Franz Dobler Ein Bulle im Zug

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Inhaltsangabe zu „Ein Bulle im Zug“ von Franz Dobler

Was an dem Tag, an dem der Junge erschossen wurde, genau passiert
ist, kann keiner mehr sagen. War es Notwehr? Wo ist die Waffe des Jungen?
Und warum kann sich keiner mehr an etwas erinnern? Der Schütze,
Kriminalhauptkommissar Fallner, muss raus aus München. Weg
von dem toten Jungen, der ihn in seinen Gedanken verfolgt. Mit einer
BahnCard 100 macht er sich auf eine ziellose Reise durch Deutschland.

Deutscher Krimipreis 2015, grandioser Anfang (wirklich!), Traumabewältigungsk(r)ampf im ICE, langweilig, langatmig, strange, ältlich.

— Lienz

Spannende Studie über einen Helden, der sich für einen harten Typen hält und dann hilflos erlebt, wie seine Welt ins Wanken gerät.

— soetom

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  • Hilflosigkeit des "Helden" spiegelt sich im Text wieder. Fordert den Leser heraus, aber ist spannend

    Ein Bulle im Zug

    soetom

    15. January 2016 um 15:19

    Franz Dobler macht es seinen Lesern nicht einfach. Das Buch hat keine immer erkennbare Struktur im Sinne von einem durchgängigen roten Faden. Immer wieder scheint es Zeitsprünge zu geben, werden und scheinbar unzusammenhängenden Szenen eingestreut. Das ist zuweilen etwas mühsam, aber erfüllt einen Zweck. Kommissar Fallner meint, er habe alles im Griff. Gestandener Polizist einer Münchner Spezialeinheit, verheiratet und seinem verkorsten Elternhaus entkommen. Dann erschießt er bei einem scheinbaren Routineeinsatz einen Jugendlichen und auf einmal passen seine Erinnerungen mit den belegbaren Fakten nicht mehr zusammen. Schlimmer noch: Der getötete Junge erscheint ihm in Halluzinationen. Und je länger dieser Schwebezustand anhält, umso mehr beginnt er sich und seine Wahrnehmungen in Frage zu stellen. Dieses Abdriften in ein haltloses Suchen nach der Wahrheit kann man beim Lesen fast spüren. Fast ist es schade, dass sich - wie es sich für einen Krimi gehört - am Ende irgendwie auflöst und der Leser zumindest verstht, was passiert ist. Mir hat die Lektüre wirklich Spaß gemacht!

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  • Eigensinn und Antifaschismus

    Ein Bulle im Zug

    jamal_tuschick

    28. August 2014 um 18:43

    Franz Dobler hat einen Krimi geschrieben – „Ein Bulle im Zug“ erzählt auch von vielen Lesereisen des Autors Moby Dick hätte jedem ein Bein ausreißen können, deshalb wäre es keinem Krüppel eingefallen, sich bei der Jagd auf den weißen Wal das andere Bein selbst auszureißen. Keinem, außer einem, wie wir aus der Literaturgeschichte wissen. In den Hafenkneipen von Tortuga bis Falafel saßen zu Moby Dicks Zeiten genug behinderte Matrosen und sprachen von Künstlerpech und Berufsrisiko. Hoffentlich Allianzversichert, hieß es allgemein. Nur dieser nachtragende Kapitän Ahab fand es notwendig, dem weißen Wal seiner Qual als Heimsuchung zu erscheinen, auf der ollen „Pequod“. Ich nehme an, daran dachte Dobler, als er seinen Helden, Kriminalhauptkommissar Fallner, in einem weißen Hai auf die Reise schickte. Auch Fallner ist ein Versehrter, vier Wochen braucht er, um in einen Zug zu steigen. Wer Dobler kennt, der weiß, dass Fallner raucht. Die Vorläufer seines weißen Hais rauchten auch, ihre Nachfolger schlucken nicht mal mehr. Man nennt sie Triebköpfe und sagt ICE. Nur Dobler sagt „weißer Hai“. Fallner flieht folglich im Bauch eines weißen Hais vor seinem Verfolger, der ihm im Traum erscheint. Es handelt sich um einen Libanesen, den Fallner nach seinem Verständnis der Lage in Notwehr erschossen hat. Es gibt Kollegen, die Putativnotwehr annehmen. Fallners Partner verweigert die Unterstützung, seine Frau geht ihn spöttisch an. Jaqueline hat Fallner bei einem Nashville Pussy-Konzert aufgerissen und war erst einmal belustigt, als er sich als Mann von ihrem Fach zu erkennen gab. Wie sollte Fallners Schöpfer auch einen überzeugenden Bullen der Welt zum Fraß vorwerfen können? Fallner strotzt vor Musikalität, Eigensinn und Antifaschismus. Ihn hemmt das Repertoire eines Schriftstellers. Im Grunde ist er auf Lesereise. Er liest die Wimmelbilder auf Bahnhöfen - Fallner hat seine Therapeutin gegen eine Bahncard 100 eingetauscht. Er lebt in vollen Zügen. In Frankfurt am Main nimmt er die Spur eines Serienkillers auf, in Kassel an der Fulda würdigt er Kunst am Bau. Er trifft einen greisen Berufsmörder, der wie Bill Burroughs aussieht und einen Stockdegen in Bereitschaft hält. Seine Frau stöbert er im Bett eines anderen auf, um im Sprung über Rimbaud zu stolpern: „Je est un autre.“ Fallner hört Lee Morgan. Er weiß, eine komplizierte Geschichte muss man einfach erzählen. Ihn spreizt eine Vorliebe für die sowjetische Makarow, einst Faustfeuerwaffe der bewaffneten Organe der SBZ/DDR.  Ihre offizielle Bezeichnung war „9-mm-Pistole M“. Später nannte man sie „PM 9“. Sie wurde in Lizenz im Ernst-Thälmann-Werk Suhl produziert. Fallner meditiert über melierte Griffschalen. Er zitiert in gewundenen Lettern einen Hauptsatz der amerikanischen Verfassung: „God created man, Sam Colt made them equal.“ Er sucht seine Potenz und freut sich über jede genitale Zuckung als Zeichen der Genesung. Ich rücke die Dinge so zusammen, wie sie im Roman auf ein Regal gehören. Fallners Zugbegleiter bleibt die Frage: War es Notwehr? Der Libanese, auf den er geschossen, war bewaffnet. Die Leiche, auf die er dann herabsah, wurde von keiner Waffe beschwert. Wo war die Waffe? fragt sich Fallner. In seinem Gehirn als Gespinst? Franz Dobler, „Ein Bulle im Zug“, Roman, Tropen, 347 Seiten, 21.95 Euro

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