenartigen, un-einprägsamen Namen von Menschen, Göttern, Kräften, Musikinstrumenten, Speisen - warum kann Bier nicht Bier sein, Astralreisen Astralreisen und ein Krieger ein Krieger?
  • das Wort "schlitzartig" ... was - außer einem Schlitz - könnte so sein? :-)


Fazit:

3,5 Sterne. Weil die Geschichte nicht uninteressant war und ich ein paar spirituelle "Schubser" bekommen habe. Aber keine Leseempfehlung: lieber "gewöhnliche" Fantasy lesen und unabhängig davon das Meditieren lernen.

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Cover des Buches Die schönste Reise meines Lebens (ISBN: 9783765457753)
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Rezension zu "Die schönste Reise meines Lebens" von Franz Binder

Rezension zu "Die schönste Reise meines Lebens: 40 Lieblingsreisen von erfahrenen Reiseautoren"
HeikeGvor 11 Jahren

Gelassene Schönheiten
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"Der Gewinn eines langen Aufenthaltes außerhalb unseres Landes liegt vielleicht weniger in dem, was wir über fremde Länder erfahren, sondern in dem, was wir dabei über uns selbst lernen." Diese Worte prägte der französische Schriftsteller und Politiker Roger Peyrefitte. Sie stehen treffend für den vermittelten Inhalt dieses Buches. Denn die insgesamt 40 sehr persönlichen Reportagen von 37 Reiseautoren passen nicht zum Stil eines herkömmlichen Tourismusführers. Sie sprechen ganz individuelle Einladungen zu Entdeckungsreisen aus, "mit viel Platz für Freiräume und Fantasien, mit Akzentuierungen und Anregungen", wie es Jochen Müssig in seinem Vorwort treffend formuliert.
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In vier Erlebnisgenres gliedert sich dieser bezaubernde, bildreiche, globale Reiseerfahrungsbericht, der zu Orten führt, die über den gesamten Globus verstreut liegen, und die Geschmäcker aller Coleur bedienen dürfte.
Sei es eine Fotoreise nach Nagano (Japan), die Teilhabe am Bruttosozialglück in Bhutan, beim Eintreiben von Longhorn-Rindern in Oklahoma oder einer Küstentour für Landratten in Nordfriesland.... "Begegnungen" mit anderen Kulturen und Menschen stehen im hellrot gehaltenen ersten Teil im Zentrum der Berichterstattung.
Wesentlich ruhiger geht es anschließend im grün hinterlegten "Natur erleben" zu. Sei es ein Bericht über einen der letzten unberührten Regenwälder im Südosten von Peru oder aber ein trotz Fieber und klirrender Kälte unternommener Trip in die schneeweißen Sanddünen des White Sands National Monument von New Mexico im Südwesten der USA, dieses Kapitel macht sich die einleitenden Worte von Martin Walser zu Eigen: "Die Natur braucht sich nicht anzustrengen, bedeutend zu sein. Sie ist es."
Aktiver wird es im blauen Abschnitt "Bewegungen". Egal ob zum Skifahren und Angeln unter der Mitternachtssonne von Alaska, der Entdeckung der wundervollen Langsamkeit bei einer Bootstour auf dem Canal du Midi in Frankreich, per Pedes durch die Regenbogenberge auf Island oder beim Biken in Reit im Winkl... hier werden dem Aktivurlauber jede Menge Anregungen mit auf den Weg gegeben.
Und vielleicht sucht man hernach einen Ort der Kontemplation? Auch dafür bietet das Buch in seinem violett changierten letzten Teil reichlich Inspiration. Erholung "Für die Seele" findet man zum Beispiel auf dem Klosterberg von Montecassino - 130 km südlich von Rom, in Fátima in Portugal, wo sich Himmel und Erde berühren oder - man mag es kaum glauben - auf Mallorca. Ganz im Sinne der diesen Abschnitt einleitenden Worte von Christian Morgenstern: "Den Puls des eigenen Herzens fühlen. Ruhe im Innern, Ruhe im Äußern. Wieder Atem holen lernen, das ist es."
Neben den sehr persönlichen Erlebnissen und Fotos wartet jeder Bericht mit praktischen und besonderen Reisetipps über Anreise, Übernachten, Gesundheit, individueller Reiseplanung und zuweilen sogar mit anregender Reiselektüre auf.
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"Die schönste Reise meines Lebens" ist ein visuell-emotionaler Reiseband, der sich der Heimat und der Ferne gleichermaßen neugierig nähert. Dabei geht es den Autoren nicht ums Vermitteln des Ganzen, sondern sie fokussieren ausschließlich Details. Jochen Müssig formuliert es treffend wenn er schreibt: "Sich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle, Eindrücke und Überraschungen einzulassen, ob in den urbanen, kakofonen Megastädten unserer modernen Zeit oder in ländlicher Stille mit archaischen, meditativen Momenten. Wer sich treiben lässt, kann sich auch gefangen nehmen lassen von seinem Reiseziel." Nicht das gefüllte Bankkonto steht im Vordergrund der Empfehlungen, sondern das Wecken des Entdeckerdranges eines Jules Vernes oder Thomas Cook in uns. Dies ist den Machern dieses Buches ganz ausgezeichnet gelungen.

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Cover des Buches Kleine Philosophie der Passionen, Oper (ISBN: 9783423341486)
LtdKoerschgens avatar

Rezension zu "Kleine Philosophie der Passionen, Oper" von Franz Binder

Rezension zu "Kleine Philosophie der Passionen, Oper" von Franz Binder
LtdKoerschgenvor 11 Jahren

Das in diesem Bändchen vorgebrachte Geschwärme würde ohne Weiteres einen ganzen Orchestergraben zum Überlaufen bringen. Echte Begeisterung und Empathie für das Gesamtkunstwerk einer Oper konnte ich selten finden. Das einzig Wichtige, was ich mitnehmen konnte waren einige mir bis dato unbekannte Operntitel. Die Aussagen über Inhalte und Aufführungsgeschichten sind eventuell auch noch informativ...
Überwiegend wird der Bildungsbürger (Dauerkarte in der Staatsoper) mit dem "Recht hat der gute Mann! Vortrefflich! Genau meine Meinung! - Erlebnis" geködert und belohnt.

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